ATTAC aus anarchistischer Sicht
Offener Brief an Ignacio Ramonet (ATTAC-Gründer)
[von Etienne D., aus Combat Syndicaliste, Region Midi Pyrénées der CNT AIT, übersetzt aus dem Spanischen, aus: Ardi Beltza Nr. 6, Juni 2000; Ignacio Ramonet ist Chefredakteur von Le Monde Diplomatique und der Gründer von ATTAC]
Eigentlich schreibe ich nie an JournalistInnen. Mit meinen 50 Jahren habe ich schon lange kapiert, daß einE JournalistIn in erster Linie ein (wenn auch Luxus)-Lohnabhängiger ist, der die Anordnungen eines Zeitungsbosses befolgt, der die Hälfte seines Gewinnes aus den Zuschüssen bezieht, die die Politiker unsere Herren) bewilligen, und die andere Hälfte mittels Werbung aus dem Markt. Ein Journalist ist nichts anderes als ein bezahlter Gaukler, der den Auftrag hat, das Leben in Ereignisse zu verwandeln, die Empörung in Resignation, und die Wahrheit in Schweigen.
Nein, ich schreibe nie an JournalistInnen, und genausowenig an RichterInnen oder PolizistInnen. Aber es fällt mir immer schwerer, das Spektakel von ATTAC (dieser virtuellen Linken) zu ertragen und die täglichen jämmerlichen Litaneien ihres Jüngers »Daniel Mermet-man-kann-nichts-machen« in France Inter, und vor allem die zahlreichen Beiträge seiner KollegInnen von Le Monde
Diplomatique und ATTAC in sämtlichen Veranstaltungen der Bürger und Gebildeten in den Provinzstädten, wo in geschwollenen Monologen debattiert wird über die Zukunft des Volkes oder der Menschheit, diesen elenden Sumpf, der zur Demokratie nicht fähig ist (die Arbeitslosigkeit, das Nord-Süd-Problem, der Rassismus, die Schlafstädte...).
Wir könnten euch ignorieren, euch eure Salons, Lesungen und Veranstaltungen abhalten lassen, unter euch, unter den Schicken, den Neureichen und Etablierten. Aber sie haben Erfolg in den Medien, wo das »Konzept« des Bürgers (dieses »Extremisten des Konsenses, der zu nichts Wesentlichem eine feste oder klare Meinung hat, und der entsprechend zu keiner Sache, an der er sich die Finger verbrennen könnte, Schlußfolgerungen zieht«) der politische und finanzielle Träger ist (übrigens: Wie geht's dem »Diplo«?). Und mithilfe dieses Erfolges kommen sie jetzt an, um ihren Quatsch auf der
Straße zu verkaufen. Es gibt schon keine Demonstration mehr, wo nicht ein Flugblatt von ATTAC auftaucht oder ein Transparent, das den Bürger verherrlicht, und es gibt kein soziales Problem, zu dem man nicht im Fernsehen einen ihrer Jünger sehen könnte, der zwischen einem unbedeutenden Schriftsteller und einem »sauberen« Volkswirtschaftler seine Ziele erläutert. Sie werden als die schöne Linke präsentiert, die reine, die verantwortliche, die ehrliche, die in den Vorstädten von Afrika redet, die die Armut anprangert, die die politische und finanzielle Korruption geisselt...
Die neue Linke! Was für ein Trauerspiel, was für eine Lüge, was für ein Betrug, Herr Ramonet! Sicher haben Sie Talent dafür, die Leichen zu zählen, die Vermögen abzuwägen, die Profite zu berechnen, die Diktatoren aufzuzählen, und die Toten und Todgeweihten abzuschätzen. Sie und Ihre Jünger sind Meister in der Ökonomie des Leidens und des Elends. Ihre Abrechnungsbücher sind auf dem neuesten Stand. Das ist ihre erste Funktion. Das Chaos, die Schmerzen, die Ungerechtigkeiten, den Raub und die Plünderungen aufzuzählen. Angst verbreiten! Diese Botschaft soll rüberkommen: »Die Welt ist ein großes grausames und blutiges Chaos, und Westeuropa ist ein schmales Tal des Friedens, grün und zerbrechlich, das teilweise verwundet aber bis heute von den schlimmsten Plagen verschont geblieben ist, die von den ewigen Dämonen kommen, die die menschliche Natur erschüttern«.
