Die Surveillance Camera Players in München

Peter Ulber [von www.dergrossebruder.net] 22.05.2002 23:51 Themen: Repression
Die Surveillance Camera Players waren heute in München. Zufällig genau zum Tag des Bush-Besuches kommen die drei Leute aus New York nach München. Susan, Bill & David von den Surveillance Camera Player sind derzeit auf Deutschland-Tournee und zeigten heute in München Ihre Theateraktionen vor den Überwachungskameras. Unter dem Vorwand der bloßen 10-minütigen Personalaufnahme beschlagnahmten die Polizei kurzer Hand ein Plakat und machten zudem Photos von den doch gegenwärtig so viel beschworenen amerikanischen Freunden.
Die Surveillance Camera Players waren heute in München. Zufällig genau zum Tag des Bush-Besuches kommen die drei Leute aus New York nach München. Susan, Bill & David von den Surveillance Camera Player sind derzeit auf Deutschland-Tournee und zeigten heute in München Ihre Theateraktionen vor den Überwachungskameras. Mit diversen Gegenständen, wie einem Gebetsteppich und Plakaten, drücken Sie so ihren Protest gegen die zunehmenden Überwachungs- und Kontrollmechanismen. Auch wenn Deutschland gegenüber der USA in dieser Hinsicht recht harmlos erscheint, gibt es genug Anlaß, darauf aufmerksam zu machen. Wir spazierten also in München von Kamera zu Kamera. Start war 17.00 Uhr am Hauptbahnhof. Die Polizei war bald vor Ort, ließ uns dann aber weiterziehen. Die Gruppe erregte einiges an Aufsehen, als sie auf einem Gebetsteppich ein muslimisches Gebet direkt vor einer Überwachungskameras simulierten. Von bewundernden Beifallsbekundungen ermutigt, legten sie noch einen drauf und rannten rund um die Kamera und schrieen: "Komm raus, raus, raus, raus ...!" Wir zogen weiter zum Marienplatz, wo wir auf die Demo-Kundgebung anläßlichd des Bush-Besuches trafen. Dort sprachen zum Schluß auch David und Bill und kündigten ihre Aktion vor der Kamera am Marienplatz an. Unter lauten Beifallsrufen verließ Bill das Rednerpult. Kurz darauf begannen die Surveillance Camera Players mit ihrer Performance vor der Webcam am Marienplatz. Das dauerte nicht sehr lange. Zivil-Polizei tauchte auf und nahm die Personalien auf. Anschließend sollte die Gruppe noch mitkommen, um deren Personalien überprüfen zu können. Nach einigem Hin-und-Her gingen wir mit. Und aus den angekündigten 10 Minuten wurden wie erwartet eine ganze halbe Stunde. Dabei wurde ein Aktionsplakat eingezogen und auch Photos von den dreien gemacht. Die Beamten warfen ihnen eine unangemeldete Versammlung vor. Wir konnten sie nicht überzeugen, dass wir nur zusammen spazieren waren und die drei künstlichere Einlagen zum besten gaben. Wie auch immer, wir konnten dann gehen. Die Praxis der Polizei: nämlich zu lügen, was das Zeug hält, hatte wieder Erfolg. Unter dem Vorwand der bloßen 10-minütigen Personalaufnahme beschlagnahmten sie ein Plakat und machten zudem Photos von den doch gegenwärtig so viel beschworenen amerikanischen Freunden. Aber damit sind wohl vor allem die recht zweifelhafte Bush-Regierung und ihre Geldgeber gemeint . Die Tour der Surveillance Camera Players geht weiter. Wie es weiter geht, wissen Bill, David und Susan noch nicht. Wenn wir neues erfahren, geben wir es natürlich weiter.
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Ergänzungen

Tour geht weiter

Große Schwester 23.05.2002 - 01:03
Die Tour der Surveillance Camera Players geht weiter...
23.5. Nürnberg, siehe:  http://www.feld22.de
24.5. Ludwigsburg, 20h DemoZ, siehe:  http://www.demoz-lb.de
25.5 Heilbronn, 16h Bahnhof Heilbronn
26.5. Heidelberg....
27.5. Freiburg, 15h, Bertholdsbrunnen
28.5. Schwäbisch Hall, Club Alpha
29.5. Frankfurt/M.

come together...

und Berlin?

