500 gegen Abschiebeknast Glasmoor (8 Bilder)
Am 23.2. demonstrierten (Aufruf) über 500 Menschen gegen den Hamburger Abschiebeknast in Norderstedt-Glasmoor (Schleswig-Holstein). Stimmung war gut, Wetter gemischt und trotz viel Polizei alles friedlich.
- weitere Berichte: 1,2 (Fotos),3
Widerstand von Flüchtlingen:
- Hungerstreik im Juli 2001 - teilweise beendet - Soli-Demo (Bericht)
- Friedliche Revolte von 50 Gefangenen im Oktober 2001
- Revolte im Dezember 2001
Sonntagsspaziergänge: (jeden 3. Sonntag im Monat, 14 Uhr B5, 15 Uhr Norderstedt)
- Bericht vom 19.08.2001
Der erste Prozeß gegen einen Schließer aus dem Abschiebeknast wegen Mißhandlungen endete mit einem Freispruch.
- weitere Berichte: 1,2 (Fotos),3
Widerstand von Flüchtlingen:
- Hungerstreik im Juli 2001 - teilweise beendet - Soli-Demo (Bericht)
- Friedliche Revolte von 50 Gefangenen im Oktober 2001
- Revolte im Dezember 2001
Sonntagsspaziergänge: (jeden 3. Sonntag im Monat, 14 Uhr B5, 15 Uhr Norderstedt)
- Bericht vom 19.08.2001
Der erste Prozeß gegen einen Schließer aus dem Abschiebeknast wegen Mißhandlungen endete mit einem Freispruch.
Morgens nach dem Aufstehen erstmal Verwunderung. Schneesturm draußen vor dem Fenster. Kurze Beratungen, aber wir raffen uns auf und fahren trotzdem los.
Mit einer nicht gerade kleinen Verspätung kommen wir am Treffpunkt an. Keine Minute zu früh. Die Demo geht gerade los. Anfangs ist es noch trocken. Später ziehen immer wieder Schneeschauer über die Demo hinweg. Diese können jedoch nicht viel Schaden ausrichten, eher animieren sie noch zu Schneeballschlachten untereinander (wobei auch ab und zu mal ein Ball sein Ziel verfehlt und begleitende Beamte trifft).
Die Demo war noch gar nicht weit gegangen, da gab es schon eine erste kurze Aufregung. Ein Nazi stand auf seinem Balkon und gröhlte etwas, was nicht zu verstehen. Dazu gab es immer mal wieder den Hitler-Gruß. Das reichte im jedoch nicht und er ging auf der anderen Seite vom Haus aus seiner Wohnung. Von dem offenem Vorflur pöbelte weiter. Die Schneebälle waren alle etwas ungenau und auch die Leuchtkugel traf nicht.
Bei der ersten Zwischenkundgebung im Wohngebiet gab es einen sehr originellen Zwischenruf. "Hier wollen noch Leute schlafen!". Und das nach 12 Uhr mittags. Da fällt einem ja eigentlich nur eine Antwort ein - Geh doch Arbeiten!.
Nach über einer Stunde Demo kamen wir am Knast an. An der JVA vorbei ging es bis zum Tor der Abschiebecontainer. In den Fenstern waren Leute zu erkennen. Sie reifen Parolen, machten Lärm und winkten. Wir antworteten ihnen. Über den Lauti (der echt sehr Laut war, vor allem die Bässe). Wurde den Flüchtlingen mitgeteilt warum wir da sind, und wie wir ihnen helfen können, bzw. wie sich bei Gruppen melden können um Hilfe zu bekommen. Später war mal eine zeitlang Stille von unserer Seite, damit wir Namen von Flüchtlingen verstehen konnten, damit sie besucht werden können. Um einen kleinen Zaun des JVA-Vorgartens entbrannte ein kleiner Streit. Ein paar Leute rüttelten so sehr am ihm, dass die Beamten vor Ort genötigt waren sich schützend vor und hinter den Zaun zu stellen. Nach mehr als einer Stunde am Knast ging es schweren Herzens zurück. Einerseits waren wir durchgefroren, kaputt und müde, andererseits merkten wir, wie wichtig wir für die Flüchtlinge im Abschiebeknast waren.
Am Knast war auch erst das ganze Polizeiaufgebot zu bewundern. Neben mehreren Hundert Beamten aus ganz Schleswig-Holstein (mit einer großen Variation an Kopfbedeckungen: klassische weiße Mütze, schwarze Wollmütze, Barrets, Baseball-Caps in mindestens sechs Variationen, Fellmützen mit Ohrenklappen, Helme und Integralhelme) waren auch wenigstens vier Wasserwerfer und ein Räumpanzer vor Ort.
Die Abschlußkundgebung fand auf dem Glashütter Markt statt. Gegenüber der Praxis des Arztes des Abschiebeknastes. In welchem Haus diese war, war leicht zu erkennen. Es war das einzige, vor dem eine Polizeikette stand.
Nach dem Ende der Kundgebung ging es mit Linienbussen zurück zur U-Bahn und müde aber guter Stimmung nach Hause.