Ihre zweite Funktion ist es, die Unordnung zu verhindern, die Revolte einzudämmen, die Truppen zu beschwichtigen. Oder noch schlimmer, die Polizei in den Konflikten zu sein. Mit dem lauten Geschrei »Bürger, an die Urnen« verteidigt ihr alles, was zur Ausplünderung und Entfremdung dieser Welt beiträgt.
Zuerstmal die Wahlen. Immer dasselbe Lied. Angesichts der Veruntreuung von Demokratie und öffentlichen Gütern durch die Politikerclans ruft ihr zu den Urnen und zur Bürgerkontrolle. Ihr träumt sogar von einer Bürgerkontrolle der WTO; die Ausgeraubten sollen mit den Räubern verhandeln, damit der Raub weniger grausam ausfällt. Ihr nehmt den Mund mit Demokratie voll und hört nicht auf, die Vorzüge von Wahlen, Gewählten und Vertretung anzupreisen. Wie jeder etablierte Bürger habt ihr Angst vor der Wut derjenigen, die nichts als Pech haben, die kaputtgehen, die mit ihrem Leben für eure Klassengesellschaft bezahlen.
Und dann die Ware, die Grundlage des kapitalistischen Systems. Bei eurer Tobin-Steuer, Herr Ramonet, muß ich an diese wohltätigen Damen denken, die Sonntags nach der Messe ihren guten Armen das schlechte Brot hinschmeissen. Während der Woche arbeiten diese verdammten Armen in der Fabrik ihres Ehemannes, des Bankiers. Die Tobin-Steuer ist genau das, und noch schlimmer. Denn auch wenn der Steuersatz bei den Börsengewinnen noch so niedrig ist, wird er sich immer auf den Bürger als Konsumenten... pardon, den Bürger der Waren auswirken. Sie reden mit Resignation von der Globalisierung, mit Resignation von den Profiten und der Ausbeutung. Aber sagen Sie mal, Herr Ramonet, mussten Sie so dick auftragen?
Wegen all dem schreibe ich Ihnen, Herr Ramonet. Um Ihnen laut und deutlich zu sagen, daß Sie und Ihre Jünger die besten Verbündeten des Kapitalismus sind. Die Ausbeutung anzuprangern, ist gut. Zu erklären, daß sie unumstößlich sei, heißt den Kapitalismus verteidigen. Zur Wahl aufzurufen
bedeutet, sich aktiv am Erhalt dieses Systems zu beteiligen, seine Sicherheit und Fortdauer abzusichern. Sie sind kein Progressiver, noch nichtmal ein Protestler oder Reformist, Sie sind ein Diener des Kapitalimus, ein Gaukler ... ein Journalist. Es lebe die soziale Revolution, Herr Ramonet, auf daß Sie immer unsere Toten zählen können!
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11.01.2002
[von Etienne D., aus Combat Syndicaliste, Region Midi Pyrénées der CNT AIT, übersetzt aus dem Spanischen, aus: Ardi Beltza Nr. 6, Juni 2000; Ignacio Ramonet ist Chefredakteur von Le Monde Diplomatique und der Gründer von ATTAC]
Eigentlich schreibe ich nie an JournalistInnen. Mit meinen 50 Jahren habe ich schon lange kapiert, daß einE JournalistIn in erster Linie ein (wenn auch Luxus)-Lohnabhängiger ist, der die Anordnungen eines Zeitungsbosses befolgt, der die Hälfte seines Gewinnes aus den Zuschüssen bezieht, die die Politiker unsere Herren) bewilligen, und die andere Hälfte mittels Werbung aus dem Markt. Ein Journalist ist nichts anderes als ein bezahlter Gaukler, der den Auftrag hat, das Leben in Ereignisse zu verwandeln, die Empörung in Resignation, und die Wahrheit in Schweigen.
