Kolumbien: die unendliche Geschichte.
1) Die Rechten haben Erfolg bei der Wahl.
2)1612 KolumbianerInnen haben ihr Leben verloren.
3) Sieg für die U'wa Indigen.
2)1612 KolumbianerInnen haben ihr Leben verloren.
3) Sieg für die U'wa Indigen.
1) Die Rechten haben Erfolg bei der Wahl
Am 26. Mai fand im Kolumbien die Präsidentenschaftswahl statt. Es kam als keine Überraschung, daß der rechte neoliberale Kandidat gewann. Álvaro Uribe, Mitgründer und Unterstützer der rechten Paramilitärs, die zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an der Bevölkerung im Auftrage der Regierung, von Drogenkartellen und Großkonzernen verüben, bekam 53% der gültigen Stimmen in einem Land, in dem viele Menschen, besonders ArbeiterInnen und BäuerInnen, nicht mehr an das "demokratische" System glauben oder dieses als "Deathsquad Democracy" (die Demokratie der Todesschwadronen) bezeichnen. Über 50% der Wahlberechtigten blieben zu Hause, was bedeutet, daß nur 6 Millionen von knapp 40 Millionen KolumbianerInnen für Uribe stimmten. Sechs Millionen, die größtenteils zu der Mittel- und Oberschicht gehören und ihre privilegierte Stellung behalten wollen. Oder Menschen, die von den konservativen Medien (99% der Medien gehören einigen reichen Familien) und der rechten Propaganda überzeugt wurden, daß Uribe gut für Kolumbien wäre und daß er Frieden im Land herschaffe, obwohl er mit Unterstützung der USA härter gegen die Guerilla vorgehen will, was nur zu einer Verschärfung des seit 40-Jahren währenden Bürgerkriegs führen wird. Obwohl die linke Guerilla, die FARC (revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) und das ELN (Heers zur nationalen Befreiung) versuchen, um Frieden zu verhandeln, will Uribe, der als Hardliner gilt, nichts vom Reden hören. Die Guerilla ist so stark wie nie zuvor und in die Lage, effektiv für bessere soziale Bedingungen und gegen die neoliberale Politik einzutreten, aber Uribe hat schon einen Ausweg gefunden, in dem er 2 Milliarden US$ bekommt, um den Drogenhandel und die Guerilla zu bekämpfen. Es kann nur schlimmer werden. Schon nachdem der vorherige Präsident Pastrana die Friedensgespräche mit der Guerilla Ende Februar 2002 abbrach, nahm die Zahl von Gräueltaten, Massakern und sonstigen Menschenrechtsverletzungen scharf zu. Immer mehr BäuerInnen werden von Paramilitärs umgebracht oder von ihrem Land vertrieben, damit ausländische Großunternehmen wie BP, Occidental und Cittibank, die Bodenschätze der Gegend ungestört ausbeuten können. Immer mehr GewerkschafterInnen werden von Paramilitärs, die von der Armee unterstützt werden, auf offenen Straße erschossen (2001allein wurden 153 ermordet und 72 sind "verschwunden"). Hunger und Armut nehmen wegen der dem Land aufgezwungenen neoliberalen wirtschaftlichen Bedingungen, wie z.B. Privatisierung, zu. Uribe will die Stellung der Großunternehmen stärken und allen Widerstand, ob legal oder illegal, auslöschen. Aber je mehr die ArbeiterInnen und BäuerInnen unterdrückt werden, desto mehr leisten viele Widerstand gegen das ungerechte System. Oft bleibt keine Wahl als zur Waffe zu greifen, denn ob nun legal oder parlamentarisch agiert wird, bringt es ihnen nichts außer dem Tod. Der zweite Kandidat, der Liberale, Horacio Serpa, (liberal im weitesten Sinn des Wortes) wäre nicht viel besser gewesen (die Schill Partei anstelle der NPD wäre ein guter Vergleich). Der linke Kandidat, der Gewerkschafter Lucho Garzón erzielte nur 6,2%, was positiv ist in einem Land, in dem die Regierung versucht, die Linke Politik zu ersticken. Währen der Wahl kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen und Gefechten, was die Wahl in eigenen Gegenden behinderte. Die Guerilla hat aufgerufen, die Wahl zu boykottieren, da die Teilnahme an ihr, egal welche Partei gewinnt, nur dazu dienen, die Scheindemokratie der kleinen herrschenden Elite zu bestätigen und zu rechtfertigen. Dieses Argument gilt auch für uns hier in Europa. Der einzige Weg zur Freiheit ist durch Basisdemokratie!
