Einladung zur Schienenblockade in Münster

Münsteraner AtomgegnerInnen 18.05.2002 08:31 Themen: Atom
In den vergangenen Monaten hat sich in Münster ein Bündnis gegen
Atomtransporte zusammengefunden. Bemerkenswert war neben der erfolgreichen Blockade eines Atomtransports im Herbst letzten
Jahres, daß parallel zu der steigenden Zahl der AktivistInnen auch die Polizeipräsenz massiv erhöht wurde. Das Bündnis Atomtransporte lädt jetzt für Juni zu einer öffentlichen
Schienenblockade ein. Regionaler Aufruf zur Trainstopping
Kampagne im Juni 2002 ...
Breites Bündnis gegen Atomtransporte gegründet!

In den vergangenen Monaten hat sich in Münster ein Bündnis gegen
Atomtransporte zusammengefunden. In diesem engagieren sich neben
verschiedenen Gruppen vor allem Einzelpersonen. Zu den Aktivitäten des Bündnisses gehörten in den letzten Monaten Mahnwachen und Aktionen gegen die Durchfahrt der Castoren, das Einbringen eines Bürgerantrags an die Stadt Münster sowie Sonntagsspaziergänge entlang der Transportstrecke.

Ein wichtiger Teilaspekt ist inzwischen erreicht: In den Münsteraner Medien wird über die Atommülltransporte und die Gegenaktionen zum Teil in großem Stil berichtet. Zudem erhält das Bündnis zunehmend Zuspruch aus der Bevölkerung, was sich zum einen an der stetig wachsenden Zahl der AktivistInnen zeigt, zum anderen an der zunehmenden Sympathie, die uns bei den Aktionen entgegengebracht wird.

Atomtransporte stoppen. Überall!

Seit Aufhebung des Transportstopps für Castoren im Frühjahr 2001
fahren regelmäßig Castortransporte aus bundesdeutschen AKWs in
die "Wiederaufarbeitungsanlagen" (WAAs) nach La Hague und Sellafield.

Da sich das Medieninteresse bisher hauptsächliche auf die
Rücktransporte ins geplante Endlager Gorleben konzentrierte, haben sich unabhängige Anti-Atom-Gruppen quer durch die Republik
vorgenommen, im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres vor allem zu Transporten in die WAAs zu mobilisieren. So sollen bei einem Transport aus einem norddeutschen AKW im Juni auf der gesamten Strecke Aktionen und Demonstrationen durchgeführt werden
Die Transporte aus norddeutschen AKWs führen regelmäßig auch durch die Stadt Münster, ein Teil sogar direkt durch den Hauptbahnhof!


Polizei behindert Castortransporte!

Bemerkenswert war neben der erfolgreichen Blockade eines
Atomtransports im Herbst letzten Jahres, daß parallel zu der steigenden Zahl der AktivistInnen auch die Polizeipräsenz massiv erhöht wurde. Dies führte in einem Fall zu der lustigen Situation, daß eine komplette Hundertschaft samt des
inzwischen routinemäßig eingesetzten Hubschraubers nicht in der Lage war, zehn DemonstrantInnen zu finden, die entlang der Gleise aktiv waren. Durch diese unfähige Einsatzstrategie der Polizei wurde der Castor über eine Stunde aufgehalten...

Mehr Polizei bedeutet nicht unbedingt, daß der Castor schneller
durchkommt: Wenn der Apparat erst einmal in Betrieb gekommen ist, entwickelt er eine Eigendynamik, die es uns erlaubte, manches Mal die Durchfahrt der Castoren auf spaßige Art und Weise effektiv zu behindern. Momentan scheint eine kleine Ankündigung von Gegenaktionen in den Medien dazu auszureichen, Heerscharen von Polizei an die Strecke zu bringen, ohne daß nur eine einzige Demonstrantin zu finden wäre...


Trainstopping im Juni! Auf die Schienen...

Bei einem der letzten Castortransporte im April gelang es bei Hamburg ca. 250 Menschen, einen Castortransport durch eine Gleisblockade über zwei Stunden aufzuhalten. Dies zeigt, daß Atomtransporte nicht nur in Gorleben ein Thema sind, das Menschen dazu bewegt, sich gegen den Herdentrieb aufzulehnen und sich querzustellen ...

Nicht zuletzt diese gelungene Aktion hat das Münsteraner Bündnis dazu ermutigt, für den Transport im Juni zu einer öffentlichen
Schienenblockade in Münster aufzurufen!

Unsere Spontaneität gegen ihre Schwerfälligkeit

Seien wir ehrlich: Unsere eigene Kräfte reichen lediglich dazu aus, ein gewisse Maß an Infrastruktur und Organisation zu gewährleisten. Wenn wir daher mit unserem Bündnis den Versuch machen, ein öffentliches Querstellen / Quersitzen anzukündigen, vertrauen wir dabei auf Dich / Euch!!!!
Erst wenn sich alle Menschen aus dem Münsterland und Umgebung, die in den vergangenen Jahren in Gorleben oder Ahaus aktiv waren, gemeinsam querstellen, ist eine effektive Blockade realistisch!
Wir verzichten bewußt auf Konspirativität ; es soll sowohl bei der Mobilisierung als auch bei der Aktion nicht bei den ewig gleichen üblichen Verdächtigen hängen bleiben...

Kommt zum Vorbereitungstreffen!!!

Für alle Menschen / Gruppen, die sich an den Vorbereitungen beteiligen wollen, gibt es am 30. Mai um 16.00 Uhr ein Treffen im Umweltzentrum. Danach geht´s gemeinsam zum spaßigen Sommerfest in der Baracke... Jede/r ist herzlich willkommen!!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Trainstopping im Juni

1. "Hamburger" Castor 23.05.2002 - 09:14
Wollen wir nicht zusammen den selben Castor bearbeiten? Die Einladung zu unserem Treffen (AgA sind viele Gruppen) ist etwas spät, aber wir sollten uns auf jeden Fall kurzschließen. Nachfolgend der Text, der über die Mailingliste versendet wurde:


Das nächste Treffen von AGA (Aktionskreis gegen Atom)
findet am 23.5 um 20:00 statt. Ort: Clubraum, Werkstatt 3,
Nernstweg 32, 22765 Hamburg.

Vorschlag für eine Tagesordnung:

Train Stopping Kampagne.

Kurzvorstellung der Kampagne:
Es geht darum, nicht mehr alle WAA-Transporte im großen
Stiel anzugehen, sondern sich ein paar auszusuchen, gegen
die dann bundestweit mobilisiert wird.

Einer dieser Transporte ist der erste, der ab dem 1.6
von einem der 'hamburger' AKW losfährt (Brokdorf, Brunsbüttel,
Stade oder Krümmel).
Es soll eine Demo geben, Infostände, Veranstaltungen und
natürlich Aktionen.

Dies alles will vorbereitet werden.