Gewerkschaften in Spanien
CNT, CGT, ELA, LAB, CCOO,UGT, UNT...
Eine knappe Zusammenfassung zur jüngeren Geschichte der Gewerkschaften in Spanien vom Prozess von Burgos 1970 über den großen Streik im VW-Werk von Pamplona 1997 bis zum Generalstreik im Juni 2002.
Eine knappe Zusammenfassung zur jüngeren Geschichte der Gewerkschaften in Spanien vom Prozess von Burgos 1970 über den großen Streik im VW-Werk von Pamplona 1997 bis zum Generalstreik im Juni 2002.
Gewerkschaften existierten auch unter Franco.
Obwohl in der Diktatur nur franquistische Gewerkschaften zugelassen
waren, löste der Prozess von Burgos 1970 in allen spanischen
Industriegebieten Protestaktionen aus. Im Burgos-Verfahren waren 16
Basken wegen "Terrorismus" angeklagt. Sechs von ihnen drohte man die
Todesstrafe an. Im Kern aber ging es dem Regime um eine Verurteilung
anti-franquistischen baskischen Nationalismus.
In der Provinz Gipuzkoa herrschte während des Prozesses Generalstreik,
in Bizkaia kam es zu täglichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die
Massenmobilisierung führte dazu, dass nicht nur die baskischen Arbeiter
auf die Strasse gingen.
Die Bewegung erreichte schließlich eine Begnadigung der Angeklagten.
Spanische und baskische Gewerkschaften sind traditionell mit politischen
Parteien verbunden. So gibt es im Baskenland zwei nationalistische
Gewerkschaften: die der bürgerlichen Regionalpartei PNV nahestehende
Baskische Arbeiterallianz ELA (Eusko Langileen Alkartasuna) und die der
linksnationalistischen ETA-nahen Allianz Herri Batasuna verbundenen
Patriotische Arbeiterkommission LAB (Langile Abertzale Batzordeak).
Ausserdem haben die sozialistische (PSOE-nahe) Arbeiter-Generalunion UGT
und die kommunistischen Arbeiterkommissionen CCOO einen Einfluss auf die
Beschäftigten.
Die Vorgängerin von ELA war zu Beginn des Jahrhunderts in Reaktion auf
die spanischen Einwander und deren Organisationen (vor allem der
sozialistischen Gewerkschaft UGT) entstanden.
Sie organisierte im Verbund mit dem damals chauvinistisch-rassistischen
PNV auf der Basis von Baskentum, Katholizismus und Harmonie zwischen den
Klassen.
Diese Politik änderte sich erst mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs, in
dem sich ELA anders als die Mutterpartei PNV auf die republikanische
Seite schlug. 1939 mussten die Aktivisten der ELA wie die der UGT, der
anarchistischen Arbeiterkonföderation CNT und der kommunistischen CCOO
das Land verlassen.
In den achtziger Jahren wurde die ELA zur grössten Gewerkschaft im
Baskenland - ihr gehören derzeit rund vierzig Prozent der organisierten
Beschäftigten an.
Kurz vor Francos Tod 1975 gründeten ehemalige ETA-Mitglieder die zweite
baskische Gewerkschaft LAB. Auch LAB sollte (wie ELA) eine Alternative
zu UGT und CCOO darzustellen - die Patriotische Linke ging davon aus,
daß die "nationale Befreiung" nur mit allen Sektoren der Gesellschaft
erreicht werden könne.
Für die sozialistischen und kommunistischen Gewerkschaften war die
"nationale Frage" im Baskenland allenfalls von sekundärem Interesse. LAB
ist Mitglied der Patriotischen Sozialistischen Koordination KAS, einer
Dachorganisation legaler und illegaler linkspatriotischer Gruppen.
Derzeit vertritt LAB rund 15 Prozent der organisierten Beschäftigten im
Baskenland.