Die Demo. Einmal trocken und einmal mit Schneetreiben. Zwischendurch gab es auch strahlenden Sonnenschein.

Ein ausgeschlafener "Hamburger Jung(s)". Dieser Nazi war schon um 12 Uhr mittags in der Lage zu provozieren.

Oben: Hin zum Knast
Unten: Gleicht geht es wieder weg

Etwas schwer zu erkennen: In ihren Fenstern machen Flüchtlinge auf sich aufmerksam.

Der Zaun um den Abschiebeknast ist wesentlich höher, als der um den normalen Knast in Glasmoor. Deutschland weiß genau zwischen "Ausnützenden und Nützenden" zu unterscheiden.

Kleine Rangeleien am Rande. Dem Vorgartenzaun durfte nichts passieren. Dieser Meinung waren die Herren mit Helm.

Auch auf Fahnen lassen sich Parolen und Forderungen schreiben
Mit einer nicht gerade kleinen Verspätung kommen wir am Treffpunkt an. Keine Minute zu früh. Die Demo geht gerade los. Anfangs ist es noch trocken. Später ziehen immer wieder Schneeschauer über die Demo hinweg. Diese können jedoch nicht viel Schaden ausrichten, eher animieren sie noch zu Schneeballschlachten untereinander (wobei auch ab und zu mal ein Ball sein Ziel verfehlt und begleitende Beamte trifft).
Die Demo war noch gar nicht weit gegangen, da gab es schon eine erste kurze Aufregung. Ein Nazi stand auf seinem Balkon und gröhlte etwas, was nicht zu verstehen. Dazu gab es immer mal wieder den Hitler-Gruß. Das reichte im jedoch nicht und er ging auf der anderen Seite vom Haus aus seiner Wohnung. Von dem offenem Vorflur pöbelte weiter. Die Schneebälle waren alle etwas ungenau und auch die Leuchtkugel traf nicht.
Bei der ersten Zwischenkundgebung im Wohngebiet gab es einen sehr originellen Zwischenruf. "Hier wollen noch Leute schlafen!". Und das nach 12 Uhr mittags. Da fällt einem ja eigentlich nur eine Antwort ein - Geh doch Arbeiten!.
Nach über einer Stunde Demo kamen wir am Knast an. An der JVA vorbei ging es bis zum Tor der Abschiebecontainer. In den Fenstern waren Leute zu erkennen. Sie reifen Parolen, machten Lärm und winkten. Wir antworteten ihnen. Über den Lauti (der echt sehr Laut war, vor allem die Bässe). Wurde den Flüchtlingen mitgeteilt warum wir da sind, und wie wir ihnen helfen können, bzw. wie sich bei Gruppen melden können um Hilfe zu bekommen. Später war mal eine zeitlang Stille von unserer Seite, damit wir Namen von Flüchtlingen verstehen konnten, damit sie besucht werden können. Um einen kleinen Zaun des JVA-Vorgartens entbrannte ein kleiner Streit. Ein paar Leute rüttelten so sehr am ihm, dass die Beamten vor Ort genötigt waren sich schützend vor und hinter den Zaun zu stellen. Nach mehr als einer Stunde am Knast ging es schweren Herzens zurück. Einerseits waren wir durchgefroren, kaputt und müde, andererseits merkten wir, wie wichtig wir für die Flüchtlinge im Abschiebeknast waren.
Am Knast war auch erst das ganze Polizeiaufgebot zu bewundern. Neben mehreren Hundert Beamten aus ganz Schleswig-Holstein (mit einer großen Variation an Kopfbedeckungen: klassische weiße Mütze, schwarze Wollmütze, Barrets, Baseball-Caps in mindestens sechs Variationen, Fellmützen mit Ohrenklappen, Helme und Integralhelme) waren auch wenigstens vier Wasserwerfer und ein Räumpanzer vor Ort.
Die Abschlußkundgebung fand auf dem Glashütter Markt statt. Gegenüber der Praxis des Arztes des Abschiebeknastes. In welchem Haus diese war, war leicht zu erkennen. Es war das einzige, vor dem eine Polizeikette stand.
Nach dem Ende der Kundgebung ging es mit Linienbussen zurück zur U-Bahn und müde aber guter Stimmung nach Hause.

