Graffiti unterm Abrißbagger

saul 23.04.2002 23:04 Themen: Freiräume
Indymedia ist Berichterstattung. Diesmal geht es weder um Palifahnen noch um Sceneknatsch. Es geht völlig "unpolitisch" um Kunst.
Letzte Woche fand auf dem Platz vom alten Schlachthof Wiesbaden zum wohl letzten mal ein Writermeeting statt an dem sich Writer aus mehreren Ländern beteiligten. Danach gabs wieder neue Pieces und die sollen auch so stehenbleiben. Zumindest auf dem Teil das als Kulturzentrum stehenbleibt. Sonst bleibt nur der Turm übrig wegen Denkmalschutz. Vom Rest der Anlage ist die Hälfte mittlerweile abgerissen und der Rest kommt auch noch dran. Aber noch ist einiges übrig und ne Rettungsaktion mit der Kamera lohnt sich. In den leeren Räumen haben einige ihre cans getestet und Spuren hinterlassen. Reingehen mit guten Sohlen wegen der Glasscherben und aufpassen, überall kaputte Fenster. Nicht auf Dächer steigen, Lebensgefahr. Für Graffinteressierte lohnt es sich immer noch, nicht mehr lange. Hier zwei Bilder von 2001.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

*kopfschüttel*

Maya 24.04.2002 - 00:08
Ja geil, gleich mal ein Garffiti von ner "Ideal-Braut"... was soll das denn bitteschön...? ich empfinde das bild klar als sexistisch...

Nachtrag

saul 24.04.2002 - 00:48
Für weitere Infos:
 http://www.schlachthof-wiesbaden.de/
PS: Die "Braut" wurde längst vom Bagger zerkrümelt und Writer gehören nicht zum Kern der Scene, haben also nichts mit den Regeln der linken Scene zu tun. Haben auch recht, warum soll ne Scene ihre Inhalte bestimmen, deren Sprühkunst nicht über Politspruch hinausgeht und die ohnehin nie begriffen haben, was Writer eigentlich tun.

Sexualität - Sexismus

ein Mensch 24.04.2002 - 00:56
Kann mir mensch das mal erklären.
Es ist zwar so das wir in einer patriachialen Gesellschaft leben in der nackte Frauen überall als verfügbare Waren dargestellt werden und sich auch leider aus ökonomischen
Gründen so darstellen lassen (müssen). Kapitalismus - Verwertungszwang. Warenform, Marktlogik. Nur jetzt meine Frage. Was ist eigentlich Sexismus. Der FKK Strand etwa ?
Nakte Menschen ? Bilder von nackten Menschen ?
Bilder von nacken Frauen ? Warum sind Schwulen Pornos OK ?
Warum liegen in Berlin überall Schwulenmagazine aus wo es auf vielen Seiten nur um das eine geht ? Ist es gut oder schlecht, das die Schwulen und sorry natürlich auch Lesbenscene lockerer, offener, ehrlicher,fairer mit ihren Bedürfnissen umgehen. Niemand ist frei von Rassismen, Vorurteilen, Homophobien, Sexismen, sexuellen Wüschen, Ideen, Fantasien, Träumen. Ich find diesen pavlovschen Reflex einfach sehr überzeugend. Egal welcher Kontext, nakte Frau gleich Sexismus. Tolle Linke. Trennung zwischen Privat und Politisch. Athmosphären der Repression. Sehr anziehend für Außenstehende. Sehr ehrlich, besonders selbstehrlich.In der linken ist ja bekanntlich die Zahl der Sexisten und Vergewaltiger genauso wie in der Restgesellschaft - nicht war. Die Polizei ist neutral und Bundeswhrsodaten fahren Friedenspanzer.
Machtdebatten mal werden Zusammenhänge gesehen, erwünscht, konstruiert - dann wieder geleugnet und getrennt.
Ne gute befreite Debatte über Liebe, Nähe, Wärme, Zärtlichkeit, Sexualität findet nur hinter verschlossenen Türen statt. Kein Wunder das seit Jahren viele ehem Linke zu der irratinalen "Sekte" ZEGG abdrifften. Merkt ihr eigentlich noch euren Selbstbetrug. Eure Kälte.
Scheiße ich schreib grad von mir weg, dabei krieg ich`s ja aufgrund die Athmosphäre und der linksradikalen Sozialisation nur schwer hin zu meinen Gefühlen zu stehen.
Die Antwort auf eine repressive Gesellschaft kann doch nicht eine durch und durch repressive, pavlovsche auf sich selbst fixierte "Linke". Für die Befreiung - auch von uns selbst und unseren ansozialisierten Härten.

