Argentinien: Volksversammlung von Almagro
Die Menschen in Argentinien organisieren sich weiter basisdemokratisch in sog. Volksversammlungen. Hier die Übersetzung eines Berichtes von einer der Volksversammlungen, der auf Indymedia Argentina gepostet worden ist. Hierin wird u.a. die Abhaltung einer landesweiten "verfassungsgebenden Volksversammlung" gefordert, um das ganze Land in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht völlig neu zu organisieren. Weitere Versammlungen werden angekündigt.
Die Menschen in Argentinien organisieren sich weiter basisdemokratisch in sog. Volksversammlungen. Hier die Übersetzung eines Berichtes von einer der Volksversammlungen, der auf Indymedia Argentina gepostet worden ist. Hierin wird u.a. die Abhaltung einer landesweiten "verfassungsgebenden Volksversammlung" gefordert, um das ganze Land in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht völlig neu zu organisieren. Weitere Versammlungen werden angekündigt.
"1. Bericht der Volksversammlung von Almagro (Anmerkung: Stadtteil von Buenos Aires), 3.1.
by alguien 8:29am Sat Jan 5 '02 (Modified on 8:55am Sat Jan 5 '02)
Das Volk sagt: "Basta", lasst die Volksversammlungen die Politik machen
Seit 4 Wochen versammeln wir - Nachbarn und Arbeitnehmer aus dem Viertel Almagro - uns im Rahmen einer Volksversammlung, um über die schwere soziale, politische und wirtschaftliche Krise des Landes zu diskutieren und über Lösungsvorschläge nachzudenken.
Aus den durchgeführten Diskussionen ergaben sich folgende gemeinsame Punkte:
Wir betonen die Wichtigkeit des Umstandes, dass das Volk die "Hunger-Regierung" von De la Rua und Cavallo niedergeschlagen und weggetrieben hat. Gleichzeitig sind wir uns jedoch bewusst, dass in die neue, aus dieser politischen Krise hervorgegangene Regierung keinerlei Erwartungen gesetzt werden können, da diese Nachfolger das Land noch bis vor 2 Jahren regiert haben und noch heute die Regierung der Mehrheit der Provinzen stellen - unter Anwendung derselben Wirtschafts- und Sozialpolitik, der das Volk in den vergangenen Tagen eine Absage erteilt hat. Deshalb lehnen wir sowohl die Peronisten als auch die Sozialdemokraten ("Radicalismo") sowie alle ihre "Komplizen" ab, welche einzig und allein eine Handvoll von Firmen auf Kosten der verelendeten Bevölkerung bereichert haben. Angesichts dieser Situation ist die Mobilisierung und der Zusammenschluss in Volksversammlungen die einzig mögliche Form zur Durchsetzung unserer Rechte als Arbeitnehmer, Nachbarn und Argentinier. Die einzig mögliche Form, um sicherzustellen, dass sich jeder Nachbar demokratisch äußern, seine Gedanken ausdrücken und dementsprechend handeln kann.
Wir rufen euch daher dazu auf, in allen Stadtteilen von Buenos Aires Versammlungen abzuhalten und an diesen teilzunehmen sowie an anderen Organisationsformen teilzuhaben, die aus der Nachbar- und Arbeitnehmerschaft hervorgehen. Wir rufen euch ebenfalls auf, Verbindungskommissionen zwischen den bereits gegründeten oder in Gründung befindlichen Versammlungen zu bilden.
Wir verurteilen die Repression vom Mittwoch, dem 19. und Donnerstag, dem 20. Dezember, die von demselben Repressionsapparat der Diktatur, der jetzt im Dienst der zivilen Regierung steht, vollstreckt wurde. Wir verlangen die sofortige Aufklärung der Todesfälle, die diese Repression zu Folge hatte sowie die sofortige Bestrafung der Schuldigen.
Wir fordern den sofortigen Rücktritt des Obersten Gerichtshofes, der immer nur dafür existierte, die repressiven Maßnahmen gegen das Volk zu legitimieren, welche von den jeweiligen Regierungen vorgenommen wurden.
Wir verlangen die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen, die gegen diese gestürzte Regierung sowie die vorherige Regierung gekämpft haben, sei es auf den Straßen, auf den Landstraßen oder in den Fabriken.
