Hintergründe zur Argentinien-Revolte
Kreative Wege in die Pleite - Währungspolitik in Argentinien
Argentinien befindet sich trotz Anbindung an den Dollar in einer ausweglosen Lage Die Akzeptanz der nationalen Währungen war in der Bevölkerung immer begrenzt.
Zauberformel Dollarisierung. Geld- und Währungspolitik in Lateinamerika
Der US-Dollar ist das Geld der Welt. Jede Landeswährung misst sich an ihm. Wenn das "eigene Geld" ständigen Krisen unterworfen ist, warum dann nicht gleich den Dollar ganz übernehmen und so Stabilität und Sicherheit importieren? Diese scheinbar so schlichte Alternative hat jedoch ihre Tücken.
Argentinien befindet sich trotz Anbindung an den Dollar in einer ausweglosen Lage Die Akzeptanz der nationalen Währungen war in der Bevölkerung immer begrenzt.
Zauberformel Dollarisierung. Geld- und Währungspolitik in Lateinamerika
Der US-Dollar ist das Geld der Welt. Jede Landeswährung misst sich an ihm. Wenn das "eigene Geld" ständigen Krisen unterworfen ist, warum dann nicht gleich den Dollar ganz übernehmen und so Stabilität und Sicherheit importieren? Diese scheinbar so schlichte Alternative hat jedoch ihre Tücken.
Kreative Wege in die Pleite
Währungspolitik in Argentinien
von Iris Tinsel
Anfang 90er Jahre litt Argentinien unter einer Hyperinflation, deren jährliche Rate bis zu 5000% betrug. Um den Verfall der Währung zu stoppen, wurde im April 1991 auf Betreiben von Wirtschaftsminister Cavallo das "Konvertibilitätsgesetz" verabschiedet. Es schreibt verfassungsrechtlich die Parität von Peso und US-Dollar fest. Um den festen Wechselkurs von eins zu eins in die Praxis umzusetzen, wurde ein Currency-Board-System (Wechselkursregime) eingeführt. Dieses hat dafür zu sorgen, daß die Menge an Pesos, die sich im Umlauf befindet, von der Zentralbank zu 100% mit der Ankerwährung abgesichert wird.
Die Zentralbank darf dabei nicht aktiv in die Geldpolitik eingreifen: Nach der neoliberalen Logik sollen Angebot und Nachfrage das Verhältnis von eigenem Geld und Devisen ins Gleichgewicht bringen. Das Currency Board setzt freien Kapitalfluß, die Flexibilisierung der Preise und den Abbau von Handelshemmnissen voraus. Da die Devisenreserven gering sind und nur bis zu maximal 30% aus Schuldtiteln bestehen dürfen, ist die im Umlauf befindliche Geldmenge knapp. Kommt es zu Kapitalzuflüssen, vergrößert sich das Geldangebot. Werden Devisen verkauft, kommt es zu einer sinkenden Geldmenge, das heißt zu einer sinkenden Inflationsrate bis hin zur Deflation sowie zu steigenden Zinsen und niedrigeren Investitionen, Konsumausgaben und Importen.
Zwar wurde die Hyperinflation durch das Currency-Board erfolgreich bekämpft und Argentinien galt dem IWF als Musterland, aber mit der Dollarkonvertibilität waren auch hohe Kosten verbunden, die mitverantwortlich für die heutige Krise sind: Wegen der Abhängigkeit des Peso vom überaus hohen US-amerikanischen Leitzins kam es gezwungenermaßen zu seiner Überbewertung und damit zu überhöhten Exportpreisen, zu Preissteigerungen v.a. in der Anfangsphase (Argentinien zählt zu einem der teuersten Länder), Steuereinbußen sowie zu einem Haushalts- und Handelsbilanzdefizit. Die Umschreibung der bestehenden Schulden in Dollar, die notwendige Beschaffung von Devisenreserven und die Finanzierung des Haushaltsdefizites (dieses kann aufgrund der Bestimmungen des Currency-Bords nicht über die Devisenreserven finanziert werden) verursachte eine enorme Erhöhung der Staatsverschuldung.
Fortsetzung: sopos.org
Zauberformel Dollarisierung
Geld- und Währungspolitik in Lateinamerika
von Barbara Fritz
Der US-Dollar ist das Geld der Welt. Jede Landeswährung misst sich an ihm. Wenn das "eigene Geld" ständigen Krisen unterworfen ist, warum dann nicht gleich den Dollar ganz übernehmen und so Stabilität und Sicherheit importieren? Diese scheinbar so schlichte Alternative hat jedoch ihre Tücken, wie z.B. die Abhängigkeit von Kapitalimporten. Sie suggeriert zudem, dass die ökonomischen Probleme von Staaten der Dritten Welt durch nationale Währungspolitik gelöst werden könnten.