2) 1612 unserer Landsleute haben ihr Leben verloren
In den gängigen Massenmedien wird die kolumbianische Volksarmee FARC (revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) meistens als skrupelloser Haufen von TerroristInnen und DrogenhändlerInnen dargestellt. Um gegen diese einseitige Berichterstattung ein Gegengewicht zu schaffen, wollen wir hier die FARC ihre Sicht der Dinge darstellen lassen:
".In den 2 Monaten, die vergangen sind nachdem die Regierung von [Ex-]Präsident Andres Pastrana die Friedensverhandlungen abgebrochen hatte, sind 1612 unserer Landsleute ums Leben gekommen. Die FARC hat sich in diesem Gesprächen bemüht, einen Weg zum Frieden zu finden, nach dem sich alle KolumbianerInnen sehnen. 1612 Leben von KämpferInnen, davon 1360 auf staatlicher Seite und 252 auf Seiten der Guerilla hätten gerettet werden können, wenn die Regierung ernsthaft daran interessiert gewesen wäre, die Friedensverhandlungen unter Einschluß von sozialer Gerechtigkeit und Menschenwürdigen Bedingungen für alle abzuschließen. Die Militaristen, uniformiert oder nicht, haben ihren Traum, den kolumbianischen Aufstand niederzuschlagen und zu vernichten, wiederaufleben lassen, ohne der Bevölkerung ihre Rechte wiederzugeben.
Das US-Imperium und sein sogenannter Krieg gegen den Terrorismus (welcher gegen alle gerichtet ist, die anders denken und für fundamentale Rechte und menschenwürdige Lebensbedingungen kämpfen) diese Kriegstreiberei verursacht. Was folgte ist eine Orgie der Gewalt, ein Blutbad angerichtet durch die paramilitärischen Kräfte eines terroristischen Staates als logische Erweiterung des schmutzigen Krieges der offiziellen Armee. Gleichzeitig, während wir unseren unzerrüttbaren Willen zum Frieden bestätigen, werden wir damit fortfahren, unser Recht auf Rebellion, Selbstverteidigung und Selbstbestimmung aller Menschen auszuüben. Die Gewalt, die unsere Leute erleiden müssen, ist ein Produkt und die Verantwortlichkeit der Politik, welche die herrschende Klasse uns auferlegt während sie die Befehle des Nordamerikanischen Imperiums befolgt"
16.05.02, FARC-EP, (Fuerzas Revolucionarias de Columbia-Ejército del Pueblo/ Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee)
(Übersetzung: Max)
Weitere Infos: www.anncol.com
3) Sieg für die U'wa Indigenen
Am 9. Mai 2002 verkündigte der Chefsprecher des US-Großkonzerns Occidental Petroleum, daß sein Unternehmen die Forschung nach Öl in der Siri Gegend des Bundesstaates Arauca einstellen würde. Die Region ist die Heimat der U'wa Indigenen, die in einer internationalen Kampagne gegen die Pläne der Ölfirma protestierten. Der wachsende Einfluß der Guerillakräfte, die in der Gegend aktiv sind, spielt auch eine große Rolle bei der Entscheidung gegen das Projekt, das die Umwelt und nachfolgend den Stamm von knapp 5.000 Menschen zerstört hätte. Der offizielle Grund dafür sei, laut Occidental (die letztes Jahr einen Umsatz von $14 Milliarden einkassierten), daß nach vorbereitenden Bohrungen Geologen des Großkonzerns zu dem Schluß gekommen seien, daß die Gegend "trocken" und daß es nicht rentabel wäre, mit dem Projekt fortzufahren. "Vom technischen Standpunkt aus ist es ein hoch riskantes