Argentinien: Erneute Demos Nacht zum 29.12. (+ Bilder)

Mensch aus HH 29.12.2001 20:49 Themen: Weltweit
Argentinien: Die Menschen in Argentinien protestieren weiter - gegen die neue konservative Regierung und gegen die Fortsetzung der Politik der Ausbeutung. In der Nacht zum 29.12. versammelten sich spontan Tausende von Menschen und stürmten das Parlamentsgebäude. Die Demonstrationen wurden erneut brutal niedergschlagen. Hier die Übersetzung des Titelberichtes aus Indymedia Argentina zu den Auseinandersetzungen der vergangenen Nacht.

Plünderung letzte Woche irgendwo in Argentinien "Fröhliche Weihnachten"




Übersetzung des Titelberichtes von Indymedia Argentina zu den neuerlichen Demonstrationen und der Erstürmung des Parlamentsgebäudes durch die Menschenmassen in der Nacht zum 29. Dezember 2001:

Der Kampf von Buenos Aires, Teil II

Von Indymedia Argentina 1:07am Sat Dec 29 '01 (Modified on 3:30am Sat Dec 29 '01)

In Eile geschriebener Bericht, während wir fortfahren, Tränengas einzuatmen.

Wie spät ist es? Es ist Viertel nach zwei. Ja, wir sahen uns an und uns beiden war klar, dass wir diese Stunde unser ganzes Leben lang in Erinnerung behalten müssen. Wir standen sehr nah an den Toren des Regierungsgebäudes (Casa Rosada), Machtsymbol Argentiniens. Niemals zuvor war eine Demonstration bis hierher gelangt. Und nicht auf diese Art und Weise. Aber wo sollte man beginnen, wenn nicht hier? Wie kann man so viele gemischte Gefühle, so viele Eindrücke, so viele Taten einordnen? Wir bitten um Entschuldigung für diesen Bericht, der noch mit dem Geschmack des Tränengases in der Nase, müde und mit einer Aufregung, die einem unter die Haut geht, geschrieben wurde.

Wir hoffen, ordentlich darstellen zu können, was wir an diesem Tag erlebt haben. Gegen 11 Uhr abends gingen wir durch die Allee San Juan in Höhe der Straße Boedo als wir hörten, dass irgendwo Kochtöpfe gegen Balkone geschlagen wurden. Hinter uns war ein Gebäude, aus welchem sich alle herauslehnten und Krach machten. Autos fuhren hupend vorbei und ein paar Straßen weiter konnte man einige Familien sehen, die ein Stück der Allee gesperrt hatten.

Wir gingen weiter bis ein Freund uns bis zum Parlamentsgebäude in seinem Auto mitnahm. An diesem Ort versammelten sich die Leute spontan. "Sich spontan versammeln" heißt, um es klar auszudrücken, dass niemand zu dieser Demonstration aufgerufen hatte. Gruppen von Nachbarn hatten eine "Kochtopf-Demo" (Anmerkung cacerolazo = Demo, bei der auf Kochtöpfe geschlagen wird) im Stadtteil Almagro organisiert und andere hatten dasselbe in anderen Stadtteilen getan, aber niemand hatte dazu aufgerufen, sich beim Parlamentsgebäude zu versammeln.

Nun waren wir da und wir waren Tausende. Wieder das Kochtopfschlagen, die Stufen des Gebäudes von den Menschen besetzt, ganze Familien, die protestieren und Lärm machen.Was fordern sie? Dass Grosso (Anmerkung: ehemaliger peronistischer Bürgermeister, der in Korruptionsskandale verwickelt war und jetzt zum Berater des neuen Übergangspräsidenten ernannt worden war) die Regierung verlässt, dass der oberste Gerichtshof (Anmerkung: vor Kurzem hatte der Oberste Gerichtshof den konservativen Ex-Präsidenten Menem aus der Haft entlassen, obwohl er nachweisbar in illegale Waffenverkäufe verwickelt war, zudem hatte er Gerichtsbeschlüsse aufgehoben, die in diesen Tagen gegen die Nichtauszahlung der Gelder der Menschen von unteren Gerichten erlassen worden waren) sein Amt verlässt, dass wieder Geld ausgezahlt wird.