Schluss mit den Regierungen, die dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank hörig sind!
Schluss mit dem politischen Opportunismus!
Wir fordern die sofortige Durchführung einer freien und souveränen Verfassungsgebenden Volksversammlung in diesem Land, die auf den Volksversammlungen der Stadtteile, der Fabriken, der Distrikte und der Provinzen basiert. Eine Versammlung, die in der Lage ist, sich den "Hunger-Regierungen" auf nationaler Ebene, im ganzen Land zu widersetzen und welche das Land in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene neu organisiert.
Um diese Themen und die Diskussions- oder Mobilisierungsvorschläge, welche von den Nachbarn gemacht werden, weiter zu diskutieren, werden wir uns jeden Mittwoch, um 20:30 an der Ecke der Straßen Angel Gallardo und Corrientes weiter treffen. Alle Nachbarn und Arbeitnehmer des Viertels sind eingeladen, an den Versammlungen teilzunehmen.
Volksversammlung von Almagro"
Quelle:
http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=6625&group=webcast
"1. Bericht der Volksversammlung von Almagro (Anmerkung: Stadtteil von Buenos Aires), 3.1.
by alguien 8:29am Sat Jan 5 '02 (Modified on 8:55am Sat Jan 5 '02)
Das Volk sagt: "Basta", lasst die Volksversammlungen die Politik machen
Seit 4 Wochen versammeln wir - Nachbarn und Arbeitnehmer aus dem Viertel Almagro - uns im Rahmen einer Volksversammlung, um über die schwere soziale, politische und wirtschaftliche Krise des Landes zu diskutieren und über Lösungsvorschläge nachzudenken.
Aus den durchgeführten Diskussionen ergaben sich folgende gemeinsame Punkte:
Wir betonen die Wichtigkeit des Umstandes, dass das Volk die "Hunger-Regierung" von De la Rua und Cavallo niedergeschlagen und weggetrieben hat. Gleichzeitig sind wir uns jedoch bewusst, dass in die neue, aus dieser politischen Krise hervorgegangene Regierung keinerlei Erwartungen gesetzt werden können, da diese Nachfolger das Land noch bis vor 2 Jahren regiert haben und noch heute die Regierung der Mehrheit der Provinzen stellen - unter Anwendung derselben Wirtschafts- und Sozialpolitik, der das Volk in den vergangenen Tagen eine Absage erteilt hat. Deshalb lehnen wir sowohl die Peronisten als auch die Sozialdemokraten ("Radicalismo") sowie alle ihre "Komplizen" ab, welche einzig und allein eine Handvoll von Firmen auf Kosten der verelendeten Bevölkerung bereichert haben. Angesichts dieser Situation ist die Mobilisierung und der Zusammenschluss in Volksversammlungen die einzig mögliche Form zur Durchsetzung unserer Rechte als Arbeitnehmer, Nachbarn und Argentinier. Die einzig mögliche Form, um sicherzustellen, dass sich jeder Nachbar demokratisch äußern, seine Gedanken ausdrücken und dementsprechend handeln kann.
Wir rufen euch daher dazu auf, in allen Stadtteilen von Buenos Aires Versammlungen abzuhalten und an diesen teilzunehmen sowie an anderen Organisationsformen teilzuhaben, die aus der Nachbar- und Arbeitnehmerschaft hervorgehen. Wir rufen euch ebenfalls auf, Verbindungskommissionen zwischen den bereits gegründeten oder in Gründung befindlichen Versammlungen zu bilden.
Wir verurteilen die Repression vom Mittwoch, dem 19. und Donnerstag, dem 20. Dezember, die von demselben Repressionsapparat der Diktatur, der jetzt im Dienst der zivilen Regierung steht, vollstreckt wurde. Wir verlangen die sofortige Aufklärung der Todesfälle, die diese Repression zu Folge hatte sowie die sofortige Bestrafung der Schuldigen.
Wir fordern den sofortigen Rücktritt des Obersten Gerichtshofes, der immer nur dafür existierte, die repressiven Maßnahmen gegen das Volk zu legitimieren, welche von den jeweiligen Regierungen vorgenommen wurden.