Nein, ich schreibe nie an JournalistInnen, und genausowenig an RichterInnen oder PolizistInnen. Aber es fällt mir immer schwerer, das Spektakel von ATTAC (dieser virtuellen Linken) zu ertragen und die täglichen jämmerlichen Litaneien ihres Jüngers »Daniel Mermet-man-kann-nichts-machen« in France Inter, und vor allem die zahlreichen Beiträge seiner KollegInnen von Le Monde
Diplomatique und ATTAC in sämtlichen Veranstaltungen der Bürger und Gebildeten in den Provinzstädten, wo in geschwollenen Monologen debattiert wird über die Zukunft des Volkes oder der Menschheit, diesen elenden Sumpf, der zur Demokratie nicht fähig ist (die Arbeitslosigkeit, das Nord-Süd-Problem, der Rassismus, die Schlafstädte...).
Wir könnten euch ignorieren, euch eure Salons, Lesungen und Veranstaltungen abhalten lassen, unter euch, unter den Schicken, den Neureichen und Etablierten. Aber sie haben Erfolg in den Medien, wo das »Konzept« des Bürgers (dieses »Extremisten des Konsenses, der zu nichts Wesentlichem eine feste oder klare Meinung hat, und der entsprechend zu keiner Sache, an der er sich die Finger verbrennen könnte, Schlußfolgerungen zieht«) der politische und finanzielle Träger ist (übrigens: Wie geht's dem »Diplo«?). Und mithilfe dieses Erfolges kommen sie jetzt an, um ihren Quatsch auf der
Straße zu verkaufen. Es gibt schon keine Demonstration mehr, wo nicht ein Flugblatt von ATTAC auftaucht oder ein Transparent, das den Bürger verherrlicht, und es gibt kein soziales Problem, zu dem man nicht im Fernsehen einen ihrer Jünger sehen könnte, der zwischen einem unbedeutenden Schriftsteller und einem »sauberen« Volkswirtschaftler seine Ziele erläutert. Sie werden als die schöne Linke präsentiert, die reine, die verantwortliche, die ehrliche, die in den Vorstädten von Afrika redet, die die Armut anprangert, die die politische und finanzielle Korruption geisselt...
Die neue Linke! Was für ein Trauerspiel, was für eine Lüge, was für ein Betrug, Herr Ramonet! Sicher haben Sie Talent dafür, die Leichen zu zählen, die Vermögen abzuwägen, die Profite zu berechnen, die Diktatoren aufzuzählen, und die Toten und Todgeweihten abzuschätzen. Sie und Ihre Jünger sind Meister in der Ökonomie des Leidens und des Elends. Ihre Abrechnungsbücher sind auf dem neuesten Stand. Das ist ihre erste Funktion. Das Chaos, die Schmerzen, die Ungerechtigkeiten, den Raub und die Plünderungen aufzuzählen. Angst verbreiten! Diese Botschaft soll rüberkommen: »Die Welt ist ein großes grausames und blutiges Chaos, und Westeuropa ist ein schmales Tal des Friedens, grün und zerbrechlich, das teilweise verwundet aber bis heute von den schlimmsten Plagen verschont geblieben ist, die von den ewigen Dämonen kommen, die die menschliche Natur erschüttern«.
Ihre zweite Funktion ist es, die Unordnung zu verhindern, die Revolte einzudämmen, die Truppen zu beschwichtigen. Oder noch schlimmer, die Polizei in den Konflikten zu sein. Mit dem lauten Geschrei »Bürger, an die Urnen« verteidigt ihr alles, was zur Ausplünderung und Entfremdung dieser Welt beiträgt.