Aber es war mehr als das. Der Ruf "die alle sollen verschwinden, nicht ein einziger soll bleiben" war der meistgerufene, auch heute, gegen die neue Regierung. Es wird nicht nur der Rücktritt der einen oder anderen obskuren Gestalt, die sich in den Fluren der Macht bewegt, gefordert. Es hat "Klick" im Kopf gemacht, etwas ist vollständig zerbrochen, das nicht mehr durch ein oder zwei Rücktritte oder durch eine Wahl geheilt werden kann.

Das Gerücht begann sich auszubreiten und dann wandelte es sich in Skandieren: "das Volk geht auf die Plaza (Anmerkung: gemeint ist die Plaza de Mayo) und niemand wird uns aufhalten". Ein aus Tausenden bestehender Zug durch die Avenida de Mayo (Allee, die Parlamentsgebäude und Regierungsgebäude verbindet), dessen Ende nicht mehr zu sehen war, rückte entschlossen vor. Vorn wurde eine argentinische Fahne getragen und mit jedem Schritt erschienen es mehr zu werden.Ständig kamen weitere Menschen hinzu, es kamen die Mütter (Anmerkung: gemeint sind die Madres de Plaza de Mayo, die Organisation der Mütter der während der Militärdiktatur Verschwundenen, http://www.madres.org/), es kamen die motoqueros, empfangen von Applaus, vom Volk umarmt; die Gefallenen bekamen heute ihre Ehrung, die beste, die es hätte geben können.

Als Erstes stürzte ein Fotograf vor. Danach sagte ein Großvater, dass er mit Gewalt in das Gebäude eindringen wolle, um mit dem Präsidenten zu sprechen. Danach die Jugendlichen. 5 Minuten später, genau um 2:15 Uhr, waren wir alle da. Die Absperrungen gaben schon bald nach, die Polizei zog sich zur Seite zurück, und wir waren da, vor den Toren des Regierungsgebäudes, die von nun an nicht mehr "heilig" sein werden.

Wir durchschritten den Torbogen und riefen, was alle wollten: dass sie alle gehen sollen und nicht ein einziger übrigbleibe. Wir sahen emotionsgeladene und überraschte Gesichter, Neugierige, die von etwas weiter hinten alles beobachteten und die hervorkamen, um einmal das Vergnügen zu haben, das Gebäude zu berühren und als eigen zu begreifen. Einige tanzten vor Freude. Die Menschen waren außer sich.

Die Nachricht vom Rücktritt Grossos verbreitete sich wie ein Blitz, aber heizte die Gemüter nur noch weiter an. Viele wollten das wiederholen, was letzte Woche passiert war, damit sie alle verschwinden würden und nicht ein einziger übrigbleibe. Von Moyano (Anmerkung: Gewerkschaftsfunktionär), über die Sozialdemokraten (radicales), bis Menem (Anmerkung: Ex-Präsident und Parteivorsitzender der Peronisten (Konservative)) und Rodriguez Saá (Anmerkung: gerade gewählter peronistischer Übergangspräsident), alle waren Gegenstand der Rufe: "Ohne die Peronisten und ohne die Sozialdemokraten werden wir besser leben". Dieser Ausruf war einer der am lautesten gerufenen.

Wir waren alle dort... Und nun? Diese Frage wurde, wie so oft, wieder von der Polizei beantwortet. Sie machten es so, dass es später als Akt der Selbstverteidigung dargestellt werden könne: sie schickten zwei Polizisten, um die Massen von ihrem Protest "abzubringen". Die Menschenmassen empfingen sie verständlicherweise nicht sehr wohlgenossen. Da sie sich nicht "abbringen" ließen, wurde begonnen, Tränengas und Gummigeschosse zu verschießen.Die beiden Polizisten, dick und kräftig gebaut, waren das "Opfer" der "Ordnungshüter", um die Repression zu beginnen. Mit den ersten Tränengas-Schüssen beginnen die Menschenmassen zu rennen, durch die Straße Diagonal Norte und durch die Allee Avenida de Mayo. Eine große Gruppe bleibt auf dem Platz (Anmerkung: Plaza de Mayo, gegenüber dem Regierungsgebäude), und eine weitere, aus einigen Tausend Menschen bestehende Gruppe bleibt in der Avenida de Mayo. Der Großteil der Menschen bewegt sich in Richtung Parlamentsgebäude.

