Argentinien: Proteste gehen weiter

Mensch aus HH 10.01.2002 06:02 Themen: Globalisierung
Während die Regierung Duhalde versucht, insbesondere die Angehörigen der Mittelschicht durch Maßnahmen wie die Erhöhung der erlaubten Barabhebungen auf monatlich 1500 Pesos von Gehaltskonten bzw. 1200 Pesos von Sparkonten zu "beruhigen", reißen die Proteste der Menschen nicht ab:
Bild: Sie lautete: Plünderung einer Apotheke in der Provinzhauptstadt Corrientes


Heute, 9. Januar, fand wieder eine Kochtopf-Demonstration gegen den Obersten Gerichtshof statt. Dieses Mal jedoch in verschärfter Form, nämlich vor den Privathäusern einiger Richter des Obersten Gerichtshofes! Die DemonstrantInnen forderten u.a. die Einhaltung der Gewaltenteilung sowie den Rücktritt aller Mitglieder des Obersten Gerichtshofes. Sie riefen darüber hinaus zu einer weiteren Demonstration gegen den Obersten Gerichtshof auf, die Morgen vor dem Justizpalast in Buenos Aires stattfinden wird.

In der Stadt Cordoba wurde heute, 9.1., eine Demonstration vor dem Rathaus, die vorwiegend aus Taxifahrern bestand, brutal von der Polizei niedergeschlagen. Es wurde sowohl mit Gummigeschossen als auch scharf geschossen. 11 Menschen wurden verletzt, ein Mensch wurde durch einen scharfen Schuss schwer verletzt. Die Auseinandersetzungen dauern zur Zeit noch an.

Am Montag, 7.1., haben 5000 (!) Menschen an einer Kochtopf-Demonstration in der Provinz El Chaco teilgenommen, anlässlich derer insbesondere gegen die katastrophalen sozialen Verhältnisse in der Provinz protestiert wurde.

Die bereits in einem früheren Posting dargestellte Versorgungslage mit Medikamenten wird unterdessen immer schlechter, da alle Eigentümer und Vertreiber von Medikamenten abwarten, wie sich die Währungssituation entwickelt, bevor sie weiter Medikamente an Krankenkassen-Patienten abgeben.

Die hiesigen Medien haben ihre Berichtserstattung über die Proteste und die Unzufriedenheit der Menschen in Argentinien weitgehendst eingestellt. Die Lage ist jedoch weiterhin "explosiv" und die Menschen sind zum Protest bereit. Es wird sich zeigen, ob die Angehörigen der Mittelschicht, die jetzt wieder - in immer noch beschränktem Umfang - Barabhebungen von ihren Konten tätigen können, sich von diesen Maßnahmen "beruhigen" lassen oder ob auch sie weiter protestieren werden. Einem Arbeiter, dem sein Gehalt seit Monaten nicht ausgezahlt wird oder der nur wenige Peso pro Stunde verdient, helfen DIESE Maßnahmen zumindest nicht. Ebenso wenig wie einem Rentner, der der so gut wie zahlungsunfähigen Krankenkasse "PAMI" angeschlossen ist und an den daher keine Medikamente abgegeben werden...

Lassen wir die Menschen in Argentinien nicht allein! Versucht, andere Menschen über die Lage in Argentinien zu informieren und Soli-Veranstaltungen zu organisieren.

Die dargestellten Infos stammen aus folgenden Quellen:
Lockerungen bei Barabhebungsbeschränkungen:
 http://www.clarin.com/diario/hoy/e-00215.htm
Demo gegen Obersten Gerichtshof:
 http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=7063&group=webcast
Proteste in Cordoba
 http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=7021&group=webcast
Cacerolazo in El Chaco:
 http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=7071&group=webcast
Versorgungsnotstand Medikamente:
 http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=7070&group=webcast
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Ergänzungen

danke fuer recherche...

werner 10.01.2002 - 09:43
...und übersetzung!

hilfe!

unerheblich oder? 10.01.2002 - 20:55
hilfe! trotz meinem grossen intresse an dem thema hab ich keinen plan wie ich an mehr informationen zu dem thema kommen soll! hat irgendjemand aktionen in hannover und umgebung geplant oder gibt es irgendwo ein plenum zu dem thema, alleine ist man bei diesem thema nämlich ein bisschen hilflos, vor allem wenn -siehe oben
danke im vorraus!