Zuerstmal die Wahlen. Immer dasselbe Lied. Angesichts der Veruntreuung von Demokratie und öffentlichen Gütern durch die Politikerclans ruft ihr zu den Urnen und zur Bürgerkontrolle. Ihr träumt sogar von einer Bürgerkontrolle der WTO; die Ausgeraubten sollen mit den Räubern verhandeln, damit der Raub weniger grausam ausfällt. Ihr nehmt den Mund mit Demokratie voll und hört nicht auf, die Vorzüge von Wahlen, Gewählten und Vertretung anzupreisen. Wie jeder etablierte Bürger habt ihr Angst vor der Wut derjenigen, die nichts als Pech haben, die kaputtgehen, die mit ihrem Leben für eure Klassengesellschaft bezahlen.
Und dann die Ware, die Grundlage des kapitalistischen Systems. Bei eurer Tobin-Steuer, Herr Ramonet, muß ich an diese wohltätigen Damen denken, die Sonntags nach der Messe ihren guten Armen das schlechte Brot hinschmeissen. Während der Woche arbeiten diese verdammten Armen in der Fabrik ihres Ehemannes, des Bankiers. Die Tobin-Steuer ist genau das, und noch schlimmer. Denn auch wenn der Steuersatz bei den Börsengewinnen noch so niedrig ist, wird er sich immer auf den Bürger als Konsumenten... pardon, den Bürger der Waren auswirken. Sie reden mit Resignation von der Globalisierung, mit Resignation von den Profiten und der Ausbeutung. Aber sagen Sie mal, Herr Ramonet, mussten Sie so dick auftragen?
Wegen all dem schreibe ich Ihnen, Herr Ramonet. Um Ihnen laut und deutlich zu sagen, daß Sie und Ihre Jünger die besten Verbündeten des Kapitalismus sind. Die Ausbeutung anzuprangern, ist gut. Zu erklären, daß sie unumstößlich sei, heißt den Kapitalismus verteidigen. Zur Wahl aufzurufen
bedeutet, sich aktiv am Erhalt dieses Systems zu beteiligen, seine Sicherheit und Fortdauer abzusichern. Sie sind kein Progressiver, noch nichtmal ein Protestler oder Reformist, Sie sind ein Diener des Kapitalimus, ein Gaukler ... ein Journalist. Es lebe die soziale Revolution, Herr Ramonet, auf daß Sie immer unsere Toten zählen können!
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11.01.2002
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
-
Anarchosyndikalismus
Vortrag über die kapitalistische Globalisierung und ihren Gegnern (u.a. attac)! von der FAU-IAA Münster
um 19:00 Uhr im Friedensbüro Rosenstr.10 in 32657 Lemgo
am 22.01.2002
Leeres Pathos
bon jour toulouse:*
in Toulouse waren beim letzten großen streik des öffentlichen dienstes im herbst/winter 1995 auch viele aktiv. ich weiß genau, daß sie große hoffnungen auf deutschland setzten. aber sowohl die deutsche post hat streikbrecher gespielt wie auch die studentenschaft. in berlin konnte dank dem konterrevolutionären verhalten von PDS-studenten am tag, als französische arbeiter/innen (eisenbahner/innen) und student/innen auf einer großen demonstration mit uns in berlin waren, die besetzung der humboldt-uni im anschluß an diese demonstration verhindert werden! ich durfte - obwohl ich sehr aktiv im asta einer fachhochschule für soziale arbeit und pädagogik und an der vorbereitung der demonstration auch als aktivistin im studierendenausschuß der gewerkschaft erziehung und wissenschaften (GEW) beteiligt war - plötzlich auf der demonstration nicht mehr sprechen! da hatten wohl irgendwelche partei-politbürokraten (oder waren es bakunistische "geheime bruderschaften"?) "reingefunkt!
da ich dieses verhalten auf den nachbereitungstreffen des damaligen "sozialbündnisses" öffentlich kritisierte und die dafür verantwortlichen polit-apparatschiks beim namen nannte, wurde ich darauf hin von einer PDS-frau mit jonglierinstinkt zur vollen zufriedenheit der rektorin labonte-rose aus dem asta/stupa der alice-salomon-fachhochschule in berlin hinausgeputscht. das trug mit dazu bei, daß ich weder die PDS noch die deutschen student/innen sowie die deutschen GewerkschaftsbürokratInnen sonderlich achten kann. es bleibt nun nur zu hoffen, daß sich dieses schauderhafte brimborium nicht noch einmal wiederholt! ich bin nicht nachtragend. ich trage lieber vor. aber wenn mir dann auch noch immer wieder ein maulkorb seitens der politikerInnen verabreicht wird, dann werde leider auch ich hin und wieder mal "nachtragend".
