Antisemitismus: Anzeige gegen indymedia!!!

Red Angel 05.02.2002 16:22
www.heise.de berichtet heute,dass gegen Indymedia Schweiz Strafanzeige seitens der "Aktion Kinder des Holocaust" gestellt wurde.
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Ergänzungen

Kenn wa schon

Karl 05.02.2002 - 16:50
Das stand hier schon vor einer Woche. geht auf die Antideutschen zurück, die die AKdH aufgestachelt haben. Naja, jetzt haben die selbst das beanstandete Bild von Latuff auf ihrer Seite die AKdH... Ich gehe davon aus, daß die von den Antideutschen falsch informiert wurden. Es blieb in der Schweiz ja nicht irgendwie stehe, sondern war m Zensurkübel drinne. Ausserdem forderten die Indys da ja eine Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und kein Verschweigen. Lustig, daß AKdH jetzt dasselbe macht. Vielleicht sollten die Indysmal mit denen Kontakt aufnehmen und die Sache klären, daß sie Opfer einer Instrumentalisierung wurden....

Feigheit der völkischen Sekte?

Heiner Müller 05.02.2002 - 17:05
Bezeichnend ist auch, daß diese Sekte es nicht selbstgemacht hat, sondern andere vorgeschickt
hat. Groß wurde von denen bei Indy vor ein paar Wochen getönt, sie würden Indy anzeigen, wenn
sie sich nicht dem Diktat beugen. Nun haben sie andere vorgeschickt und tun ganz unschuldig.

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Zitierer 05.02.2002 - 17:07
Zitat Heise: "Eine von Indymedia in den Zensurkübel verschobene Karikatur eines Brasilianers, die auch als Beweis für die Aktion dient, findet sich übrigens auch ganz unzensiert auf dem IMC in Israel." ... Hier noch ein weiter Artikel bei Telepolis: Umstrittene Rolle des Zensurkübels

verräter

bahamas ist nicht links 05.02.2002 - 17:08

kein titel

bich nochmal 05.02.2002 - 17:10
...denn das verbieten von lügen generiert keine wahrheit... wie umgehen mit antisemitismus? verschweigen oder thematisieren? zensurkübel finde ich besser, als einfach zu zensieren. der zensurkübel sollte aber unbequem gemacht werden, da sich sonst die nazis drüber freuen würden.

Stellungnahme von Indy.ch

CopyCat 05.02.2002 - 17:17


Seit Freitag, 1. Februar 02, sind wir durch ein Posting ( http://switzerland.indymedia.org/display.php3?article_id=8134) auf
indymedia darüber informiert worden, dass gegen  http://switzerland.indymedia.org eine Klage eingereicht worden ist.
Unterzeichnet hat der Sprecher der AKdH (Aktion Kinder des Holocaust) ( http://www.akdh.ch/indymedia.htm). Am Tage darauf
präzisierte er ( http://switzerland.indymedia.org/display.php3?article_id=8235), dass sich die Klage gegen die ModeratorInnen
und RedaktorInnen von switzerland.indymedia.org persönlich richtet.

Wir haben mit dem Verantwortlichen von AKdH telefonisch Kontakt aufgenommen, um vorhandene Probleme anders als mit
einer Klage anzugehen. Bedauerlicherweise war eine einvernehmliche Lösung mit Herrn Althof nicht möglich. Statt dessen gab
er die Namen von zwei angeblichen indymedia "RedaktorInnen" bekannt, gegen die er Klage eingereicht hat. Des Weiteren
informierte er uns, dass auch noch gegen weitere vermeintliche "RedaktorInnen" von switzerland.indymedia.org juristisch
vorgegangen werden wird, ohne allerdings diese Angaben präzisieren zu wollen.