(An dieser Stelle möchten wir Folgendes betonen: die Menschenmenge teilte sich in 3 oder 4 Teile, aber blieb trotzdem beeindruckend groß).
Auf dem Platz (Anmerkung: Plaza de Mayo) widersetzt sich eine große Gruppe von Jugendlichen, die von Anfang an an den Toren des Regierungsgebäudes gekämpft hatte. Der Widerstand und die Repression waren hart und es wurde über eine halbe Stunde um den Platz gekämpft.
Barrikaden, Steine, sogar Töpfe wurde von den DemonstrantInnen zur Verteidigung benutzt. Man merkte ihnen an, dass sie auf diese Art der Repression nicht vorbereitet waren.In der Avenida de Mayo werden Barrikaden errichtet. Einige reagieren sich an den Banken, Werbeschildern und Bushaltestellen ab. Vom Balkon eines teuren Hotels beobachten uns einige Männer im Smoking und verziehen ihre Gesichter. Ein Jugendlicher beginnt zu schreien "bürgerliche Hurensöhne" und sie verziehen ihre Gesichter noch mehr. Eine kleine Anekdote der Revolte: eine Flasche sidra (Anmerkung: Apfelwein, der zu Festen getrunken wird), die geworfen wurde, brachte sie angemessen zum Schweigen.Auf dem Platz (Anmerkung: Plaza de Mayo) spannt sich die Situation an. Der Großteil der Menschen bewegt sich in Richtung des Parlamentsgebäudes und wir entscheiden uns alle, dorthin zu gehen. Eine Gruppe leistet zunächst Widerstand, schließt sich danach der Menschenmenge an; sie singen, dass sie die Kinder des Cordobesischen Aufstandes seien. Am Parlamentsgebäude bietet sich uns auf seinen Stufen ein Spektakel aus Feuer dar. Jetzt denken wir nicht mehr daran, zu fragen, wie spät es ist.
Die Entschlossensten gehen rein und beginnen, Gegenstände herauszuschleppen, um die Feuer zu speisen, bis selbst der Eingang des Parlamentsgebäudes in Flammen steht. Eine Büste wird herausgetragen und jemand schreit, dass sie nicht zerstört werden solle. Die Menschen rangeln um sie, bis sie schließlich von einem Demonstranten genommen und feierlich ins Feuer geworfen wird.Die Bereitschaftspolizei hatte sich Minuten zuvor überfordert zurückgezogen. Schon während die Büste noch fiel, wurde wieder damit begonnen, Tränengas zu verschießen. Sie werden mehr und es scheint als käme auch ein Wasserwerfer. Die Menschen treten zurück, während sich eine Gruppe kräftiger Jugendlicher widersetzt. Sie rennen durch die Straße Callao, aber nur einige Meter, danach gehen sie normal, da das Rennen für die Polizisten eine Genugtuung darstellen würde, sie bestätigen und uns desorganisieren würde. Der Ruf "Nicht rennen" breitet sich schnell aus.Jetzt ziehen wir uns alle zurück und einige schreien "Zu den Gerichten, zu den Gerichten!". Sie wollen zum Obersten Gerichtshof, der vor einigen Jahren im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Peronisten und Sozialdemokraten bestellt worden ist. Jetzt rennt niemand mehr; wir zünden Feuer an und errichten kleine Barrikaden. Einige machen weiter und richten sich erbittert gegen die Banken.Die Polizei rückt in unsere Richtung vor. Die Luft ist nicht mehr zum Atmen geeignet, und innerhalb einer Sekunde tauchen sie aus allen Ecken auf. Wir weichen aus, uns bleibt nichts anderes übrig. Wir gehen durch dunkle Straßen und an jeder einzelnen Ecke tauchen Geländewagen auf, Tränengas und zivile Wagen, aus denen Gummigeschosse geschossen werden. Es war eine Falle.Wir rennen weg, wie es eben geht. Es gibt keine Möglichkeit, sich zu schützen und der Widerstand ist schwer zu organisieren. Alle, jeder einzelne von uns, wirft mit allem, was erreichbar ist, um das Fortkommen der Polizei zu verhindern. Wir biegen ab und wieder eine Falle. Wir, eine kleine Gruppe, werden in einer Straße eingeschlossen. Es scheint, dass wir verlieren werden. Nicht nur von der Bereitschaftspolizei, sondern auch aus Zivilfahrzeugen wird mit Gummigeschossen auf uns geschossen. Die Menschen in den Autos, die vorbeifahren, öffnen uns die Autotüren und bringen uns hier weg.Durch die Straßen, durch die wir fahren, rennen immer noch Menschen. Wir nehmen so viele wie wir können mit. Das Einsatzgebiet der Polizei erstreckt sich auf einen Umkreis von 600 bis 700m; in diesem Moment erscheint es uns endlos. Wir sind entkommen. Endlich sind wir entkommen. Die Sonne geht langsam auf und die Telefone klingeln - man will erfahren, wie es allen geht. Bis jetzt lautet die Nachricht: 3 Festnahmen, aber nach nur einer halben Stunde nach all dem kann man nichts Genaues wissen. Es scheint, dass die Geschichte kein Aufatmen erlaubt. Lass uns ihr dazu auch keine Gelegenheit geben.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