Auch in rein gewerkschaftlicher Hinsicht verfolgt LAB einen militanteren
Kurs als die anderen Organisationen. Beim großen Streik im VW-Werk von
Pamplona 1997 seien die Arbeiter von LAB besser unterstützt worden als
von anderen Gewerkschaften, sagt etwa der VW-Arbeiter Alfonso Orlara.
Volkswagen ist mit 5000 Beschäftigten der grösste Arbeitgeber in der
Provinz Navarra.
Beim Streik ging es wie bei den meisten Arbeitsniederlegungen der
letzten Jahre um Arbeitszeiten: die Werksleitung wollte jeden
Beschäftigten zur Samstagsarbeit verpflichten. Der Widerstand der
Gewerkschaften scheiterte: Ohne Zustimmung, so die Drohung der
Konzernleitung in Wolfsburg, würden die in Aussicht gestellten 600 neuen
Arbeitsplätzen anderswo schaffen.
Alle Gewerkschaften ausser die LAB akzeptierten schließlich einen
Kompromiss, nach dem alle neun Samstage im Jahr arbeiten müssen.
Immerhin führte der Streik zu einer engeren Zusammenarbeit der LAB mit
der deutschen IG Metall: Seither findet ein intensiver Austausch statt.
Lange Zeit waren sich ELA und LAB aufgrund der politischen Differenzen
regelrecht verfeindet, angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit aber
kam es zu einer Annäherung.
Dies in einer Zeit, in der konservative Nationalisten und patriotische
Linke noch gegeneinander kämpften. Ende Mai 1992 organisierten ELA und
LAB ihren ersten gemeinsamen Generalstreik. Seither kooperieren die zwei
Gewerkschaften.
Dem ersten Ausstand folgten zahlreiche Aktionen und gemeinsame
Communiqués, in denen sich beide für ein "souveränes, demokratisches und
sozial gerechtes Baskenland" aussprachen.
Mit dieser Zusammenarbeit setzte sich ELA von der PNV ab, die nie
Unabhängigkeit forderte. In vielerlei Hinsicht hat PNV mehr mit der
spanisch-sozialdemokratischen PSOE und der konservativen Volkspartei PP
gemein als mit den Linksnationalisten:
Sie alle verfolgen dieselbe Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die ELA
musste sich von vielen, auch dem PNV vorwerfen lassen, den Anti-ETA-Kurs
"der Demokraten" anzugreifen.
1988 hatten fast alle im Baskenland vertretenen Parteien im Pakt von
Ajuria Enea beschlossen, nur auf der Basis des völligen Gewaltverzichtes
einen Dialog mit Herri Batasuna (HB) zu führen. ELA setzte sich durch
die Zusammenarbeit mit LAB über diesen Konsens hinweg.
Heute sehen viele Basken in der Verbindung ELA-LAB eine wichtige
Vorarbeit für den im September 1998 begonnenen Friedensprozess.
Beide Gewerkschaften sehen in der Souveränität den einzige Weg, die
Arbeitslosigkeit im Baskenland zu überwinden:
Die Schliessung der grössten Werften sei eine "Strafaktion der
Zentralregierung", die Deindustrialisierung eine "Rache am baskischen
Volk"; die "wirtschaftliche Repression" habe nur den Zweck, die
Unabhängigkeit unmöglich zu machen.
Der "der baskische Syndikalismus hat klare politische Vorstellungen und
kann einem alternativen sozialen Modell entsprechen", formulierte vor
kurzem Rafa Daez, Generalsekretär der LAB. Das Modell heißt Sozialismus,
die politische Vorstellung Unabhängigkeit.
Damit stehen sie nun allerdings wieder - wie Anfang des Jahrhunderts -
den spanischen Gewerkschaften gegenüber.
1993 verfassten ELA, LAB und CCOO noch ein gemeinsames Communiqué zur
wirtschaftlichen Situation im Baskenland und forderten die
Zentralregierung auf, Entscheidungsbefugnisse an die Regionalregierung
abzutreten.
