Porto Alegre: Parteitag der Globalisierungskritik?
Im neuesten Focus (Nr. 5/2002) wird die Spaltung wieder mal vollzogen, die schon lange von Attac-Funktionären herbeigeredet wurde (wir glauben ja nicht immer was in dem Blatt steht, das die Köpi mal "Chaotenhochburg" genannt hat): "Attac will militante Mitglieder ausschließen", steht da, die "Aktivisten des Anti-Globalisiserungsbündnisses Attac wollen nicht länger mit Randalierern und Steinewerfern in einen Topf geworfen werden.
Klare Abgrenzung zur Gewalt und ein Dialog mit Politikern und Wirtschaftsbossen - so lauten die neuen Parolen aus dem deutschen Attac-Hauptquartier im niedersächsischen Verden". Auch letzteres wird im Focus gleich in die Tat umgesetzt, mit einem "Streitgespräch" zwischen Attac-Sprecher Felix Kolb und DaimlerChrysler-Direktor Matthias Kleinert. Zu den Protesten gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in München: "Attac will mit Forderungen wie der Abschaffung der Nato oder der Zerschlagung des Kapitalismus generell nicht in Verbindung gebracht werden."
Das Problem ist, daß diese Spaltungsstrategie so wunderbar zur Taktik der Regierenden paßt. Das Schweizer Bundesamt für Polizei ließ nämlich im Juli 2001 eine Studie zum "Gewaltpotenzial in der Antiglobalisiserungsbewegung" erstellen, und eines der Haupterkenntnisse lautet: "Den Anliegen und der Dialogbereitschaft der erklärt gewaltlosen Akteure innerhalb der Antiglobalisierungsbewegung muss mehr Beachtung geschenkt werden. Sie sollten in ihrer Abgrenzung gegen die gewaltbereiten Gruppen aktiver unterstützt werden."
Die mainstream-Medien helfen dabei tüchtig mit. Die radikaleren Gruppen werden als gewaltbereit diffamiert, ohne daß auf deren antikapitalistische Inhalte eingegangen wird. Und die Attac-Funktionäre stellen ähnlich wie Grünen-Vorstandsmitglieder grundsätzliche Inhalte der Basis in Frage: Susan George, Attac Frankreich-Vizepräsidentin, begrüßte neulich die Bombardierung Afghanistans und bedankte sich im schwedischen Radio bei George Bush: "I was mistaken when I criticized the American bombings of Afghanistan. (...) This was worth doing in order to get rid of the Taliban... I wish to thank George Bush. He has shown that it was possible to reach the terrorists and their supplies."
Matthias Greffrath, bezeichnete Susan George als Vordenkerin von Attac, und zeigte in der taz auf, wohin das Vordenken hingehen soll: ein "globaler Marshallplan" eines regulierten Kapitalismus, ein "New Deal zwischen Nord und Süd" mit "globalen Steuern". "Utopisch wäre es, anzunehmen, dass ein anderer Weg als der eines rechtlich gesicherten Ausgleichs der Welt Sicherheit gene kann": "Die erste zentrale Forderung einer wweltweiten Demokratiebewegung sind konsequenterweise ein weltweites Steuersystem und die Demokratisierung der großen internationalen Institutionen von der Welthandelsorganisation bis zur Weltbank. Das ist die Botschaft von Porto Alegre und seine Antwort auf den 11. September".
Nun, es ist anzunehmen, daß die Tausenden, die in Seattle, Prag, Genua, Buenos Aires und anderswo gegen die Gipfel von IWF, Weltbank, FTAA (gesamtamerikanische Freihandelszone) und Welthandelsorganisation (WTO) protestiert haben, nicht alle bloß neue Steuern eingeführt haben wollten. "Smash IMF" und "No WTO" stand da auf zahlreichen Transparenten, und sämtliche Protestierende auf eine Bewegung zur Einführung einer Steuer reduzieren zu wollen wäre genauso verkürzt wie Porto Alegre als "Erster Mai der globalen Bürgerbewegung" definieren zu wollen.
Auch wenn sich Tausende für das Weltsozialforum (WSF) in Porto Alegre angemeldet haben, und zehntausend Delegierte zum ersten WSF im vergangenen Jahr kamen, so werden dort nicht alle AktivistInnen vertreten sein. Einige brasilianische AktivistInnen haben erklärt, daß sie wie bereits im vergangenen Jahr bei dem Riesenereignis nicht mitwirken, bei dem sich Nichtregierungsorganisationen als neue Bewegung feiern und sich freuen daß sie so viele sind.