Writing -> Kunst?

Writer 24.04.2002 - 00:59
Ich wollte mal eben mit einem Missversändnis aufräumen: Writing ist keine Kunst im eigentlichen Sinne, Writer sehen sich nicht als Künstler (das tun vielleicht Aerosol-Artits wie Daim und Loomit) - den Writern gehts darum ihren Namen zu bomben. Ein eigener Stil ist dabei allerdings auch ziemlich wichtig. Writing ist subversives Aneignen öffentlichen Raumes, während in der Linken Szene gern viel gelabert wird, machen die Writer einfach. Eine andere Herangehensweise mit Vor- und Nachteilen. Zum ersten Kommentar kann ich nur schreiben: Bei Euch in der Szene achten vielleicht alle auf perfekte Aussprache und "saubere" Bildchen aber im Umgang miteinander seid Ihr oft kein Stück weiter. Dann lieber ehrlich.

Schade

Berliner 24.04.2002 - 01:07
In Berlin wurden in den letzten Jahren auch immer mehr Möglichkeiten zum Sprühern entfernt (danke Herr Strieder) oder einfach für illegal erklärt. Eigentlich ist es auch egal, obs legal ist. Eigentlich. Wenn da nicht so eine extreme Strafverfolgung wäre. Telefone werden eben nicht nur von Politnix abgehört...

Ich finds Gut! Danke Saul!

Nina 24.04.2002 - 01:39
Es gibt ja Echt Künstler in Börlin, kannste die Mauer (die Unterste zumindest) nicht auf n Handwagen packen und in irgend einen Kleingarten oder karren, endlich haste mal wat Vernünftiges, ach ja ein Wenig Hintergrund, so Strand Himmel und Sonne fehlt da noch.

Write or die

saul 24.04.2002 - 04:06
Nachtrag 2. Writing ist Artwork, auch Tagger verstehen ihren Schriftzug keineswegs einfach als Namen den sie überall hinschreiben, hier gehr es um Kalligraphie, also um einen gestylten Schriftzug. Es geht um eine Bewegung die ausgehend von New York Ende der 70iger um die Welt ging und an der sich zahllose Writer beteiligten. Seit diese Bewegung auch im Internet ihren Niderschlag fand, sieht man das es in fast allen Ländern Writing gibt, selbst wenn es verwundert in Israel oder Serbien Writer zu finden. Haben die keine anderen Probleme? Offenbar nicht. Was Writing und linke Scene angeht, darüber hab ich mich vor langer Zeit in der Swing ausgelassen und notfalls kann man meine HP besuchen. Nu ja, is zwar nicht meine, is nur ne Gastseite aber wers lesen will....
 http://grafitti.netbase.org/
Was Writing und Akt angeht, Akt ist seit eh und je Bestandteil der bildenden Kunst und wurde auch stets von Writern als Motiv verwendet, sogar von den wenigen Frauen in dieser Scene. Writer hatten nie was mit dem linken Bilderverbot zu tun und warum sollten sie sich an die Regeln einer Sekte halten, mit der sie nie was zu tun hatten? Von Linken werden Writer der eigenen Seite zugerechnet weil es illegal ist und solang es illegal ist. Irrtum, denn was wenn es bezahlt wird? Writer wie Bomber sagten dazu auch knallhart, auch Künstler haben ein Recht auf Bezahlung. Wer damit Geld verdienen konnte, tat es und scherte sich einen feuchten Dreck um linke Ideologien, auch wenn es Grenzen geben sollte. Ich hab sogar mal einen Auftrag aus inhaltlichen Grund abgelehnt. Aber auch linke würden Writer bevormunden was ja hier mehr als deutlich wird. Dabei ist das Bilderverbot nichts weiter als ein Mischung aus Feigheit verunsicherter Typen und dem fiktiven Machtanspruch einiger durchgeknallter Zensurfeministen. Wer s allenfalls zur Politparole gebracht hat und nichmal lesen kann, sollte sich da besser raushalten.

