Nummer 5 lebt - in Kolumbien...
Viel Trubel um nichts?
Die AUC kuemmern sich verstaendlicherweise nicht um die moralischen Heuchlereien welcher Regierung nun auch immer...
Die AUC kuemmern sich verstaendlicherweise nicht um die moralischen Heuchlereien welcher Regierung nun auch immer...
Am Mittwoch, dem 12. 6. fand im kolumbianischen Puerto Wilches (Mamgdalena Medio) eine Veranstaltung organisiert durch die OFP (Organisacion Feminina Popular) statt, zu der auch eine Delegation der Vizepraesidentschaft sowie Vertreter der schweizerischen und US-Botschaft, der UNO und verschiedener Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften erschienen.
SINTRAPALMA (Oelpalmengewerkschaft) stellte hierfuer ihr saalgrosses Buero zur Verfuegung.
Auf der Konferenz, die zu 90% von in der OFP organisierten Frauen aus Barranca, Cantagallo und Puerto Wilches besucht wurde, wurden u. a..der schmutzige Krieg und speziell die Rolle der Frau in diesem Kriegszenario sowie die der Paramilitaers auch im Zusammenhang mit selektiven Morden an sozialen Aktivisten problematisiert. Die Vertreter der Regierung und von Puerto Wilches klatschten der Einleitungsrede einer OFP-Aktivistin brav Beifall und fluechteten sich nach ihren kurzen ansprachen schnell aus dem Saal in die ihnen sympatischere Obhut der Militaers. Die US-Botschaftsvertreterin wurde durch die OFP erstmal einige Stunden sitzen gelassen, bevor sie auf das Rednerpult beordert wurde. Fuer die deutsche radikale Linke (zumindest fuer den groessten Teil der sich so nennenden) waere ein Auftritt dieser Person, die in ihrer langen und langweiligen Rede boeses Spiel zu guter Mine machte und den erschienenen Frauen und allen anderen Besuchern anfangs ihren Respekt fuer deren sozialen Aktionismus zollte, unmoeglich gewesen. Nach dem verwirrend erscheinenden und sehr diplomatisch ausgerichteten Kalkuel der OFP erntete die Vertreterin fuer ihre Moralmaerchen aber sogar Beifall, wo sie in vielen anderen Laendern mit Torten und Pfeiffkonzerte bedacht worden waere.
Dass aus dieser Veranstaltung grossartige Konsequenzen gezogen werden, ist kaum zu erwarten. Jedenfalls wurden verschiedene wichtige politische Vertreter in eine Situation manoevriert, in der sie offen heucheln mussten und in der das Leid genauso wie die Hoffnung und der Mut der Menschen ploetzlich ein Gesicht hatten und nicht einfach mit der linken Hand vom Schreibtisch gewischt werden konnten. Direkt mit der eigenen Verantwortung wurde aber niemand konfrontiert, dafuer haben USA und Staat ja ihre schliesslich die angeblich allmaechtig-unabhaengigen AUC.
Am folgenden Tag morgens wurde der Gewerkschafter Elias Mejia der SINTRAPALMA Puerto Wilches ermordet, dabei wurden seiner Frau zwei Kugeln ins Bein gefeuert. Sie fluechtete daraufhin mit ihren Kindern nach Bucaramanga, der Haupstadt des Depatments Santander.
Nach der Analyse von anderen Gewerkschaftern steht der Mord wahrscheinlich nicht im direkten Zusammenhang mit der Konferenz des Vortages - obwohl der Zeitpunkt als Symbol fuer voellige Furcht- und Respektlosigeit der Paramilitaers gegenueber jeder Art sozialer Organisierung (mit welchen hohen Polittieren auch immer) sicherlich bewusst gewaehlt worden war.
Vor ca. 2 Jahren nahmen die AUC Puerto Wilches ein. Wen sie nicht gleich vertrieben oder umbrachten, bedrohten sie anhand von Todeslisten - v. a. Gewerkschafter mit organisierter kommunistischer Vergangenheit. Einer von ihnen war Elias Mejia. Den Preis fuer sein Bleiberecht in Puerto Wilches zahlte der ehemals militante Kommunist mit der Kolaboration mit den AUC - wie genau diese aussah ist mir nicht bekannt. Jedenfalls verfolgte er weiterhin seine Gewerkschaftstaetigkeit und obwohl seine Verbindungen zu den AUC bekannt waren, wurde er nicht ausgeschlossen. Den Preis, den Elias zahlte, zahlten damals noch einige andere politisch organisierte Menschen. Vor ca. 3 Monaten fingen die AUC in P. W. mit der Saeuberung ihrer Reihen an, bei der sie bisher 3 ihrer Verbindungsmaenner mit linker Vergangenheit, die vorher zur Mitarbeit mit den Paras gezwungen worden waren, ermordeten. Elias Mejia ist Nummer Vier.
Heute organisierte deshalb der Gewerkschafter Rauberto Rodriguez eine spontane Demonstration als Protest gegen den Mord an seinem Genossen, zu der sich rund dreihundert Bewohner auf die Strasse wagten. Anschliessend stattete ein AUC-Kommando der Frau Raubertos einen Hausbesuch ab und teilte dieser mit, dass Rauberto besser schnell Puerto Wilches verlaesst, wenn ihm nicht das gleiche passieren soll, wie seinem Genossen Elias. Die Familie Rodriguez verliess umgehend Puerto Wilches...