Parteitagsatmosphäre
Wer schon einmal bei Parteitagen von sozialistischen oder grünen Parteien war, kennt das Prinzip: es wird getan, wie wenn alles offen sei und alle mitreden könnten, doch es gibt eine klare Hierarchie, und in den seltensten Fällen kann die Basis etwas gegen den Willen des Parteivorstandes durchsetzen. Die Partei leistet sich einige radikale Feigenblätter, aber meist wird schlicht die Parteilinie befolgt.
Eine ähnliche Struktur findet sich meist bei den Gegengipfeln wieder, die in Köln 1999, Prag 2000 und anderswo stattfanden. Einige prominente StarrednerInnen werden eingeladen, und sie liefern kurze Vorträge oder Beiträge auf Podiumsdiskussionen. Meist ist nur wenig Raum für Fragen vorgesehen, eine intensive Diskussion in kleineren Gruppen findet meist überhaupt nicht statt. Eine Weiterentwicklung der vorgetragenen Thesen kann so kaum verwirklicht werden. Wer schon auf mehreren solchen Frontalveranstaltungen war, wird sich bald langweilen: es sind sehr oft dieselben Stars, die dargebotene Analyse beschränkt sich auf Teilbereiche (vor allem Ökonomie), hat wenig mit Alltagspraxis zu tun und ist oft populärwissenschaftlich. Es fehlt eine tiefgründige Analyse mit Statistiken und Quellenangaben, das Vorgetragene ist aber manchmal nicht leicht verständlich für jene die sozialwissenschaftliche Texte nicht gewohnt sind.
Das Netzwerk Attac in der BRD ist trotz einer Basisgruppen-Rhetorik ähnlich wie eine Partei aufgebaut: die Zentrale in Verden ist bundesweite Anlaufstelle und bestimmt die Öffentlichkeitspolitik.
Eine Mordmaschine ist nicht reformierbar
Die Parteitagsatmosphäre, die möglicherweise in Porto Alegre anzutreffen sein wird, ist nicht das eigentliche Problem, wie die Artikel im Focus und in der taz zeigen. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Vielfalt der Globalisierungsbewegung im Medientaumel rund um Porto Alegre völlig untergeht. Die Vielfalt einer Bewegung gegen den Kapitalismus, der aus einer konfrontativen Haltung entstanden ist, aus dem Verständnis dass Lobbypolitik an den Verhandlungstischen globaler Institutionen nur dann etwas bewirkt, wenn gleichzeitig Menschen auf der Straße genügend Druck aufbauen. Und auch einmal durchgesetze Reformen ändern wenig an der tagtäglichen Ausbeutung.
Porto Alegre wurde zum zweiten Mal als Austragungsort der Globalisierungsprotest-Olympiade gewählt, weil die lokale sozialistische Regierung eine Art kommunale Budgetierung betreibt, ein beliebtes Vorbild für ReformpolitikerInnen. Hier wird staatsorientiertes Handeln vor Ort erprobt, und es ist ja schon nett wenn da einige Erfolge von demokratischer Beteiligung an kommunalern Entscheidungen zu verzeichnen sind, aber es ändert nichts daran dass viele nicht einfach nur schöner aussehende oder besser schmeckende Brötchen backen wollen, sondern gemeinsam darauf hinwirken wollen, gleich die gesamte Bäckerei von Grund auf umzustellen.
Die Saalrunde blieb aus
Das Netzwerk Attac, das in Porto Alegre seine weltweite Jahresversammlung abhält ist mit den Forderungen sehr stark auf den Staat orientiert und auf eine Stärkung staatlicher Macht (zum Beispiel die Forderung nach einer Tobinsteuer: wer treibt die Steuer denn ein und verwaltet sie, wer bestimmt über die Verwendung der Gelder) und das Thema Rentenreform. Wenn jemand nachweisen könne, dass Attac staatsorientiert sei, schmeiße er eine Saalrunde, hatte Attac-Mitbegründer Peter Wahl beim Kongreß in Berlin 2001 erklärt, doch alle waren so sprachlos, daß niemand die Saalrunde einforderte.
Spaltung laß nach!