@saul

auch writer 24.04.2002 - 10:46
auch wenns gut gemeint ist, merkt man, daß du kein writer bist. mag sein, daß wir mit künstlerischen ausdrucksweisen arbeiten - aber du wirst keinen ernsthaften writer finden, der sagt "ich mache kunst". daß es in allen ländern writing gibt, wissen wir glücklicherweise durch die hiphop-infrastruktur (seit 1993 gibts einen bomm an graffiti-mags) und dank unserer reisefreudigkeit. kontakte werden schneller und einfacher geknüpft als in der politik-szene. und wie es oben heisst: writing und arerosol-art sind vielleicht verwandt aber nicht dasselbe.

kunst

g 24.04.2002 - 12:28
man mag vielleicht keinen writer finden, der sagt, 'ich mache kunst', aber kunst entsteht in den koepfen der betrachter und nicht in denen der 'kuenstler'. ich (betrachter) kann writing als kunst empfinden und deshalb ist es kunst.
schoene bilder uebrigens.

mag sein

auch ein writer 24.04.2002 - 12:37
wenn es andere als kunst empfinden, ist es mir egal. mir geht es darum in die gestaltung stadt einzugreifen, sie zu verändern und mir geht es darum einen eigenen style (der meine individualität kennzeichnet) zu entwickeln und zu verbreiten. writing ist werbung. ob als kunst wahrgenommen oder nicht ist immer eine betrachtungsweise. was ist kunst überhaupt? auf jeden fall ist es nicht "unser" ziel, künstler zu sein. das ist wenn, dann mehr ein nebenprodukt. auf jeden fall fühle ich mich unverstanden, wenn meine sachen schlicht zu kunst degradiert werden (und damit das lebensgefühl und die subversivität nur noch als nebenbei wahrgenommen werden). irgendwie ist es mir aber auch egal, ob ich von normalen verstanden werden. writer verachten nicht ohne grund die "dosenkünstler", die für geld nette bildchen auf leinwände oder läden malen und sich dafür feiern lassen.

Sexismus????

24.04.2002 - 12:49
Wieso soll die Darstellung eines nackten Menschen bitte sexistisch sein? Sind dann alle Aktgemälde sexistisch? Das ist ja wohl wahrlich schon mehr als peinlich...

kunst vs. bombing? mh

ich halt 24.04.2002 - 12:50
wenn es beim Writing NUR ums Bomben gehen würde, würden die HOFs ya wohl etwas anders aussehen bzw. nicht existieren...der künstlerische Aspekt ist doch auf jeden Fall mit drin, auch wenn man natürlich bedenken muss dass "Normalbürger" stylische Buchstaben mit guten Proportionen wohl nicht so gut von hässlichen Bombings unterscheiden können...
Ich würd meinen, Writing ist Kunst, welche andere Dimensionen aufweist als andere Sparten...

Was ich noch interessant finde ist der Fakt, dass in Zeitungsartikeln über Graffiti dieses immer als "Schmiererei" bezeichnet wird - eine absolut falsch gewählt Vokabel...hab eigentlich noch nie ein "geschmiertes" Piece im wörtlichen Sinne gesehen...

falsch verstanden

auch ein writer 24.04.2002 - 12:57
nur den bombern gehts allein bomben (das sind die mit den großen blockbuchstaben) - bei den meisten writern gehts um mehr: style und individualität. in zeitungsartikeln wird von writing wahlweise als "kunst" oder "schmiererei" geredet - scheinbar macht sich niemand die mühe das genauer zu verstehen. dieses "kunst" oder "schmiererei" ist eine entweder-oder-vorgabe, die auf völlig falschen voraussetzungen baut. writing ist nämlich werder-noch.

