Offene Presseplattform zu NATO-Aktionen
Neben den eigenen Medien (Radio, Indy usw.) und der direkten Vermittlung sollte es diesmal auch Pressearbeit "von unten" nach außen geben. Der Versuch hieß "Offene Presseplattform" und kam aus der Debatte "Organisierung von unten" (www.hoppetosse.net"). Hier der Bericht.
Offene Presseplattform - selbstorganisiert, kreativ, eine unter vielen
Die Praxis politischer Arbeit ist fast immer zentralistisch und indirekt, d.h. es gibt zentrale Gremien, Apparate oder Einzelpersonen, die entscheiden, koordinieren, ungleich bessere Informationen und Ressourcen nutzen können usw. Zudem ist dieser Zentralismus, also der Glaube an die Notwendigkeit gewollt handlungsfähigerer, zentraler Strukturen meist mit deren Legitimation, nicht nur für sich, sondern für viele bis alle Beteiligten zu sprechen, verbunden. Solche zentralistischen Strukturen brechen das Selbstbestimmungsrecht, schaffen StellvertreterInnentum und fördern Entpolitisierung durch Bevormundung oder gar Instrumentalisierung von Basisgruppen.In der Öffentlichkeitsarbeit nach außen per Presse, die neben eigenen Medien und direkter Vermittlung (Flugblatt, Gespräch, Theater, Songs usw.) ein Baustein der Außenwirkung ist, zeigt sich das in der Regel sehr stark. Nur wenig reden für alle - und diese wenigen haben oft keinen oder kaum Kontakt zu den AkteurInnen. Die eigentlichen Aktionsgruppen bleiben stumm.
Aus diesem Grund gründeten AktivistInnen aus herrschaftsfeindlichen Gruppen (Organisierung von unten, Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand) zu den Anti-NATO-Aktionen in München die "Offene Presseplattform". In der ersten Mail, die das Projekt vorstellte, hieß es:"Wir", das sind einige Leute mit eigenen Ideen, die mit kreativen Aktionen gegen die NATO-Tagung vom 1.-3.2. in München sowie gegen NATO, Armee, Krieg, Militär im besonderen sowie alle Formen von Herrschaft im allgemeinen "anstinken" wollen ... also ... wir haben einen Vorschlag für eine offene Presseplattform. Sie soll Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit geben (z.B. in Verbindung mit Aktionen), selbst an die Medien heranzutreten.
Die dafür geschaffene Presseplattform soll (bisheriger Stand) umfassen:
· Handy-Nummern, die als Kontakttelefone von Aktionsgruppen und MedienvertreterInnen angerufen werden können - die eigenen, um Infos über ihre Aktionen bzw. inhaltliche Statements zu verbreiten, die anderen, um Infos abzufordern
· Listen von Menschen, die für Interviews u.ä. bereitständen, wenn sie denn in dem Moment erreichbar sind, wo jemand gesucht wird
· Listen von PresseansprechpartnerInnen zum Weitergeben an die, die aktive Pressearbeit machen wollen.
Die Presseplattform betreibt keine eigene Pressearbeit und vertritt erst recht nicht irgendwelche anderen Menschen oder Gruppen gegenüber der Presse. Niemand redet im Namen der Presseplattform. Niemand ist die Presseplattform, es gibt sie nicht als eigenständig nach außen tretende Gruppe. Sie ist vielmehr ein Infokarrussel, das helfen kann, die Positionen und Berichte der Gruppen, die aktiv sind, so nach außen zu bringen, daß sie möglichst gut verbreitet werden.
Wichtig ist noch:
· Die Presseplattform ist offen. Die bekanntgegebenen Handynummern können nicht nur für Anfragen von JournalistInnen und für Berichte, Fragen u.ä. von Aktionsgruppen genutzt werden, sondern auch von Menschen, die Lust haben, selbst mitzumachen. Meldet Euch also - Presseplattform organisieren und selbst Aktionen mitmachen schließt sich dabei nicht aus.
· "Wir" kommen aus der Diskussion "Organisierung von unten", d.h. wir sind gegen Hierarchien, für Selbstorganisation und die dafür notwendige Transparenz. Hierarchie entsteht auch durch unterschiedliche Möglichkeiten. Die Handynummern geben Menschen die Möglichkeit, schneller in Kontakt mit MedienvertreterInnen zu kommen. Dem wollen entgegensteuern, in dem zum einen "wir" nur die Kontakte vermitteln, also nicht als Presseplattform selbst Statements abgeben. Gleichfalls sollen aber die Handynummern nicht an die BesitzerInnen der Handys gebunden sein. D.h. wer das Handy während der Aktionen bei sich hat, wird in der offenen Gruppe, die die Presseplattform organisiert, ständig neu festgelegt. Auch von daher verträgt sich das Mitwirken hier und zu einer anderen Zeit eigene Aktionen in München machen.
