Argentinien: Weiter Demonstrationen
Die Proteste der Menschen in Argentinien hören nicht auf. Hier die Übersetzung eines Indymedia-Argentina-Beitrages über die heutige Kochtopf-Demonstration vor dem Justizpalast, anlässlich derer die Forderung nach der Entlassung des Obersten Gerichtshofes Argentiniens erneut bekräftigt wurde.
Die Proteste der Menschen in Argentinien hören nicht auf. Hier die Übersetzung eines Indymedia-Argentina-Beitrages über die heutige Kochtopf-Demonstration vor dem Justizpalast, anlässlich derer die Forderung nach der Entlassung des Obersten Gerichtshofes Argentiniens erneut bekräftigt wurde.
"Die Kochtopf-Demonstrationen gehen vor den Toren des Justizpalastes weiter
by Agencia Ayc 9:28am Fri Jan 4 '02,
info@agenciaayc.com
Rücktritt aller Mitglieder des Obersten Gerichtshofes gefordert
Vor Kurzem führten eine Gruppe von Mitgliedern verschiedener Vereinigungen, darunter die Vereinigung der Arbeitsrechtsanwälte, die Vereinigung der Sozialrechtsanwälte, die Vereinigung der Amerikanischen Juristen, die Lateinamerikanische Vereinigung der Arbeitsrechtsanwälte sowie Personen, die zufällig am Ort des Geschehens vorbeikamen, eine Kundgebung und Kochtopf-Demonstration vor dem Justizpalast am Platz Lavalle (Anmerkung: im Zentrum von Buenos Aires gelegener Platz) durch.
Die Anwesenden, die den Platz mittlerweile verlassen haben (jedoch nicht, ohne vorher angekündigt zu haben, dass sie sich in einigen Stunden erneut versammeln werden), verlangen die Entlassung aller neun Mitglieder des Obersten Gerichtshofes Argentiniens. Grund ist die allseits bekannte Kritik an ihrer Rechtsprechung, die aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft geäußert wird (Anmerkung: vor Kurzem hatte der Oberste Gerichtshof den konservativen Ex-Präsidenten Menem aus der Haft entlassen, obwohl er nachweisbar in illegale Waffenverkäufe verwickelt war, zudem hatte der Oberste Gerichtshof Gerichtsbeschlüsse aufgehoben, die in diesen Tagen gegen die Nichtauszahlung der Gelder der Menschen von unteren Gerichten erlassen worden waren).
Alejandro, ein Strafrechtsanwalt sagte: "Ich kann ihnen nicht mehr vertrauen. Wir wollen, dass sie etwas Würde zeigen, dass sie aufstehen und ihr Amt verlassen an Stelle hierher zu kommen, um Kaffee zu trinken. Wir werden weiter hierher kommen, bis sie gehen." Sofía, eine Hausfrau, betonte: "Die Herren des Obersten Gerichtshofes - das sind Kriminelle, sie betreiben nur Mauscheleien und füllen sich die eigenen Taschen mit 10.000-Peso-Gehältern, es darf keine Korruption mehr geben, wir müssen sie loswerden - jetzt!"."
"Die Kochtopf-Demonstrationen gehen vor den Toren des Justizpalastes weiter
by Agencia Ayc 9:28am Fri Jan 4 '02,
info@agenciaayc.com Rücktritt aller Mitglieder des Obersten Gerichtshofes gefordert
Vor Kurzem führten eine Gruppe von Mitgliedern verschiedener Vereinigungen, darunter die Vereinigung der Arbeitsrechtsanwälte, die Vereinigung der Sozialrechtsanwälte, die Vereinigung der Amerikanischen Juristen, die Lateinamerikanische Vereinigung der Arbeitsrechtsanwälte sowie Personen, die zufällig am Ort des Geschehens vorbeikamen, eine Kundgebung und Kochtopf-Demonstration vor dem Justizpalast am Platz Lavalle (Anmerkung: im Zentrum von Buenos Aires gelegener Platz) durch.
Die Anwesenden, die den Platz mittlerweile verlassen haben (jedoch nicht, ohne vorher angekündigt zu haben, dass sie sich in einigen Stunden erneut versammeln werden), verlangen die Entlassung aller neun Mitglieder des Obersten Gerichtshofes Argentiniens. Grund ist die allseits bekannte Kritik an ihrer Rechtsprechung, die aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft geäußert wird (Anmerkung: vor Kurzem hatte der Oberste Gerichtshof den konservativen Ex-Präsidenten Menem aus der Haft entlassen, obwohl er nachweisbar in illegale Waffenverkäufe verwickelt war, zudem hatte der Oberste Gerichtshof Gerichtsbeschlüsse aufgehoben, die in diesen Tagen gegen die Nichtauszahlung der Gelder der Menschen von unteren Gerichten erlassen worden waren).