Anstatt sich von Attac-Funktionären eine Spaltung oder Vereinnahmung diktieren zu lassen, wäre es jedoch sinnvoll, verstärkt die vielfältigen Inhalte deutlich zu machen. Die Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung ist nämlich gerade als Anwort auf das Gerede vom angeblichen "Ende der Geschichte" entstanden, mit starkem Bezug auf Bewegungen im Süden wie den Zapatistas im mexikanischen Chiapas, um deutlich zu machen, daß es möglich sein muß, eine andere Welt zu schaffen. Diese andere Welt ist möglich, aber sie beschränkt sich nicht auf eine Modernisierung des Kapitalismus, und nicht auf eine Demokratisierung der Ausbeutung. Nicht nur in Argentinien, sondern auch hier vor Ort ist deutlich, das dieses System kein Wohlfahrtsunternehmen ist, und daß weder die neoliberale Deregulierungspolitik noch eine sozialdemokratisch abgefederte Variante davon ein Leben in Würde für alle ohne Krieg ermöglicht.
Globalisierung mit zwei Gipfeln:
http://www.taz.de/pt/2002/01/28/a0108.nf/text
Susan George: Clusters of Crisis and a Planetary Contract:
http://www.tni.org/george/talks/clusters.htm
Offener Brief an Ignacio Ramonet:
http://de.indymedia.org/2002/01/13556.html
Attac-Kongreß in Berlin, Oktober 2001: Ist eine andere Welt möglich:
http://de.indymedia.org/2001/10/9680.html
Erster Eindruck, 19.10.01:
http://de.indymedia.org/2001/10/9504.html
Weiterer kurzer Bericht:
http://de.indymedia.org/2001/10/9576.html
Susan George: Ich war in Göteborg:
http://de.indymedia.org/2001/06/3583.html
Zur Gewaltdebatte bei Attac:
http://de.indymedia.org/2001/07/4110.html
Attac-Vize äußert sich zu Genua:
http://de.indymedia.org/2001/07/5276.html
Attac unterstützt den Afghanistan-Krieg:
http://de.indymedia.org/2002/01/14037.html
ATTACe gegen interne Diskussion:
http://de.indymedia.org/2002/01/13752.html
Monopolise Resistance? – how Globalise Resistance would hijack revolt (über eine trotzkistische Organisation in England):
http://www.schnews.org.uk/mr.htm
Worum geht es der Globalisierungsbewegung wirklich? Ein Beispiel:
Resistance is the secret of joy:
http://www.oneworld.org/ni/issue338/secret.htm
What I learned from the World Social Forum (Starhawk):
http://www.starhawk.org/activism/brazil1.htm
Kritik des Welt"sozial"forum (WSF):
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf
Aufruf für eine antikapitalistische Aktion in Porto Alegre:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf/callagainstwef.htm
Das Problem ist, daß diese Spaltungsstrategie so wunderbar zur Taktik der Regierenden paßt. Das Schweizer Bundesamt für Polizei ließ nämlich im Juli 2001 eine Studie zum "Gewaltpotenzial in der Antiglobalisiserungsbewegung" erstellen, und eines der Haupterkenntnisse lautet: "Den Anliegen und der Dialogbereitschaft der erklärt gewaltlosen Akteure innerhalb der Antiglobalisierungsbewegung muss mehr Beachtung geschenkt werden. Sie sollten in ihrer Abgrenzung gegen die gewaltbereiten Gruppen aktiver unterstützt werden."
Die mainstream-Medien helfen dabei tüchtig mit. Die radikaleren Gruppen werden als gewaltbereit diffamiert, ohne daß auf deren antikapitalistische Inhalte eingegangen wird. Und die Attac-Funktionäre stellen ähnlich wie Grünen-Vorstandsmitglieder grundsätzliche Inhalte der Basis in Frage: Susan George, Attac Frankreich-Vizepräsidentin, begrüßte neulich die Bombardierung Afghanistans und bedankte sich im schwedischen Radio bei George Bush: "I was mistaken when I criticized the American bombings of Afghanistan. (...) This was worth doing in order to get rid of the Taliban... I wish to thank George Bush. He has shown that it was possible to reach the terrorists and their supplies."
Matthias Greffrath, bezeichnete Susan George als Vordenkerin von Attac, und zeigte in der taz auf, wohin das Vordenken hingehen soll: ein "globaler Marshallplan" eines regulierten Kapitalismus, ein "New Deal zwischen Nord und Süd" mit "globalen Steuern". "Utopisch wäre es, anzunehmen, dass ein anderer Weg als der eines rechtlich gesicherten Ausgleichs der Welt Sicherheit gene kann": "Die erste zentrale Forderung einer wweltweiten Demokratiebewegung sind konsequenterweise ein weltweites Steuersystem und die Demokratisierung der großen internationalen Institutionen von der Welthandelsorganisation bis zur Weltbank. Das ist die Botschaft von Porto Alegre und seine Antwort auf den 11. September".
