Bundeswehr

TKDV-Initiative Dresden 26.03.2002 14:05 Themen: Militarismus
Veranstaltung der Bundeswehr an Dresdner Schule verhindert!
Am heutigen Vormittag haben Militär- und KriegsgegnerInnen die Durchführung einer Werbeveranstaltung der Bundeswehr an der Berufsschule für Gesundheits- und Sozialwesen verhindert.
Die Veranstaltung, die im Rahmen der vom 19. März bis zum 5. Juni 2002 stattfindenden Kampagne mit dem Titel ?Bundeswehr on tour? geplant war, sollte in der Aula der Schule in Form eines Vortrages durch einen Wehrdienstberater der Bundeswehr stattfinden. Noch bevor sie jedoch begonnen hatte, betraten die KriegsgegnerInnen gemeinsam mit den SchülerInnen den Saal, entrollten zwei Transparente mit den Aufschriften ?Soldaten sind Mörder? und ?Geheiligt die Verteidigung von Macht und Kapital, dafür sind uns Menschenrechte doch völlig scheißegal! gez. North Atlantic Terror Organisation?, schalteten den bereits bereitgestellten Overhead-Projektor des Bundeswehr-Referenten aus und verteilten Flugblätter an die anwesenden SchülerInnen.
Angesichts dieser Situation sah sich der Vertreter der Bundeswehr außer Stande, mit seinem Vortrag zu beginnen. Die dann durch den Schulleiter gerufene Polizei machte den DemonstrantInnen den ?Kompromißvorschlag?, das Schulgebäude nunmehr zu verlassen, um die Veranstaltung stattfinden zu lassen, während den DemonstrantInnen großzügig die Möglichkeit eingeräumt wurde, ihre Meinung außerhalb des Schulgeländes kundzutun. Dies wurde von den KriegsgegnerInnen jedoch abgelehnt, deren Ziel es gerade war, die Propagandaveranstaltung der Bundeswehr an der Schule zu verhindern.
Da jedoch weder die anwesenden PolizeibeamtInnen noch die Schulleitung tatsächlich Interesse daran hatten, die Aula räumen zu lassen, wurde der Gegenvorschlag akzeptiert: der Vertreter der Bundeswehr und die Schulleitung sicherten zu, die geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden zu lassen, im Gegenzug dazu verließen die DemonstrantInnen ebenfalls den Saal. Zudem wurde mit dem Schulleiter vereinbart, in Kürze eine Podiumsdiskussion an der Schule unter Beteiligung sowohl der Bundeswehr als auch ihrer GegnerInnen stattfinden zu lassen.

Im Rahmen der Infotour vom 19. März bis zum 5. Juni 2002 wirbt die Bundeswehr in insgesamt 24 Städten mit großangelegten Informations- und Werbeveranstaltungen für sich als lukrativen Arbeitgeber. Dabei sucht sie in jeder Stadt vormittags mehrere Berufsschulen auf, Wehrdienstberater halten Vorträge in Aulen oder Schulklassen ab, auf dem Schulhof versorgt ein Infomobil die Schüler während der Pausen mit Propaganda fürs Militär.
Daneben veranstaltet die Bundeswehr in jeder Stadt ein großangelegtes ,Event? mit Info-Trucks, Showbühne, auf der sich zwei Bands produzieren und zwei ModeratorInnen.
Ziel der Kampagne ist nach Angaben der Bundeswehr, ?die Öffentlichkeit über die reformierten Laufbahnen zu informieren und insbesondere die Zielgruppe der Jugendlichen von 16 bis 24 Jahren von der Attraktivität des Ausbildungs- und Arbeitsplatzes Bundeswehr zu überzeugen?.
Dabei tritt die Bundeswehr mit neugewonnenem Selbstbewußtsein und in bislang nicht dagewesenem Engagemant auf: ?Der Umfang der geplanten Kampagne zeigt auf, welchen Stellenwert die Information von jungen Frauen und Männer über attraktive beruflichen Möglichkeiten bei der Bundeswehr einnimmt. Eine Bw-Infotour quer durch Deutschland, das hat es in der Geschichte der Bundeswehr bisher nicht gegeben. ,Arbeitgeber Bundeswehr? steht nicht nur für ,Einsatz, Qualifikation und Verantwortung?, wie der Slogan der Kampagne suggeriert, sondern auch für jung, attraktiv und dynamisch.?

