Transporte-Stopp-Kampagne 2002

noReactoR & A-Tom 15.06.2002 18:02 Themen: Atom
Die Anti-Atom Bewegung hat auf ihrer letztjährigen Herbstkonferenz in Leipzig eine Transporte-Stopp-Kampagne vor dem Hintergrund beschlossen, daß sie in der Öffentlichkeit fast ausschließlich als Anti-Castor-Bewegung wahrgenommen wird.Diese Fixierung auf einen einzelnen Aspekt des Atomprogramms macht die Bewegung anfälliger gegen Ausweichmanöver der Atomindustrie, wie dem Bau von Zwischenlagern an den AKW-Standorten. Die Gefahr besteht im wegbruch von Aktiven nach wegfall der Castor-Transporte, wenn nicht rechtzeitig mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen das gesamte Atomprogramm, mit seiner skandalösen, von der Atommafia in voller Absicht der Irreführung der Öffentlichkeit als "Brennstoffkreislauf" titulierten Atommüllspirale thematisiert wird.Im Rahmen dieser Kampagne hat es bereits Aktionen gegen das Atomforum in Stutgart gegeben.gegen einen der kommenden Transporte aus einem Norddeutscen AKW ind die WAA soll es auch verstärkte Aktionen geben, im September soll dann ein Urantransport in die UAA Gronau blockiert werden und im Herbst steht ein 12er Transport nach Gorleben bevor.
Uran als Brennstoff und Waffe
Die Atommüllspirale beginnt mit der weiträumigen Verseuchung beim Abbau des Uranerzes in Afrika oder auf indigenem Land in Kanada oder Australien. Die erste Weiterverarbeitung in Deutschland geschieht in der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau.
Trotz aller Atomausstiegbeteuerungen der Bundesregierung wird beständig die Verarbeitungskapazität der UAA erhöht. In Gronau offenbart sich nicht nur die Lüge vom Atomausstieg, sondern gleichfalls die dumpfe Phrase von der ?friedlichen Nutzung der Kernenergie?.
In Gronau entsteht bei der Urananreicherung nämlich quasi als Abfallprodukt abgereichertes Uran. Von diesem Stoff wurden etwa 350 Tonnen als Uranmunition während des Golfkriegs 1991 gegen den Irak eingesetzt, die Radioaktivität stieg in den betroffenen Gebieten auf das bis zu 84-fache (gegenüber ?normal?) und die Zahl der schwer fehlgebildeten Neugeborenen verhundertfachte sich. 1999 schoß die NATO, also auch die Bundeswehr unter Rosa-Olivgruen in 100 Angriffsflügen mitA-10-Flugzeugen rund 31.000. Geschosse mit insgesamt 10 Tonnen abgereichertem Uran auf Jugoslawien ab. Diese Land wurde übrigens zum 3. Mal in diesem Jahrhundert (1914-1998) von deutschen Armeen angegriffen. Die Partei der Grünen hatte an diesen radioaktiven Uranbomben lediglich auszusetzen, dass ja deutsche Soldaten gesundheitlich geschädigt werden könnten.

Im Rahmen der Transporte-Stopp-Kampagne findet am 1. September an der UAA in Gronau eine bundesweite Demonstration statt, in den darauf folgenden Wochen soll ein Urantransport von oder nach Gronau blockiert werden.

Vom Castor zur Bombe
Auch in Sachen Castor-Transporte gibt es nach wie vor Handlungsbedarf. Während Rot/Grün den Castor-Skandal in alter Kohl-/Merkel-Tradition einfach ausgesessen hat, ohne daß sich etwas geändert hätte, wird weiterhin Atommüll in unsicheren, strahlenden Behältern quer durch Europa verschoben, um den Anschein dessen Entsorgbarkeit aufrecht zu erhalten.
Der deutsche Atommüll wird in den Plutoniumfabriken "Wideraufarbeitungsanlagen" in Sellafield(GB) oder La Hague(F) verarbeitet. Die Möglichkeit der Gewinnung von Plutonium war in den 50er und 60er Jahren der einzige Grund, die Atomtechnik durch massive staatliche Subventionen überhaupt erst zu ermöglichen. Der Vorgänger des Anti-Demokraten und abzusehenden Bundeskanzlers Stoiber, Rechtsextremist F.J. Strauß war einer der führenden Protagonisten des bundesdeutschen Atomprogramms.
Die Entsorgunslüge wurde von der Anti-Atom-Bewegung immer wieder thematisiert. Der erfolgreiche Widerstand gegen Castor-Transporte war letztendlich auch der Ansporn für viele Menschen, sich weiterhin gegen Atomenergie zu engagieren.