--

ich halt 24.04.2002 - 13:13
hm also ich denk mal bombing brauchst du mir nich zu erklären...
Aber da ist doch keine strikte Trennlinie zu ziehen, es ist doch nicht unbedingt so dass man sich am Anfang für Bombing oder legales Writing entscheidet, beide Aspekte sind wichtig und werden von vielen Writern verfolgt, klar gibts viele Leute die nur raus gehn und Chrom rocken aber ich denk mal die meisten versuchen auch bisschen mehr rauszuholen...was keine Geringschätzung von Bombing sein soll...meiner Meinung nach haben simple aber gut durchproportionierte Chromletters oft mehr Style als so ein ultrabuntes semi-wildstyle-in-jeder-backspin-1000mal-drin-Piece...aber is halt alles Geschmackssache...

stimmt!

auch ein writer 24.04.2002 - 13:20
wirklich gute bomber sind in sachen style eigentlich sogar weiter als andere - im minimalismus zeigt sich, ob style da ist oder. sei es chintz oder die vielen berliner bomber wie esher oder einige newcomer. trennlinien sind wirklich schwer zu ziehen. ich kann characters bomben und auf "kunst" scheissen - aber ich kann auch auf eine leinwand für die yuppies ein tollen "yo"-schrift malen. bin wieder draussen.

@ Maya und andere

kein Writer 24.04.2002 - 15:14
Ich als Nichtinsider find die Diskussion hier ganz interessant, will aber auch mal'n Komentar loswerden.

@Maya: Ich bin auch gegen Sexismus und Vermarktung von Naktheit, doch halte ich den Vorwurf des Sexismus an dieser Stelle für ungerechtfertig, weil es sich hier weder um eine Vermarktung noch eine Diskriminierung handelt. Obwohl mir das Bild als solches gefällt würde ich auch nicht von einem "Ideal-Frauen-Bild" sprechen. Vielleicht bist du etwas übersensibel wenn du solch eine Comicfigur oder Karikatur als Idealbild empfindest.

@Sprayer, Tagger, Writer und wie ihr alle heißt. Prinzipiell habe ich nichts gegen eure "Arbeit" und schaue mir jedes Werk unvoreingenommen an. Tatsache ist aber, das man für manches einfach keinen anderen Begriff als Schmiererei finden kann. Hinzu kommt, dass es meiner Meinung oft auch nur darum geht, dass "mein Werk" möglichst von der ganzen Welt wahrgenommen werden soll, egal, ob sie es will oder nicht. Es ist einfach nervig, wenn jede Schallschutzwand, jede Brücke, Eisenbahnwagons, alte historische Gebäude usw. vollgesprüht werden und somit ganze Stadtbilder verändert werden, nur weil eine Gruppe von Individualisten das cool finden. Ich habe nichts gegen Subversivität und individuelle Selbstverwirklichung, aber das ist oft purer Narzissmus. Es wird einfach alles als Projektionsfläche genommen, ohne zu überlegen wem es gehört, ob es einen historischen oder ideellen Wert hat, ob die Menschen, die dort leben und jeden Tag damit konfrontiert das wollen usw. Ihr seit nicht allein auf dieser Welt!

Ich will auch euch nicht alle über einen Kamm scheren, doch das sind die Gedanken, die mir oft durch den Kopf gehen, wenn ich euch in Form eurer Farbspuren wahrnehme.

graffiti is a crime

and that`s why i love it 24.04.2002 - 17:35
Fuck The Police!

make your mark on society

ich halt nochmal 24.04.2002 - 19:26
Es ging eben darum dass der Begriff "Schmiererei" falsch ist, egal was für ein Werk man vor sich hat, da mit den Farben nicht geSCMIERT wird...