SINTRAPALMA (Oelpalmengewerkschaft) stellte hierfuer ihr saalgrosses Buero zur Verfuegung.
Auf der Konferenz, die zu 90% von in der OFP organisierten Frauen aus Barranca, Cantagallo und Puerto Wilches besucht wurde, wurden u. a..der schmutzige Krieg und speziell die Rolle der Frau in diesem Kriegszenario sowie die der Paramilitaers auch im Zusammenhang mit selektiven Morden an sozialen Aktivisten problematisiert. Die Vertreter der Regierung und von Puerto Wilches klatschten der Einleitungsrede einer OFP-Aktivistin brav Beifall und fluechteten sich nach ihren kurzen ansprachen schnell aus dem Saal in die ihnen sympatischere Obhut der Militaers. Die US-Botschaftsvertreterin wurde durch die OFP erstmal einige Stunden sitzen gelassen, bevor sie auf das Rednerpult beordert wurde. Fuer die deutsche radikale Linke (zumindest fuer den groessten Teil der sich so nennenden) waere ein Auftritt dieser Person, die in ihrer langen und langweiligen Rede boeses Spiel zu guter Mine machte und den erschienenen Frauen und allen anderen Besuchern anfangs ihren Respekt fuer deren sozialen Aktionismus zollte, unmoeglich gewesen. Nach dem verwirrend erscheinenden und sehr diplomatisch ausgerichteten Kalkuel der OFP erntete die Vertreterin fuer ihre Moralmaerchen aber sogar Beifall, wo sie in vielen anderen Laendern mit Torten und Pfeiffkonzerte bedacht worden waere.
Dass aus dieser Veranstaltung grossartige Konsequenzen gezogen werden, ist kaum zu erwarten. Jedenfalls wurden verschiedene wichtige politische Vertreter in eine Situation manoevriert, in der sie offen heucheln mussten und in der das Leid genauso wie die Hoffnung und der Mut der Menschen ploetzlich ein Gesicht hatten und nicht einfach mit der linken Hand vom Schreibtisch gewischt werden konnten. Direkt mit der eigenen Verantwortung wurde aber niemand konfrontiert, dafuer haben USA und Staat ja ihre schliesslich die angeblich allmaechtig-unabhaengigen AUC.
Am folgenden Tag morgens wurde der Gewerkschafter Elias Mejia der SINTRAPALMA Puerto Wilches ermordet, dabei wurden seiner Frau zwei Kugeln ins Bein gefeuert. Sie fluechtete daraufhin mit ihren Kindern nach Bucaramanga, der Haupstadt des Depatments Santander.
Nach der Analyse von anderen Gewerkschaftern steht der Mord wahrscheinlich nicht im direkten Zusammenhang mit der Konferenz des Vortages - obwohl der Zeitpunkt als Symbol fuer voellige Furcht- und Respektlosigeit der Paramilitaers gegenueber jeder Art sozialer Organisierung (mit welchen hohen Polittieren auch immer) sicherlich bewusst gewaehlt worden war.
Vor ca. 2 Jahren nahmen die AUC Puerto Wilches ein. Wen sie nicht gleich vertrieben oder umbrachten, bedrohten sie anhand von Todeslisten - v. a. Gewerkschafter mit organisierter kommunistischer Vergangenheit. Einer von ihnen war Elias Mejia. Den Preis fuer sein Bleiberecht in Puerto Wilches zahlte der ehemals militante Kommunist mit der Kolaboration mit den AUC - wie genau diese aussah ist mir nicht bekannt. Jedenfalls verfolgte er weiterhin seine Gewerkschaftstaetigkeit und obwohl seine Verbindungen zu den AUC bekannt waren, wurde er nicht ausgeschlossen. Den Preis, den Elias zahlte, zahlten damals noch einige andere politisch organisierte Menschen. Vor ca. 3 Monaten fingen die AUC in P. W. mit der Saeuberung ihrer Reihen an, bei der sie bisher 3 ihrer Verbindungsmaenner mit linker Vergangenheit, die vorher zur Mitarbeit mit den Paras gezwungen worden waren, ermordeten. Elias Mejia ist Nummer Vier.
Heute organisierte deshalb der Gewerkschafter Rauberto Rodriguez eine spontane Demonstration als Protest gegen den Mord an seinem Genossen, zu der sich rund dreihundert Bewohner auf die Strasse wagten. Anschliessend stattete ein AUC-Kommando der Frau Raubertos einen Hausbesuch ab und teilte dieser mit, dass Rauberto besser schnell Puerto Wilches verlaesst, wenn ihm nicht das gleiche passieren soll, wie seinem Genossen Elias. Die Familie Rodriguez verliess umgehend Puerto Wilches...
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Ergänzungen
MODs
und wieder die bitte (genauso wie beim beitrag "GATS-Protestaktion: Beispiel Kolumbien"): ins feature verlinken bitte!
dank´schoen...
Done
@pete
freut mich, dass diese "fast-live-berichterstattung" auf zustimmung stoesst. danggesehr :)
und das feature muss schliesslich ausgenutzt werden; den leuten ein bild von den zustaenden hier zu vermitteln ist "der erste schritt zur besserung" :)))
bis zum naexten bericht!
vagessen
der wollte auch ein wenig entwickeln da, also sach ich ihm mal bescheid. guter vorschlag! bis spaetaaa...
und wieder nen gewerkschafter...
oh mann!
¿Wieviel Coca zahlten Euch die Terroristen ?