Australiens rassistische Flüchtlingspolitik
Ein zusammenfassender Artikel in schlechtem
deutsch (sorry, max ;), der in der WOZ,
Schweiz sicherlich gekuerzt und sub-edited erschienen ist.
deutsch (sorry, max ;), der in der WOZ,
Schweiz sicherlich gekuerzt und sub-edited erschienen ist.
RN3351.01
VERTEUFLUNG BRAUCHT DEN MEDIEN AUSSCHLUSS
Max Watts, Annandale, Australien
Zwei Studen, mit einem schnellen Auto, Suedlich des jetzt wohlbekannten "AsylantenLager Woomera "liegt Port Augusta. Die naechste Stadt zum Lager. 14,500 Einwohner. Fuer diese Gegend eine Grossstadt. Ich fragte Joy Baluch, 70, Buegermeisterin seit 1981, ueber das Lager, die Asylanten, deren Hungerstreik: "Hoffentlich werden die bald krepieren ! Zurueckschicken ! Solche Leute brauchen wir hier nicht!" Ihrer Meinung nach sind diese Asylanten reich und - von der Australischen Regierung - verwoehnt, mit "Airconditioning" Klimaanlage - im Lager. Drin war sie natuerlich nie. Gesprochen hat sie mit keinen. Baluch. Ihr Mann, seit sieben Jahren verstorben, kam aus der Ukraine. Ob er nicht auch ein "bloody reffo" mal war, fragte ich nicht. Fuer Frau Baluch waren diese "boat people" etwas ganz anders, fremd, unbekannt. Nicht zufaellig.
Seit Ende August, als der Norwegische Frachter Tampa der sinkenden Howard Regierung eine Rettungsboie, 450 Asylanten (sucher) aus Afghanistan, Iraq, Palestina, zuwarf, den Konservativen die Moeglichkeit gab eine fast verlorene Wahl mit einer aufgebauschten "Fremdenfeindlichkeit" doch noch zu gewinnen, war den "Liberalen" (so heisst die Konservative Partei in Australien) eines klar: Um das Schreckengespenst der Braunen Horden aufrechtzuhalten, mussten die Asylanten systematisch verteufelt werden. Die - fuer Howard, Ruddock, ihre Mannschaft, - nicht ausgeschlossene Gefahr dass der Australische Durchschnittsbuerger diese "Asylanten" als Menschen erkennt musste abgewaehrt werden. Um diese Verteuflung aufzubauen, zu erhalten, wurde hierzulande die Presse Freiheit - jedenfalls in diesem Bereich - abgeschaft. Von der Tampa, Anfang's an, bis heute.
Woomera.
Jeder menschliche Kontakt zwischen den Medien, Journalisten, Kameraleuten, und den Maennern, Frauen und Kindern in den ueberfuellten, morschen, sinkenden, Holzbooten, auf der Tampa, der Weinachtsinsel, den Australischen Kriegsschiffen die sie danach nach Nauru und Papua-Neuguinea brachten, denen die schon seit vielen Monaten, manchmal Jahren, in Wuestenlagern wie Woomera und Port Hedland hinter Stacheldraht sassen, musste verhindert werden. Nur so konnte dass Verteuflungsbild der Howard/Ruddock Inszenierung aufgebaut und erhalten werden. Gelogen wurde wie notwendig; Fakten warden absolut nicht gefragt. Gegendarstellungen gabs ja kaum. Manchmal platzte doch eine Luege: "Diese Unmenschen werfen ihre eigene Kinder ins Meer um "uns" (d.h. uns brave Australier, unsere Kriegsmarine) zu erpressen - wir haben einen Film der dies beweisst". Sagte Howard. Aber "brave" Australische Matrosen machten da nicht mit, der Film beweisst etwas ganz anderes, er ist auch schnell verschwunden. Macht nix, Ruddock geht weiter zur naechsten Verteuflung. Die Asylanten sind so reich dass sie den Schmugglern Vermoegen zahlen (koennen), sie waren in keiner Gefahr, sie haetten sich ruhig auf Immigrationslisten (in Kabul, Bagdad, Teheran.. wo's in der Wirklichkeit keine gab !) einschreiben koennen, und sind nur "Queue Jumpers" (wollen sich bloss nicht anreihen) die anderen, wuerdigen Fluechtlingen ihren Platz wegnehmen.
Und jetzt dass (einige) da sind, leben sie (so ist Frau Buegermeisterin Baluch fest ueberzeugt, so wird ihr von Howard und Ruddock erzaehlt) - im groessten Luxus - in diesen Lagern - mit "Air Conditioning". Warum darf die Presse nicht in die Lager hinein? Koennte sie doch diesen Luxus beschreiben! Warum werden jetzt Journalisten sogar in Woomera, in Australien, weggescheucht, verhaftet, "Mindestens ein Kilometer weg vom Zaum"!