Nun, es ist anzunehmen, daß die Tausenden, die in Seattle, Prag, Genua, Buenos Aires und anderswo gegen die Gipfel von IWF, Weltbank, FTAA (gesamtamerikanische Freihandelszone) und Welthandelsorganisation (WTO) protestiert haben, nicht alle bloß neue Steuern eingeführt haben wollten. "Smash IMF" und "No WTO" stand da auf zahlreichen Transparenten, und sämtliche Protestierende auf eine Bewegung zur Einführung einer Steuer reduzieren zu wollen wäre genauso verkürzt wie Porto Alegre als "Erster Mai der globalen Bürgerbewegung" definieren zu wollen.
Auch wenn sich Tausende für das Weltsozialforum (WSF) in Porto Alegre angemeldet haben, und zehntausend Delegierte zum ersten WSF im vergangenen Jahr kamen, so werden dort nicht alle AktivistInnen vertreten sein. Einige brasilianische AktivistInnen haben erklärt, daß sie wie bereits im vergangenen Jahr bei dem Riesenereignis nicht mitwirken, bei dem sich Nichtregierungsorganisationen als neue Bewegung feiern und sich freuen daß sie so viele sind.
Parteitagsatmosphäre
Wer schon einmal bei Parteitagen von sozialistischen oder grünen Parteien war, kennt das Prinzip: es wird getan, wie wenn alles offen sei und alle mitreden könnten, doch es gibt eine klare Hierarchie, und in den seltensten Fällen kann die Basis etwas gegen den Willen des Parteivorstandes durchsetzen. Die Partei leistet sich einige radikale Feigenblätter, aber meist wird schlicht die Parteilinie befolgt.
Eine ähnliche Struktur findet sich meist bei den Gegengipfeln wieder, die in Köln 1999, Prag 2000 und anderswo stattfanden. Einige prominente StarrednerInnen werden eingeladen, und sie liefern kurze Vorträge oder Beiträge auf Podiumsdiskussionen. Meist ist nur wenig Raum für Fragen vorgesehen, eine intensive Diskussion in kleineren Gruppen findet meist überhaupt nicht statt. Eine Weiterentwicklung der vorgetragenen Thesen kann so kaum verwirklicht werden. Wer schon auf mehreren solchen Frontalveranstaltungen war, wird sich bald langweilen: es sind sehr oft dieselben Stars, die dargebotene Analyse beschränkt sich auf Teilbereiche (vor allem Ökonomie), hat wenig mit Alltagspraxis zu tun und ist oft populärwissenschaftlich. Es fehlt eine tiefgründige Analyse mit Statistiken und Quellenangaben, das Vorgetragene ist aber manchmal nicht leicht verständlich für jene die sozialwissenschaftliche Texte nicht gewohnt sind.
Das Netzwerk Attac in der BRD ist trotz einer Basisgruppen-Rhetorik ähnlich wie eine Partei aufgebaut: die Zentrale in Verden ist bundesweite Anlaufstelle und bestimmt die Öffentlichkeitspolitik.
Eine Mordmaschine ist nicht reformierbar
Die Parteitagsatmosphäre, die möglicherweise in Porto Alegre anzutreffen sein wird, ist nicht das eigentliche Problem, wie die Artikel im Focus und in der taz zeigen. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Vielfalt der Globalisierungsbewegung im Medientaumel rund um Porto Alegre völlig untergeht. Die Vielfalt einer Bewegung gegen den Kapitalismus, der aus einer konfrontativen Haltung entstanden ist, aus dem Verständnis dass Lobbypolitik an den Verhandlungstischen globaler Institutionen nur dann etwas bewirkt, wenn gleichzeitig Menschen auf der Straße genügend Druck aufbauen. Und auch einmal durchgesetze Reformen ändern wenig an der tagtäglichen Ausbeutung.