Bohrloch" behauptete Larry Meriage, der Sprecher der Occidental. Ebaristo Tegria, der Sprecher der U'wa-Bevölkerung dagegen meinte: "Wir warten seit langem auf dieses Ergebnis. Es ist die Folge all der Mühe, die sich die U'wa und unserer Freunde überall auf der Welt gemacht hatten, damit die Kampagne erfolgreich war." Die U'wa hatten ihr Leben aufs Spiel gesetzt, indem sie gewaltfreien Widerstand gegen Occidental und den Staat leisteten. Als das Vorhaben des transnationalen Unternehmens Anfang der Neunziger klar wurde versuchten sie sich am Hauptsitz der Firma in Los Angeles Gehör zu verschaffen, sowie auf friedlichen Wege den Zugang zu den Bohranlagen in Kolumbien zu versperren. Als das politische Gewicht des Großkonzernes zu schwer wurde, versuchten sie Unterstützung von gleichgesinnten verständnisvollen progressiven Gruppen in den USA und auf der ganzen Welt zu gewinnen, was eine überwältigende Aufnahme fand. Das Volk des U'wa Stammes haben es geschafft, obwohl es über Jahre hinweg schwerer Repression durch das Militär und die Paramilitärs ausgesetzt wurde, als z.B. im Jahr 2000 die Armee eine Demonstration angriff und 3 Kinder dabei ums Leben kamen. Trotz des Sieges ist die Gefahr für die U'wa noch nicht vorbei, weil ein anderes multinationales Ölgeschäft, Repsol-YPF, Interesse hat an Bohrungen nach Öl in der Capachos Region, die sich auf einem anderen Teil des Landes der U'wa befindet.
Am 26. Mai fand im Kolumbien die Präsidentenschaftswahl statt. Es kam als keine Überraschung, daß der rechte neoliberale Kandidat gewann. Álvaro Uribe, Mitgründer und Unterstützer der rechten Paramilitärs, die zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an der Bevölkerung im Auftrage der Regierung, von Drogenkartellen und Großkonzernen verüben, bekam 53% der gültigen Stimmen in einem Land, in dem viele Menschen, besonders ArbeiterInnen und BäuerInnen, nicht mehr an das "demokratische" System glauben oder dieses als "Deathsquad Democracy" (die Demokratie der Todesschwadronen) bezeichnen. Über 50% der Wahlberechtigten blieben zu Hause, was bedeutet, daß nur 6 Millionen von knapp 40 Millionen KolumbianerInnen für Uribe stimmten. Sechs Millionen, die größtenteils zu der Mittel- und Oberschicht gehören und ihre privilegierte Stellung behalten wollen. Oder Menschen, die von den konservativen Medien (99% der Medien gehören einigen reichen Familien) und der rechten Propaganda überzeugt wurden, daß Uribe gut für Kolumbien wäre und daß er Frieden im Land herschaffe, obwohl er mit Unterstützung der USA härter gegen die Guerilla vorgehen will, was nur zu einer Verschärfung des seit 40-Jahren währenden Bürgerkriegs führen wird. Obwohl die linke Guerilla, die FARC (revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) und das ELN (Heers zur nationalen Befreiung) versuchen, um Frieden zu verhandeln, will Uribe, der als Hardliner gilt, nichts vom Reden hören. Die Guerilla ist so stark wie nie zuvor und in die Lage, effektiv für bessere soziale Bedingungen und gegen die neoliberale Politik einzutreten, aber Uribe hat schon einen Ausweg gefunden, in dem er 2 Milliarden US$ bekommt, um den Drogenhandel und die Guerilla zu bekämpfen. Es