Ausserdem ist es nicht fair, Trains, Schallschutzmauern und historische Gebäude so zusammenzufassen...bei den ersteren sollte es ja wohl kein Problem darstellen, diese im gefärbten Zustand anzusehen, oder ist Einheits-Grau bald wieder im Trend? Historische Gebäude, Kirchen usw. sollten Tabu sein, aber Idioten gibt es natürlich allerorten...auch frisch verputzte Fassaden kann man meiner Meinung nach verschonen, wenn in unmittelbarer Nähe ein etwas heruntergekommeneres Gebäude steht..und natürlich wird das Stadtbild verändert, schliesslich will man ya schon mitentscheiden wie es um einen herum aussieht...und wer Probleme mit den Pieces hat kann ya in der nächsten Nacht drübergehn...klar is jetzt übertrieben ausgedrückt aber schaut Euch doch um! Scheinbar keiner hat ein Problem mit Meterhohen und -langen hässlichen Werbeschriftzügen überall (auch über Strassenbahnscheiben!)...aber Graffiti (Eigenwerbung irgendwo) ist "Belästigung" die sofort entfernt werden muss...

kein writer in eurem sinn

24.04.2002 - 20:04
kann dem/der über mir recht geben!
Wieso darf man seine Kreativität nur auf seinem "Eigentum" ausleben? Únd auch wenn viele der Schriftzüge auch nur "werbung" sind, sie sagen mir nicht: Kauf mich.
Also lieber n geiler Schriftzug, als Werbung für Enthaarungscreme oder den neuen Bausparvertrag.
Da nimmt man mir nämlich auf dauer viel mehr mein Wahrnehmungsempfinden meiner Stadt, weil ja immer nur diessselben Konzerne und Firmen werben.(und mein Gehirn bleibt klarer)
Und wie der über mir sagt: die wände sind für alle da.
Was ich an Graffitis aber eigentlcih am besten finde, sind die Orte, wo sie angebracht sind. Wenn ich durch ne stadt laufe, verbringe ich die meiste Zeit damit, mir zu überlegen, wie der oder die Leute da hingekommen sind.in Solchen gedanken versunken kommt man auch drum rum, die hässlichkeit der Glas und stahlkonstruktionen und klinischen Reinheit unserer städte wahrzunehmen.

auch writer

saul 24.04.2002 - 20:35
Stimmt, ich bin kein typischer Writer wenn den überhaupt gibt, aber ob es Kunst ist? Nun es fehlt nicht an Writern die genau das sagen. Es gibt keine Einheitsmeinung in dieser Scene. Ansonsten ist mir alles was du schreibst gut bekannt, hätte aber hier den Rahmen gesprengt und Graffzines kenn ich auch seit 13 Jahren, damals gabs noch keine Writerhomepage. Aber immerhin, das Thema scheint auch hier die Leut zu beschäftigen.
PS:Warum Graff? Man entscheidet selbst was abgeht und muß niemanden hinterherlaufen oder die Inhalte von anderen bestimmen lassen.

Sexismus

sp12 24.04.2002 - 22:13
@ ein Mensch: Ich stimme dem zu, dass die "Linke" (ist natürlich nicht einheitlich, klar) überhaupt keinen klaren Begriff von Sexismus hat und es irgendwie alles bedeuten kann. Nackt Körper per se mit Sexismus zu belegen ist näher dran an katholischer Moral als an befreiender Kritik, definitiv!

Auf der anderen Seite macht es mensch sich zu einfach, zu sagen, Grafittis könnten nicht frauenfeindlich sein, weil nichts vermarktet wird - was ohnehin nicht sehr logisch ist.
Ich finde das Bild schon diskriminierend, weil der dargestellte Mensch schon sehr auf ihre Äußerlichkeit reduziert wird, vor allem mit dem Spruch daneben (what you see is what you get oder so). Zumindest ist es eine sehr stereotype Darstellung, einer Frau, die bestimmte Klischess reproduziert (Frauen sind schön, ihr Körper ist ihr Kapital usw.). Das ist sicher kein Zufall, denn genau dieses Bild wird ja von allen Seiten vermittelt.