Fortsetzung: sopos.org
Währungspolitik in Argentinien
von Iris Tinsel
Anfang 90er Jahre litt Argentinien unter einer Hyperinflation, deren jährliche Rate bis zu 5000% betrug. Um den Verfall der Währung zu stoppen, wurde im April 1991 auf Betreiben von Wirtschaftsminister Cavallo das "Konvertibilitätsgesetz" verabschiedet. Es schreibt verfassungsrechtlich die Parität von Peso und US-Dollar fest. Um den festen Wechselkurs von eins zu eins in die Praxis umzusetzen, wurde ein Currency-Board-System (Wechselkursregime) eingeführt. Dieses hat dafür zu sorgen, daß die Menge an Pesos, die sich im Umlauf befindet, von der Zentralbank zu 100% mit der Ankerwährung abgesichert wird.
Die Zentralbank darf dabei nicht aktiv in die Geldpolitik eingreifen: Nach der neoliberalen Logik sollen Angebot und Nachfrage das Verhältnis von eigenem Geld und Devisen ins Gleichgewicht bringen. Das Currency Board setzt freien Kapitalfluß, die Flexibilisierung der Preise und den Abbau von Handelshemmnissen voraus. Da die Devisenreserven gering sind und nur bis zu maximal 30% aus Schuldtiteln bestehen dürfen, ist die im Umlauf befindliche Geldmenge knapp. Kommt es zu Kapitalzuflüssen, vergrößert sich das Geldangebot. Werden Devisen verkauft, kommt es zu einer sinkenden Geldmenge, das heißt zu einer sinkenden Inflationsrate bis hin zur Deflation sowie zu steigenden Zinsen und niedrigeren Investitionen, Konsumausgaben und Importen.
Zwar wurde die Hyperinflation durch das Currency-Board erfolgreich bekämpft und Argentinien galt dem IWF als Musterland, aber mit der Dollarkonvertibilität waren auch hohe Kosten verbunden, die mitverantwortlich für die heutige Krise sind: Wegen der Abhängigkeit des Peso vom überaus hohen US-amerikanischen Leitzins kam es gezwungenermaßen zu seiner Überbewertung und damit zu überhöhten Exportpreisen, zu Preissteigerungen v.a. in der Anfangsphase (Argentinien zählt zu einem der teuersten Länder), Steuereinbußen sowie zu einem Haushalts- und Handelsbilanzdefizit. Die Umschreibung der bestehenden Schulden in Dollar, die notwendige Beschaffung von Devisenreserven und die Finanzierung des Haushaltsdefizites (dieses kann aufgrund der Bestimmungen des Currency-Bords nicht über die Devisenreserven finanziert werden) verursachte eine enorme Erhöhung der Staatsverschuldung.
Fortsetzung: sopos.org
Zauberformel Dollarisierung
Geld- und Währungspolitik in Lateinamerika
von Barbara Fritz
Der US-Dollar ist das Geld der Welt. Jede Landeswährung misst sich an ihm. Wenn das "eigene Geld" ständigen Krisen unterworfen ist, warum dann nicht gleich den Dollar ganz übernehmen und so Stabilität und Sicherheit importieren? Diese scheinbar so schlichte Alternative hat jedoch ihre Tücken, wie z.B. die Abhängigkeit von Kapitalimporten. Sie suggeriert zudem, dass die ökonomischen Probleme von Staaten der Dritten Welt durch nationale Währungspolitik gelöst werden könnten.
Fortsetzung: sopos.org
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Spielball
Der Versuch der USA eine Freihandelszone von Alaska bis Feuerland einzurichten entspringt diesem Konkurenzdenken mit der EU. Heute schon bildet der Mercosur den wichtigsten Handelspartner der EU in Latein Amerika.
Die USA wollen diese Stellung der EU Torpedieren. Wenn es ihnen gelingt im Rahmen dieser Freihandelszone US-Unternehmen ohne lästige Zölle tätig werden zu lassen haben sie einen alten Vorsprung wiederhergestellt.
Der weitere Ausbau der Mercosur wird zwngsläufig auch zur verarmung der EU-Bauernschaft führen. Und hier schliesst sich der Kreis. Die weltweite Wirtschaftskrise frist die schwachen zuerst. Wer sich, wie Argentinien, den US und EU Monopolen völlig verschreibt, wer einen Ausverkauf des Landes betreibt, (Privatisierung und Verkauf der staatlichen Gewinn Branchen an ausländische Investoren.)der fällt dann entsprechend tief wenn das kapitalistische System kriselt.
Unsere besondere Aufmerksamkeit muss, auf Grund verschiedener Äusserungen Duhaldes, nun der politischen Entwicklung Argentiniens gelten. Der Schritt zu einem neuen totalitären Staat, nationalistischer färbung, muss unbedingt verhindert werden.