Wir betrachten das Mittel der juristischen Schritte gegen indymedia als falschen Weg. Indymedia ist ein linkes Medium, das in
seinen Grundsätzen gegen Rassismus in allen seinen Formen Stellung nehmen will. Da es aber auch ein offenes Medium ist,
kann der Missbrauch der Möglichkeit der Veröffentlichung von Meinungen und Artikeln nicht von vornherein ausgeschlossen
werden. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, haben wir den Zensurkübel eingeführt, in welchen wir die diskriminierenden
Postings verbannen und uns somit ganz klar von derem Inhalt distanzieren. Es ist uns wichtig, diese inhaltlich zu kritisieren
und gegen diese menschenverachtenden Ideologien Stellung zu nehmen. Wenn dies als erneute Publikation bezeichnet wird,
dann müssen wir uns energisch dagegen verwehren. Der Zensurkübel ist das, wofür sein Name steht: Ein für alle
überprüfbarer Mülleimer, in welchen diskriminierende Inhalte verschoben werden, damit sie nicht mehr auf der
indymedia-Hauptseite auffindbar sind.

Diese Klage ist ein weiterer Schritt gegen indymedia. Nach der Überflutungsaktion im Dezember wird indymedia nun auf
rechtlicher Ebene angegriffen. Wir halten weiterhin an einer öffentlichen Diskussion um Inhalt und Ziel von indymedia fest, um
einen Beitrag für die Bewegung gegen jegliche Art von Unterdrückung, sei es Rassismus, Antisemitismus, Sexismus usw. zu
leisten.
Diese Diskussion wollen wir nicht in den Gerichtssälen führen.

was passiert hier?

wellenbrecher 05.02.2002 - 18:16
Es tut mir sehr leid, aber ein paar Sachen verstehe ich hier nicht, die mir eine oder einer ja mal erklären kann:
1. Welche Tatsachen oder Informationen bringen eigentlich Leute dazu, hier zu behaupten , dass hinter der Anzeige die "Sekte" der "Antideutschen" stehen würde oder gar die BAHAMAS? Habe ich da was nicht mitbekommen, oder ist das der hier mittlerwiele übliche Reflex bei Kritik am Antisemitismus?
2. Ist denn der Gedanke so abwegig, dass ein eingerichteter "Zensurkübel" diesen Namen gar nicht verdient, wenn er auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich ist? Warum ,um Himmels willen, soll ich mich mit offensichtlich antisemtischen "Karikaturen", Texten und dergleichen ernsthaft auseinandersetzen? Und wenn "löschen" dann nicht heisst, das sie vollständig rausgeschmissen werden, dann kann ich sie auch gleich dort stehen lassen, wo sie sind.
Ich vermute, dass die AKdH nicht erst seit gestern versucht gegen die (auch meiner Ansicht nach) anitsemitischen Bilder vorzugehen, dass aber die Verantwortlichen bei Indymedia dieses ernsthafte Anliegen einfach ignorierten und erst dann Strafanzeige stellten. Im Ernst sie dafür zu kritisieren (oder irgendwelche dunklen Hintermänner zu vermuten) halte ich für äußerst fragwürdig!

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ich 05.02.2002 - 18:56
Und wenn sie gar nichts gefunden hätten, was antisemitisch wäre, hätten die Antideutschen
Indymedia wegen "verfassungsfeindlichkeit" angezeigt, hauptsache mal wieder was gegen die
verhasste linke-.... die antideutschenhabe es vor einigen wochen auch hier auf indymedia.de
angekündigt. soll ich dir den link raussuchen?

präzisierung

jemand von indymedia.ch 05.02.2002 - 20:08
>>Ich vermute, dass die AKdH nicht erst seit gestern versucht gegen die (auch meiner Ansicht nach) anitsemitischen Bilder vorzugehen, dass aber die Verantwortlichen bei Indymedia dieses ernsthafte Anliegen einfach ignorierten und erst dann Strafanzeige stellten.<<

die akdh hat nie versucht mit uns kontakt aufzunehmen. der erste und bisher einzige kontaktversuch ist von uns ausgegangen. und gescheitert.