· Niemand ist dazu gezwungen, die Presseplattform zu nutzen. Damit das nicht nur ein hohles Wort ist, veröffentlichen "wir" alle Daten, die für unsere Arbeit nützlich sind. Im Internet finden sich die Fax-Nummern der JournalistInnen und Medien, die "wir" auch im Verteiler haben. Wer also sich völlig selbstorganisieren will - super ... dafür nutzt ruhig unserer Daten! Als Aufruf sei angefügt: Frechheit, Kreativität und Selbstorganisation sind die "Waffe" gegen Herrschaft, nicht Uniformität und militärische Logik. Darum denk Euch eigene Aktionen aus, nutzt die Hilfsmittel wie Stadtpläne, Rechtshilfeinfos, Direct-Action-Fibeln, Presseplattform - und Euch als Quelle der guten Ideen. Kreative Aktion, dahinterstehende Positionen und Visionen (Inhalte!) sowie (ganz wichtig!) deren Vermittlung nach außen (die Menschen um Euch herum, die an den Fenster gucken, die Presse oder wer auch immer) ist zusammen die Chance, ein Stück zu Rütteln am unmöglich Erscheinenden ...
Handy-Nummern der Presseplattform: (hier weggelassen)
Die Erfahrungen
Im Vorfeld trugen sich sowohl JournalistInnen wie auch Aktionsgruppen in die Liste ein. Die Liste der JournalistInnen war immer offen (Internet bzw. während der Aktionen am Infopunkt aktualisiert), so daß Gruppen ständig auch selbst Kontakte aufnehmen konnten. Außerdem war es bei Aktionen immer wieder möglich, AkteurInnen, die gerade nicht an der Aktion teilnahmen, aber am Infopunkt der Presseplattform waren, dafür zu gewinnen, die Liste durchzutelefonieren und die JournalistInnen zum Ort zu schicken. Das klappte gut - auch mit Menschen, die bisher der Idee gar nicht kannten - der Verzicht auf feste Presseleute war also kein Qualitätsverlust. Das Ergebnis konnte sich auch sehen lassen: Die JournalistInnen, die mit der Offenen Presseplattform kooperierten, waren bei mehreren Aktionen die Einzigen, die von Beginn an oder sehr schnell am Aktionsort waren. Das deutlichste Beispiel: Im Kessel des Samstagabend (Schillerstraße) waren alle Fernsehteam, die mit der Offenen Presseplattform kooperierten, im Kessel - aber auch kein anderes.Etliche Aktionsgruppen konnten für ihre Aktionen direkt Kontakte aufnehmen.
Im Ergebnis:
- Es entstanden einige umfangreiche Texte, Dokumentationen usw. von kreativen Aktionen
- In fast allen Beiträgen, die über die offene Presseplattform vermittelt wurden, konnten auch die Ziele und Motive der AkteurInnen vermittelt werden. Allerdings muß klar festgestellt werden, daß eine solche Form der Pressearbeit von unten nicht verhindern kann, daß JournalistInnen weiter an auflagefördernden und dann platten bis falschen Berichterstattungen orientiert sind.
- Sämtliche Zeitungen, die keinen Kontakt zur Offenen Presseplattform aufnahmen, blieben weiterhin voll auf die Meldungen von Regierenen, Polizei und zentralistischen Anti-NATO-Gruppen orientiert. Sie berichteten von den verschiedenen direkten Aktionen außerhalb der zentralen Bündnis-Demonstrationen meist gar nicht.
- Auffällig war, daß alle als eher links geltenden Zeitungen keinen Kontakt zur Offenen Presseplattform herstellten und daher ebenso nicht über Aktionen jenseits der zentralen Demonstrationen berichteten. Zudem fehlte gerade bei ihnen die Stimme der herrschaftsfeindlichen, grundlegend systemkritischen AkteurInnen. Das muß nach den Erfahrungen auch bei früheren Aktionen als Strategie gewertet werden - gerade die "linken" Zeitungen sind bewegungsarrogant und AnhängerInnen von zentralistischen Politikkonzepten.
- Die Verzahnung mit selbstorganisierten Medien wie Indymedia, freien Radiogruppen usw. lief nur sehr schlecht. Hier war auch im Rahmen der Offenen Presseplattform nur wenig Aktivität zu sehen, den Kontakt aktiv herzustellen.