Wir verlangen die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen, die gegen diese gestürzte Regierung sowie die vorherige Regierung gekämpft haben, sei es auf den Straßen, auf den Landstraßen oder in den Fabriken.
Schluss mit den Regierungen, die dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank hörig sind!
Schluss mit dem politischen Opportunismus!
Wir fordern die sofortige Durchführung einer freien und souveränen Verfassungsgebenden Volksversammlung in diesem Land, die auf den Volksversammlungen der Stadtteile, der Fabriken, der Distrikte und der Provinzen basiert. Eine Versammlung, die in der Lage ist, sich den "Hunger-Regierungen" auf nationaler Ebene, im ganzen Land zu widersetzen und welche das Land in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene neu organisiert.
Um diese Themen und die Diskussions- oder Mobilisierungsvorschläge, welche von den Nachbarn gemacht werden, weiter zu diskutieren, werden wir uns jeden Mittwoch, um 20:30 an der Ecke der Straßen Angel Gallardo und Corrientes weiter treffen. Alle Nachbarn und Arbeitnehmer des Viertels sind eingeladen, an den Versammlungen teilzunehmen.
Volksversammlung von Almagro"
Quelle:
http://argentina.indymedia.org/front.php3?article_id=6625&group=webcast
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Liebe Indymedia-System-BetreuerInnen:
100 % SOLIDARITÄT MIT DEM VOLK !!!
MrStaatsfeind,...
Zukunft
mmmmh
Ist in Argentinien nicht laengst schon alles gegessen,
mit dem neuen Praesidenten? In einer Woche intressiert
sich doch keiner mehr fuer die Volksversammlungen,
oder?
@Mika: Der Kampf geht weiter
Krawallen und Ausschreitungen, Plünderungen u. ä. sind daher nicht auszuschliessen.
In dieser Lage kann man die Weiterführung von selbstorganisierten Versammlungen nur unterstützen. Ich bin der Überzeugung, dass diese "Politik von unten" eine Zukunft hat. Und es ist nicht auszuschliessen, dass Duhalde nicht sehr lange regieren wird.
gracias
0% Solidarität mit dem "Volk"
An "Volksfeind"
volk und nation
Ansonsten ist es problematisch zu verlangen dass Begriffe, die aus historischen gründen in der BRD eine bestimmte Bedeutung haben, auch in anderen Ländern genauso benutzt werden sollen. Is sogar arogant.
Viv@ la revolucion social!
@volker
In den Artikeln über Argentinien kommt immer wieder ein nationalistischer touch zum Vorschein, weil es im Gegensatz zu den guten, nationalen Konzernen eben die bösen, ausländischen Konzerne waren, die sie ausgebeutet haben. Das ist eine Tendenz, wo mensch gegensteuern muß, schließlich sind nicht die transnationalen Konzerne das Problem, sondern der Kapitalismus in seiner Totalität.
Daß die ArgentinierInnen gemerkt haben, daß PolitikerInnen sie verarschen, ist zwar schon ein großer Fortschritt, kann aber eben auch dazu führen, daß diese als "Marionetten des ausländischen Kapitals" betrachtet werden, und es nur wieder darum geht, Menschen zu finden, die sich um die nationalen Aspekte kümmern. Das muß nicht geschehen und ich hoffe stark, daß es nicht so passiert, aber trotzdem habe ich noch ein unwohles Gefühl bei der Häufigkeit solcher Phrasen.
die wahrheit ist konkret ...
Mir sind dennoch die ArgentinierInnen lieber, die gegen ihre eigene Regierung und die TNKs auf die Straße gehen. Der nationalistischen Gefahr sehe ich dabei auch- ist halt die Aufgabe der Linken dort, dem entgegenzuwirken.
Ansonsten ist schon noch die Pflicht der Metropolenlinken, auf die Surplusprofite, die die Metropolenkonzerne aus den Trikontländern herauspressen, hinzuweisen. Wer das nicht tut - oder gar für nationalistisch hält - ist bestenfalls ein linker Schwätzer. Schlimmstenfalls wird er - mit Verweis auf die angeblichen nationalistischen Gefahren - die bestehende westliche Zivilisation verteidigen.
Gähn.