Reden wir nicht von Nauru, oder Manus (eine entfernte Insel Papua-Neuguineas, wo jetzt schon 500, bald sollen es 1000 sein, Asylsucher eingesperrt hocken.) Den Regierungen Naurus und PNGs wurde es schnell von Canberra klargemacht, dass diese Fluechtlinge keine Medienkontakte brauchen, und dass Howard sich darauf verlassen kann, dass Port Moresby und Nauru das verstehen. Ein Verstaendniss dass mit 20 Millionen Australische Dollars fuer PNG, etwas weniger fuer Nauru, gekauft wird.
Als die Journalisten vor ein paar Tagen von Woomera weggescheucht wurden, fragten sie um Gruende, bekamen dann aber keine Erklaerung - nur "Befehl ist Befehl". Heute bekam ich eine von einem Regierungssprecher: "Sobald die "Detainees" (Festgehaltene) die Medien sehen, regen sie sich auf, demonstrieren, springen von den Daechern, in den "Razor Wire" hinein (Razierklingen scharfen Stacheldraht, der die Lager umzingelt). Wir muessten die Journalisten entfernen, um die Festgehaltene vor sich selbst zu schuetzen."
Ploetzlich errinerte ich mich das die Nazi 1933 Juden nach Dachau schickten - in "Schutzhaft".
Um sie zu schuetzen...
Aber irgendetwas in diesem Verteuflungsplan der Howard Regierung fängt an zu wackeln. Obwohl Howard, zu Besuch in New York, weiterhin bruestet "Wir werden uns nicht von diesen (sprich Braunen Unter-) Menschen erpressen lassen", fangen mehr und mehr Australier an "dumme Fragen" zu stellen.
Manche "Fuehrer" der Labor Partei (ALP) wundern sich ob sie noch immer dass Maul halten solten, oder vielleicht doch leise etwas ueber Prinzipien, Menschlichkeit, Solidaritaet, fluestern koennten. Und links von Labor wird der Angriff auf die Regierungspolitik schaerfer, offener. Und mehr und mehr "einfache Australier" hoeren da zu. Sogar Buergermeisterin Baluch, am Ende unseres Gespraechs: "Vielleicht sollten sie doch die Kinder, die sind etwas anderes, rauslassen. "Wenn die "Dogooding Bastards" (Wohltuende, Weichherzige"?) in Canberra sie aufnehmen wollen. "Und dann, erwartet: "Eigentlich koennten man alle rauslassen, solange die nur nicht hier in Port Augusta bleiben. "Ich habe mit meinen 3000 "Aborigines" schon genuegend Probleme."
Leider konnte ich bis jetzt keine dieser "Ureinwohnern" ihre Meinung ueber die neuesten "boat people" fragen, ob die so viel schlimmer waeren als die vorherigen.
VERTEUFLUNG BRAUCHT DEN MEDIEN AUSSCHLUSS
Max Watts, Annandale, Australien
Zwei Studen, mit einem schnellen Auto, Suedlich des jetzt wohlbekannten "AsylantenLager Woomera "liegt Port Augusta. Die naechste Stadt zum Lager. 14,500 Einwohner. Fuer diese Gegend eine Grossstadt. Ich fragte Joy Baluch, 70, Buegermeisterin seit 1981, ueber das Lager, die Asylanten, deren Hungerstreik: "Hoffentlich werden die bald krepieren ! Zurueckschicken ! Solche Leute brauchen wir hier nicht!" Ihrer Meinung nach sind diese Asylanten reich und - von der Australischen Regierung - verwoehnt, mit "Airconditioning" Klimaanlage - im Lager. Drin war sie natuerlich nie. Gesprochen hat sie mit keinen. Baluch. Ihr Mann, seit sieben Jahren verstorben, kam aus der Ukraine. Ob er nicht auch ein "bloody reffo" mal war, fragte ich nicht. Fuer Frau Baluch waren diese "boat people" etwas ganz anders, fremd, unbekannt. Nicht zufaellig.
Seit Ende August, als der Norwegische Frachter Tampa der sinkenden Howard Regierung eine Rettungsboie, 450 Asylanten (sucher) aus Afghanistan, Iraq, Palestina, zuwarf, den Konservativen die Moeglichkeit gab eine fast verlorene Wahl mit einer aufgebauschten "Fremdenfeindlichkeit" doch noch zu gewinnen, war den "Liberalen" (so heisst die Konservative Partei in Australien) eines klar: Um das Schreckengespenst der Braunen Horden aufrechtzuhalten, mussten die Asylanten systematisch verteufelt werden. Die - fuer Howard, Ruddock, ihre Mannschaft, - nicht ausgeschlossene Gefahr dass der Australische Durchschnittsbuerger diese "Asylanten" als Menschen erkennt musste abgewaehrt werden. Um diese Verteuflung aufzubauen, zu erhalten, wurde hierzulande die Presse Freiheit - jedenfalls in diesem Bereich - abgeschaft. Von der Tampa, Anfang's an, bis heute.
Woomera.