Die Demo. Einmal trocken und einmal mit Schneetreiben. Zwischendurch gab es auch strahlenden Sonnenschein.

Ein ausgeschlafener "Hamburger Jung(s)". Dieser Nazi war schon um 12 Uhr mittags in der Lage zu provozieren.

Oben: Hin zum Knast
Unten: Gleicht geht es wieder weg

Etwas schwer zu erkennen: In ihren Fenstern machen Flüchtlinge auf sich aufmerksam.

Der Zaun um den Abschiebeknast ist wesentlich höher, als der um den normalen Knast in Glasmoor. Deutschland weiß genau zwischen "Ausnützenden und Nützenden" zu unterscheiden.

Kleine Rangeleien am Rande. Dem Vorgartenzaun durfte nichts passieren. Dieser Meinung waren die Herren mit Helm.

Auch auf Fahnen lassen sich Parolen und Forderungen schreiben
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Ergänzungen
nett!
antifaschist angefahren
Taz-Hamburg dazu
Demo gegen Abschiebe-Knast
Etwa 500 Menschen haben am Samstagmittag in Norderstedt gegen den von Hamburg betriebenen Abschiebeknast Glasmoor demons-triert. Daraufhin, so berichtete am Abend ein Gefangener telefonisch der Glasmoorgruppe, sei den Inhaftierten der Hofgang verweigert, mehrere Gefangene seien von Schließern geschlagen worden. Von der JVA Glasmoor war dazu gestern keine Stellungnahme zu erhalten.
Begleitet von zwei Hundertschaften Polizei waren die DemonstrantInnen vom Bahnhof Ochsenzoll zur Haftanstalt gezogen, wo sie von den Gefangenen mit lautem Klopfen und Rufen erwartet wurden. Vorausgegangen war eine Auftaktkundgebung am Kielort - "Der Staat ruft zur Menschenjagd auf und findet in der Gesellschaft viel Zustimmung, selten Widerstand" -; ein Redebeitrag vor der Praxis des Anstaltsarztes am Glashütter Markt kritisierte abschließend die unzureichende medizinische Versorgung der Inhaftierten.
Der Container-Knast besteht seit 1994, an jedem dritten Sonntag im Monat finden die Sonntagsspaziergänge nach Glasmoor statt, der nächste am 17. März (Treff Hamburg: 14 Uhr, B5, Brigittenstraße 5; Norderstedt: 15 Uhr, Am Glasmoor/Ecke Glasmoorstieg). bigo
mehr fotos
Flugi des RSB zum Thema
gibt bestimmt noch mehr fotos
Moin,
böse kritik an die nicht anwesenden hamburger gruppen, es sei denn sie waren im osten dieses landes aktiv, um die faschisten aufzuhalten.
Bei längerer ankündigungsphase und besserem wetter, wären sicherlich noch mehr menschen gekommen. Auf jeden fall, sollte das ganze öfters groß angelegt werden, damit der druck auf die behörden stärker wird.
@autoreifen
dsa näxte mal stehen andere platt dar ;-)
Euer Engagement in allen Ehren...
hö?
wo ist mein kommentar?
mit welcher begruendung wurde der kommentar geloescht?
gruss
2002