lieber mensch aus HH

stw 29.12.2001 - 22:01
bitte poste das nächste mal irgendwo (z.B. bei der quelle), dass du angefangen hast den text zu übersetzen, ich habs leider auch gemacht, bin gerade erst fertig geworden und hätte mir die doppelarbeit vielleicht ersparen können... noch besser: vorher bei  translation@indymedia.org bekannt geben (hab ich jetzt mit beiden texten gemacht)

3 bilder im open posting

29.12.2001 - 23:25

Hallo stw...

Mensch aus HH 30.12.2001 - 03:59
Ja, gute Idee. Damit man sich zukünftig nicht doppelt Arbeit macht. Aber wenn ich eine Mail an  translation@indymedia.org schreibe, dass ich bereits angefangen habe, einen Text zu übersetzen, wie kann dann jemand anders diese Information einsehen? Gibt es dafür eine spezielle Website?

An die System-Betreiber von Indymedia: Ich fände es den Ereignissen in Argentinien angemessen, wenn der Bericht vom Sturm auf das Parlamentsgebäude auf die Startseite käme...Danke.

Letzte Meldung aus Argentinien: die Minister der neuen Übergangsregierung haben dem Übergangspräsidenten ihren Rücktritt angeboten...

krass!

ich 30.12.2001 - 06:36
krass berührender text! jegliche scheinbare legitimation der macht verschwindet! das ist nicht mehr eine erhebung einzelner gruppen/organisationen. merkwürdiges gefühl sowas zu lesen und zu wissen, daß das genau jetzt passiert.... werde voll unruhig von sowas. danke!!!

Lügen der Konzern- und Staatspresse

Surfer 30.12.2001 - 07:13
Reuters schreibt: "Vor dem Präsidenten-Palast und im Parlament war es zu heftigen
Ausschreitungen von Randalierern gekommen. Die Polizei hatte Wasserwerfer
und Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt. Es gab Verletzte und
zahlreiche Festnahmen."

@Mensch as HH

stw 30.12.2001 - 12:02
Das Mail-Archiv der Translation-Liste ist hier:  http://lists.indymedia.org/mailman/listinfo/translation
Wenn ichs richtig verstanden hab, werden hier sowohl zu übersetzende Texte, als auch Übersetzungserklärungen und erste Rohübersetzungen gepostet. Da können andere nochmal drübergehen und korrigieren. Dann kommts nach  http://lists.indymedia.org/mailman/listinfo/translation-final (zumindest theoretisch, in der Praxis wird die zweite Liste kaum genutzt :-)

hoch die internationale solidarität

linker 30.12.2001 - 14:10
Solidemos für Argentinien. Für das Volk. Gegen IWF und Weltbank.

gegen das Volk....

viva la revolution 30.12.2001 - 16:12
...und für die Menschen. Und vor allem gegen die Macht. Kein Volk, kein Staat, kein Vaterland. Ihr schafft es!

puh!

puh 31.12.2001 - 00:14
puh, das reisst eine doch echt mit, haut mich um....
uns gehts hier allen zu gut-wer stürmt mit mir die argentinischen botschaften?! verdammt, mir juckt´s echt in allen gliedern.....

und hey, indymedia: auch ich versteh echt nicht, warum das nicht die allererste schlagzeile ist!!!!

