1. Mai/ Fürth : ein kleiner Bericht und ein bisserl Kritik...

aeha.de 03.05.2002 01:51 Themen: Antifa
Es dürften schätzungsweise an die 300 Faschos gewesen sein, die mit Sonder U-Bahnen vom Messezentrum in Nürnberg, wo ihr Treffpunkt war nach Fürth gebracht wurden. Die Zahl der Gegendemonstranten dürfte sich so auf 3-4000 belaufen haben.
Für "NormalbürgerInnen" fuhren die U-Bahnen am Vormittag nur bis zum Hauptbahnhof, nur die Nazis durften bis zu ihrem Auftaktort (Stadthalle ?) fahren. Die komplette Demoroute war mit Tretgittern eingezäunt und von Polizei bewacht, anfangs waren es teilweise allerdings nur eine Handvoll Polizisten an den Absperrungen. Nachdem der Großteil der Menschen mit der DGB-Demo zum HBF gelaufen war verteilten sich die Leute relativ planlos in der Stadt, entlang der Demoroute, wo immer wieder versucht wurde an die Nazidemo zu kommmen.Teilweise gelang es auch direkt an die Absperrungen zu kommen, wo die Dumpfbacken dann mit Pfiffen, Sprechchören und teilweise auch Flaschen, Müll und Obst begrüßt wurden, zum Teil auch aus den Wohnungen aufgebrachter AnwohnerInnen heraus.

Am HBF, wo sowohl die Faschos, als auch der DGB ihre Abschlußkundgebung abhielten, hatte die Polizei dann ziemlich dick aufgefahren. Zwischen Nazikundgebung und NazigegnerInnen hatte die Polizei eine Art Sicherheitszone aufgebaut: direkt vor den Faschos einige 100schaften USK, dann ca 100 Platz und außenherum wieder Trettgitter die von Polizisten in Kampfmontur bewacht wurden. Auch zwischen die NazigegnerInnen hatten sich mehrere USK- Trupps gemischt. Irgendwann wurden dann die U-Bahntore geschloßen und es konnte niemend mehr ins Sperrengeschoß eindringen. Anschließend wurden die Tore auf der Seite wo die Nazis standen geöffnet und die Nazis wieder heim geschickt.

Viele der NazigegnerInnen fuhren anschließend nach Gostenhof, wo das Internationalistische Straßenfest stattfand. Dort waren Bands, (u.a. La Fraktion aus Paris) Bücher/ Infostände geboten und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Im Laufe des frühen Nachmittags verhaftete die Polizei dann plötzlich mehrere Menschen an der Hauptstraße, u.A. eine Frau mit Kind, was dann erstmal zu einer Rangelei zwischen den anwesenden FestbesucherInnen führte. Es flogen vereinzelt Flaschen und die Polizei zog sich zurück. Anschließend entschloßen sich mehrere hundert Leute eine spontane Straßenblockade zu machen und zwar solange, bis die Polizei wieder alle Menschen frei gelassen hatte. So war also die Straße bis in den späten Nachmittag blockiert, bis die Polizei tatsächlich wieder alle Gefangenen freiließ und zurück zum Fest brachte.

Den Gefangenen wurde scheinbar u.A. Körperverletzung vorgeworfen, ein paar Faschos hatten angeblich Anzeige erstattet und behauptet, daß einige Punks versucht hätten sie anzuzünden (Gerücht ??)

Was von vielen Menschen kritisiert wurde, ist, daß die revolutionäre 1.Mai-Demo in Gostenhof zur selben Zeit stattfand, wie die Nazidemo in Fürth. Theoretisch hätte mensch das Ganze ja auch vorverlegen können oder einfach am Nachmittag eine Demo gestartet, wo dann sicher auch mehr Menschen gekommen wären, da viele ja bereits in Fürth waren. Und das die Polizei alles daran setzen würde die Leute von der Demo im Anschluß nicht nach Fürth kommen zu lassen, war denke ich vorrauszusehen. Wären die Menschen von der Gostenhofer Demo gleich in Fürth dabeigewesen, hätte es womöglich dort auch besser ausgesehen.

Was auch noch zu bemängeln wäre ist, daß in Nürnberg als Treffpunkt für Antifas bereits 10:15 Uhr in Fürth bekannt war, jedoch die meißten Menschen ebenfalls von dem weitverbreiteten Treffpunkt um 11Uhr in Gostenhof ausgingen.

Nunja, nix für ungut liebe NürnbergerInnen, dann halt beim nächsten mal !!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Fürth

RFF 03.05.2002 - 18:39
Ich finde, ein großes Problem waren die viele kleine Gruppen. Keiner wusste anscheinend wo wann was abgeht. Wenn die Leute aus Gostenhof noch da gewesen wären, wär teilweise durchaus mehr drin gewesen. An einer Unterführung musste 7-8 Nazis der Weg frei gemacht werden, weil zu wenig Leute zum Blockieren da waren. Aber den gesamten Aufmarsch zu blockieren, wäre, meiner Meinung nach, utopisch gewesen...es war echt zu weiträumig abgesperrt...

pumuckel

reimann 06.05.2002 - 01:18
also, erstmal möchte ich sagen, dass "bahamas, junkworld und konkret, sind die fünfte kolonne des klassenfeindes" nicht nur ein falscher, sondern auch ein sich nicht reimender reim ist. das ist doof. wenn schon müsste es heissen "bahamas, junkworld und konkret, sind die feinde des proleeeet" oder so. nur als tipp. wenn schon doof, dann wenigstens in reimform.
ansonsten könnte mensch ja vielleicht wirklich in einem jahr ne stunde eher in der "roten" zone laufen, um dann geschlossen nach fürth zu fahren.
und über das WIE sollten sich die menschen dann vielleicht auch mal gedanken machen. habt ihr wirklich geglaubt der ganze mob kommt ohne kontrolle in die u-bahn...
also näxtes jahr rad und kopf mitgebracht!

der frager

ahnungslos 08.05.2002 - 02:14
nur mal ne frage. hat jemand ne ahnung was an dem geruecht dran ist dass die npd/jf am 1. juli ne demo in nuernberg/volksfestplatz - sprich reichsparteitagsgelaene machen will...
waere fein wenn mensch da mehr dazu rausfinden koennte, wer das kann...

antwort

watu 13.05.2002 - 02:05
...am volksfestplatz in ingolstadt...