Kommunikationsguerilla zur Tobin Tax

Borg 12.01.2002 00:31 Themen: Globalisierung
Meier-Tax heißt der neue Hit - eine Steuer auf Email-Anhänge zugungsten hilfebedürftiger Kinder. Das war Phase 1 einer Kommunikationsguerilla zur kapitalismussichernden Tobin Tax. Phase 2 war das Dementi von "Attac". Kommunikationsguerilla ist kreativ und schnell. Die ganze Geschichte unter ...
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Ergänzungen

Ich will keinen besseren Kapitalismus...

Black Block 12.01.2002 - 03:45
...sondern gar keinen ! Reformen sind für den Arsch. Sie löschen das Problem nicht. Radikal sein und das Problem an der Wurzel anpacken !

genial

kapitalismusstabilisatoren in den mixer !! 12.01.2002 - 12:40
das beste ist die antwortmail von attac. besonder der satz:"wir wollen die Krisen an den Finanzmärkten ausschliessen. wohin diese krisen führen können ist an den gewalttätigen ausschreitungen in argentinien sichtbar. wir wollen sowas vermeiden"....

heinrich p 13.01.2002 - 01:34
diese Diskussion wurde auf der Kölner Mailingliste durch einen durchgeknallten Ex-Linksruck-Mitglied und jetzt trotzkistischem Juso losgetreten. Bei uns in Köln wird er (nicht nur bei attac) nicht mehr sonderlich ernst genommen.
hp

@ heinrich p

heinrich b 13.01.2002 - 04:17
der durchgeknallte kölner war zunächst juso, dann u. a. bei lr (exakt: der opposition in und beim lr), dann wieder ausschließlich bei den jusos, trotzkist war er aber wohl nie

Meier-Tax im Stadtrat

IMRED Werdohl 13.01.2002 - 13:45
Ja, ja, jetzt gehen die Neider auf die Barrikaden. Doch kein Heinrich dieser Welt kann die Meier-Tax-Bewegung stoppen. Wir, IMRED Werdohl, haben jedenfalls den folgenden Bürgernatrag gestellt, mit dem sich unser Stadtrat am 24.1. beschäftigen wird:

Mit der Meier-Tax zum Meier-Taxi

Bürgerantrag der IMRED-Ortsgruppe Werdohl gemäß §24 Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen

Der Rat der Stadt Werdohl möge auf seiner Sitzung am 24.1.2001 beschliessen:

Die Stadt Werdohl führt auf ihrem Gebiet die Meiertax zur Reduzierung des Datenumsatzes als Hilfe für sozial Benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. [...] Die Meier-Tax wird von den Werdohler Internet-Providern als Teil der kommunalen Gewerbesteuer erhoben. [...] Mit den Einnahmen wird ein ABM-Projekt für arbeitslose Jugendliche finanziert.

Sie werden als Meier-Taxifahrer arbeiten und zwischen 24 und 4 Uhr Bier, Chips und Zigaretten von der Tankstelle holen, um die Waren zu Privatfeiern im Stadtgebiet zu transportieren. Die Meier-Tax deckt die Lohnkosten, während die Kunden einen kleinen Obulus für die Benzinkosten zu entrichten haben, der Pauschal 2,50 Euro beträgt.

Somit ist allen gedient: den Fussgängern, die keine betrunkenen Autofahrer fürchten müssen; den Jugendlichen, die, obwohl sie sich kein Auto leisten können, mal ordentlich Gas geben können und dafür auch noch bezahlt werden und den Werdohler Party-People ebenso. Die Meier-Taxis sollten an der pilskengelben Farbe zu erkennen sein und eine beleuchtete Schaumkrone auf dem Tach haben, die den Schriftzug "Meier-Taxiservice Werdohl" trägt.

Die Anschaffung der Fahrzeuge soll von der lokalen Wirtschaft gesponsort werden, die dann mit ihren Firmenlogo auf den populären Fahrzeugen werben dürfen.

Begründung: erfolgt mündlich auf der Ratssitzung

Noch ne Steuer

Kuerbis 13.01.2002 - 14:22
Meier-Tax - das ist ein würdiger Name.

Mit einem Antrag an den Stadtrat richtet sich Herr Meier allerdings an diejenigen, die gerne neue Geldquellen auftun. Wie traumtänzerisch muß mensch eigentlich drauf sein, um überhaupt nur einen Gedanken in solche Richtung zu veröffentlichen: Sektsteuer, Tabaksteuer, Kriegssteuer, Streichholzsteuer ...