In letzter Zeit ist das Verhältnis jedoch deutlich kühler geworden: ELA
und LAB werfen CCOO und UGT vor, weiterhin an Francos Vorstellung von
einem "Einheits-Spanien" zu hängen, CCOO und UGT ihrerseits unterstellen
ELA und LAB, nur nationalistische Forderungen durchsetzen zu wollen.
Die Linkspatrioten sehen das anders: Gewerkschaftsarbeit sei nur dann
sinnvoll, wenn sie örtlichen Besonderheiten berücksichtige.
Diese Position führt immer wieder zum Konflikt mit der UGT. Sozialisten
befürworten Flächentarifverträge, mit der Konsequenz, dass künftig alle
Vereinbarungen in der spanischen Hauptstadt geschlossen würden.
LAB und ELA verweisen demgegenüber auf die grossen regionalen
Unterschiede. Mit der anarchistischen CNT beziehungsweise deren
Nachfolge-Gewerkschaft CGT finden sich schon mehr Gemeinsamkeiten;
allerdings wird oft berichtet, daß der Einfluss der
Anarcho-Syndikalisten inzwischen verschwindend klein geworden ist. In letzter Zeit soll diese Strömung wieder an Zustrom gewonnen haben.
Obwohl in der Diktatur nur franquistische Gewerkschaften zugelassen
waren, löste der Prozess von Burgos 1970 in allen spanischen
Industriegebieten Protestaktionen aus. Im Burgos-Verfahren waren 16
Basken wegen "Terrorismus" angeklagt. Sechs von ihnen drohte man die
Todesstrafe an. Im Kern aber ging es dem Regime um eine Verurteilung
anti-franquistischen baskischen Nationalismus.
In der Provinz Gipuzkoa herrschte während des Prozesses Generalstreik,
in Bizkaia kam es zu täglichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die
Massenmobilisierung führte dazu, dass nicht nur die baskischen Arbeiter
auf die Strasse gingen.
Die Bewegung erreichte schließlich eine Begnadigung der Angeklagten.
Spanische und baskische Gewerkschaften sind traditionell mit politischen
Parteien verbunden. So gibt es im Baskenland zwei nationalistische
Gewerkschaften: die der bürgerlichen Regionalpartei PNV nahestehende
Baskische Arbeiterallianz ELA (Eusko Langileen Alkartasuna) und die der
linksnationalistischen ETA-nahen Allianz Herri Batasuna verbundenen
Patriotische Arbeiterkommission LAB (Langile Abertzale Batzordeak).
Ausserdem haben die sozialistische (PSOE-nahe) Arbeiter-Generalunion UGT
und die kommunistischen Arbeiterkommissionen CCOO einen Einfluss auf die
Beschäftigten.
Die Vorgängerin von ELA war zu Beginn des Jahrhunderts in Reaktion auf
die spanischen Einwander und deren Organisationen (vor allem der
sozialistischen Gewerkschaft UGT) entstanden.
Sie organisierte im Verbund mit dem damals chauvinistisch-rassistischen
PNV auf der Basis von Baskentum, Katholizismus und Harmonie zwischen den
Klassen.
Diese Politik änderte sich erst mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs, in
dem sich ELA anders als die Mutterpartei PNV auf die republikanische
Seite schlug. 1939 mussten die Aktivisten der ELA wie die der UGT, der
anarchistischen Arbeiterkonföderation CNT und der kommunistischen CCOO
das Land verlassen.
In den achtziger Jahren wurde die ELA zur grössten Gewerkschaft im
Baskenland - ihr gehören derzeit rund vierzig Prozent der organisierten
Beschäftigten an.
