Atommüllzug aus Krümmel gestoppt

Robin Wood 21.03.2002 03:59 Themen: Atom
AktivistInnen von Robin Wood haben den Atommüllzug aus dem AKW Krümmel in Bergedorf gestoppt. Seit 1.50 Uhr steht der Zug. Bisher (jetzt ist es 4.00 Uhr) konnte die Aktion von der Polizei noch nicht beendet werden.
Redaktionen: Aktuelles/Wirtschaft/Umwelt

Atommüllzug aus Krümmel gestoppt
ROBIN WOOD-AktivistInnen fordern den sofortigen Atomausstieg

AktivistInnen der Umweltorganisation ROBIN WOOD ist es heute um 01.50 Uhr gelungen, im Hamburger Stadtteil Bergedorf den Zug mit Atommüll aus dem AKW Krümmel auf seinem Weg in die britische Plutoniumfabrik Sellafield symbolisch zu blockieren. Mit ihrer gewaltfreien Aktion machen die UmweltschützerInnen auf die Gefahren des Transports aufmerksam und demonstrieren für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke. Der Zug mit den drei Risikobehältern des Typs NTL 11 aus Krümmel soll mit weiteren Behältern aus den Atomkraftwerken Brokdorf, Grohnde und Neckarwestheim zusammen gekoppelt werden, bevor er die französische Grenze passieren wird.

Der Zug wurde zwischen Escheburg und Bergedorf aufgehalten. Dort haben sich vier ROBIN WOOD-Aktivistinnen mit Hilfe eines Stahlrohres an das Bahngleis gekettet. An derselben Stelle sind zwei weitere Mitglieder der Umweltorganisation auf ein zuvor aufgerichtetes Dreibein aus Gerüststangen geklettert und haben sich dort in vier Meter Höhe über dem Boden befestigt. Durch die Aktion verzögert sich die Weiterfahrt des Atommüll-Zuges bis auf weiteres.

ROBIN WOOD hat in den vergangenen Wochen die Aufsichtsbehörden und das Bundesamt für Strahlenschutz mehrfach dringend aufgefordert, den Transport abzusagen. Denn:

· Die Hamburger Elektrizitätswerke sind kein zuverlässiger Betreiber. So hat die HEW mit dem Störfall in Brunsbüttel vom Dezember vergangenen Jahres einen der schwersten Störfälle zu verantworten, der sich jemals in einem deutschen Atomkraftwerk ereignete.

· Die Sicherheit der drei Behälter des Typs NTL 11, in denen die hochgiftige Fracht transportiert wird, ist nicht ausreichend geprüft. Der Behältertyp hatte 1998 mehrere Falltests nicht überstanden und war daher aus dem Verkehr gezogen worden. Jetzt werden die Behälter wieder eingesetzt, ohne zuvor realen Belastungstests unterzogen worden zu sein. Daher kann niemand voraussagen, ob die Behälter bei einem Unfall wirklich dicht bleiben. Hunderttausende werden dadurch unnötig gefährdet.

· Die Folgen eines Unfalls wären katastrophal. Bei ungünstigen Wetterverhältnissen würde die Bevölkerung im Radius von mehr als zehn Kilometern um die Unfallstelle verstrahlt. Tausende müssten umgesiedelt und das Stadtgebiet dekontaminiert werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Gruppe Ökologie Hannover im Auftrag der Stadt Hamburg erstellt hat.

· Durch die so genannte Wiederaufarbeitung wird der Millionen Jahre strahlende Müll vervielfacht. Es ist unverantwortlich, weiterhin Atommüll zu produzieren, zumal es dafür kein sicheres Endlager gibt.

Kontakt:
Bettina Dannheim, Energiereferentin, Tel. 0171 / 835 95 15 (vor Ort); Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0179 / 417 30 93 (vor Ort); Jochen Stay, Pressestelle, Tel. 040 / 380 892 22,  presse@robinwood.de
Foto- und Filmmaterial zur Aktion erhalten Sie über die Pressestelle unter Tel. 040 / 380 892 22.
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Ergänzungen

da lacht das herz

castorix 21.03.2002 - 08:11
Ein dickes lob an robin wood, wieder mal zeigen sie wie es geht. darauf lässt sich doch aufbauen auf dem langen weg des castors durch die republik.
Laßt uns das ding stoppen wo es nur geht, jede minute ist ein Erfolg. Die saison ist eröffnet...
Allen Aktivisten viel Glück und Erfolg!

toll

venceremos 21.03.2002 - 09:31
ja, dickes lob an die robins!!! all ihr freiheitsvögel, nehmt euch ein beispiel an den rotkehlchen!! die castorsaison ist eröffnet, der kampf geht weiter!!!!

Castor

verstrahlt 21.03.2002 - 10:16
Echt Klasse was ihr da mal wieder geschafft hat. Endlich kommt ein WA Transport auch wieder in der normalen Presse SUPER!!!

Kein Castor nach nirgendwo!!!

Mausi 21.03.2002 - 10:18
Stimmt, so langsam spielt auch das Wetter wieder mit, da machen Wald- und Wiesenspiele mit den kleinen grünen Männchen gleich wieder viel mehr Spaß...Bullen foppen-Castor stoppen!!!

Respekt,aber...

Philipp 21.03.2002 - 11:34
Sehr gute Aktion! Aber leider wird mal wieder vergessen, die vielen anderen AktivistInnen zu erwähnen. Tatsächlich wurde der Castor in Bergedorf nicht von Robin Wood, sondern schon vorher von 11 DemonstrantInnen gezwungen, bis zu Robin Wood im Schritttempo oder gar nicht zu fahren! Außerdem gab es zahlreiche DemonstrantInnen, die die Aktionen begleiteten!!! Diese dürfen nicht unerwähnt bleiben!

Atommüllzug aus Krümmel gestoppt

atomgegner 21.03.2002 - 13:29
tolle aktion. herzlichen glückwunsch. ich finde es nur immer wieder schade, dass die massen nach gorleben fahren und wenn etwas vor der haustür passiert, nicht so eine mobilisierung stattfindet.
gruss
einer-der-auch-nicht-dabei-war

Bilder ?

x 21.03.2002 - 13:50
Ich möchte Bilder von der Aktion sehen.

Bilder

Lotta 21.03.2002 - 14:43
Bilder der Aktion sind bei www.randbild.de zu sehen.
TOLLE AKTION!!!

Schade ich musse arbeiten!

DJ Karsten 21.03.2002 - 16:18
Danke an denen die dabei gewesen waren. Ich komme aus dem Landkreis Lüchow-Dannenbeg und ich hoffe das wir mehr und mehr werden. Auf jeden Fall werde ich soviel Promotion machen wie es nur geht.

Niemals aufgeben!

leider zu spät...

castorterrorist 21.03.2002 - 17:08
wir kamen um 11.20 uhr am münsteraner hauptbahnhof an... um 11.15 uhr fuhr der zug durch :-(
trotzdem vielen dank an alle blockiererInnen! ;)