Die Kampagne ?Bundeswehr on Tour? hat noch ca. 20 weitere Stationen in der Bundesrepublik. Nähere Infos unter: www.bundeswehr.de bzw. www.bundeswehr-karriere.de, dort auf den Link ?Bundeswehr on Tour? klicken.
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Der Flugitext:

Berufsziel: Mörder


Heute kommt also der Politoffizier zu Euch! Er wird Euch sagen, daß eine Karriere bei der Bundeswehr viele Chancen für Persönlichkeitsentwicklung und Einkommen bieten würde. Ebenso wird er die Risiken und Nebenwirkungen für Leib und Seele verschweigen. Er hat gute Gründe dafür:


Bist Du bereit...

* als Söldner skrupelarmes Töten zu erlernen und künftig auf Befehl das Leben von tagespolitisch wechselnden Feinden (Iwan, Osama, Froschfresser), wie auch das eigene, an den Sargnagel zu hängen?

* am Arsch der Welt mit ?einer starken Truppe? anderen Menschen die Angehörigen und Freunde zu nehmen?

* Deine eigene Mündigkeit und Selbstbestimmtheit an der Kasernenpforte abzugeben und mutmaßlichen Psychopathen, die mit Streubomben Terroristen jagen, zu übereignen?

* künftig auf eine Zahl in den Rechenspielchen blutgeiler Generäle reduziert zu sein, die großzügig Menschenmaterial spendieren, wenn ?die Aufrechterhaltung ... des ungehinderten Zuganges zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt? für die BRD ermöglicht werden soll?
(Verteidigungspolitische Richtlinien, 1994)

* gewalttätigen männlichen Kameraden Trost im Felde zu bieten, wenn keine einheimischen weiblichen Opfer greifbar sind?

* ein kriegswichtiges Ziel für Strategen der ?Bösen? abzugeben, da Du als SanitäterIn das Weitertöten Deiner Mitspieler ermöglichst und verlängerst?


Ähm; Und wofür?

Einen anständiger Grundsold und viel frische Luft gibt es garantiert. Aber nicht umsonst!
Militär dient stets der Schaffung oder Stabilisierung von Machtstrukturen. Die Bundeswehr verteidigt keine Menschenrechte, denn sie missachtet das nobelste unter ihnen:
Das Lebensrecht der anderen Kreatur.
Kriege sind nie Mittel zur Lösung von Konflikten. Vielmehr werden durch militärische Auseinandersetzungen Haß und Ressentiments für Generationen das beherrschende Gefühl der bekriegten Blutzollzahler sein. Verwüstete Menschensiedlungen und Landstriche sind ebenso immer das Resultat dieser unsinnigen Form des ?Aufeinanderzugehens?.

Handelt verantwortlich!
Stoppt den Wahnsinn!

Verweigert Kriegsdienste total!

Soldaten sind Mörder!
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Ergänzungen

Schöne Aktion u.wichtige Info-Links von Euch!

Spintlaus 26.03.2002 - 14:36
Der Werbefeldzug ist eine Kriegserklärung an uns Zivilisten.
Reißt weiter so Löcher in die Linien der Heimatfront!

freiheit

alex 26.03.2002 - 15:50
warum lässt mensch die schülerInnen nicht selbst entscheiden, ob sie sich die propaganda anhören wollen?

Dünnschiss - Bundeswehr macht in die Welt

Zivilist 26.03.2002 - 17:25
Die Bundeswehr bietet seit Jahren Planspiele für Schulklassen an. Dort wird für eine Woche in einer Kaserne der potenzielle Kriegsnachwuchs auf Strategien der Bundeswehr und der Nato in spielerischer Weise herangeführt. Natürlich wird auch ganz massiv auf das Berufsziel: Soldat (Mörder) hingewiesen, und alle vermeintlichen "Pro´s" hervorgerufen. Darüber hinaus besuchen die Politikoffiziere auch schon seit Klassen, um dort über politische Themen zu diskutieren. Zum Beispiel: Rechtsradikalismus, - extremismus. So neu ist diese Werbung von neuem Kanonenfutter also gar nicht.

Soldaten sind Mörder !!!

@ Alex (Konzerne an die Schule?)

Spintlaus 26.03.2002 - 19:00
Stelle uns Anti-Militaristen einen jährlichen Etat von 26,5 Milliarden Euro (soviel wird in diesen unproduktiven "größten Konzern Deutschlands", wie es im Werbefeldzug heißt, investiert) zur Verfügung um unseren lebensbejahenderen Alternativen darstellen zu können und schneide die Gesetze auf uns zu, dann reden wir weiter.

