Demo gegen Bildungsabbau in Hamburg erste Bilder

Stefan 10.06.2002 16:30 Themen: Bildung
Ein erfolgreicher Auftakt zur Aktionswoche gegen
die Bildungspolitik des Hamburger Senats!
Eine Vielzahl an Schüler/innen und Student/innen demonstrierten am 10.6 gegen die Bildungspolitik des Hamburger Senats
Infos zur Aktionswoche an der uni bei:
 http://www.asta.uni-hamburg.de/
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Frage

Frager 10.06.2002 - 17:21
Soweit ich weiss, gab es mehrere Demos, die sich dann zur Kundgebung trafen. Wieviele Leute waren auf den jeweiligen Zügen und wieviele waren auf der Abschlusskundgebung? Die Webcam-Bilder waren schon beeindruckend!

nebenschauplaetze

rub 10.06.2002 - 18:42
vergessen darf mensch nicht: keines der hier gezeigten bilder zeigt den rathausplatz selbst, auf dem natuerlich die eigentlich massen waren, alles abgebildete sind lediglich nebenschauplaetze, i.e. die angrenzenden straszen.
von veranstalterseite wurden 70000 geschaetzt, von polizeiseite hab ich nichts vernommen, laut 'welt hamburg' (..) waren es natuerlich "Tausende".

jedenfalls waren die studierenden leider etwas wortkarg, dafuer haben die schuelerinnen und schueler fuer viel laerm gesorgt - haette niemals geahnt, wie unglaublich viele schulen es in hamburg gibt..

fazit: ein gelungener massenprotest gegen die bildungspolitik des hamburger senats, speziell senator langes dummbrot-technik. leider jedoch keine wortmeldung (oder hab ich was verpasst?) zum wissenschaftssenator draeger, dessen horrorplaene ja weiterhin gedeihen und noch deutlich heftiger als die der rot-gruenen regierung in NRW sind.

Über 70.000 auf der Abschlusskundgebung

Anarch 10.06.2002 - 18:44
Laut den Durchsagen auf der Abschlusskundgebung und einiger Radioberichte danach waren über 70.000 Menschen auf dem Rathausmarkt.

Zuvor fand eine Vollversammlung der Studierenden der Universität Hamburg statt, die mit ca. 250 StudentInnen eher schwach besetzt war. Es gab mehrere Aufrufe zu einem Streik, aber bei dieser (nicht-)Beteiligung sehe ich dafür eher schwarz.

Die Demo zum Rathausmarkt war allerdings sehr gut besucht, jedoch weiss ich nicht wieviele davon von der Hochschule für bildende Künste (HfbK) waren.

Auf dem Rathausmarkt selbst war eigentlich nur von SchülerInnen und der miserable Politik von Bildungssenator Lange die Rede -- die anwesenden Studenten fanden ebensowenig Erwähnung wie die Politik von Wissenschaftssenator Dräger. Die Radio-Berichte sprechen auch "nur" von "Schülern, Lehreren und Eltern".

Zahlen

stefan 10.06.2002 - 18:58
hmm ja, der Rathausmarkt ist nur auf wenigen bildern und wenn überhaupt am rande.aber um ehrlich zu sein 70.000 Leute???
Hamburg 1 berichtete von 30.000......naja wie immer das Problem mit den Zahlen, denke dass es irgendwo dazwischen liegt(wie immer).
Ich denke auch,die faulen studenten hätten ruhig zahlreicher und kreativer erscheinen können....aber wer will heute schon seine Vorlesung blau machen??

Zahl der Demonstranten

neglect 10.06.2002 - 20:41
Von der Uni aus gingen ca. 1000-2000 Studenten los. Am Rathausmarkt waren es insgesamt 20.000 (max. 30.000) Demonstranten, so meine persönliche Schätzung. "70.000" ist auf jeden Fall zu viel, "einige Tausend" deutlich zu wenig.

Und in der Tat war von den Anliegen der Studenten auf der Kundgebung der Studenten keine Rede. Wahrscheinlich haben das die Organisatoren nicht abgesprochen, dass auch Studenten kommen wollen. Die Studentendemo war wohl recht kurzfristig geplant worden.

