campamento - bericht aus lago

kellerglobalisiererInnen 19.03.2002 23:22 Themen: Globalisierung
holla...hier ein bericht ueber den dschungelteil des internationalen campes fuer soziale gerechtigkeit...
fotos dazu auf indymedia kolumbien.
Grenzcamp in Ecuador-Bericht aus Lago Agrio

Mit Teilnehmenden aus Kolumbien, Ecuador, Agentinien und vielen weiteren suedamerikanischen Laendern sowie aus Europa und Australien hat am letzten Mittwoch in Quito das internationale Camp fuer soziale Gerechtigkeit begonnen. Nach den Auftaktveranstaltungen teilte sich das Camp fuer die folgenden Tage in zwei Gruppen auf. Die eine Haelfte der Teilnehmenden fuhr in die Kuestenstadt Manta, in der sich eine US-Airbase befindet, von der Angriffe auf die kolumbianische Bevoelkerung geflogen werden.
Wir, Teilnehmende die sich der anderen Gruppe anschlossen, fuhren die Nacht hindurch von an der von der West-LB finanzierten Pipeline entlang in Richtung Regenwald. Unsere Busse erreichten am fruehen Morgen den grenznahen Ort Lago Agrio. Wo vor 15 Jahren noch Regenwald war, existiert hier heute eine durch die Oelproduktion gezeichnete Stadt.
Viele Menschen, die damlas in der Hoffnung nach Arbeit nach Lago Agrio zogen,mussten enttaeuscht werden. Von den 45 % des ecuadorianuischen Bruttosozialproduktes, das hier erwirtschaftet wird, bleibt das wenigste in der Region - , fuer den Ausbau der staedtischen Wasserversorgeung oder der Strassen bleiben nicht genuegend Mittel uebrig, da.Schulden bei der Weltbank beglichen werden muessen.
Die fatrale Infrastruktur war auch Grund des Ausnahmezustandes, den das Militaer bis vor einer Woche in der Region verhaengt hatte. Bauern und ArbeiterInnen protestierten mit der Stillegung der Oelproduktion dagegen, das die eigentlich reichste Region des Landes fuer die BewohnerInnen eine der aermsten in Ecuador ist. Das Militear uebernahm die Kontrolle der Gegend - vier Menschen starben.
Die gesamte Grenzregion zu Kolumbien wurde mit 14.000 ecuadorianischen Soldaten "gesichert". Die Folgen davon sind Anstieg von Vergewaltiguen und Prostitution.
Am ersten Tag im Forum berichteten Menschen aus verschiedenen Teilen des Amazonas-Gebietes ueber die Folgen des Plan Colombias und der Freihandelszone ALCA: die bekannte Definition des Plan Colombias stellt ihn als Projekt der Drogenbekaempfung und Plan des Friedens dar. Aber Aussagen der Bevoelkerung lassen diesen von der USA, der kolumbianischen Regierung, der EU und anderen unterstuetzten Plan als brutalen Angriff auf die Menschenrechte im Amazonasgebiet erscheinen. Pflanzengifte werden aus der Luft auf moegliche Kokaplantagen gesprueht. Vernichten tun diese Mittel aber alle Pflanzen, Wasser und Erde. Ferner kommt es u.a. zu Allegien und Erkrankungen der Atemorgane bei Kindern. Den Menschen im Sueden Kolubiens wird dadurch die Grundlage ihres Lebens zerstoert - ganze Regionen werden entvoelkert. Einfluss nehmen auf die Entscheidung und Aktionen gegen sie koennen die Kolumbianer nicht. Wer eine Gewerkschaft gruendet oder ihr beitritt, laeuft allerhoechste Gefahr, von paramilitaerischen Einheiten ermordet zu werden.
"Plan de Guerra" wiederholt ein Bauer in seiner Rede mehrfach. Die Paramilitaers sind bis jetzt meisst von Firmen finanzierte Militaereinheiten, die im Auftrag ihrer reichen Arbeitgeber stehen, um sie vor sozialen Unruhen zu schuetzen. Tatsaechlich sind sie fuer viele Morde in Kolumbien verantwortlich. Eine legale Armee sind sie bisher nicht. Trotzdem werden sie von der Regierung fuer ihre Taten nicht belangt. Das EU-aehnliche Abkommen fuer freien Handel in Suedamrika (ALCA) und der Plan Colombia sehen aber eine laenderuebergreifende Legalisierung der privaten Einheiten vor. Ein Vertreter einer in Kolumbien gestarteten Kampagne gegen Straflosigkeit berichtete ueber paramilitaerische Massaker an der Zivilbevoelkerung und sprach sich fuer sich eine ausweitung der Kampagne aus.



Am Sonntag war Aktionstag und Ziel einer vom Camp aus gestarteten Demonstration war die Oelfoerderungszentrale "ocp".
recht frueh ging die Demo am Morgen Richtung Lago City. Das Plenum hatte am Abend vorher entschieden, erst in die Stadt zu gehen in der Hoffnung noch den ein oder die andere Anwohnerin fuer die Demo zu gewinnen.
Es regnete in Stroemen als sich ca. 150 Leute aufmachten. Parolenspielchen wie "el que no es saltar es neoliberal" (wer nicht springt ist neoliberal) sorgten fuer Stimmung. Am zugemuellten Strassenrand fanden die AktivistInnen allerhand Schlaginstrumente (Kanister, Rasseln, ..) und zogen radaulierend auf den Sonntagsmarkt. . Die Anwohner reagierten zurueckhaltend aber interessiert. Die Folgen des Ausnahmezustandes standen ihnen noch ins Gesicht geschreiben. Als jedoch Leute begannen die ansaessigen Bankgebaeude zu bespruehen, laechelten einige meist jugendliche Lago Agroianer. An zentralen Punkten in der Stadt hielt die Demo und eine Rednerin machte unser Anliegen deutlich.
Trommelnd, hupend und johlend ging es dann Richtung Jungle...zur Oelcompany...unterwegs wurden Schilder mit Spruechen veraendert oder bereichert...auch ein Tankwagen war fehl am Platz und wurde auf der Strasse angesprueht..."Plan Colombia...ALCArajo..."
Als ein Schlammweg Richtung OCP fuehrte teilten sich die Aktivistinnen in zwei Gruppen. Die einen blockierten die Strasse die andern zogen zur Foerderung.
Vor dem Haupttor des Oelkompllexes blockierten bewaffnete Soldaten und private Sicherheitskraefte den Zugang.
Sah so aus als waer hier Schluss, es wurden Parolen gerufen und einige Arbeiter die ebenfalls nicht reinkamen klopften sodidarisch auf ihre Helme.
Dann rief eine CompaƱera "lasst uns dass Buero besetzen" und stuermte an den schiessbereiten Soldaten vorbei ..die andern folgten ihr auf eine rotschlammige Baustelle ...an den Raendern des Gelaendes wuchs noch Dschungel aber in der Mitte waren nur schmutzige Fluesse und Kraene.
Vor dem Buero wurde dann eine Art Abschlusskundgebung gehalten mit der Forderung alle Pipelineprojekte einzustellen.
Es war schon verwunderlich dass das Miltaer nicht eingriff als jemand "libertad" an die Verwaltung spruehte...
In der zwischenzeit hat sich auf der Hauptstrasse ein kilometertlanger Stau gebildet und die Companer@s liefen dann vereint und sehr nass aber sehr zufrieden zurueck zum Camp...
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Ergänzungen