Porto Alegre wurde zum zweiten Mal als Austragungsort der Globalisierungsprotest-Olympiade gewählt, weil die lokale sozialistische Regierung eine Art kommunale Budgetierung betreibt, ein beliebtes Vorbild für ReformpolitikerInnen. Hier wird staatsorientiertes Handeln vor Ort erprobt, und es ist ja schon nett wenn da einige Erfolge von demokratischer Beteiligung an kommunalern Entscheidungen zu verzeichnen sind, aber es ändert nichts daran dass viele nicht einfach nur schöner aussehende oder besser schmeckende Brötchen backen wollen, sondern gemeinsam darauf hinwirken wollen, gleich die gesamte Bäckerei von Grund auf umzustellen.
Die Saalrunde blieb aus
Das Netzwerk Attac, das in Porto Alegre seine weltweite Jahresversammlung abhält ist mit den Forderungen sehr stark auf den Staat orientiert und auf eine Stärkung staatlicher Macht (zum Beispiel die Forderung nach einer Tobinsteuer: wer treibt die Steuer denn ein und verwaltet sie, wer bestimmt über die Verwendung der Gelder) und das Thema Rentenreform. Wenn jemand nachweisen könne, dass Attac staatsorientiert sei, schmeiße er eine Saalrunde, hatte Attac-Mitbegründer Peter Wahl beim Kongreß in Berlin 2001 erklärt, doch alle waren so sprachlos, daß niemand die Saalrunde einforderte.
Spaltung laß nach!
Anstatt sich von Attac-Funktionären eine Spaltung oder Vereinnahmung diktieren zu lassen, wäre es jedoch sinnvoll, verstärkt die vielfältigen Inhalte deutlich zu machen. Die Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung ist nämlich gerade als Anwort auf das Gerede vom angeblichen "Ende der Geschichte" entstanden, mit starkem Bezug auf Bewegungen im Süden wie den Zapatistas im mexikanischen Chiapas, um deutlich zu machen, daß es möglich sein muß, eine andere Welt zu schaffen. Diese andere Welt ist möglich, aber sie beschränkt sich nicht auf eine Modernisierung des Kapitalismus, und nicht auf eine Demokratisierung der Ausbeutung. Nicht nur in Argentinien, sondern auch hier vor Ort ist deutlich, das dieses System kein Wohlfahrtsunternehmen ist, und daß weder die neoliberale Deregulierungspolitik noch eine sozialdemokratisch abgefederte Variante davon ein Leben in Würde für alle ohne Krieg ermöglicht.
Globalisierung mit zwei Gipfeln:
http://www.taz.de/pt/2002/01/28/a0108.nf/text Susan George: Clusters of Crisis and a Planetary Contract:
http://www.tni.org/george/talks/clusters.htm Offener Brief an Ignacio Ramonet:
http://de.indymedia.org/2002/01/13556.html Attac-Kongreß in Berlin, Oktober 2001: Ist eine andere Welt möglich:
http://de.indymedia.org/2001/10/9680.html Erster Eindruck, 19.10.01:
http://de.indymedia.org/2001/10/9504.html Weiterer kurzer Bericht:
http://de.indymedia.org/2001/10/9576.html Susan George: Ich war in Göteborg:
http://de.indymedia.org/2001/06/3583.html Zur Gewaltdebatte bei Attac:
http://de.indymedia.org/2001/07/4110.html Attac-Vize äußert sich zu Genua:
http://de.indymedia.org/2001/07/5276.html Attac unterstützt den Afghanistan-Krieg:
http://de.indymedia.org/2002/01/14037.html ATTACe gegen interne Diskussion:
http://de.indymedia.org/2002/01/13752.html Monopolise Resistance? – how Globalise Resistance would hijack revolt (über eine trotzkistische Organisation in England):
http://www.schnews.org.uk/mr.htm Worum geht es der Globalisierungsbewegung wirklich? Ein Beispiel:
Resistance is the secret of joy:
http://www.oneworld.org/ni/issue338/secret.htm What I learned from the World Social Forum (Starhawk):
http://www.starhawk.org/activism/brazil1.htm Kritik des Welt"sozial"forum (WSF):
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf Aufruf für eine antikapitalistische Aktion in Porto Alegre:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf/callagainstwef.htm
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
und nochn paar links zu Attac
ATTACke wogegen?:
Kritik an den Vertretungskaspern:
ich schon...
Ergänzung zum schweizer Bericht
Strategien sind jetzt wichtig!