heute geht es um mehr als um mehr "geld für bildung". heute geht es um die verhinderung der generalisierten barbarei! laßt uns gemeinsam ganz laut rufen:
RAS DE BOL! und dementsprechend sozial handeln!
-
harten Kern. Dieses Buch von Wilk, was in einem Kommentar weiter oben erwähnt wird ist wirklich zu
empfehlen, wenn man sich mit Macht und Strategien der Mächtign auseinadersetzen will. >br> Auch so: Der Gebrauch
des Wortes "bakuninistisch" im Kommentar ähnelt dem von "sozialdemokratisch". Ich finde dieses ganze Gespalte
ziemlich ekelhaft. Zumal die Anarchisten von Anfang an anders als die Sozialdemokraten dachten, von denen sich die
Marxisten erst abspalten mussten. Mit der Ablehnung von Staat und Herrschaft sind sie auch wesentlich radikaler.
(Und die meisten linken attacler sind eher trotzkistisch) Ich sehe aber trotzdem Überschneidungen zwischen Marxisten
(die keine EinParteiendiktatur anstreben) und Anarchisten. Allgemein frage ich mich übrigens wie das attac
macht: Sind da von anfang an staatstragende Typen in der Überzahl gewesen oder werden die Mitglieder
gebrain-washed? Ist irgendwie strange das Ganze und macht ein merkwürdig ungutes Gefühl.
@Rosa
wenn ich mich gegen Bakunin ausspreche, dann deshalb, weil er ein russischer Chauvinist und Antisemit war. ich will aber auf keinen fall alle anarchist/innen damit diskreditieren, denn darunter gibt es menschen die ich sehr achte. im übrigen begann mein politischer aktivismus in der anarchistischen graswurzelbewegung und ich habe darin viel emanzipatorisches gelernt!
Tut mir leid,aber
Nachholen geht ja auch
Der Kommentator ohne Namen hat irgendwie rech
Der Verstand, die Ehre und das Gewissen
MEINE geistigen Vorbilder sind die SUPER-TRUMPF-ASSE, die ultimativen Pokémons und stechen auf dem Pausenhof der Revolution alle versöhnlerischen Weicheier, Weichsspüler, Abwiegler, Lakaien und Gaukler gnadenlos ab. Die Revolution bin ICH und wahrlich wahrlich ich sage euch: Glaubet nicht den Verlockungen der Gaukelnden Finsternis, höret nicht auf die betörenden Stimmen der Media-Märkte! Tut und Buße und Umkehr, denn DIE REVOLUTION IST NAHE.
Pathos unser/Das Du schwebest über den Wolken/ Geheiligt sei Deine Diktion/ Dein Anararcho-Syndikat komme/ Dein Wille werde von den Massen verwirklicht/ Unsere täglichen Narzißmus befriedige heute/ Und honoriere unsere Linientreue/ So wie wir vertilgen werden die Abweichler. Amen.
Jau
Interessant...
Genau Marc!
Ich würde auch sagen,
@Rosa L.
noch bezügl. "reinheit": wir frauen gehören doch nach wie vor zu den "unreinen", gelle? solange wir die rolle der bürgerlichen "weiSSen krankenschwester" und braven tippse mitspielen, ist bei den herren alles in ordnung. sind wir jedoch "aufmüpfig", dann sind wir "hexen", "rote huren" und "flintenweiber". ich habe das, was theweleit beschreibt, sehr oft am eigenen leib erfahren.