Jeder menschliche Kontakt zwischen den Medien, Journalisten, Kameraleuten, und den Maennern, Frauen und Kindern in den ueberfuellten, morschen, sinkenden, Holzbooten, auf der Tampa, der Weinachtsinsel, den Australischen Kriegsschiffen die sie danach nach Nauru und Papua-Neuguinea brachten, denen die schon seit vielen Monaten, manchmal Jahren, in Wuestenlagern wie Woomera und Port Hedland hinter Stacheldraht sassen, musste verhindert werden. Nur so konnte dass Verteuflungsbild der Howard/Ruddock Inszenierung aufgebaut und erhalten werden. Gelogen wurde wie notwendig; Fakten warden absolut nicht gefragt. Gegendarstellungen gabs ja kaum. Manchmal platzte doch eine Luege: "Diese Unmenschen werfen ihre eigene Kinder ins Meer um "uns" (d.h. uns brave Australier, unsere Kriegsmarine) zu erpressen - wir haben einen Film der dies beweisst". Sagte Howard. Aber "brave" Australische Matrosen machten da nicht mit, der Film beweisst etwas ganz anderes, er ist auch schnell verschwunden. Macht nix, Ruddock geht weiter zur naechsten Verteuflung. Die Asylanten sind so reich dass sie den Schmugglern Vermoegen zahlen (koennen), sie waren in keiner Gefahr, sie haetten sich ruhig auf Immigrationslisten (in Kabul, Bagdad, Teheran.. wo's in der Wirklichkeit keine gab !) einschreiben koennen, und sind nur "Queue Jumpers" (wollen sich bloss nicht anreihen) die anderen, wuerdigen Fluechtlingen ihren Platz wegnehmen.
Und jetzt dass (einige) da sind, leben sie (so ist Frau Buegermeisterin Baluch fest ueberzeugt, so wird ihr von Howard und Ruddock erzaehlt) - im groessten Luxus - in diesen Lagern - mit "Air Conditioning". Warum darf die Presse nicht in die Lager hinein? Koennte sie doch diesen Luxus beschreiben! Warum werden jetzt Journalisten sogar in Woomera, in Australien, weggescheucht, verhaftet, "Mindestens ein Kilometer weg vom Zaum"!
Reden wir nicht von Nauru, oder Manus (eine entfernte Insel Papua-Neuguineas, wo jetzt schon 500, bald sollen es 1000 sein, Asylsucher eingesperrt hocken.) Den Regierungen Naurus und PNGs wurde es schnell von Canberra klargemacht, dass diese Fluechtlinge keine Medienkontakte brauchen, und dass Howard sich darauf verlassen kann, dass Port Moresby und Nauru das verstehen. Ein Verstaendniss dass mit 20 Millionen Australische Dollars fuer PNG, etwas weniger fuer Nauru, gekauft wird.
Als die Journalisten vor ein paar Tagen von Woomera weggescheucht wurden, fragten sie um Gruende, bekamen dann aber keine Erklaerung - nur "Befehl ist Befehl". Heute bekam ich eine von einem Regierungssprecher: "Sobald die "Detainees" (Festgehaltene) die Medien sehen, regen sie sich auf, demonstrieren, springen von den Daechern, in den "Razor Wire" hinein (Razierklingen scharfen Stacheldraht, der die Lager umzingelt). Wir muessten die Journalisten entfernen, um die Festgehaltene vor sich selbst zu schuetzen."
Ploetzlich errinerte ich mich das die Nazi 1933 Juden nach Dachau schickten - in "Schutzhaft".
Um sie zu schuetzen...
Aber irgendetwas in diesem Verteuflungsplan der Howard Regierung fängt an zu wackeln. Obwohl Howard, zu Besuch in New York, weiterhin bruestet "Wir werden uns nicht von diesen (sprich Braunen Unter-) Menschen erpressen lassen", fangen mehr und mehr Australier an "dumme Fragen" zu stellen.
Manche "Fuehrer" der Labor Partei (ALP) wundern sich ob sie noch immer dass Maul halten solten, oder vielleicht doch leise etwas ueber Prinzipien, Menschlichkeit, Solidaritaet, fluestern koennten. Und links von Labor wird der Angriff auf die Regierungspolitik schaerfer, offener. Und mehr und mehr "einfache Australier" hoeren da zu. Sogar Buergermeisterin Baluch, am Ende unseres Gespraechs: "Vielleicht sollten sie doch die Kinder, die sind etwas anderes, rauslassen. "Wenn die "Dogooding Bastards" (Wohltuende, Weichherzige"?) in Canberra sie aufnehmen wollen. "Und dann, erwartet: "Eigentlich koennten man alle rauslassen, solange die nur nicht hier in Port Augusta bleiben. "Ich habe mit meinen 3000 "Aborigines" schon genuegend Probleme."
Leider konnte ich bis jetzt keine dieser "Ureinwohnern" ihre Meinung ueber die neuesten "boat people" fragen, ob die so viel schlimmer waeren als die vorherigen.
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Ergänzungen