A

B 26.03.2002 - 20:01
gibts irgendwo Termine wo die BuWe-Werbe-Idioten noch auftauchen wollen?

@ B Mensch, das steht doch im Text

A 26.03.2002 - 21:06
Einfach auf www.bundeswehr.de gehen, auf Bundeswehr-Infotour
klicken. Dann da im Unterpunkt auf der Karte eine oder mehrere Städte anklicken und Du hast die Termine.

Gute Sache das

Kleiner Antifa 26.03.2002 - 21:26
Find ich super was ihr da gerissen habt. Sollte überall so laufen in allen Städten. Alleine die Dreistigkeit an Schulen für den Krieg zu werben ist pervers. Aber Mord ist auch pervers und damit wäre der Teufelkreis geschlossen. Soldaten sind Mörder!

BW in Dresden - Nachtrag

TKDV Initiative Dresden 26.03.2002 - 21:30
Nachdem die Bundeswehr am Vormittag in Dresdner Schulen versucht hatte Schüler vom Spass am Töten zu überzeugen, fand am Nachmittag eine zentrale Veranstaltung mit wirklich lächerlichem Tschingderassabum statt. Während ein bundeswehr-eigener Radiomoderator sich auf der Showbühne darüber freute wie ungewöhnlich dieser Beruf innerhalb der Streitkräfte sei kam es vor der Bühne zu Tumulten. Feldjäger und Polizei versuchten ein von AktivistInnen entrolltes „Soldaten sind Mörder“ Transpi zu entfernen. Die gesamte Veranstaltung wurde von einem Geländespiel zwischen Polizei und Demonstranten dominiert. Mal wurde versucht einen Zettel auf dem Rücken eines Demonstranten zu entfernen der eine Wegbeschreibung zur nächsten Beratungsstelle für Zivildienst enthielt, mal verschönerten blutrote Farbeiflecken die schmucken LKW der Bundeswehr. Diese versuchte das Chaos durch die Musik der zwei mitreisenden Bands zu übertönen. Auf die Frage des Moderators ob der Sänger denn bei der Bundeswehr war kam die etwas peinliche Antwort das er Zivi war. Doch diese Scharte wurde sogleich ausgewetzt als der Sänger erklärte er habe einfach nicht genug über die Bundeswehr gewußt und würde heute selbstverständlich zum Bund gehen. Angesichts der Tatsache das neben vielen Soldaten, Polizisten und AktivistInnen kaum 30 Besucher anwesend waren beendete die Bundeswehr ihr Programm recht schnell um weitere Peinlichkeiten zu verhindern.

Für Menschen die den Bands gern sagen würden was sie von ihrer (übrigens schlecht inszenierten) Werbung für Mörder halten hier der Kontakt:

eleVate
+49-7243-597499 (für Fax hinten eine 8)
0170-7087916
 mail@elevate-music.com
www.elevate-music.com

AWG (Alles Wird Geiler)
leider kein Kontakt

Der Hauptpreis der Tombola, eine Kamera im Wert von 2500 €, ging übrigens an eine Aktivistin. Das Gerät wird verkauft und der Erlös kommt je zur Hälfte einem AZ und einem freien Radio zugute. Wir danken der Bundeswehr für die freundliche Unterstützung!

@TKVD Initiative Dredsen und Sympathysanten

Angel-Hart 26.03.2002 - 22:51
kleiner Tip: Man/frau kann das Guestbook von Elevate (www.elevate-music.com) unzensiert nutzen! Eintragen und dann ganz oben nachschauen!

@Spintlaus

Alex 27.03.2002 - 09:14
oh,...

ihr bräuchtet 26,5 Milliarden Euro um eure "lebensbejahenderen Alternativen" überzeugend darstellen zu können?

mir (und ofensichtlich auch dir) leuchten sie überwiegend auch so ein.


Ich liebe Euch

Dschugan Rosenberg 27.03.2002 - 18:26
Ich liebe Euch, versucht Eure Personalien zu schützen, denn sie werden Euch verfolgen und versuchen zu kriminalisieren. Sie haben nicht nur den Werbeetat von x-Millionen für die Bundeswehr sondern auch Leute, die mit unfeinen Methoden arbeiten.