die unterwerfung der frauen und der aufbau des staates war die erste große "zivilisationsanstrengung" und dauert vor allem zu lasten von frauen bis heute an. die staatsmaschinerie ist ein patriarchales konstrukt und deshalb leiden besonders frauen darunter. und vielleicht haben deshalb frauen auch eine stärkere sensibilität bezüglich der "entartung" [hier im sinne von: wenn der weg/die strategie und taktik sich vom ziel entfernt] von revolutionen. bezüglich der oktoberrevolution muß man nur mal lesen, was rosas kritik (schon am parteikonzept der bolschewiki) war, was die alexandra kollontai dazu schrieb oder auch emma goldmann. auch larissa reissner, die geliebte von l. trotzki, war eine scharfsinnliche beobachterin.
Wenn ich hier nicht tanzen darf....
@Rosa L.
erklär mal rosa
Würdest du bitte belegen inwiefern Bakunin Antisemit war und wann und wie sich das geäussert hätte.
Das erwarte ich von dir, ansonsten unterstelle ich dir ungute absichten und einen groben anti-anarchismus, bzw. archismus.
Ausserdem ist es wichtig Attac und seine rolle in der Bewegung zu verstehen. Ist nicht auch lafontaine einer von denen?
Sind sie die Sozialdemokraten von heute? Sie halten die Bewegung am System. Susan George, eine der Köpfe von Attac verflucht alle Autonomen und wünscht ihnen den Tod. Das ist nicht nett, da kann kein Vertrauen entstehen.
Merkwürdig!
Wieso kommst Du auf die Idee, ich hätte sagen wollen, daß Bakunin den Antismitismus erfunden hatte? Was sollen solche Provokationen? Steht doch da,
daß ich meinte, daß wenn Bakunin antisemitisch war, daß an seiner Zeit und am verwurzelten antisemitismus in Russland zu dieser Zeit lag. Und Marx würde sich heute auch entsprechende Vorwürfe gefallen lassen müssen.
SPALTER!
Aber Attac und Co. als Spalter der Linken darzustellen? Frag ich mich wer oder was hier spaltet.
Jeder Mensch hat gewisse Interessen. Wenn sich diese nun decken, dann sollte man auch zusammen kämpfen.
Und dann bin ich auch froh, wenn ich nen Attac-Flyer in die Hand krieg, der mich informiert, genauso wie ein Antifa-Flyer oder eine unabhängige Gruppe.
Also was soll das denn?
Blödsinn
Das ist der pathetischste Blödsinn den ich hier in letzter
Zeit gelesen habe !!!
ZARATHUSTRA ist eigentlich nichts hinzuzufügen, man kann so was nur mit Humor nehmen.
Wann hört eigentlich mal das Geseire von einer "besseren Welt", die doch nicht kommt einmal auf?
Ein paar kleine Verbesserungen die den Menschen in den armen Ländern dieser Welt wirklich die Butter auf`s Brot bringen wäre doch schon viel.
"Anarchie", eine Beteiligung aller an den tragenden Entscheidungen die eine Soziettät betreffen, funktioniert nur in Fruchtsammler und Wildbeuter Gesellschaften, aber nicht mit 6 Milliarden Menschen.
wer spaltet hier?
es ist sinnvoll reformismus zu kritisieren, und einer zusammenarbeit mit solchen gruppen auf das nötigste zu reduzieren. womit wir beim punkt wären, der zusammenarbeit. im rahmen der gipfeldemonstration in brüssel, fing ein attac sprecher an in der boulevardpresse über ´deutsche anarchisten´ herzuziehen. demnach würden aus deutschland nur anarchisten anreisen, die keine politische intuition haben, nur randalieren wollten und somit verhindern würden, dass ein bus mit seinen schäfchen aus der schweiz anreisen könne. desweiteren wisse er davon das weitere genossen an der grenze festsitzen würden, wegen eben diesen ´anarchisten´.
von anderen menschen wurde schon treffend dargestellt, dass attac hierachisch strukturiert ist, mit managment leuten in der spitze und medienprofis für die aussenarbeit. ein ausrutscher wäre hier nur schwer verzeihbar, offenbar hat es auch keine hinreichende entschuldigung gegeben (bei mir ist nichts angekommen...) und wahrscheinlicher ist, das hier gesagt wurde was mann sowieso denkt.