FazitDie Idee ist gut, sie war wirksam dort, wo die Kontakte hergestellt waren. Es ist nötig, die zentralistischen Politikstrategien zu überwinden. Das Projekt ist aber noch in der Anfangsphase ... eine Weiterentwicklung ist nötig, aber möglich.
Die Praxis politischer Arbeit ist fast immer zentralistisch und indirekt, d.h. es gibt zentrale Gremien, Apparate oder Einzelpersonen, die entscheiden, koordinieren, ungleich bessere Informationen und Ressourcen nutzen können usw. Zudem ist dieser Zentralismus, also der Glaube an die Notwendigkeit gewollt handlungsfähigerer, zentraler Strukturen meist mit deren Legitimation, nicht nur für sich, sondern für viele bis alle Beteiligten zu sprechen, verbunden. Solche zentralistischen Strukturen brechen das Selbstbestimmungsrecht, schaffen StellvertreterInnentum und fördern Entpolitisierung durch Bevormundung oder gar Instrumentalisierung von Basisgruppen.In der Öffentlichkeitsarbeit nach außen per Presse, die neben eigenen Medien und direkter Vermittlung (Flugblatt, Gespräch, Theater, Songs usw.) ein Baustein der Außenwirkung ist, zeigt sich das in der Regel sehr stark. Nur wenig reden für alle - und diese wenigen haben oft keinen oder kaum Kontakt zu den AkteurInnen. Die eigentlichen Aktionsgruppen bleiben stumm.
Aus diesem Grund gründeten AktivistInnen aus herrschaftsfeindlichen Gruppen (Organisierung von unten, Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand) zu den Anti-NATO-Aktionen in München die "Offene Presseplattform". In der ersten Mail, die das Projekt vorstellte, hieß es:"Wir", das sind einige Leute mit eigenen Ideen, die mit kreativen Aktionen gegen die NATO-Tagung vom 1.-3.2. in München sowie gegen NATO, Armee, Krieg, Militär im besonderen sowie alle Formen von Herrschaft im allgemeinen "anstinken" wollen ... also ... wir haben einen Vorschlag für eine offene Presseplattform. Sie soll Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit geben (z.B. in Verbindung mit Aktionen), selbst an die Medien heranzutreten.
Die dafür geschaffene Presseplattform soll (bisheriger Stand) umfassen:
· Handy-Nummern, die als Kontakttelefone von Aktionsgruppen und MedienvertreterInnen angerufen werden können - die eigenen, um Infos über ihre Aktionen bzw. inhaltliche Statements zu verbreiten, die anderen, um Infos abzufordern
· Listen von Menschen, die für Interviews u.ä. bereitständen, wenn sie denn in dem Moment erreichbar sind, wo jemand gesucht wird
· Listen von PresseansprechpartnerInnen zum Weitergeben an die, die aktive Pressearbeit machen wollen.
Die Presseplattform betreibt keine eigene Pressearbeit und vertritt erst recht nicht irgendwelche anderen Menschen oder Gruppen gegenüber der Presse. Niemand redet im Namen der Presseplattform. Niemand ist die Presseplattform, es gibt sie nicht als eigenständig nach außen tretende Gruppe. Sie ist vielmehr ein Infokarrussel, das helfen kann, die Positionen und Berichte der Gruppen, die aktiv sind, so nach außen zu bringen, daß sie möglichst gut verbreitet werden.
Wichtig ist noch:
· Die Presseplattform ist offen. Die bekanntgegebenen Handynummern können nicht nur für Anfragen von JournalistInnen und für Berichte, Fragen u.ä. von Aktionsgruppen genutzt werden, sondern auch von Menschen, die Lust haben, selbst mitzumachen. Meldet Euch also - Presseplattform organisieren und selbst Aktionen mitmachen schließt sich dabei nicht aus.
· "Wir" kommen aus der Diskussion "Organisierung von unten", d.h. wir sind gegen Hierarchien, für Selbstorganisation und die dafür notwendige Transparenz. Hierarchie entsteht auch durch unterschiedliche Möglichkeiten. Die Handynummern geben Menschen die Möglichkeit, schneller in Kontakt mit MedienvertreterInnen zu kommen. Dem wollen entgegensteuern, in dem zum einen "wir" nur die Kontakte vermitteln, also nicht als Presseplattform selbst Statements abgeben. Gleichfalls sollen aber die Handynummern nicht an die BesitzerInnen der Handys gebunden sein. D.h. wer das Handy während der Aktionen bei sich hat, wird in der offenen Gruppe, die die Presseplattform organisiert, ständig neu festgelegt. Auch von daher verträgt sich das Mitwirken hier und zu einer anderen Zeit eigene Aktionen in München machen.