Coole aktion!!!

b.a.n.g.ster 27.03.2002 - 18:27
Endlich mal wieder was erfreuliches von der Heimatfront, die Lektüre hat Spaß gemacht. Und: wenn Ihr mal in Berlin seid, jeden Freitag um 18 Uhr ist Antikriegskundgebung auf dem Breitscheidplatz, Nähe Bahnhof Zoo, kommt doch mal vorbei, oder wir sehen uns am 6. April in Leipzig oder am 1. Mai in Berlin 16 Uhr bei Bolle, U Bhf. Görlitzer Bahnhof...
Internet: www.nato-weg.de;  http://erstermai02.tk

die jugendoffiziere gehen um...

redriotfusion 27.03.2002 - 21:59
in bawü sind dafür die jugendoffiziere in den klassen unterwegs. die kann aber auch ziemlich in verlegenheit bringen, z.B. bezüglich der internationalen richtlinien beim afghanistan-einsatz, etc.

@ D. Rosenberg

schnalle 27.03.2002 - 23:56
Vielleicht solltest Du Deine Erfahrungen mit den "unfeinen Methoden" mal konkretisieren, bevor Du hier Panik verbreitest.

dicken kuss aus england

nico 29.03.2002 - 15:49
haha, nice one... viele gruesse von einem der nach coventry geschickt wurde...

Euch scheint vieles neu zu sein.

Ben 05.04.2002 - 18:04
Bei dem "Mördertötungspropagandazukünftigegenerälespiel" handelt es sich um Polis, einem ziemlich ausgeklügelten vor allem außenpolitischen Strategiespiel, welches an Schulen im Zusammenwirkung mit Jugendoffizieren der Bundeswehr durchgeführt wird. Ziel hierbei ist es, Verständnis für internationale Interdependenzen, also gegenseitige Abhängigkeiten zu schaffen. Militär spielt eine sehr untergeordnete Rolle. Einigen Mitarbeitern und Lesern von Indymedia täte das Spiel wohl auch ganz gut. Diese Veranstaltung selbst hat mit Propaganda nichts am Hut und könnte grundsätzlich auch von einem Krankenpfleger oder U-Bahnfahrer geleitet werden, wenn er oder sie nur sich entsprechend mit der aktuellen Lage der Welt etwas beschäftigt und die Regeln des Spiels lernt.
Ich habe selbst gerade eine kleine Bundeswehr-Informationsveranstaltung an einer öffentlichen Schule parallel zu einem Graphikdesigner, einem Regisseur, u.ä. Vertretern anderer Berufe auf Einladung des Elternbeirats durchgeführt. Mein Auftrag war nicht die Nachwuchsgewinnung, was angesichts der momentanen Situation der Bw auch kein dankbarer Job ist, dennoch einer, der gemacht werden muß.
Gott sei Dank komme ich aus dem schönen Bayern und muß mich nicht mit eventuellen Störern auseinandersetzen. Andererseits käme ich selbst nicht auf die Idee, eine AntiBw-Veranstaltung zu stören, obwohl dort (im Gegensatz zu Veranstaltungen des Bundes) Hetzkampagnen primitivster Art durchgeführt werden, in denen sehr häufig auch Unwahrheiten verbreitet werden.
Die Bevölkerung, und auch sechzehnjährige Schüler schon, wissen heutzutage selbst zu entscheiden, was sie hören und glauben wollen oder nicht.

Pol&IS ist super!!!

"UNO-Generalsekretär" 13.11.2002 - 10:37
Ich selber habe Pol&IS auch sehr oft geleitet, mit Schülern, Studenten aus allen Herren Ländern und auch mit Zivis und Wehrpflichtigen. Alle waren begeistert.

Aber lass diese Typen doch quatschen, Ben. Die nimmt sowieso keiner ernst, Jugendoffiziere dagegen haben höchste Reputationen. Sogar ehemalige Bundeswehr-Hasser wie die Angelika Beer von der Grünen waren schon bei ihnen zu Gast und waren beeindruckt.

Mörder?

Jens 13.04.2003 - 03:26
Mörder?
Ich bin seid 3 Jahren bei der Bundeswehr und hab mit eigenen Augen im Einsatz gesehen, was Trauer und Leid ist.
Und komischerweise komm ich mir gar nicht wie ein Mörder vor, die Leute mit denen ich umgang hatte leben noch.

Bundeswehr ist nicht US-Armee , das sollte vielleicht nicht vergessen werden.
Ich hab auch noch keine Bw gesehen, die einen Angriffskrieg vorbereitet oder durchführt.
Überlegt Euch doch mal ob Euer Nachbar, Euer Freund, Euer Schulkamerad o. ehem. Arbeitskollege, der sich entscheidet einen krisensicheren Job bei der Bundeswehr anzunehmen, ein Mörder ist, bevor hier wieder verallgemeinerungen stattfinden und die Leute verleumdet.