Kurz vor Francos Tod 1975 gründeten ehemalige ETA-Mitglieder die zweite
baskische Gewerkschaft LAB. Auch LAB sollte (wie ELA) eine Alternative
zu UGT und CCOO darzustellen - die Patriotische Linke ging davon aus,
daß die "nationale Befreiung" nur mit allen Sektoren der Gesellschaft
erreicht werden könne.
Für die sozialistischen und kommunistischen Gewerkschaften war die
"nationale Frage" im Baskenland allenfalls von sekundärem Interesse. LAB
ist Mitglied der Patriotischen Sozialistischen Koordination KAS, einer
Dachorganisation legaler und illegaler linkspatriotischer Gruppen.
Derzeit vertritt LAB rund 15 Prozent der organisierten Beschäftigten im
Baskenland.
Auch in rein gewerkschaftlicher Hinsicht verfolgt LAB einen militanteren
Kurs als die anderen Organisationen. Beim großen Streik im VW-Werk von
Pamplona 1997 seien die Arbeiter von LAB besser unterstützt worden als
von anderen Gewerkschaften, sagt etwa der VW-Arbeiter Alfonso Orlara.
Volkswagen ist mit 5000 Beschäftigten der grösste Arbeitgeber in der
Provinz Navarra.
Beim Streik ging es wie bei den meisten Arbeitsniederlegungen der
letzten Jahre um Arbeitszeiten: die Werksleitung wollte jeden
Beschäftigten zur Samstagsarbeit verpflichten. Der Widerstand der
Gewerkschaften scheiterte: Ohne Zustimmung, so die Drohung der
Konzernleitung in Wolfsburg, würden die in Aussicht gestellten 600 neuen
Arbeitsplätzen anderswo schaffen.
Alle Gewerkschaften ausser die LAB akzeptierten schließlich einen
Kompromiss, nach dem alle neun Samstage im Jahr arbeiten müssen.
Immerhin führte der Streik zu einer engeren Zusammenarbeit der LAB mit
der deutschen IG Metall: Seither findet ein intensiver Austausch statt.
Lange Zeit waren sich ELA und LAB aufgrund der politischen Differenzen
regelrecht verfeindet, angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit aber
kam es zu einer Annäherung.
Dies in einer Zeit, in der konservative Nationalisten und patriotische
Linke noch gegeneinander kämpften. Ende Mai 1992 organisierten ELA und
LAB ihren ersten gemeinsamen Generalstreik. Seither kooperieren die zwei
Gewerkschaften.
Dem ersten Ausstand folgten zahlreiche Aktionen und gemeinsame
Communiqués, in denen sich beide für ein "souveränes, demokratisches und
sozial gerechtes Baskenland" aussprachen.
Mit dieser Zusammenarbeit setzte sich ELA von der PNV ab, die nie
Unabhängigkeit forderte. In vielerlei Hinsicht hat PNV mehr mit der
spanisch-sozialdemokratischen PSOE und der konservativen Volkspartei PP
gemein als mit den Linksnationalisten:
Sie alle verfolgen dieselbe Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die ELA
musste sich von vielen, auch dem PNV vorwerfen lassen, den Anti-ETA-Kurs
"der Demokraten" anzugreifen.
1988 hatten fast alle im Baskenland vertretenen Parteien im Pakt von
Ajuria Enea beschlossen, nur auf der Basis des völligen Gewaltverzichtes
einen Dialog mit Herri Batasuna (HB) zu führen. ELA setzte sich durch
die Zusammenarbeit mit LAB über diesen Konsens hinweg.
Heute sehen viele Basken in der Verbindung ELA-LAB eine wichtige
Vorarbeit für den im September 1998 begonnenen Friedensprozess.
Beide Gewerkschaften sehen in der Souveränität den einzige Weg, die
Arbeitslosigkeit im Baskenland zu überwinden:
Die Schliessung der grössten Werften sei eine "Strafaktion der
Zentralregierung", die Deindustrialisierung eine "Rache am baskischen
Volk"; die "wirtschaftliche Repression" habe nur den Zweck, die
Unabhängigkeit unmöglich zu machen.