· Niemand ist dazu gezwungen, die Presseplattform zu nutzen. Damit das nicht nur ein hohles Wort ist, veröffentlichen "wir" alle Daten, die für unsere Arbeit nützlich sind. Im Internet finden sich die Fax-Nummern der JournalistInnen und Medien, die "wir" auch im Verteiler haben. Wer also sich völlig selbstorganisieren will - super ... dafür nutzt ruhig unserer Daten! Als Aufruf sei angefügt: Frechheit, Kreativität und Selbstorganisation sind die "Waffe" gegen Herrschaft, nicht Uniformität und militärische Logik. Darum denk Euch eigene Aktionen aus, nutzt die Hilfsmittel wie Stadtpläne, Rechtshilfeinfos, Direct-Action-Fibeln, Presseplattform - und Euch als Quelle der guten Ideen. Kreative Aktion, dahinterstehende Positionen und Visionen (Inhalte!) sowie (ganz wichtig!) deren Vermittlung nach außen (die Menschen um Euch herum, die an den Fenster gucken, die Presse oder wer auch immer) ist zusammen die Chance, ein Stück zu Rütteln am unmöglich Erscheinenden ...
Handy-Nummern der Presseplattform: (hier weggelassen)
Die Erfahrungen
Im Vorfeld trugen sich sowohl JournalistInnen wie auch Aktionsgruppen in die Liste ein. Die Liste der JournalistInnen war immer offen (Internet bzw. während der Aktionen am Infopunkt aktualisiert), so daß Gruppen ständig auch selbst Kontakte aufnehmen konnten. Außerdem war es bei Aktionen immer wieder möglich, AkteurInnen, die gerade nicht an der Aktion teilnahmen, aber am Infopunkt der Presseplattform waren, dafür zu gewinnen, die Liste durchzutelefonieren und die JournalistInnen zum Ort zu schicken. Das klappte gut - auch mit Menschen, die bisher der Idee gar nicht kannten - der Verzicht auf feste Presseleute war also kein Qualitätsverlust. Das Ergebnis konnte sich auch sehen lassen: Die JournalistInnen, die mit der Offenen Presseplattform kooperierten, waren bei mehreren Aktionen die Einzigen, die von Beginn an oder sehr schnell am Aktionsort waren. Das deutlichste Beispiel: Im Kessel des Samstagabend (Schillerstraße) waren alle Fernsehteam, die mit der Offenen Presseplattform kooperierten, im Kessel - aber auch kein anderes.Etliche Aktionsgruppen konnten für ihre Aktionen direkt Kontakte aufnehmen.
Im Ergebnis:
- Es entstanden einige umfangreiche Texte, Dokumentationen usw. von kreativen Aktionen
- In fast allen Beiträgen, die über die offene Presseplattform vermittelt wurden, konnten auch die Ziele und Motive der AkteurInnen vermittelt werden. Allerdings muß klar festgestellt werden, daß eine solche Form der Pressearbeit von unten nicht verhindern kann, daß JournalistInnen weiter an auflagefördernden und dann platten bis falschen Berichterstattungen orientiert sind.
- Sämtliche Zeitungen, die keinen Kontakt zur Offenen Presseplattform aufnahmen, blieben weiterhin voll auf die Meldungen von Regierenen, Polizei und zentralistischen Anti-NATO-Gruppen orientiert. Sie berichteten von den verschiedenen direkten Aktionen außerhalb der zentralen Bündnis-Demonstrationen meist gar nicht.
- Auffällig war, daß alle als eher links geltenden Zeitungen keinen Kontakt zur Offenen Presseplattform herstellten und daher ebenso nicht über Aktionen jenseits der zentralen Demonstrationen berichteten. Zudem fehlte gerade bei ihnen die Stimme der herrschaftsfeindlichen, grundlegend systemkritischen AkteurInnen. Das muß nach den Erfahrungen auch bei früheren Aktionen als Strategie gewertet werden - gerade die "linken" Zeitungen sind bewegungsarrogant und AnhängerInnen von zentralistischen Politikkonzepten.
- Die Verzahnung mit selbstorganisierten Medien wie Indymedia, freien Radiogruppen usw. lief nur sehr schlecht. Hier war auch im Rahmen der Offenen Presseplattform nur wenig Aktivität zu sehen, den Kontakt aktiv herzustellen.
