* EU-Gipfel in Sevilla * 20-22. Juni 2002 *

Thomas Sayinski 17.06.2002 16:59 Themen: Globalisierung Soziale Kämpfe
Zum zweiten Mal in diesem Jahr, vom 20. - 22. Juni in Sevilla, treffen sich alle Ministerpräsidenten und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten in Spanien. Auf höchster Ebene werden wieder Beratungen und Verhandlungen über viele umstrittene Themen der aktuellen EU-Politik stattfinden.

watch out:
>>> WWW.EU2002.TK
Nachdem der erste EU-Gipfel in diesem Jahr in Barcelona (Spanien)kaum Resonanz in der linksradikalen Szene hierzulande hervorrief, soll nun eine Sonderseite im Internet und einige andere Aktivitäten dafür sorgen ein wenig mehr Bewegung in dielinksradikale "Anti-EU-Politik" bringen.


::DIE SONDERSEITE IM INTERNET::
>> www.eu2002.tk <<


Die nächsten zwei EU-Gipfel, nach dem in Sevilla, finden unter der der dänischen Ratspräsidentschaft statt. Dabei ist vorallem wichtig zu beachten, dass nicht beide in Dänemark ausgerichtet werden.
Der erste, im Herbst diesen Jahres, findet in Brüssel (Belgien) statt, und der letzte wird im Dezember in Kopenhagen (Dänemark) abgehalten.

Widerstand ist überall notwendig und praktikabel, der Aufruf der Autonome Antifa Nordost Berlin [AANO] für den EU-Gipfel in Sevilla macht überdeutlich wo die Grenzen und Möglichkeiten linksradikaler Interventionen in die EU-Politik sind:

"Gerade im Kontext mit der EU-Formierung und der Bewegung gegen kapitalistische Globalisierung zeigt sich, dass Repression und sozialdemokratische Integration zusammengehören. Der gesellschaftlich akzeptierte Rahmen von Kritik wird innerhalb des Konstruktes "Antiglobalisierungsbewegung" bekannterweise von Attac ausgefühlt. Die radikaleren Teile der Bewegung werden allgemein als "Black Block" oder "militante Anarchisten" identifiziert. Dabei bemisst sich die Radikalität meistens an der Ästhetik, dem Auftreten der einzelnen Protagonisten, der Verbalradikalität und letztendlich der Militanz. Immer wieder wird versucht die Offensichtlichkeit der Unterschiede an der Militanz festzumachen, und zwar von bürgerlicher Seite wie auch von einigen linksradikalen KritikerInnen. Dies ist unserer Meinung nach der grundsätzliche Fehler in den Nachbereitungen des "Summer of Resistance". Der Unterschied zwischen Attac und den Linksradikalen liegt nicht im Auftreten, sondern ist inhaltlicher Natur!
So ist natürlich die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit von den politischen Inhalten der "sozialdemokratischen Strömung" geprägt, während aber weiterhin das Auftreten auf der Straße von den linksradikalen, autonomen und anarchistischen Gruppen und ihren jugendlichen SympathisantInnen dominiert wird. Dieser Widerspruch eröffnet unserer Meinung nach weiterhin die Möglichkeit am Rande der EU-Gipfel radikale linke Inhalte zu vermitteln und darüber hinaus in Aktionen die Attraktivität von systemüberwindender Politik darzustellen. Dies kann natürlich nur in kompletter Abgrenzung zu den Inhalten und Aktionsformen der unterschiedlichen sozialdemokratischen Organisationen gelingen. Ohne aber dabei einfach nur die Schablone des "militanten Straßenkämpfers" und "Außenminister in spe" überzustreifen.
Die spektakuläre Mischung aus Theorie und Praxis die bisher so manchen Gipfeln entgegenschwappte, gerade über den Tellerrand der Einpunktbewegungen hinweg, kann ein positives Signal für die Realpolitik in diesem Land hier sein. Denn logischerweise ist ohne ein sozialrevolutionäres Politikverständnis die Gefahr gegeben, erneut emanzipatorische Politik über kurz oder lang ad acta zu legen und Politik im Sinne der bürgerlichen Gesellschaft zu betreiben."

Der komplette Aufruf der AANO ist auf der Sonderseite (www.eu2002.tk) zu begutachten, weiterhin sind dort auch Termine, Rechtshilfe und Links zu finden.

Berichte, Texte von politischen Gruppen sowie Fotos nehmen wir gerne auch auf die Seite. Natürlich auch im Vorfeld der anderen EU-Gipfel in diesem Jahr.


Wir sehen uns in Spanien....

°LA LOTTA CONTINUA°







hier noch einige weitere Links (spanisch!):

 http://www.antiue.net

 http://www.forosocialsevilla.org

 http://barcelona.indymedia.org

 http://www.lahaine.org

 http://www.nodo50.org
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
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Ergänzungen

generalstreik

hakoah 17.06.2002 - 21:06
ausserdem findet am donnerstag den 20.06. ein generalstreik statt.