Der "der baskische Syndikalismus hat klare politische Vorstellungen und
kann einem alternativen sozialen Modell entsprechen", formulierte vor
kurzem Rafa Daez, Generalsekretär der LAB. Das Modell heißt Sozialismus,
die politische Vorstellung Unabhängigkeit.
Damit stehen sie nun allerdings wieder - wie Anfang des Jahrhunderts -
den spanischen Gewerkschaften gegenüber.
1993 verfassten ELA, LAB und CCOO noch ein gemeinsames Communiqué zur
wirtschaftlichen Situation im Baskenland und forderten die
Zentralregierung auf, Entscheidungsbefugnisse an die Regionalregierung
abzutreten.
In letzter Zeit ist das Verhältnis jedoch deutlich kühler geworden: ELA
und LAB werfen CCOO und UGT vor, weiterhin an Francos Vorstellung von
einem "Einheits-Spanien" zu hängen, CCOO und UGT ihrerseits unterstellen
ELA und LAB, nur nationalistische Forderungen durchsetzen zu wollen.
Die Linkspatrioten sehen das anders: Gewerkschaftsarbeit sei nur dann
sinnvoll, wenn sie örtlichen Besonderheiten berücksichtige.
Diese Position führt immer wieder zum Konflikt mit der UGT. Sozialisten
befürworten Flächentarifverträge, mit der Konsequenz, dass künftig alle
Vereinbarungen in der spanischen Hauptstadt geschlossen würden.
LAB und ELA verweisen demgegenüber auf die grossen regionalen
Unterschiede. Mit der anarchistischen CNT beziehungsweise deren
Nachfolge-Gewerkschaft CGT finden sich schon mehr Gemeinsamkeiten;
allerdings wird oft berichtet, daß der Einfluss der
Anarcho-Syndikalisten inzwischen verschwindend klein geworden ist. In letzter Zeit soll diese Strömung wieder an Zustrom gewonnen haben.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Bischen schlampig...
Nachfolge-Gewerkschaft CGT finden sich schon mehr Gemeinsamkeiten; allerdings wird oft berichtet, daß der Einfluss der Anarcho-Syndikalisten inzwischen verschwindend klein geworden ist. In letzter Zeit soll diese Strömung wieder an Zustrom gewonnen haben."
Zur LAB und ELA kann ich nicht viel sagen, aber die Ausagen des zweiten Satzes sind ziemlich schlampig.
a) Die CNT ist eine anarchosyndikalistische und nicht eine anarchistische Gewerkschaft.
b) Die CGT ist keine Nachfolge-Gewerkschaft der CNT, sondern eine Abspaltung über die Frage an der Teilnahme an Betriebsratswahlen (=bürgerliche Vermittlungsinstanz).
c) LAB und ELA haben rein gar nichts mit der CNT und wenig mit der CGT zu tun. Weder in der Art, wie sie als Gewerkschaft funktionieren und schon gar nicht durch den baskischen Nationalismus, der überhaupt erst zur Gründung von LAB und ELA geführt hat.
@k.orrektor
abgesehen davon, k.orrektor....
1. anarchistische und sozialistische Gewerkschaften durchaus Gemeinsamkeiten bezüglich der Forderungen in den Arbeitskämpfen wie auch in utopischeren Angelegenheiten,
und
2. die CNT im Baskenland und die im Rest-Spanien durchaus unterschiedliche Positionen bezüglich des Konfliktes im Baskenland...
Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus
Jein. Etwas verkürzt kann man sagen, dass der Anarcho-Syndikalismus keine Gewerkschaft für anarchistische ArbeiterInnen sondern eine Form von Gewerkschaft für ArbeiterInnen, die sich auf anarchistischen Prinzipien und Taktiken gründet (Vollversammlungen, Direkte Aktion) und deren Ziel der LIbertäre Kommunismus ist. Weil der Anarchosyndikalismus eine Strategie und keine Ideologie ist, wirst du in nahezu jeder anarchosyndikalistischen Gewerkschaft ArbeiterInnen finden, die sich selbst nicht als AnarchistInnen bezeichnen. Das ist in Theorie und Praxis ein kleiner Unterschied mit bisweilen großen Folgen.
"1. anarchistische und sozialistische Gewerkschaften durchaus Gemeinsamkeiten bezüglich der Forderungen in den Arbeitskämpfen wie auch in utopischeren Angelegenheiten,
und
2. die CNT im Baskenland und die im Rest-Spanien durchaus unterschiedliche Positionen bezüglich des Konfliktes im Baskenland"
Zu 1.:
Gemeinsamkeiten bzgl. der Forderungen gibt es selbstverständlich, schließlich sind beides Gewerkschaften und beide führen Tageskämpfe für eine Verbesserung der Bedingungen. In der Art, wie sie das tun, gibt es allerdings gewaltige Unterschiede. Anarchosyndikalistische Gewerkschaften verzichten weitgehend auf Bürokratien. In Konflikten setzen die meisten auf die Vollversammlung der ArbeiterInnen. Fast alle anarchosyndikalistischen Gewerkschaften lehnen Vermittlungsinstanzen ab und bedienen sich stattdessen der Direkten Aktion. Was die utopischen Angelegenheiten angeht: Der Anarchosyndikalismus hat eine, nämlich den Libertären Kommunismus. Sozialistische Gewerkschaften haben i.d.R. keine und falls in Ausnahmefällen doch, dann sicherlich nicht den gleichen wie die anarchosyndikalistischen.
Zu 2:
Die CNT im Baskenland hat in der Tat eine etwas andere Haltung bzgl. des Konfliktes im Baskenland als der Rest der CNT (läßt sich z.B. in alten Ausgaben der DIREKTE AKTION der FAU-IAA nachlesen). Mit baskischem Nationalismus hat die allerdings nichts zu tun. Darum ging es aber in der Anmerkung von K.Orrektor ja auch gar nicht. Er hatte ja nur geschrieben, dass es keine Gemeinsamkeiten zwischen den baskisch-nationalistischen Gewerkschaften und CNT oder CGT gibt. Und da hat er recht. ELA und LAB sind halt "normale" Gewerkschaften mit Bürokratien, Betriebsräten, Vermittlungsinstanzen, nur eben in "baskischer Verpackung".
Mehr korrektionen
Ueber LAB, am Anfang war eine Zusammensetzung von verschiedene Leute. HB kam fast gleichzeitig als LAB (LAB koennte etwas aelter sein), und HB Leute war in LAB, aber meistens noch in CC.OO. und etwas weniger in ELA und CNT.
LAB war eine Spaltung von CC.OO. wo auch Autonommen und Raetekommunisten teilgenommen haben (z.B. in Lesaka, Orereta -Arbeiter Kommitees-, usw).
Spaeter LAB kam ganz ganz in dem Umbebung von HB.
LAB gehoert nicht zum KAS (Patriotische Sozialistische Koordination). Es war drin, aber dannach meiste Gruppen sahen kein Sinn mehr, und KAS wuerde abgeschaft (von 8 Jahre oder so).
Heute Tag LAB ist eine sehr burokratische Gewerkschaft, in Richtung UGT, CCOO, ELA, aber etwas radikaler in der Foerderungen.
Anarcho-Syndicalismus in Spanien
Die groesste: CGT
Die historische: CNT-IWA
Sehr aktiv in Madrid:
Confederacion Sindical Solidaridad Obrera
Die Mehrheit der Syndikaten der katalanischer CNT wuerde rausgesmiessen.
Sie bilden die CNT-Catalunya
Keine home-page, aber e-mail:
Und schon wieder eine Korrektur...