REVOLUTION!

Hoch die internationale Solidarität! 31.12.2001 - 02:11
Der Text ist einfach nur Krass!
Ich bin gerade völlig rührselig.
Ich hoffe das die es in Argentinien schaffen und die Schweine raus hauen.
Ich bin nach dem Lesen dieses Textes völlig unfähig mehr zu schreiben.
Solidarität mit Argentinien!

Völker hört die Signale auf zum letzten Gefächt!
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!

Rotfront!

Beruhigt euch!

luempen 31.12.2001 - 13:04
Man muss Staat, Parteien, Gewerkschaften nicht gut finden, um sich darüber zu erstaunen, mit welcher Begeisterung die Ereignisse in Argentinien aufgenommen werden. Euch wird es ja richtig warm ums Herz. Dass das "VOLK" nichts mehr von Politik und Regierung wissen will heißt noch lange nichts positives. Den sich von allen Politikern betrogen wähnenden Bürger, der gegen Korruption wettert und der ganzen Saubande kein Wort glaubt, findet man an jedem Stammtisch.
Solange die Leute auf den Straßen ihre missliche Lage nicht begreifen und das Kapital(damit ist nicht der IWF, das internationale Finanzkapital oder die USA, sondern ein gesellschaftliches Verhältnis gemeint)dafür verantwortlich machen, wird das ganze vermutlich in den Ruf nach der ehrlichen, volksnahen, gemeinwohlvertretenden Persönlichkeit münden. Gerade die Angriffe gegen Gewerkschaften und Sozialdemokraten sollten misstrauisch machen. Schließlich demonstrieren nicht nur revolutionäre Linke, sondern vor allem deklassiete Mittelschichtler.
Worst case scenario: Der Volksaufstand nützt nicht der Anarchie oder dem Kommunismus, sondern der neoliberalen Reaktion, die im Gewande der rechtspopulistischen Staatskritik daherkommt.

Keine Zweifel!

Tschiri 01.01.2002 - 21:47
Ich glaube nicht daß die Revolutionären Zustände was mit einer rechtsradikalen Bewegung zu tun haben, denn dann würden sie nicht gegen die Politiker allgemein protestieren. Desweiteren lehnen sie die konservativen genauso wie die soz.-dem. ab. Es findet meiner Meinung nach in Argentinien ein krasser Umdenkprozeß statt, der bis jetzt alles dagewesene über den Haufen wirft, also MEHR Demokratie, gerade weil der Mittelstand auf die Straße mitgeht. Selbst diese Schicht hat erkannt, daß es nicht so weitergehen kann und deswegen sollten uns all die Ereignisse enorm ermutigen und nicht abschrecken. Solidarität mit Argentinien!! Viva la Revolution!!

Hasta la victoria siempre!

Solidarität

"Gewalt"tourist 03.01.2002 - 14:39
Vielleicht sollten hier einige (Tausend) Menschen nur mal so aus Solidarität, ganz spontan die argentinische Botschaft zerkloppen.

In D wird nix passieren!

Pessimist 04.01.2002 - 05:00
Es passiert ja nicht mal was, wenns um unsere eigenen Belange geht! Hier die Kopie von 2 Kommentaren von vor einigen Tagen dazu:
-> Kommentare 1: "...Irgendwie habe ich das Gefühl, daß die Linke im Euro-Land sich nicht besonders
für dieses Thema interessiert. Dabei ist es doch genau das, weshalb die
Antiglobalisierungsbewegung auf die Straße ging."
-> Kommentar 2: "so weit wech

nö, die linke ist wahnsinnich interessiert. attac hat schon patenschaften
übernommen und die k-gruppen haben in ihren diskussionszirkeln zu dezentralen
leseaktionen in besetzten kirchen in bayern aufgerufen und justus der
oberdeutsche verteilt kostenlose flugtickets vaduz-buenos aires via maerican
airlines ach wat die linke böllert sich heute nacht der german revolution entgegen -
gudden ruuuuutschhhhhhhh"

zu lateinamerika ein wichtiger link

"böser schwarzer block" 08.01.2002 - 22:10
ist wie immer die site der informationsstelle lateinamerika: http://www.ila-web.de/lateinamerika/home.htm