Im Rahmen der Transporte-Stopp-Kampagne soll im Juni ein Atommülltransport aus einem Norddeutschen AKW nach La Hague oder Sellafield und im Herbst der Transport nach Gorleben blockiert werden.

Verflechtung von kapitalistischer Globalisierung, Wirtschafts- und Kriegsinteressen
Es soll gelingen, die Zusammenhänge in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und die Verantwortlichen zu demaskieren.
Diese Gelegenheit soll beim Atomforum, das nächste Woche in Stuttgart stattfindet, wahrgenommen werden.
Während nämlich pünktlich zum Jahrestag des Supergaus in Tschernobyl der Öffentlichkeit vorgegaukelt wird, es gebe einen Schutz gegen solche 'Störfälle', Castor-Transporte weiterhin im Gange sind, voraussichtlich auch am 14/15 Mai, steht das Atomforum in Stuttgart vor der Tür.

Unterdessen wird der Widerstand gegen diese lebensgefährliche Technologie weiterhin kriminalisert, ein Richter, der sich dem Diktat der Atommafia nicht beugen will, wird von Bahnchef Mehdorn, der bereits gegen indymedia.nl vorgeht, gemaßregelt, Daten von AtomkraftgegnerInnen werden systematisch gesammelt, die vermeintlichen Grundrechte systematisch ausser Kraft gesetzt und die Castor- BlockiererInnen vom Vorjahr stehen vor Gericht, statt der kriminellen Drahtzieher des Atomgeschäfts.
Um den Buchstaben des Atomgesetztes gerecht zu werden, muß die Bundesrepublik Deutschland (nicht die AKW-Betreiber!) "Endlagerforschung" durchführen, obwohl seit 20 Jahren feststeht, daß der Salzstock in Gorleben ungeeignet ist, weltweit kein einziges sicheres Endlager abzusehen ist, wird die nach dem Atomgesetz vorgeschriebene "schadlose Verwertung" mit dem Hinweis auf die betriebene "Endlagerforschung" abgetan.
Mit den kapitalen Gewinnen der Atomwirtschaft erhöht sich täglich die der Müllberg, von dem noch Millionen Jahre ein unkalkulierbares Gefährdungspotential ausgehen wird. Unterdessen ist abzusehen, daß die Atommafia den Müll billig nach Rußland verschieben will, in einen Staat, in dem das dortige Atomproramm schon unzählige Opfer gekostet und massive Umweltschäden angerichtet hat. Ohne Geschichtsrelativierung betreiben zu wollen, sei darauf hingewiesen, daß all dies 60 Jahre nach der "Politik der verbrannten Erde" stattfinden soll.

Atomenergie in der öffentlichen Meinungbildung meist verkürzt als "Umwelt"-Thema behandelt wird, so zeigt doch die Verflechtung von Wirtschafts- und Kriegsinteressen, daß es sich um ein Symptom von Herrschaft und Unterdrückung handelt.

Atomenergie auf Kosten der Menschen!
Dabei ist die hiesige Wirtschaft weltweit bereits jetzt vorne bei der Einführung von erneuerbaren Energien wie Solar- oder Windenergie und könnte sogar manch systemkonformer Standort-Ideologie sich auf solche konzentrieren, wenn da nicht die kapitalen Interessen der Profitmaximierung im Wege stehen würden. Aus den längst abgeschriebenen Reaktoren läßt sich auf Kosten der Bevölkerung billiger Strom produzieren. Das Risiko eines Kernschmelzunfalls wird mitnichten dem Verursacher auferlegt. Wäre die eklatante Unterversicherung der Atomanlagen nicht politisch durchgesetzt worden, die Betreiber würden ihre Atomanlagen lieber heute als morgen abschalten. Atomstrom ist nur konkurrenzfähig, weil das Risiko eines Kernschmelzunfalls auf die Bevölkerung abgewälzt wird.
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Ergänzungen

Ünerschrift

AntiAtomi 18.06.2002 - 12:41
Hallo Indymedia, kann dieses nicht als Überschrift der Anti Atomseite sein?!

