Kotz: Massenmedien zensieren alles weg

flixy 03.02.2002 01:56 Themen: Militarismus
In München lief total viel an Widerstand und Ungehorsam, doch leider wird in den Massenmedien total viel wegzensiert.
Ich war selber bei vielen kreativen Widerständigen Aktionen beteiligt: "Verboten"-Demo mit den leeren Transpis, Schildern und Klebeband überm Mund, dem Blokadeversuch am Lehnbachplatz mit der Panzerattrappe und der nackten "Gewalt" mit dem Motto "Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten".

Darüber hinaus gab es in München super viel Normalis, die sich über das totale Demo-Verbot hinweggesetzt haben. Meine eigenen Ingewahrsamnahmen endeteten mit 1 mal kein Platz für die Nacht und einmal Platz für die nächsten schaffen.

In der bürgerlichen Presse wird gerade versucht, das Bild zu vermitteln, dass der massive Bulleneinsatz verhindert hat, dass die "Gewaltbereiten" irgendwas machen könnten. Das ist eine totale Lüge! Die Rechtfertigung des Demonstrationsverbotes waren 3.000 "gewaltbereite Autonome", die die Münchner Innenstadt "entglasen" würden.
Diese ganze Konstruktion, an die am Schluss selbst Fischer nd viele einzelne Bullen glaubten, ist total widerlegt. Die bürgerliche Presse bringt gerade ein paar verbogene Scheibenwischer an weiss-grünen Autos als Beweise, für die "Militanz" der Demonstrantis.

"Gewaltfrei" oder "militant", wichtig war der Widerstand! Für mich persönlich waren die Tage hier in München das Beste an politischer Aktivität.
Aber nackt von 100en Kamaras eingafangen zu werden, und dann in der bürgerlichen Presse was von verbeulten Scheibenwischern zu hören, kotzt an! Gute Aktion, aber zensiert!

Ich mag es persönlich nicht (das heisst für mich und nicht für dich!) Gewalt anzuwenden, aber anscheinend ist das alles was die bürgerlichen Medien wollen. (egal, wir sollten uns nicht nach DENEN richten)

Wenn ich ausgeschlafen habe, mach ich mal genauere Aktionsauswertungen für euch. NACKIG statt NATO!
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Ergänzungen

Jo......

Johann 03.02.2002 - 03:28
Jo, die Massenmedien verschweigen alles. SAT 1 erwähnt nur die bösen Demonstranten und redet von Krawallen - so n Quatsch, nix war in München!

oder doch nicht?

Medienforscher 03.02.2002 - 03:28
mir scheint, ich habe alle drei aktionen die Du nennst in der presse teils sogar auf bildern gefunden.


vergleich unter:
 http://www.indymedia.de/2002/02/15015.html

Infotainment

Medienforscher 03.02.2002 - 03:37
Sat 1 ist doch nur Infotainment, die brauchen halt "Action News" und wenn die "Reality" nicht das richtige liefert...

Na und damit musst du leben!

Hupfelmoserer 03.02.2002 - 11:10
Argentinien ist ja auch seit Wochen Kein Thema für die Öffi Medis, halt alles was gegen das Kapital geht ist Pfui.

Nachfrogen wollt i

Iris 03.02.2002 - 12:57
Was bezwecken Demonstrationen?
Massenwahrnehmung zur Veränderung der öffentlichen Meinung.

Wer stellt hierzulande öffentliche Wahrnehmung her?
In erster Linie: Die so genannten bürgerlichen Medien (haushochüberlegen), Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb der politischen Zusammenhänge und Szenen (kann massiv mobilisieren und demobilisieren, ist unsere größte Stärke und Schwäche in eins), Gegenmedien (zu wenig, da bei guter Machart auf unsere geringe Kaufkraft angewiesen). Also: Starrt nicht ZU sehr auf die bürgerlichen Medien - unsere (bescheidene) Kraft ist die Selbstorganisation.

WAS SCHLIEßEN WIR DARAUS, DASS DIE MASSENMEDIEN IN 9 VON 10 FÄLLEN DIE VORGÄNGE ENTSTELLEN? Was schließen wir daraus, dass dementsprechend nur eine sehr deutliche Minderheit der Bevölkerung außerhalb der Polit-Szenen und Münchens erfahren wird, was dort gelaufen ist?