Aber wenn schon Geld scheffeln, warum dann nicht richtig? Statt als Bieder-Meier neue ordnungspolitisch einzuschätzende Knöllchenkataloge für (Daten-) VerkehrssünderInnen zu "kreieren",
schiene es mir sinnvoller, wenn die "Macher" aus Kölle "Alaf" die Verwendung von LINUX propagierten. Die wirklich großen Geldmengen, die so gespart werden - denn die Konzern-Programmpakete kosten ja jeweils hunderte von Währungseinheiten und nicht Prozente davon - könnten - freiwillig - gespendet werden.

Attac berät neu

Peter W. (WEED) 13.01.2002 - 15:08
Zur Information: Die Stellungnahme der Attac-Zentrale in Verden wird von Nicht-Verdener Mitgliedern des Koordinationskreises als überzogen zurückgewiesen. Attac wird über die Meier-Tax neu diskutieren und eventuell auch zu einer abweichenden Stellungnahme kommen. Maßnahmen, die eine Umverteilung bedeuten, ohne die Wertschöpfung insgesamt zu gefährden (von deren Erfolg doch auch die Umverteilung zu finanzieren wäre - alles andere ist Ideologie!), finden bei Attac immer kritisch-offene Ohren. Die Voreiligkeit der Verdener Mitglieder des Koordinationskreises ist leider keine Einmaligkeit, wir bitten daher die Verwirrung zu entschuldigen.

Hilfe die Borgs sind unter uns!

nicht Erik Borg 13.01.2002 - 19:15
Hahaha, das ist ja sehr lustig, diese Kommunikationsguerilla, ist aber dennoch zu hoffen dass das hier bei indy nicht Schule macht. Es ist ja zu vermuten, dass fast alle Beiträge hier vom selben Autor (Borg) entworfen wurden, inklusive Attac-Stellungnahme ;-)). Die Kommentarfunktion soll aber eigentlich keine Diskussion simulieren, sondern Ergänzungen zum Artikel darstellen...



Und der letzte auch???

Anti-Borg 13.01.2002 - 20:36
Die ganze Geschichte ist schon ein paar Tage alt und hat auf verschiedenen Listen allerhand Irritationen hervorgerufen. Sie ist auf Indymedia recht spät eingestellt worden - und zwar offenbar als Dokumentation der Kommunikationsguerilla ... mit einem sehr kurzen Text und einem Link. Das dürfte akzeptabel sein (auch wenn es natürlich nicht auf die Titelseite kam, weil die Aktion nicht indy-autorisiert war oder was weiß ich). Kommunikationsguerilla ist ja eine ziemlich verlorengegangene Aktionsform - im Vordergrund (auch hier immer wieder) stehen die "linken" Ritualformen (Demo, inhaltlich-unvermittelte Militanz).
Aber davon ab: Die Texte der Kommunikationsguerilla zu attac kamen aus verschiedenen Richtungen. Etliche der zeichnenden Personen sind real und haben auch auf Listen mit den Texten agiert. Auch Heinrich P. ist tatsächlich als Attac-Diskutant bekannt - auf verschiedenen Listen und immer mit grauenvollen Positionen. Warum soll er hier nur simuliert worden sein? Oder: Hast Du doch recht, bist aber die Einzelperson, die hier alles macht? Woher weißt Du das sonst?

Thema ist eigetlich cool

Pete 13.01.2002 - 23:18
Allerdings wird bei der Auswahl für die Starsteite nach formalen Kriterien entschieden. Dieser Artikel ist halt kein Bericht, sondern nur ein kurzer Hinweis auf ein andere Seite.

Meier-Tax in der taz

IMRED Werdohl 14.01.2002 - 14:47
gurke des tages
Als Fake entpuppten sich leider sowohl der Vorschlag eines Mitglieds des globalisierungskritischen Bündnisses Attac, wirre Weltverschwörungtheorien, die per E-Mail verbreitet würden, mit einer Weltverschwörungssteuer zu belegen, als auch die Gegendarstellung von Attac, mit dem Vorschlag nichts zu tun zu haben. Beide Mitteilungen erreichten uns per Fax. Auf Nachfrage der Wahrheit erklärte der Verantwortliche Marcus Meier, es handle sich dabei um einen Gag, der nichts tauge.

taz Nr. 6649 vom 14.1.2002, Seite 20, 17 Zeilen (TAZ-Bericht)