Habs mal eben den anderen Mods vorgeschlagen

Pete 18.06.2002 - 13:43

Auch als pdf-Datei

mehrpapier 23.06.2002 - 22:38
Dieser Text liegt auch als gelayoutetes Flugi vor und kann unter  http://www.i-st.net/~buendnis/dl/tsk02.pdf downgeloadet werden. Fröhliche Flyer verteilen...

TSK Teil 2 steht an!

AKW Gegner 29.06.2002 - 00:57
Aus Krümmel und anderen AKWs fahren nun Castoren los.

Demo zum Tag X ist jetzt also in Hamburg am Dienstag, 2. Juli um 18 Uhr ab Bahnhof HH-Bergedorf.

TSK 03 auf nach Gronau!

Atomfried 02.08.2002 - 03:37
Bis jetzt war die Trainstoppingkampagne, ja eher ein lauer Aufgalopp für Gorleben, aber irgendwann geht es auch an´s Eingemachte. Wenn wir uns selber als Anti-Atombewegung ernst nehmen müßte der Urantrasport im September einen sehr hohen Stellenwert haben, aber Vorbereitungen sind bisher zumindestens mir nicht bekannt! Nebelgranaten sind das eine, Aktionsvorbereitungen was volkommen verschiedenes, wir sind ja so autonom? URANTRANSPORTE STOPPEN!

Antikriegstag

U. 02.08.2002 - 22:36
Hallo,
bei Nebelgranaten fällt mir Flußsäurenebel ein (der hoffentlich nie aus der UAA austreten wird).
Am Samstag (27.7.) hat in Münster das 2. Trägerkreistreffen "Antikriegstag in Gronau" stattgefunden. Dabei wurde auch über die dezentralen Uranaktionstage vom 2. - 15.9.02 gesprochen. Details über die Ergebnisse gibt es u.a. beim AKU Gronau (s. www.aku-gronau.de).
Und am 4.8. ist um 14.00 Uhr der traditionelle Sonntagsspaziergang an der UAA Gronau!!
U. aus G.

TSK Teil 4 steht an!

Atomkraftgegner 07.10.2002 - 16:37
Hallo,
nun steht der 4te und in diesem Jahr letzte Teil der Kampange an.
Der Castor-Transport nach Gorleben aus der WAA LaHauge soll vorraussichtlich am 11.November starten. Die Vorbereitungen laufen.
Der 3te Teil ist abgeschlossen, da er erfolgreich ein UF6 Transport in den 2 Wochen nach dem 1.9. verhindert hat, indem die Angekündigten Blockaden ihn gar nicht erst starten liessen.
Kraft und Mut nun für den Gorleben Castor.
Kommt alle!
Für die sofortige stillegung aller Atomanlagen!

Urantransporte rollen überall

u 07.10.2002 - 17:04
Betr. TSK 3:
Es wäre schön gewesen, wenn in der ersten Septemberhälfte in Gronau kein Urantransport angekommen wäre. Die Realität sieht (sah)leider anders aus!
Unterstützt die Einspruchskampagne gegen den beantragten UAA-Ausbau und gegen den Bau eines Uranoxid"zwischen"lagers in Gronau!

OLIVGRÜNE/BLUTROTE LÜGNERINNEN !!!

ANTI ATOM 14.10.2002 - 21:31
Einigung: Meiler in Obrigheim bleibt noch zwei Jahre am Netz

Berlin (dpa) - Im heftigen Streit um die Verlängerung der Laufzeit des ältesten deutschen Atomkraftwerks Obrigheim hat der Betreiber EnBW einen Teilerfolg errungen. Der Meiler darf zwei Jahre länger am Netz bleiben als im Atomkonsens vorgesehen. Darauf einigten sich das Bundeskanzleramt sowie das Umwelt- und Wirtschaftsministerium am Montag in der Schlussrunde der rot-grünen Koalitionsverhandlungen.





Aufruhr, Wiederstand es giebt kein ruhiges Hinterland!


KAMPF DEM ATOMWAHN !!!