Viele Redebeiträge waren auch ziemlich schwach. So argumentierte eine Elternvertreterin, dass der "Standort Hamburg" in Gefahr sei, wenn die Schulen kaputtgespart werden, und es keinen Anreiz für zuzugswillige Eltern gibt, ihre Kinder auf eine Hamburger Schule zu schicken. Kritik muss jedoch wesentlich fundamentaler formuliert werden, schliesslich ist Bildung ein Menschenrecht und kein Standortfaktor. Bei der Frau hatte ich das Gefühl, sie ist eine enttäuschte CDU-Wählerin, die ernstahft glaubt, Ole ins Gewissen reden zu können.

Trotzdem, es ist ein guter Anfang und es war schön zu sehen, dass auch sehr viele junge Schüler anwesend waren (hoffentlich aus eigener Überzeugung, und nicht weil sie von Lehrern gelockt/genötigt wurden).

Dazu fällt mir nix mehr ein...

Schulze 10.06.2002 - 20:45
Apropos faule Studenten. Eine kleine Gruppe von Studis ist nach der Vollversammlung durch die angrenzenden Unigebäude gezogen, um die die sich dort aufhielten ebenfalls noch zur Demo zu mobilisieren. Die Resonanz reichte von Desinteresse bis zur absoluten Ignoranz.
Ein Angestellter des Studentenwerks wollte uns aus der Mensa werfen, auf unsere Argumentation, das mit der Privatiserung der Uni sein Job ebenfalls in Gefahr gerät, reagierte er mit absolutem Unverständnis.
Danach gingen wir in eine (BWL?) Vorlesung, erklärten kurz worum es ging und wollten die Menschen zum mitkommen bewegen. Resultat: Wir wurden von unseren Kommilitonen bepöbelt, ausgebuht und beschimpft. Ein Kommentar (Zitat): 'Ich bin lieber in der Vorlesung als auf eurer scheiß Demo.' Argumente wurden ignoriert. Nicht eine/r ist mitgekommen.
Angesichts so viel Ignoranz könnte ich drei Tage lang ko**en. Was muß noch alles passieren damit diese Menschen ihre Wohlstandsärsche erheben? Für zukünftige Aktionen und Streiks sehe ich mit dieser Einstellung ehrlich gesagt schwarz.

Die Schüler

Mrpizza 10.06.2002 - 20:56
Die schüler sind unsere Zukunft, die werden immer früher aktiver und die Aktionen verteilen sich imemr mehr von den Studenten auf die Schüler

zu dem was Schulze schreibt...

Studi 10.06.2002 - 22:44
Diese Beobachtungen kann ich leider teilweise bestätigen. Mehr als 5% der Studis sind nicht zu Aktionen zu bewegen.
Das was Schulze beschrieben hat, ist übrigens auch eine Auswirkung davon, daß immer weniger Leute aus einfachen Verhältnissen studieren können. Es sind nun mal mehr als die Hälfte Kiddies von Bessergestellten. Die haben genug Geld und denen ist egal, ob ein paar Leute weniger Geld fürs Studium aufbringen können.
Zum Thema faul fällt mir ein: Die meisten Studenten, die keine reichen Eltern haben, arbeiten mittlerweile auch in 20- oder 30Stunden-Jobs. Das wird immer gerne verschwiegen, wenn gegen die faulen Studis die den Staat soviel kosten gehetzt wird.

Studierende

Matthias 10.06.2002 - 23:02
Naja, die Studierenden waren wirklich nicht so zahlreich vertreten, wie ich gehofft hatte. Es fehlen in diesem Bericht aber ca. 1000-1500 Studierende der HAW (ehemals FH) Hamburg, die vom Berliener Tor über den Hauptbahnhof zum Rathaus marschiert waren.

verfremdet?

fritz 11.06.2002 - 23:57
schöne bilder, nur warum habt ihr die gesichter verfremdet? steht ihr etwa nicht öffentlich zu eurer meinung?
oder wurden im anschluss noch schnell ein paar autos zertrümmert?