Alejandro, ein Strafrechtsanwalt sagte: "Ich kann ihnen nicht mehr vertrauen. Wir wollen, dass sie etwas Würde zeigen, dass sie aufstehen und ihr Amt verlassen an Stelle hierher zu kommen, um Kaffee zu trinken. Wir werden weiter hierher kommen, bis sie gehen." Sofía, eine Hausfrau, betonte: "Die Herren des Obersten Gerichtshofes - das sind Kriminelle, sie betreiben nur Mauscheleien und füllen sich die eigenen Taschen mit 10.000-Peso-Gehältern, es darf keine Korruption mehr geben, wir müssen sie loswerden - jetzt!"."
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Danke für die ganzen Übersetzungen!
Klar...
Zukünftig werde ich die Links der Originale immer unter die Übersetzung schreiben.
Bürgerliche Presse
zur Lösung der schweren Wirtschaftskrise eine Abwertung der
Landeswährung Peso, sowie weitere Eingriffe des Staates in
die Wirtschaft. Die Zentralbank solle das Recht erhalten,
ausländische Währungen zu kaufen und zu verkaufen und
weiteres Geld auszugeben, hieß es in einem Gesetzentwurf,
der am Freitag dem Kongress zugestellt wurde......" Wieviele Leute gehen in Argentinien eigentlich auf die Straße? Haben die Regierungs"feinde" die Mehrheit?
Wie viele Menschen auf die Straße gehen
die medien in deutschland weigern sich (wie 007 erwähnte) darüber zu berichten. ausser einige artikel zur allgemeinen
wirtschaftssituation erscheint nix. als ursache werden "korrupte politiker" und nicht der neoliberalismus
verantwortlich gemacht. über konkrete lebensumstände der leute oder die proteste ist nix zu lesen!
wie wäre es, wenn wir mal damit anfangen die medien mit leserbriefen/mails zu bombardieren, in denen wir
die auffordern was darüber schreiben und daß sie dabei sind die letzten reste ihrer glaubwürdigkeit zu
verlieren und daß wir bescheid wissen. (können ja ein paar links von indy, zmag und telepolis reinpacken)
Wie viele Menschen auf die Straße gehen...
"Hallo, danke dass ihr uns geschrieben habt!
Bezüglich der Frage, wie viele Leute bei Indymedia Argentina reinschauen, können wir leider nicht viel sagen, da wir die logs der Seite nicht aufbewahren. Dafür, dass ihr euch ein Bild machen könnt: zwischen dem 20. und heute wurden 1600 Beitrage gepostet, einschließlich Kommentare. Eine für Indymedia Argentina mehr als rekordverdächtige Zahl. Hierdurch könnt ihr euch ein Bild machen, wie viele Leute unsere Seite besuchen: für uns sind es sehr sehr viele.
Bezüglich der Frage nach der Bekanntheit der Seite: dies ist relativ zu sehen. Die Vorarbeit, die wir zusammen mit Arbeitnehmer- und Arbeitslosen-Organisationen und der studentischen Bewegung gemacht haben, war von großem Nutzen dafür, dass viele Menschen Indymedia als Verbreitungsmedium nutzen. Zum Beispiel gibt es Arbeitslosen-Organisationen, die Nachrichten aus Indymedia ausdrucken, um sie in ihren Stadtteilen zu verteilen. Sehr viele Leute aus dem Landesinneren und auch aus dem Ausland nutzen die Seite, um auf dem Laufenden zu bleiben und die Nachrichten an verschiedene Diskussionsforen weiterleiten. Darüber hinaus gibt es 10 bis 15 Seiten, die unsere Beiträge kontinuierlich spiegeln. Aber wenn ihr mich fragt, ist dieses noch nicht einmal notwendig.
In unserem Kollektiv haben wir heute darüber diskutiert, einen Dokumentarfilm zu erstellen, der gegen Ende Januar fertig sein soll. Wir wollen den Film weltweit verbreiten, um Geld dafür zu sammeln, eine Zeitschrift mit einer landesweiten Auflage herauszugeben, die 1000 US Dollar pro Ausgabe kosten wird und deren Herausgabe heute für uns unmöglich ist. Weiter werden wir beginnen, einen Online-Radiosender sowie ein UKW-Radioprogramm, die die Informationen von Indymedia laufend wiedergeben, zu betreiben. Ziel der Zeitschrift ist, auch die Leute effektiv mit Informationen zu versorgen, die kein Internet haben.
Indymedia existiert hier seit April dieses Jahres (Anmerkung: gemeint ist April 2001) und hat gerade durch die Berichterstattung über sehr viele Bewegungen, die den heutigen vorausgegangen waren und welche die Medien totzuschweigen versuchten, ein sehr großes Wachstum erfahren.
Bezüglich der Frage, wie viele Menschen auf den Straßen waren, ist dies sehr schwer zu schätzen. Die Bewegung war so spontan und so breit, dass kein Mensch erfassen kann, wie viele es genau waren. Um sich eine Vorstellung zu machen, sei gesagt, dass allein auf der Plaza de Mayo (Anmerkung: Platz vor dem Regierungsgebäude in Buenos Aires) 50.000 Personen waren!
Gut, danke für die Fragen, ich hoffe, diese beantwortet zu haben,
es umarmt euch (Name des Schreibers)"