Was soll dieser Tumult ?

calimero 28.10.2002 - 21:24
ich weiß nicht was eure doofen demonstrationen sollen ?

wollt ihr den staat beseitigen oder was ?

es ist doch lang bewiesen daß die friedliche nutzung der kernenergie unser aller gesundheit schützt da sie die luft nicht mit co2 und ähnlichen dreck belastet.

dies schrieben auch angesehene akademiker wie die petra gisela müller und die muß es ja wissen.

also lasst die castoren in ruhe ins lager fahren.

tritt ihn ins endlager!

cu calimero

Rechenfehler

Volker 11.11.2002 - 15:36
Wer kann denn da nicht rechnen, wenn ich 10to Uran mit 31000 Schuss verschieße, dann sind das 310g Uran pro Geschoss!

Schöne heile Welt ...

HF 13.11.2002 - 16:48
Ich find's gut, daß es noch Menschen gibt, die sich nicht mit Geld kaufen lassen und dann zu allem Ja und Amen sagen, was die Wirtschaft will - besonders dann nicht, wenn es unsere Umwelt zerstört oder kaputtmachen will. Danke für jeden und jede, der oder die gewaltfrei gegen Atomkraft protestiert!!

Und noch etwas zum Nachdenken von mir:

Schöne heile Welt ...

Grüne Wiesen, fröhlich plätschernde Bäche, blühende Obstbäume, zwitschernde Vögel. Keine kitschige Beschreibung aus der Infobroschüre des Verkehrsvereins, sondern Heimat. Lebensraum für uns alle. Unsere Existenz. Aber manchmal braucht es nur eine einzige Sekunde, um alles zu verändern. Ohne Wiederkehr. Nur noch vertrocknete Öde und Stille. Totenstille. Menschen liegen am Boden. Verbrannt. Verstrahlt. Auch die Kinder... sind n-i-c-h-t mehr.

Es war doch so sicher. Hatte man ausgerechnet, geplant, umgesetzt. Etwas schiefgehen? Niemals. Dafür hatte er sich verbürgt, der Staat. Und mit polizeilichem Aufgebot abgesichert. Ob das Horrorszenario eines Atomunfalls oder die ständige Umweltverschmutzung - es geschieht. Überall. Unsere Umwelt geht kaputt. Pflanzen und Tiere verschwinden von der ökologischen Landkarte, vergiftete Lebensmittel kommen auf den Tisch, Krebserkrankungen werden immer häufiger. Schöne heile Welt... .

Dabei hatte Gott es sich so anders gedacht. Eine wirklich heile Welt erschaffen. Und die hielt - für's erste. Denn wir kümmerten uns als gute Verwalter um die Erde, gingen sorgsam mit Mutter Natur um. Von Ausbeuten war nie die Rede gewesen. Bis wir es besser wissen wollten als Gott. Seitdem Sünde und Schuld Einzug in die Welt gehalten haben, ist nichts mehr, wie es war. Umweltzerstörung, Ausbeutung, Folter, Terror, Krieg, Diskriminierungen, Mißhandlungen - man könnte die Liste noch lange fortsetzen. Im kleinen geht's übrigens auch. Lügen am Arbeitsplatz, Haß auf Mitmenschen, Betrug beim Einkaufen.... Keiner ist ausgenommen - wir werden alle schuldig. Immer wieder.


Die heile Welt gibt's nicht mehr. Solange wir Menschen den Schöpfer der Erde aus dem Spiel lassen, wird sie auch nicht heilen. Das Waldsterben. Die Atommülltransporte. Die Zerstörung von Lebensräumen und Menschenleben werden eine Fortsetzung finden. Nicht bei allen. Aber es wird nicht aufzuhalten sein. Nicht wirklich. Trotzdem - Gott hat die Kontrolle nicht verloren. Wo unser Leben und unsere Umwelt zugrundegerichtet wird, ist er da, um etwas Neues anzubieten.

Durch Jesus Christus, den menschgewordenen Gott, ist es möglich geworden: die Umkehr aus Fehlern und ihren schlimmen Folgen. Egal, ob persönlich oder umweltbezogen. Jesus Christus hat am Kreuz für ALLE Sünden bezahlt. Er wartet darauf, daß du seine Tat für dich in Anspruch nimmst und ihm vertraust, daß er alles neu machen kann. In deinem Leben. Und auf der Erde. Denn auch um sie kümmert sich Gott. Er hat sie schließlich erschaffen. Gott liebt seine Schöpfung. Mit allem Drum und Dran.