Wenn wir nicht die Fehler der 68er, der 70er- und der 80er Bewegungen widerholen, können wir sehr viel erreichen! PS: Und wieder mal der Lesetip: M.Wilk: "Macht, Herrschaft, Emanzipation" - für alle die die verstehen wollen, wie es der Staat schafft zu spalten, indem er ein Teil einer jeweiligen Bewegungen intergriert und den anderen Teil kriminalisiert und dadurch beide Teile in Feindschaft zueinander stehen lässt...
ja - strategien statt spaltung
gebe peter recht. find ich echt wichtig den gedanken. und ums mal konkret werden zu lassen: wir sollten sehen, daß zu den nächsten großen aktionen (strassbourg, eu-gipfel in spanien) wir vielleicht selbst kontakt mit denen aufnehmen. und wenn wir auff attac-veranstaltungen flugis verteilen. wir sollten nicht aufgeben und den staat ein weiteres mal siegen lassen. der 2. und 3. kommentar ist entweder von einem provokateur oder von sehr unreflektierten leuten. find ich dämlich solch ein geschreibsel.
attack haut ab !
es ist für einige ja ganz schön, wieder mal auf attac einprügeln zu können. Macht ja Spass (ich kenne das mit anderen politischen Zielen auch).
Aber wie so oft, ist die Realität etwas anders, als die Phantasien einiger Schreiber.
Ihr alle kennt die Presse in dieser Bundesrepublik. Meint Ihr, attac würde von dieser Presse anders behandelt als irgend eine beliebige möchte-gern-linke Organisation? Lest doch bite mal nach wie die IG Metall (und da fehlt doch einiges an revolutionärem Elan) mit Ihrer 6,5% Lohn-Forderung behandelt wird.
Kurz und gut (und für einige laute Schreier schlecht) sende ich Euch eine Mail von Felix Kolb, der dieses Interview verbrochen hat:
-----------------------------------------------------------
in der aktuellen Focus-Ausgabe findet sich ein Beitrag über Attac und ein Streitgespräch zwischen einem Daimler-Manager und mir. Der Artikel enthält neben falschen Tatsachenbehauptungen (Attac würde die Proteste gegen den
Sicherheitsgipfel in München nicht unterstützen) auch ein falsches Zitat von mir, das die Grundthese des Beitrages unterstützt, dass sich Attac vom Straßenprotest abwendet. Bevor ich kurz das Zitat und weitere falsche Behauptungen richtigstelle, die Vorgeschichte des Beitrages:
Ich bin von Focus zum Streitspräch mit einem Daimler-Manager
eingeladen worden. Dieses Streitgespräch sollte von einem Artikel flankiert werden, der die Aussage unserer Presseinformation aufgreift, dass sich Attac verstärkt den Globalisierungsfolgen in den Industriestaaten zuwendet. Darüber haben ein Fokusredakteur und ich mehrmals lange telefoniert. Am Rande sprach er auch die Sicherheitstagung
in München an und leider klingelten bei mir nicht die Alarmglocken, sonst hätte ich mir nicht nur den Text des Streitgespräches zum Gegenlesen vorlegen lassen. Zur Genese des falschen Zitates:
Auf die Frage, ob Attac für die Abschaffung von Nato und Kapitalismus ist, habe ich erklärt, dass attac aufgrund seines Charakters als Netzwerk dazu keine Position hat und dass innerhalb von Attac Menschen und Gruppen engagiert sind, die dazu verschiedene Positionen haben. Aus meiner
Aussage, dass die Proteste in München nicht zu einem der Schwerpunkte der Attac-Arbeit in diesem Jahr gehören, wurde "Wir rufen bundesweit nicht dazu auf, weil uns die Protestgruppen und deren Forderungen zu radikal sind."
Ebenso ärgerlich wie unverständlich ist (auch angesichts der Tatsache, dass ich im Streitgespräch das Gegenteil gesagt habe) die Behauptung wir würden uns vom Straßenprotest abwenden und nun stärker die Auseinandersetzung mit Politikern und Konzernchefs am Konferenztisch suchen.
--------------------------------------------------------
Und das wir uns auch von München (und von Straßenprotesten) nicht verabschieden zeigt Euch unsere Kölner Homepage, auf der auch für unseren Bus nach München geworben wird:
Tschüss, hp, köln
spalter-artikel
Mal sehen, wer zuletzt lacht!
Das würde sogar passen!
Ooops!
Wer hat uns verraten?
Oder die PDS,deren Mitglieder Nazisdemos ganz okay finden(Bernsdorf...)?