kann nur schlimmer werden. Schon nachdem der vorherige Präsident Pastrana die Friedensgespräche mit der Guerilla Ende Februar 2002 abbrach, nahm die Zahl von Gräueltaten, Massakern und sonstigen Menschenrechtsverletzungen scharf zu. Immer mehr BäuerInnen werden von Paramilitärs umgebracht oder von ihrem Land vertrieben, damit ausländische Großunternehmen wie BP, Occidental und Cittibank, die Bodenschätze der Gegend ungestört ausbeuten können. Immer mehr GewerkschafterInnen werden von Paramilitärs, die von der Armee unterstützt werden, auf offenen Straße erschossen (2001allein wurden 153 ermordet und 72 sind "verschwunden"). Hunger und Armut nehmen wegen der dem Land aufgezwungenen neoliberalen wirtschaftlichen Bedingungen, wie z.B. Privatisierung, zu. Uribe will die Stellung der Großunternehmen stärken und allen Widerstand, ob legal oder illegal, auslöschen. Aber je mehr die ArbeiterInnen und BäuerInnen unterdrückt werden, desto mehr leisten viele Widerstand gegen das ungerechte System. Oft bleibt keine Wahl als zur Waffe zu greifen, denn ob nun legal oder parlamentarisch agiert wird, bringt es ihnen nichts außer dem Tod. Der zweite Kandidat, der Liberale, Horacio Serpa, (liberal im weitesten Sinn des Wortes) wäre nicht viel besser gewesen (die Schill Partei anstelle der NPD wäre ein guter Vergleich). Der linke Kandidat, der Gewerkschafter Lucho Garzón erzielte nur 6,2%, was positiv ist in einem Land, in dem die Regierung versucht, die Linke Politik zu ersticken. Währen der Wahl kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen und Gefechten, was die Wahl in eigenen Gegenden behinderte. Die Guerilla hat aufgerufen, die Wahl zu boykottieren, da die Teilnahme an ihr, egal welche Partei gewinnt, nur dazu dienen, die Scheindemokratie der kleinen herrschenden Elite zu bestätigen und zu rechtfertigen. Dieses Argument gilt auch für uns hier in Europa. Der einzige Weg zur Freiheit ist durch Basisdemokratie!
2) 1612 unserer Landsleute haben ihr Leben verloren
In den gängigen Massenmedien wird die kolumbianische Volksarmee FARC (revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) meistens als skrupelloser Haufen von TerroristInnen und DrogenhändlerInnen dargestellt. Um gegen diese einseitige Berichterstattung ein Gegengewicht zu schaffen, wollen wir hier die FARC ihre Sicht der Dinge darstellen lassen:
".In den 2 Monaten, die vergangen sind nachdem die Regierung von [Ex-]Präsident Andres Pastrana die Friedensverhandlungen abgebrochen hatte, sind 1612 unserer Landsleute ums Leben gekommen. Die FARC hat sich in diesem Gesprächen bemüht, einen Weg zum Frieden zu finden, nach dem sich alle KolumbianerInnen sehnen. 1612 Leben von KämpferInnen, davon 1360 auf staatlicher Seite und 252 auf Seiten der Guerilla hätten gerettet werden können, wenn die Regierung ernsthaft daran interessiert gewesen wäre, die Friedensverhandlungen unter Einschluß von sozialer Gerechtigkeit und Menschenwürdigen Bedingungen für alle abzuschließen. Die Militaristen, uniformiert oder nicht, haben ihren Traum, den kolumbianischen Aufstand niederzuschlagen und zu vernichten, wiederaufleben lassen, ohne der Bevölkerung ihre Rechte wiederzugeben.