Die ersten Aktionen laufen schon

Karl P. 17.06.2002 - 21:10
Am Wochenende beginnt in Sevilla der EU-Gipfel, auf dem wie immer hinter verschlossenen Türen allerlei Schweinereien besprochen werden sollen. Wie (mittlerweile) immer wird es riesige Demonstrationen, inhaltliche Veranstaltungen/Kongresse und vielseitige Aktionen geben. Bereits jetzt laufen die ersten Aktionen: Eine Karawane von Euromarch ist vor ein paar Tagen nach Sevilla aufgebrochen, erste Demonstrationen fanden statt. Nebenbei werden auch in ganz Europa (u.a. auch in Deutschland) am 21./22.6. Aktionen stattfinden. ... weiter:  http://www.indymedia.de/2002/06/24182.shtml

infopoint in bremen

widerstand international! 18.06.2002 - 14:32
Für die daheimgeblieben wird es in Bremen einen Infopoint mit neuesten Infos über Proteste, Generalstreik, aber auch allgemeines zur kapitalistischen Globalisierung geben. Für Kaffee und Getränke ist ebenfalls gesorgt.
Freitag ab 16h am Ziegenmarkt
Samstag und Sonntag ab 16h an der Ecke Wulwesstr. / Ostertorsteinweg vor dem Pennymarkt

Ihr seid herzlich eingeladen zu kommen, mit uns zu diskutieren oder selbst Infomaterial auszulegen


sektierertum

anti-streik-brecher 18.06.2002 - 18:37
der text ist für den aufbau des linken widerstands überhaupt nicht hilfreich, eher schädlich! attac z.b. geht inhaltlicht zwar nicht über die grenzen des kapitalismus hinaus, ist aber nach der politischen leere der neunziger jahre dennoch ein fortschritt. ausserdem ist jede formation entwicklungsfähig, da erfahrungen gemacht werden, die mit alten ansichten in widerspruch stehen können, wodurch es zu neuen weitergehenden (sprich radikaleren) ideen kommen kann. wenn menschen z.b. die glauben, dass der staat eine "neutrale" position hat, auf eine demo gehen, auf der sie opfer von polizeibrutalität werden, werden sowas dann einige möglicherweise nicht mehr denken, die diskussionen in ihren nicht sonderlich radikalen strukturen reintragen, wodurch vielleicht auch andere mit neuen gedanken konfrontiert werden. zu behaupten, man müsse sich total von solchen strukturen abgrenzen, ist brutales sektendenken. ganz im gegenteil sollte man/frau eher reingehen in solche strukturen, in denen auch leute sind die diese welt wirklich verändern wollen, und auf die beschränktheit des kapitalismus aufmerksam machen, und auf die notwendigkeit diesen zu zerschlagen. ansonsten treibt man eine entwicklung vorwärts, die vor allem von den bürgerlichen gepuscht wird, nämlich die spaltung der bewegung, in einen radikalen und einen gemäßigten teil.
über inhalte streiten. den spaltungsversuchen entgegenwirken. gemeinsam kämpfen.
ROTFRONT

Entristen auslachen

Enrique De LaPonte 18.06.2002 - 20:34
JaJa gegenseitige Sektierervowürfe sind schon was schönes!

Doch das die "TrotzkiFront" wieder aufgemacht wird - JaJa Attac unterwandern um besseres zu schaffen, alter LinksruckHut. Das dabei nix weiter herausgekommen ist, ist wohl kaum aufgefallen oder???

Naja wollen wir mal den Sektenvorwurf von den allseits beliebten AANO`s abwenden. Und quasi dem Kommentartor vor mir ein lautes: "Wenn Attac den AANO-Aufruf unterstützt - ist doch alles in Butter - oder????" entgegenschreien.

Und nun noch allen viel Erfolg auf dem Weg nach Spanien, streikt Soli - supported die amerikanischen SoccerGötter gegegn Oli Kahn und seine völkischen Teutonen.

Kommunismus ist machbar,
Frau Nachbar!!

unterwandern?

anti-streik-brecher 19.06.2002 - 02:55
bin nicht von linksruck & linksruck ist nicht trotzkistisch,sonst wären die ja wohl kaum so nervig! attac ist heute linker als vor einem jahr, weil der linke flügel offenbar gute arbeit gemacht hat. aber das ist nix für dich. man kommt nämlich radikal auf die welt, man wird das nicht!
TROTZKI-FRONT

Wozu führer?