die antideutschen haben wahrscheinlich keinen direkten zusammenhang mit dieser geschichte, die spammingaktion im dezember gegen indymedia.ch wurde von der fepa (für einen progressiven antikapitalismus) organisiert. wer alles mitgespammt hat wissen wir nicht. die fepa hat uns im dezember mit einer anzeige wegen verstoss gegen das antirassismusgesetz gedroht. die akdh wurde von ihnen über unseren zensurkübel informiert.

paranoide linksdeutsche sekte

buah! ein antideutscher! achtung! 05.02.2002 - 20:18
natürlich. die antideutsch-jüdische weltverschwörung. und die akdh sind natürlich zu blöde, um sich indy.ch selber anzugucken und daraus ihre handlungsoptionen abzuleiten. die glauben alles DEN antideutschen ohne selber zu denken oder nachzuschauen. außerdem sind antideutsche faschos und sowieso nur die kleine bahamas-sekte. "ich mache mir die welt wiedewie sie mir gefällt."

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kein staat - keine partei 05.02.2002 - 23:16
fepa haben sich die antideutschen genannt um diese kampagne zu starten - zu feige, um unter richtigen namen zu agieren, die völkischen komunisten die.

Psychologieprofessor 06.02.2002 - 00:11
Baukasten: Feindbilder für Arme.

zensur ist eine waffe, aber eine stumpfe...

der kleine antideutsche 06.02.2002 - 13:05
man könnte jetzt nochmal darauf hinweisen, dass es "die" antideutschen gar nicht gibt, dass auch spamming, anzeigen und zensurforderungen keine irgendwie "abgesprochenen" strategien einer imaginären antideutschen front sind, aber das lasse ich jetzt mal. statt dessen: kritik an den zensurbestrebungen einiger antideutscher. antisemitismus zu bekämpfen, indem man seine veröffentlichung verbietet ist ähnlich zu bewerten, wie der versuch des deutschen staates, die npd zu verbieten: es gleicht dem vorhaben, den durst dadurch zu bekämpfen, dass man das wasser abdreht. die antisemitischen postings bei indymedia, die ganze latuff-scheiße, die hetze bei indy-ch - das sind alles zeichen, wie mies es um die linke bestellt ist. daran ändert sich auch nichts, wenn es nicht mehr dort erscheint. anders herum wird niemand zum antisemiten, nur weil er solchen schwachsinn liest. die projektionsleistung, die es braucht, um in jedem verfolgten dieser welt einen palästinenser zu sehen und in jedem verfolger einen juden, muss man schon selbst erbringen. d.h. man muss die ganze scheiße schon im kopf haben, bevor man sowas glaubt. also: einfach stehen lassen und sich schwarz ärgern über den müll, den einige linke so im kopf haben. ansonsten ball flachhalten und: shalom

Kornblume 08.02.2002 - 01:14
Kleiner Antideutscher: Nur wenn man von der deutschen Linken wirklich überhaupt nichts mehr erwartet, kann man die Forderung nach Zensur antisemitischer Beiträge ablehnen. Dann dient dieser Müll wirklich nur noch als täglicher Beleg für die Unbelehrbarkeit von Leuten, die sich für links halten. Da ich aber finde, dass man Linke auch an ihrem eigenen Anspruch messen muss und diesen Anspruch von diesen Leuten auch einfordern muss, kann man von ihnen auch verlangen, dass sie antisemitischen Müll als solchen erkennen und in linken "Zusammenhängen" nicht hinnehmen. So wie ich in Gruppen nichts zu tun habe, in denen Palästina-Soli oder Spekulanten-Bashing betrieben wird, und diese Gruppen auch kaum noch für links halte, verlange ich von sich als links definierenden Leuten, dass sie derlei Zeugs bei sich (d.h. vor allem in ihren Zeitungen, Webpages, auf ihren Flugis etc.) nicht dulden.


So wie Du das formulierst klingt es eher resignativ: Die Linke ist halt so Scheisse, Emanzipation von ihr nicht zu erwarten, also ist sie für uns nur noch genauso Objekt der Analyse wie der Rest der Gesellschaft. Ganz so abgeklärt und ohne Hoffnung auf Vernunft möchte ich aber derzeit noch nicht sein.