Das US-Imperium und sein sogenannter Krieg gegen den Terrorismus (welcher gegen alle gerichtet ist, die anders denken und für fundamentale Rechte und menschenwürdige Lebensbedingungen kämpfen) diese Kriegstreiberei verursacht. Was folgte ist eine Orgie der Gewalt, ein Blutbad angerichtet durch die paramilitärischen Kräfte eines terroristischen Staates als logische Erweiterung des schmutzigen Krieges der offiziellen Armee. Gleichzeitig, während wir unseren unzerrüttbaren Willen zum Frieden bestätigen, werden wir damit fortfahren, unser Recht auf Rebellion, Selbstverteidigung und Selbstbestimmung aller Menschen auszuüben. Die Gewalt, die unsere Leute erleiden müssen, ist ein Produkt und die Verantwortlichkeit der Politik, welche die herrschende Klasse uns auferlegt während sie die Befehle des Nordamerikanischen Imperiums befolgt"
16.05.02, FARC-EP, (Fuerzas Revolucionarias de Columbia-Ejército del Pueblo/ Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee)
(Übersetzung: Max)
Weitere Infos: www.anncol.com
3) Sieg für die U'wa Indigenen
Am 9. Mai 2002 verkündigte der Chefsprecher des US-Großkonzerns Occidental Petroleum, daß sein Unternehmen die Forschung nach Öl in der Siri Gegend des Bundesstaates Arauca einstellen würde. Die Region ist die Heimat der U'wa Indigenen, die in einer internationalen Kampagne gegen die Pläne der Ölfirma protestierten. Der wachsende Einfluß der Guerillakräfte, die in der Gegend aktiv sind, spielt auch eine große Rolle bei der Entscheidung gegen das Projekt, das die Umwelt und nachfolgend den Stamm von knapp 5.000 Menschen zerstört hätte. Der offizielle Grund dafür sei, laut Occidental (die letztes Jahr einen Umsatz von $14 Milliarden einkassierten), daß nach vorbereitenden Bohrungen Geologen des Großkonzerns zu dem Schluß gekommen seien, daß die Gegend "trocken" und daß es nicht rentabel wäre, mit dem Projekt fortzufahren. "Vom technischen Standpunkt aus ist es ein hoch riskantes Bohrloch" behauptete Larry Meriage, der Sprecher der Occidental. Ebaristo Tegria, der Sprecher der U'wa-Bevölkerung dagegen meinte: "Wir warten seit langem auf dieses Ergebnis. Es ist die Folge all der Mühe, die sich die U'wa und unserer Freunde überall auf der Welt gemacht hatten, damit die Kampagne erfolgreich war." Die U'wa hatten ihr Leben aufs Spiel gesetzt, indem sie gewaltfreien Widerstand gegen Occidental und den Staat leisteten. Als das Vorhaben des transnationalen Unternehmens Anfang der Neunziger klar wurde versuchten sie sich am Hauptsitz der Firma in Los Angeles Gehör zu verschaffen, sowie auf friedlichen Wege den Zugang zu den Bohranlagen in Kolumbien zu versperren. Als das politische Gewicht des Großkonzernes zu schwer wurde, versuchten sie Unterstützung von gleichgesinnten verständnisvollen progressiven Gruppen in den USA und auf der ganzen Welt zu gewinnen, was eine überwältigende Aufnahme fand. Das Volk des U'wa Stammes haben es geschafft, obwohl es über Jahre hinweg schwerer Repression durch das Militär und die Paramilitärs ausgesetzt wurde, als z.B. im Jahr 2000 die Armee eine Demonstration angriff und 3 Kinder dabei ums Leben kamen. Trotz des Sieges ist die Gefahr für die U'wa noch nicht vorbei, weil ein anderes multinationales Ölgeschäft, Repsol-YPF, Interesse hat an Bohrungen nach Öl in der Capachos Region, die sich auf einem anderen Teil des Landes der U'wa befindet.