Wir sollten endlich mal eine eigene,funktionsfähige&professionelle Presseareit auf die Beine stellen,damit reformistische Machtfans wie Attac nicht von unserer Arbeit und unseren Aktionen profitieren...Spaltung?Da gibt`s nichts zu spalten,denn mit solchen Leuten gibt es keine Gemeinsamkeiten!
liebe Mods... bitte mehr nachdenken
Verspalten statt höhnen
addag
Hui
Anmerkungen zum Plakat
attac-zitate-sammlung
es geht nicht um Reformismus
Gegen die Spaltung
Wenn man nicht gegen die Spaltung angeht, wird diese neue linke Bewegung kläglich scheitern wie alle zuvor. Das gilt es zu verhindern!!!
Nur gemeinsam sind wir stark.
Zusammen - keine Spaltung durch Spalter
Wer sich allerdings ständig bemüßigt sah, sich von Attac und anderen Gemäßigten abzugrenzen, waren dann schon eher einige Autonome Antifas oder die 1917-Trotzkisten...
Trotzdem, d.h. natürlich,
Solidarische Grüße
Diffarmierung gegen Susan George
Since Goteborg, there are many neo-liberal forces in Sweden which hold
Attac responsible and will do anything to discredit us. Thus 2 newpapers
used "quotes" from me which, as the radio journalists say, were
"fabricated". Seconde, Alexandre Adler of "Courrier International" in
France picked up the quote from the Swedish newspaper. He is a declared
enemy of Attac, makes no mystery of it. He continually misrepresents and
distorts our positions. He even attacked Pierre Bourdieu today on the
radio, poor Pierre only died Thursday morning but he was our ally in the
social movement so he was Adler´s enemy.
Now, here is the translation of what I wrote in French about this business.
You already have the quote of the Swedish journalists explaining that
papers in Sweden fabricated "quotes" [They were responding to my
declaration in Le Monde that I would no longer give any interviews in
Sweden because the climate since Goteborg was so vicious]. You can place
their quote here if you like, but it arrived after I wrote the following
explanation for the members of Attac-France.
""According to a small article in ´Courrier International´ which some
people hastened to reproduce without asking me for comments even though
they know very well how to reach me, I am supposed to have "thanked George
Bush [because] he has shown that it´s possible to strike the terrorists and
their resources".
In an interview I gave on 11 December to Swedish radio, appropriated, cut
and distorted by a Swedish paper which is notoriously anti-Attac, I said
the same thing many members of Attac have already heard me say, in an
ironic way:
[I don´t have the exact text but this is approximately what I´ve said many
times]: "We can thank George Bush who has given us a lot of help.
Previously it was "impossible" to identify the owners of accounts in tax
havens and even more impossible to freeze them or close them down. Bush
has proven that you can easily do this for accounts held by terrorists [or
whoever the US considers to be "terrorists"] in any offshore location.
Attac has been saying all along that if the political will existed, we
could perfectly well shut down the accounts of drug lords, prostitution or
arms traffickers and put an end to tax havens themselves."
As for the bombing: I ask readers interested in fairly representing other
peoples´ views to look at what I said in the Nouvel Observateur no. 1925
titled "When an American says No to Bush" and headlined "Adding massacres
to massacres: I refuse".
Here is another quote from me, in another number of the Nouvel Observateur
published around the same time as the Swedish radio interview: It´s in a
debate with Dominique Moisi of the mainstream, liberal French Institute of
International Relations [IFRI] :
"SG: For a long time, I have been opposed to many of the policies of my
native country...from the morning of the 12th of September, we had to
contend with our neoliberal opponents whose argument was : ´We are all
Americans, if you are not 100% behind what they are doing now and
everything they decide to do in future, then you are anti-American and
therefore pro-terrorist´. I refuse that kind of logic... Is our leadership
going to start taking seriously not only the problems of the Moslem world
but also the problems of the poor world, of the four-fifths of humanity
whose everyday reality is joblessness, no future, no democracy and fury?
Or on the contrary are we just going to answer violence with violence which
can only lead to new crimes and to the destabilisation of the planet? "
With the recent successes Attac has registered, like filling the Zenith
[note SG: 19 January: 6000 people in the biggest rock concert hall in Paris
with another 1000 outside who couldn´t get in for security reasons] I don´t
doubt that our adversaries will seek out every opportunity to discredit us.
I can only regret that some people, pretending to be on our side, are so
happy to make their task easier,
Susan George