Vor dem Kontext der allgegnwärtigen Sexualisierung von Frauen- und zunehmend ja auch Männerkörpern finde ich schon, dass mensch ein wenig sensibler sein sollte, was da gemalt wird, ohne Leute auszugrenzen. Solidarisch sollte Kritik schon sein - und die ist sicher notwendig.

Freewall 4 all

saul 25.04.2002 - 00:26
Und schon sind wir wieder beim Thema. Dazu sollte nicht übersehen werden, wir haben es mit Jugendlichen zu tun die großteils keine linksradikale Vergangenheit haben, auch wenn sie schon man auf ner Antinazidemo zu finden sind. Also Jugendliche, die noch nicht von den Unifeministen erzogen wurden. Fakt ist, diese Sexismusstory ist eine sektiererische Randerscheinung die auserhalb der Scene nichtmal wahrgenommen wird. Das Feministische Bilderverbot wird zwar in der islamischen Welt angewendet nur was Frauen da zu melden haben....bekannt. Frauenbilder gabs auch in der DDR, na gut die war wohl auch sexistisch? Wichtig ist jedenfalls, das Writer ihre Inhalte selbst bestimmen sonst wird es zur langweiligen "Naiven Malerei". Weder vom Kommerz noch von der linke Scene sollte man Zensur hinnehmen. Linke sollten Politparolen schreiben und die Writer ihr Zeug machen lassen, dann kommt sich niemand ins Gehege.

schade

ein mädchen 30.04.2002 - 16:27
ichfind es echt ausgesprochen schade, das ein bild gleich als sexistisch aufgefasst wird, nur weil es einen nackten menschen zeigt.der schreiber des artikels wollte darauf aufmerksam machen, dass die bilder bald nich mehr da sind, und ihr diskutiert darüber, ob man das jetzt als kunst ansehen kann, und ob die "künstler" nun links sind oder nich.
ich find ma, das dass jeder für sich klären muss, ob er sich als künstler sieht oder nich, und wenn ja, was er mit seiner kunst rüberbringen will.übrigens ist auch werbung kunst!
ich find scheiße, dass man sich nich mehr an schönen bunten bildchen (bitte verschont mich vor der diskusion"sind das bilder") freuen kann, ohne das andere gleich auf deine politische und sonstwie meineung streiten.
girly

Sexismus

8ung 30.04.2002 - 23:07
@sp12 // @ein Mensch

Das Bild reduziert auf Äußerlichkeiten, aber was ist daran schlimm? Wenn ich in der Bahn sitze, dort drüben geht ein geiler Typ oder ein geile Frau lang, ich nehm ihn/sie äußerlich war, mein Schwanz wird hart. Soll ich Erregungen leugnen, sagen, dass ich nichts fühle, weil ich sie/ihn nicht als Ganzes wahrnehme?

Hinter linken Sexismusvorwürfe steht oft eine ähnliche Sexualmoral wie die der christlichen Kirche, die auf monogame Zweisamkeit, einander versprechen und schließlich besitzen hinausläuft. Besitzen heißt links dann gern eben nicht patriarchal, sondern sich gegenseitig besitzen. Doch das geht jetzt hier vielleicht zu weit und ich komm vom Thema ab. Wenn die Sexscheiße nicht immer so verklemmt gesehen werden würde!!!

respect to the artists !

t.z. 03.05.2002 - 00:12
Eine hohe kunst der writer ist es 100 %-ig , so fette tags , characters und bilder zu malen ! Als unfähiger bin ich immer wieder erschlagen von der brillianz der farben , den 3-d effekten und der ebenso 100 %-igen genialität
mancher writer/artists ! Würden sie die bilder verkaufen können die sie malen ... ! Ein gruß an alle , die sich in ihrer/unserer subkultur wohlfühlen und :
good luck for the future !!!

aquarel

ron k 18.05.2002 - 19:27