Argentina-Soli-Demo in Barcelona, 500 Leute!

Mensch aus HH 09.01.2002 04:07 Themen: Globalisierung
Während der spanische Regierungschef José Marìa Aznar sich um die Gewinne der spanischen Firmen sorgt, die in Argentinien "investiert" haben, fand in Barcelona eine Soli-Kochtopfdemonstration mit den Protesten der argentinischen Bevölkerung statt, an der 500 Personen teilnahmen.


Die "Cacerolazos" sind auch schon in Europa zu hören!

Heute, 8. Januar, um 20 Uhr hat in Barcelona eine Argentina-Soli-Kochtopfdemo stattgefunden. 500 Personen, darunter auch ArgentinierInnen und Exil-SüdamerikanerInnen, nahmen an der Protestdemo teil, viele waren mit den obligatoischen Kochtöpfen ausgestattet. Mit viel Lärm wurde der Kampf der argentinischen Bevölkerung so auch in Spanien "hörbar". Die Protestdemo fand gleichzeitig mit einer Demonstration in Buenos Aires statt, die vor der spanischen Botschaft abgehalten wurde. Inhatlich konzentrierte sich die Solidemo in Barcelona auf die spanischen Konzerne, die in Argentinien "investiert" hatten sowie deren Verantwortung an der Krise des Landes.

Das argentinische Konsulat in Barcelona und die spanische Botschaft in Buenos Aires hörten zur selben Zeit die lautstarken Proteste gegen die Politik ihrer beiden Länder - am selben Tag, an dem der spanische Regierungschef José Marìa Aznar von Argentiniens Präsident Duhalde "Garantien für die spanischen Unternehmen" eingefordert hatte, um diese vor den Folgen der fast 30%igen Abwertung des argentinischen Peso zu "schützen"! Während die verzweifelte Lage der Menschen in Argentinien und der Tod von vielen Menschen, die der Aufstand der hungernden argentinischen Bevölkerung zur Folge hatte, die spanische Regierung offenbar kalt lässt, beginnt sie nun, sich um die spanischen Firmen zu sorgen, die aufgrund der Abwertung des Peso Verluste erleiden könnten - die Börsenwerte der spanischen Unternehmen, die in Argentinien "investiert" hatten, waren zu Wochenbeginn abgestürzt (mehr zum Thema "Verluste der spanischen Unternehmen und Intervention Aznars" unter:
http://www.jungewelt.de/2002/01-09/006.php).

Die Demonstration in Barcelona machte jeweils an symbolischen Orten der Proteste halt, so vor spanischen Banken und Versorgungsfirmen. Es wurden Plakate hochgehalten, auf denen zu lesen war: "IWF, EU, Repsol, BBVA, La Caixa, Telefónica, OMC, Endesa, BSCH - Verantwortliche für das Elend in Argentinien. Die Grundlage des Neoliberalismus, das Wohlergehen einiger Weniger über das Wohlergehen Aller zu stellen, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Die Kochtopf-Demonstration war friedlich und laut. Sie endete vor dem Büro der EU-Kommission, welche sich heute verteidigend hinter die europäischen Kapitaleigner gestellt hatte. Und die Soli-Proteste in Spanien gehen weiter. Es wurde vereinbart, dass man sich am 19. Januar zu einer Versammlung treffen wolle, um eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, welche den Kampf der Menschen in Argentinien unterstützen soll.

Sinngemäße Quelle:
http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=6895&group=webcast
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Ergänzungen

Hinweis für Berlin

Hans Dampf 09.01.2002 - 06:57

Tur richtig gut sowas zu lesen! Danke für die Übersetzung!!!
Heute abend ist im Haus der Demokratie eine Veransataltung, die wahrscheinlich auch zur Planung von
Aktivitäten genutzt werden kann. Der Artikel mit dem Aufruf:  http://de.indymedia.org/2002/01/13215.html


attac

attac 09.01.2002 - 17:48
leute, habt ihr schon mal von attac gehört, ich hoffe doch. also schaut mal bei www.attac-netzwerk.de vorbei. da attac viele mitglieder hat, denke ich schon, dass attac ein wirkliche chance hat!

attac ist kack

"böser schwarzer block" 09.01.2002 - 18:12
für diese meine behauptung gibt es gute gründe: attac will als hauptsächliches anliegen eine steuer auf devisenhandel von einem prozent (hahaha) einführen, die sogenannte tobinsteuer (benannt nach einem herrn tobin, der diese vorgeschlagen hat, übrigens einem feind der "antiglobalisierungsbewegung"). diese kann währungsschwankungen etwas einschränken. dieser theoretische ansatz (wenn man denn von einem sprechen kann) sieht nicht das hauptproblem für armut, krieg und hunger - die ausbeutung des menschen durch den menschen. währe der eine nicht arm, währe der andere nicht reich. dieses ausbeutungsverhältnis nennt man "kapitalismus" oder "kapitalistische produktionsweise". attac greift diese in keiner weise an, sondern liefert ihr nur so etwas wie konstruktive kritik - folglich ist attac abzulehnen.

attac?

Oscar L. 10.01.2002 - 02:07
attac? - noch nie gehoert, was ist das...?