Führer sind unsinn 19.06.2002 - 03:30
Letztlich ist es doch eh voll albern sich auf einen speziellen Guru zu beziehen und sich nach dem zu bennen. Ideologien und Gurus sind was aus dem 19.Jh und Trotzki war keinen deut besser als Lenin oder Stalin.

stalin ungleich trotzki

anti-streik-brecher 19.06.2002 - 17:17
wieso guru? es gab ein paar leutchen, die zu lebzeiten hervorragende theorien entwickelt haben, und ehrliche kämpferInnen waren. warum sich nicht posotiv auf diese beziehen?

war trotzki besser als stalin? du sagst nein, ich würde gerne eine begründung dafür hören. trotzki hat bis zu seinem lebensende kapitalismus und stalinismus mit aller gewalt bekämpft. um eine revolution zu erkämpfen und zu verteidigen, bedarf es manchmal einiger schritte, die nicht die "schönsten" sind, aber dennoch notwendig sein können. trotzki hat einige "aus dem weg geräumt" , also ist er nicht "besser" als stalin, der hat auch einige aus dem weg geräumt. dann sind alle beide "genau wie" hitler, der hat auch einige aus dem weg geräumt. du nimmst etwas was alle getan haben und entwickelst daraus ein moralisches gesetz, was leider keinerlei gültigkeit hat! die frage ist immer, wer?, weswegen? was? es kann gute gründe geben, eine bereits erkämpft revolution mit militanteren mitteln zu verteidigen. stalin dagegen hat die macht in den händen einer bürokratischen diktatur konzentrieren wollen und alle die sich dagegen äußern verfolgen lassen. trotzki hat die errungenschaften der revolution verteidigt!

gibt sogar mehrere begründungen

19.06.2002 - 21:16
kronstadt
ukraine
politische säuberungen

und er ist sehr wohl euer guru. kein theoretiker hat das absolute geschaffen. nur wer verschiedenen ansätze zulässt und andere nicht ignoriert/bekämpft kann von sioch behaupten, keinen guru hinterherzulaufen.

ps

19.06.2002 - 21:17
er war gegner von stalin, weil sie konkurrenten waren. trotzis/lenin haben stalin den weg bereitet, in dem sie die sowjets entmachtet haben und den zentralistischen staat geschaffen haben. trotzki hat die revolution nicht verteidugt, sondern eine konterrevoltion gemacht. der letzte austand der sowjets gegen die entmachtung und gegen die schaffung einer diktatur schlug trotzki mit einem gewaltigen blutbad nieder.

Infoveranstaltung in DUISBURG (Mo 24.6.) !!!

Rot Aber Fröhlich 20.06.2002 - 21:09
Rot Aber Fröhlich - die politkneipe in der fabrik

Info, Diskussion, Praxis zum EU-Gipfel in Sevilla
Montag 24.6. ab 20 Uhr,
in der Fabrik (Grabenstr. 20)

Zum zweiten Mal in diesem Jahr, vom 20. - 22. Juni in Sevilla, treffen sich alle Ministerpräsidenten und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten in Spanien. Auf höchster Ebene werden wieder Beratungen und Verhandlungen über viele umstrittene Themen der aktuellen EU-Politik stattfinden. ...
Die Widersprüche zwischen reformistischen Strömungen und der radikalen Linken müssen deutlich gemacht werden, aber nicht zum Rückzug aus jeglicher praktischen Politik führen.
....und nicht hier rocken? ...
Die Wechselbeziehung zwischen den Ereignissen rund um die "globalen Gipfeltreffen" und den lokalen Kämpfen sind sehr vielfältig.
Also gilt es als ein Teil der weltweiten Rebellionen gegen die kapitalistische und staatliche Durchdringung zu versuchen den Kämpfen eine lokale Entsprechung zu verleihen. Deshalb muss auch außerhalb Spaniens das große EU-Gipfeltreffen in Sevilla thematisiert werden, und darüber hinaus auch dagegen aktiv vorgegangen werden.
Das geht aber auf Dauer nicht mit dem romantisch-verklärten "Solidaritäts-Blick" in die Ferne, sondern bedeutet den Ausbau der regionalen Strukturen und die Forcierung der gemeinsamen Kämpfe sowie der inhaltlichen Kommunikation untereinander.
Sommer, Sonne, Widerstand - es gibt kein ruhiges Hinterland!
(aus dem Aufruf von www.eu2002.tk)
AUF NACH SEVILLA ???

Für alle Daheimgebliebenen also am Montagabend Info, Diskussion und Praxis (hier wie dort) zum EU-Gipfel:
Erfahrungsberichte, Hintergründe, Organisationen, Gegengipfel, Themen, politische Theorie und Praxis, Globales wie Lokales, ...

Trotzki: für Errungenschaften der Revolution

Ex 21.06.2002 - 17:36
Was ist dies wieder für ein Schwachsinn?

Erstens behauptet kein ernsthafter Trotzkist (es gibt natürlich Sekten wie SpAD bei denen es sicher anders ist)alles was Trotzki geschrieben oder getan hat wäre "absolut" und keine anderen Ideen sollten hinzukommen. Selbstverständlich gibt es neuere Einflüße und Feststellungen, die Veränderungen herbeigeführt haben, jedoch gibt es einige Feststellungen und Perspektiven, die sich nun einmal als richtig erwiesen haben, die daher auf jeden Fall weiterverwändet werden sollten, so wie die Permanente Revolution, die Analyse des Stalinismus, die Einheitsfronttheorie und das Übergangsprogramm.

So, mir fehlt jetzt leider die Zeit...