Update zum campamento in Ecuador

campamento Ecuador 18.03.2002 00:13 Themen: Globalisierung
Das campamento ist inzwischen auf ca. 700 Personen aus ueber 20 Laendern angewachsen. Nachdem die ersten zwei Tage mit Arbeitsgruppen und Foren zu Themen wie Plan Colombia, der Amerikanischen Freihandelszone ALCA (FTAA im englischen) und deren Auswirkungen fuer Andenregion, Lateinamerika und auf regionaler Ebene einen eher theoretischen Schwerpunkt hatte, wurde das campamento seit gestern zunehmend aktivistischer: Gestern fand in Manta, wo sich die nordamerikanische Militaerstation befindet, eine Demo gegen selbige statt, an der sich neben den ca. 150 nationalen und internationalen TeilnehmerInnen des campamentos auch ca. 1000 BewohnerInnen von Manta und campesinos der umliegenden Laendereien beteiligten. Trotz der gluehende Hitze von 38 Grad im Schatten zog die laute, bunte Demo, an der sich von Nonnen bis Punks, Campesinos und Professoren eine bunte Mischung beteiligte, die mindestens 8 km bis vor die Base, wo schon ecuadorianisches Militaer mit Maschinengewehren im Arm wartete. Davon liess sich jedoch niemand abschrecken; und so wurden flammende Reden gegen den Krieg in Kolumbien und den Interventionismus und Neokolonialismus der USA gehalten. Die Basis, zynischerweise nach dem ecuadorianischen Freiheitskaempfer Eloy Alfaro benannt, stellt nach eigener Aussage von US-Militaerstrategen ´das Auge und Ohr des Plan Colombias' dar; von dort aus koennen die Spezialkraefte des Militaers in kuerzester Zeit jeden aufstaendischen 'Krisen'herd in Lateinamerika erreichen und dort intervenieren. Ausserdem wurde und werden zur Erweiterung des jetzt schon ueber 10.000 Hektar grossen Gelaendes Campesinos enteignet und vertrieben, wogegen es einen starken Widerstand gibt.

Heute morgen wurde von den TeilneherInnen der zweiten Gruppe, die nach Lago Agrio in der Region Sucumbios, Amazonien, aufgebrochen war, kurzzeitig das Buero der OCP (Oleoducto Crudos Pesados) besetzt. Diese Gesellschaft, die aus mehreren Multinationalen Oelkonzernen gehalten wird und unter anderem von der WestLB finanziert wird, baut eine Oelpipline mitten durch oekologisch wertvolles und hochempfindliches Urwaldgebiet, welches ausserdem Vulkan- und Erdbebengebiet ist. Auch gegen dieses Projekt gibt es sowohl seitens der lokalen Bevoelkerung, als auch von OekoaktivstInnen, die dort in den Baeumen ein Dorf errichtet haben; Widerstand.

Fuer morgen sind zahlreiche Workshops, Diskussionsforen und Filmvorfuehrungen geplant; waehrend es am 19. eine grosse Abschlussdemo geben wird, zu der fast alle Organisierungen der sozialen Bewegungen mobilisieren. Am Mittwoch, dem 20. Maerz, endet das campamento mit einem Abschlussplenem und einem grossen Konzert am Abend.
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Ergänzungen