fakt ist, das nicht erst seit brüssel, die attacführung voll auf den durch bürgermedien gehypten begriff "black block" abfährt, und ihn im sinne einer spaltung gebraucht.
das ist KEINE BASIS FÜR KRITISCHE ZUSAMMENARBEIT!
es wird keine breite bewegung, wie einst gegen die atomkraftwerke entstehen können, solange ATTAC sich so verhält. gelingt es uns nicht, dieses den leuten der ATTAC-basis klarzumachen, schwinden die chancen, dass etwas sinnvolles mit veränderungsrelevanz entstehen kann. dann wäre -langfristig- ausser gipfeldemonstrationen nichts gewesen.
@bongo
Anarchie ist keine Gesellschaft, in der "alle über alles entscheiden".
Das wär ziemlich unpraktisch.
Warum sollte Herr Schlumpeter aus meinem Haus über die Müllabfuhr
in deiner Straße entscheiden?
Wir brauchen dagegen eine Gesellschaft, in der "alle über das entscheiden, was sie selbst betrifft".
Der Grundgedanke des Anarchismus ist es deshalb, Mechanismen zu schaffen, damit das funktioniert.
Bisschen ausführlicheres gibts auch unter dem Link unten.
Zum Antisemitismus von Bakunin
Marx hatte mehr eine polemische Schnodderschnauze, war aber kein wirklicher Antisemit. Auch Juden polemisieren manchmal erregt gegen Juden, ohne deshalb antisemitisch zu sein. Bakunin war aber ein gestandenener Antisemit. Väterchen Heinrich, ein Widerstandskämpfer und Kommunist, der auch in der DDR verfolgt wurde und im Knast saß, schreibt diesbezüglich in seinen Memoiren, worin er aber mit seinen Kindheitserinnerungen an Erich Mühsam begann (weil sein Vater mit Erich Mühsam befreundet war):
>>Was den Antisemitismus Bakunins anbetrifft, so verstieg er sich zu folgender widerlichen Bemerkung: "Selbst ein Jude, hat er (Marx) um sich in London und Frankreich, vor allem aber in Deutschland eine menge kleiner mehr oder weniger gescheiter, intriganter, beweglicher, spekulierender Juden, wie es die Juden überall sind, Handels- oder Bankagenten, Literaten, Politiker, Korrespondenten für Zeitungen alle Schattierungen, mit einem Wort, literarische Makler, die wie sie finanzielle Makler sind, einen Fuß in der Bank, den anderen in de sozialistischen Bewegung und mit dem Hintern auf der deutschen Tagesliteratur sitzend, sie haben sich aller Zeitungen bemächtigt - und ihr könnt Euch vorstellen, welche brechreizerregende Literatur sich daraus ergibt. Nun, dies ganz jüdische Welt, die eine ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk einen einzigen fressenden Parasiten Bildet..., diese jüdische Welt steht heute zum großen Teil einerseits Marx, andererseits Rothschildt zur Verfügung." Diese Bemerkungen Bakunins könnten der Feder des Nazibarden Julius Streicher entstammen.
ich danke dem antireligiösen Kommunisten Karl Marx dafür, daß er den Antisemiten Bakunin aus der Internationale ausgeschlossen hat! Dazu existieren Bücher und Dokumente und wer es will, kann Bakunin auch bezüglich seines Rassedünkels selbst lesen. Bakunin hat Marx ja auch vorgeworfen, dieser würde die "Rasse" der Deutschen arbeiten. Zur Entstehung der Rasseideologie ist das Buch "Die Entstehung des Rassismus in Europa" von G.L. Mosse sehr zu empfehlen. Darin findet Ihr auch einiges zu Proudhons Antisemtismus.
was soll der scheiss ???
Anti-Anarchistin ??@rosa
dann muss es wohl doch einen gott geben, eine göttin, und das musst du sein !!!
irgendwie peinlich
oh je