FazitDie Idee ist gut, sie war wirksam dort, wo die Kontakte hergestellt waren. Es ist nötig, die zentralistischen Politikstrategien zu überwinden. Das Projekt ist aber noch in der Anfangsphase ... eine Weiterentwicklung ist nötig, aber möglich.
SPAMVERMEIDUNG.landfriedensbruch@gmx.de
http://www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/antinato/nato_fax.html
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
HR 3 Fernseh-Beitrag am Dienstag!!!
Was sind Gründe?
schade
???
Warum nicht bei Indymedia?
emanzipiert sich eine Schafherde?
Folgendes ist leider nicht ganz einfach zu erklären. Bei diesen Dingen fehlen mir oft etwas die griffigen Formulierungen...
Ein wichtiger Schritt ist es, Leuten mit direkten Aktionen bestimmte Inhalte zu vermitteln. Noch weiter geht es, wenn Aktivisten konkret das was sie
erstreben (Emanzipation, Hierarchiefreiheit etc) erleben "dürfen". Daher finde ich Ansätze wie etwa Indymedia oder Eure Pressearbeit sehr wichtig. Was
aber noch weiter geht: In Argentinien, Bolivien,... ist vielen Menschen klar, was los ist. Hier müssen sie ermuntert werden, was zu tun (was über
demonstrieren hinausgeht). Selbstverwaltung, selbst-souveränes Handeln und Denken, das vorgelebt oder animiert wird zum Beispiel (Daher ist PGA so
bedeutend). Wir hier in Deutschland - wo die Leute wie Schafe sind - sind da noch auf einer ganz anderen, speziellen Ebene. Hier geht es darum,
überhaupt erst mal Menschen wachzubekommen. Viele wissen irgendwie was läuft, sind aber so abgegessen, daß sie es nicht mehr hören können. Daher
sind etwa Propagandaktionen begrenzt (aber eben nicht unwichtig). Worauf es hier viel mehr ankommt, ist das Aufzeigen von Möglichkeiten das Leben
selbst in die Hand zu nehmen. Was fürAktivisten vielleicht Indymedia ist (und es eigentlich auch für Nicht-Aktivisten sein sollte), könnte für einen Normalo
sein, sich in einer Stadtteilinitiative zusammenzuschliessen, eigene "Filme", die im Kopf laufen zu erkennen/ausschalten, mal aus dem Alltag ausbrechen,
mal statt fernzusehen, nachts rausgehen, ... einfach sich selbst erkennen (was man ist, was man will).... Hier ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Die Leute
müssen in unseren Breiten erst mal wach werden. Ein Ansatz ist auf jeden Fall das Straßentheater - aber leider ist es oft zu vordergründig politisch (siehe
Abgegessenheit)... Weiter weiss ich auch erst mal nicht. Vielleicht schreibe ich später mehr.
ich schreib auch was
verstehen) bzw. resultiert aus ihr. das lässt sich auch auf die presseplattform übertragen: wir können ja immer schön erklären, was an zentralistischen
orranisationsformen scheisse ist. wir können aber auch mithelfen selbst mal was anderes zu erleben. das mit dem drüber reden statt machen ist auch so
eine deutsche krankheit: über liebe reden ist was anderes, als sie zuzulassen und zu erleben.
allgemein: vielleicht sollte allgemein mal so eine art "pool" geschaffen werden, in dem basisdemokratische/emanzipatorische ansätze od. prinzipien
gesammelt werden. opentheory, indymedia, rts, opensource , .... sind ja weitere projekte/bewegungen, die auf diesen prinzipien beruhen. schön, daß mein
vorgänger auch pga erwähnt hat. es ist ein weltweites netzwerk, das gerade dies versucht. ich habe mal nachgesehen, wie vile gruppen sich mit pga
assoziieren - es ist beeindruckend. auch in europa sind es sehr viele. allerdings gibts da ein loch: deutschland. hier ist die linke genauso konservativ wie
alle andern leute auch. bloss keine neue organisationsformen probieren oder neue ideen/ansätze zulassen. das fällt auch häufig beim lesen der
kommentare hier auf. das muss sich ändern!
-
Viele Spiesser, Normalos und andere merken, das sich was zum negativen bewegt. Die einen
reagieren damit, daß sie sich in ihre Biedermeier-schöneWelt zurückziehen und die anderen (etwas
wacheren) resignieren. Gerade Letztere sind schwer zu irgendwas zu bewegen. Abgegessenheit
eben. Das Buch "Momo", dessen Idee gerade durch einen schrecklichen Zeichentrickfilm zerstört
wird, solltet ihr euch mal reinfahren.....