Einfach zu sagen "Kotz", reicht doch nicht aus. Einfach noch nacktere, noch buntere Aktionen zu initiieren, droht - wie gesehen - meist übergangen zu werden. Und nur schlicht eine "bessere" Presse"arbeit" zu machen, dürfte an der ideologischen "Türwächter"-Funktion der Medien scheitern.

ALSO, WAS TUN?

Aktionen betreiben, die für sich selbst stehen, sprich: Militanz???

Contra: Liefert die Legitimation des Polizeieinsatzes.

Pro: Der Polizeieinsatz wird ohnehin gerechtfertigt, von einigen liberalen Tageszeitung und (wahrscheinlich) "Spiegel TV Magazin" (oder "Report") abgesehen. Die Sensationsgeilheit der Medien sorgt aber dafür, dass das Thema allenthalben Aufmacher wird.

Contra: Die Darstellung erfolgt etwa nach dem Muster: Chaoten ohne politische Ziele haben jetzt auch München verheert. Der Protest wird verleumdet. Anpolitisierung
liberal Gesonnener fällt weg, von nach Verständnis suchenden Pfaffen und Sozialwissenschaftlern abgesehen.

Pro: Der Protest wird ohnehin verleumdet. Radikale, aber noch (oder wieder) Passive, deuten die Ereignisse aber als Zeichen, dass "etwas geht". Bei der nächsten Protestbewegung sind mehr von ihnen dabei, das Ganze hat einen mobilisierenden Charakter.

Contra: Ultraharter Cop-Einsatz. Knast für viele. Gesundheitsschäden. Wirkung: Demobilisierend.

...usw.

Übernehme eine Andere den Diskussionsstab...

alles schon bekannt

kein 68er 03.02.2002 - 13:48
Das Problem mit den linken Bewegungen ist auch, dass das alles ja bekannt war. die 68er und nachfolgende, militante autoneome, kriegs und atomkraftgegener, alle lwussten was abgeht. sie vermittelten dieses wissen allerdings nur in ihren aktivistenkreisen weiter. da wissen dann auch alle was abgeht doch wenn sie mama oder oma sagen die lügen doch alle dann verstehen die dass nicht. wie sollen sie auch, man selber musste doch auch erst viele sachen selber erleben um besser durchzublicken. deswegen sollte sich jede bewegung , jede gruppe fragen wie sie nach aussen wirdk, wie sie sich anderre oeffnen kann udn in gespräche kommt. der eigene kleine zirkel hat ja meistens recht doch muss man sich auch vermitteln und dabei die sicht der anderen wenigstens erstmal akzeptieren. bücher ueber macht und medien und demokratie wurden soviele geschrieben doch muss man sich das immer wieder selber vor augen führen. lesen hindert dabei nicht ist aber allein zu wenig. deswegen raus auf die strasse menschen aufklären.

@ nachfragen wollt i

anarchik 03.02.2002 - 19:27
Wir brauchen nicht nur die Medien.
Wenn unsere Aktionen so sind,
daß die Umstehenden (auch Normalos)
verstehen, worum es geht, und was unsere
Ziele sind; vielleicht sogar zustimmen,
dann ist bereits viel erreicht.
(denn viele Aktionen ´Entglasen´
erfüllen diesen Anspruch nicht.)

Warum ich am kotzen war

flixy 03.02.2002 - 22:56
Wenn ich manche Kommentare so lese, will ich nochmal meine Stimmung von gestern Abend rüberbringen. In Unterhose auf dem Marienplatz von Robocops (auch symblisch als Gewaltverhältnis dieser Tage) abgefürht zu werden sollte doch für die Medien interessanter sein, als abgeknickte Scheibenwischer. Da brauch ich keine grosse Analyse. Die Medien waren doof, nicht wir!

jojojojo

le gris 08.02.2002 - 00:31
ich finde ebenfalls, dass die erfüllendsten aktionen die sind, die für sich stehen, in denen du dich mit deiner ganzen persönlichkeit einbringen kannst und wo mensch einfach versteht, worum es geht. unmittelbar, direkt, farbenfroh, unausweichlich, und reaktionen provozierend.

einen weiterer pers. bericht...

thomas ziegler 19.02.2002 - 00:49
...findet ihr im link...