23.05.2002 - 02:53

SCP-Videoveranstaltung

micmatic 23.05.2002 - 03:03
Am selben Abend veranstalteten die 'Surveillance Camera Players' noch eine Videovorstellung mit Diskussionsrunde im Cafe Marat in der Thalkirchenerstrasse.
Zu sehen waren Aufnahmen von SCP-Aktionen in einer New Yorker U-Bahn sowie vor einem Geschäftsgebäude, bei denen die Darsteller mit Plakaten bewaffnet eine Stumme Performance gaben, um die Umstehenden, und vor allem die Betreiber der Überwachungskameras, auf die exzessive und übertriebene Überwachung der Bevölkerung aufmerksam zu machen bzw. diese zu kritisieren.
Was natürlich den Ordnungshütern, sowie den Geschäftsbetreibern gar nicht angenehm ist. So werden die Aktivisten mit fadenscheinigen Begründungen verjagt, und sogar mit gerichtlicher oder polizeilicher Verfolgung bedroht, obwohl sie bei Ihren Aktionen gegen kein existierendes Gesetz verstossen.

"Sie brauchen hierfür eine Erlaubnis. Sie brauchen für Alles eine Erlaubnis!"

In den Gesprächen danach wurde darauf eingegangen, mit welchen Methoden die Regierenden auf Minderheiten für verschärfte Kontrolle und Überwachung abzielen, um in der breiten Bevölkerung für Akzeptanz für neue Überwachungsmassnahmen zu sorgen; u.a. Terroristen, 'illegale Einwanderer', Ausländer, Rechtsradikale.
Es finden Hetzjagden und Repressionen statt gegen Minderheiten, bei denen eine stärkere Kontrolle in grösseren Bevölkerungsschichten als akzeptabel und wünschenswert gilt, nur um selbige politische Verfolgung dann in zunehmenden Fällen gegen Einzelne der breiten Bevölkerung anzuwenden.
So scheuen sich Mainstream-Politiker, wie der Münchener OB Christian Ude nicht, zu Hetzkampagnen gegen rechtsradikale Parteien wie die NPD im letzten Sommer, aufzurufen, und ein Verbot zu fordern für eine Partei die, gleich ihrer politischen Gesinnung, nachweislich gegen kein Grundgesetz verstossen hat und sich immer noch demokratischen Rahmen bewegt. Nur um die neuerliche Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber ausserordentlichen Parteiverboten und Verfolgungen unerwünschter politischer Gruppen auch auf ein grösseres Spektrum, und vor allem die Linke, zu erweitern. (Siehe Anti-Nato-Demonstrationen im Februar und die beispiellose Kriminalisierung der Friedensbewegung, sowie die inakzeptable Einschüchterung linker Organisatoren durch die Polizei. Ganz zu Schweigen vom unerhörten Demonstrationsverbot.)

So geben die Politiker vor, einen Faschismus zu bekämpfen, den sie selbst erschaffen.
Und die Bevölkerung spielt mit, allen voran die linke, die die Gunst der Stunde nutzt um einen elenden Haufen rechter Kameraden vor dem Münchener Rathaus mit Tomaten und Bierflaschen zu bewerfen, und somit eine Vorgehensweise der Politik zu unterstützen, und damit zu legitimieren, die gegen sie selbst eingesetzt werden wird.

Aufwachen und Mitdenken!

Mut sollte hierbei die Erkenntnis der amerikanischen Gäste geben, dass die Situation, was Überwachung des öffentlichen Raumes betrifft, bei uns noch bei weitem nicht so schlimm ist wie in England oder den Vereinigten Staaten. Und wir sollten unser Möglichstes tun, dass dies so bleibt.

(Die URL ist die Homepage der 'Surveillance Camera Players' aus New York.)

Location in Heidelberg, 26.Mai

Ja 24.05.2002 - 18:55
Der Veranstaltungsort in Heidelberg ist das Aktiönshaus in Wieblingen (aka Villa Nachttanz, Wieblinger Weg, direkt gegenüber der Firma Ehrenfried, deren Firmenschild schon von der Autobahn aus sichtbar ist - Ausfahrt Wieblingen/Pfaffengrund)
Beginn 20:00

Info

29.05.2002 - 12:17
Wo ist der Treffpunkt in Frankfurt?