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Ergänzungen
aus nem inetcafe im norden...
guter bericht, dangge auch dafuer.
ich habe mich zuletzt auch nochmal mit einem bauernorga-aktivisten unterhalten. das was er meint stimmt mit dem von dir geschriebenen weitestgehend ueberein.
er ist desplazado, vertriebener. und kennt sich recht gut mit den farc aus, obwohl in seiner region die eln fett ueberwiegt. er meint, die farc ist die klar staerkere orga und die eln, die teilweise zu sehr von der kirche ("theologie der befreiung") beeinflusst war/ist, sollte sich der bauernguerilla anschliessen.
und er ist zum beispiel der meinung, dass die angeblich von den farc in u.a. der bogoter innenstadt deponierten bomben propaganda-luegen sind (d.h. die bomben kommen von paras oder geheimdienst), die einzig dazu dienen, den anti-subversiven paramilitaerischen terror zu legitimieren. in diesem zusammenhang fuehrt er ein paar beispiele an, die ihn zu dieser meinung kommen lassen. um nur ein besipiel zu nennen: im magdalena medio wurde vor einiger zeit der oberchief einer sozialen entwicklungs- bzw bauernorganisation (ich hab meine unterlagen leider nicht hier)ermordet. danach wurde behauptet, dieser sei ein paramilitaer gewesen (weil die ja so sozial sind) und des weiteren, dass die guerilla ihn ermordet haette. es gibt noch viel viel mehr beispiele, wo die tatsachen richtig verdreht wurden. der aktivist, mit dem ich sprach, steht voll hinter den farc. "wenn ich keine moeglichkeit mehr haette, meine arbeit legal weiterzufuehren, gehe ich auch zu den farc - sofort!". was er tuen wuerde, taten schon so viele, die keine chance des waffenlosen widerstands mehr sahen. "die farc sind so noetig und stark in kolumbien wie noch nie!" und: "sie werden probieren, den staat in eine oekonomische kriese zu stuerzen", eine meinung die nicht nur er vertritt. hinter diesem hintergrund sind auch die angriffe auf die versorgende infrastruktur in grossen teilen des landes zu sehen.
auch dass viele leute, zur guerilla gingen, nur um geld zu verdienen, haelt er fuer eine propagandaluege. dann gingen sie wohl kaum zur guerilla, meint er; denn um geld zu bekommen gibt es einfachere und weniger gefaehrliche wege in kolumbien...
dass es auch bei der guerilla "schlechte leute" (mala gente)gibt, ist ihm auch klar. aber er lehnt die begriffe "gut" und "boese" in diesem zusammenhang ab. "niemand ist perfekt" und "wir sind alle aus diesem system, diesen lebensbedingungen hervorgegangen". in jeder hisicht traegt die politik des staates die schuld. "zudem gibt es sehr viel infiltration durch staatsagemten - genauso wie auch das militaer von der guerilla infilitriert sein wird". tatsaechlich gab es schon ganze guerillafronten unter dem befehl von cia-agenten, die dazu dienten, den konflikt zu verschaerfen und die guerilla zu verunglimpfen.
nun, dieser aktivist sieht ein paar dinge sehr sehr klar. und immer wieder betonte er die bedingungen in diesem land. 2001 gab es taeglich im durchschnitt mehr als 1000 vertreibungen. es wird geschaetzt, dass es ca. 2 millionen inlandsfluechtlinge gibt. und diese, genauso wie morde und andere verbrechen, nehmen stetig zu. die zustaende spitzen sich zu und darauf ist auch der znehmende zulauf zur guerilla zu erklaeren.
wollen usa und kol. eliten die guerilla ausloeschen, muessen sie wohl tatsaechlich die armen ausloeschen. bekaempfen wir die armut - toeten wir die armen!
...
son quark
salud y anarquía
"auch einseitigen schwachsinn"
fehlt gerade noch, dass jetzt alle anfangen, die guten seiten von uribe aufzuzaehlen und dass es ja auch nette paramilitaers gibt und welche tragischen lebenswege viele massenmoerder aufweisen und dass sonstwer ne schlimme kindheit hatte und soziale aktivisten auch oftmals aus prestige-gruenden aktiv sind und so weiter und so fort...