Reaktion des Präsidenten der FU-Berlin

Daniel 13.12.2001 22:05 Themen: Bildung
Eine erneute Vollversammlung an der FU-Berlin (13.12.) fordert Stellungnahme des FU-Präsidenten zu den Polizeieinsätzen.
Wer zur Hölle ist der Präsident?
Über die Dialogbereitschaft Peter Gaehtgens, Präsident der FU-Berlin

Vor dem Hintergrund der zwei Polizeieinsätze in den Nächten von Dienstag auf Mittwoch und Mittwoch auf Donnerstag (in beiden Fällen wurde von Seiten der Universitätsleitung ein größeres Polizeiaufgebot angefordert, um weitere Planungsaktivitäten bzw. eine Streik-Party in der Silberlaube aufzulösen) fand am Donnerstag, 13.12., erneut eine FU-Vollversammlung statt. Neben anderen Aspekten und Ereignissen der letzten Tage an der FU wurden selbige Polizeieinsätze thematisiert. Obwohl die Universitätsleitung durch ihr Vorgehen bereits ihren Kommentar zu den Studierendenprotesten kundgetan hatte (vergleichbar mit den Studierendenstreiks der letzten Jahre, bei denen ebenfalls die Staatsgewalt eingeschaltet worden war) wurde beschlossen, FU-Präsident Peter Gaehtgens zu einer für kommenden Montag angesetzten Vollversammlung einzuladen (12 Uhr, Silberlaube Hörsaal 1A). Um ihm die Dringlichkeit dieser Einladung bewusst zu machen wurde ein Brief verfasst, der ihm im Anschluss an die VV übergeben werden sollte. Der Brief beinhaltete das von der VV ausgesprochene Misstrauen gegenüber Gaehtgens sowie die Aufforderung, Stellung zu den von ihm angeordneten Polizeieinsätzen zu nehmen und die damit in Verbindung stehenden Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs zurückzuziehen. Neben ein paar Einsatzwagen der Polizei, die wohl aus ?Sicherheitsgründen? dorthin abgeordnet wurden, warteten ungefähr 300 Studierende vergebens vor dem Präsidialamt, da Gaehtgens nicht zugegen war. Ein paar zu seiner Vertretung vor die Tür getretenen MitarbeiterInnen äußerten sich dahingehend, dass ihnen der Aufenthaltsort des Präsidenten unbekannt sei. Nicht so den Studierenden. Einem Hinweis folgend setzte sich der erboste Mob in Bewegung, um Gaehtgens in seiner zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Vorlesung aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin ? die Vorlesung fand in der Humanbiologie statt ? wurden weitere Studierende erfolgreich animiert, sich an dem Protest zu beteiligen. Zeitgleich mit den Studierenden trafen auch die vorher in Bezug auf den Aufenthaltsort des Präsidenten angeblich unwissenden MitarbeiterInnen ein. Gaehtgens zeigte sich wenig erfreut, als der Saal sich mit ein paar Hundert Studierenden füllte, die lautstark ihren Protest unterstrichen. Nachdem Ruhe eingekehrt war zeigte der Präsident erneut seinen Unwillen, einen Dialog zu führen, und verliess den Saal. Vor dem Gebäude wurde er ein weiteres Mal von den ihm hinterhereilenden Studierenden angesprochen und ihm die Einladung für die kommende VV mitgeteilt. Gaehtgens wollte hierfür keine Zusage machen. Ebenso seine Reaktion auf die Aufforderung, die Anzeigen zurückzunehmen.
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Ergänzungen

Gaethgens absetzen!

Streikender 13.12.2001 - 22:53
Die Universität den Studierenden!! Wenn Gaethgens am Montag nicht erscheint, wovon aller Voraussicht nach auszugehen ist, sollten wir das als endgültiges Votum verstehen!! Unser Hauptaugenmerk sollte nächste Woche auf die Agitation und Aufklärung von Studierenden gerichtet sein! Nur unter der Bedingung, dass wir massenhaft kritisches Bewußtsein schaffen, klappts mit dem Uni-Streik im Frühjahr!! Es lebe die freie Universität!! Für die Einberufung der studentischen Generalversammlung :-)!!

gelungene action...

xazurex 13.12.2001 - 23:34
...weiter so, es wird zeit zu erkennen welche herren da oben, über unseren köpfen hinweg entscheiden, und dann hoffentlich die konsequenzen ziehen ...power to da people!!!

Peinlich! Präsi flüchtet vor seinen Studis

Nele 14.12.2001 - 11:43
Es war für unseren lieben Präsidenten höchstnotpeinlich vor seinen eigenen Studierenden zu flüchten. Wer dabei war, wird eine gewisse Komik in Gaethgens Verhalten erkennnen.
Festzuhalten bleibt:
1. Er hat nicht die geringste Bereitschaft gezeigt mit uns in einen Dialog zu treten.
2. Die Anzeigen gegen die Festgenommenen werden nicht zurückgezogen.
3. Eine Zusage zur VV am Montag hat er nicht gegeben.
Viel Anlass zu neuem Protest und wenn er nicht kommt, dann kommen wir halt wieder zu ihm. Dass der Dialog dann noch in irgendeiner Form stattfinden kann, ist unwahrscheinlich.









Nicht mit Gaethgens diskutieren

streikbrecher 14.12.2001 - 13:23
Wer mit einen Rekotr, der Studenten anzeigt und von Prügelbullen 23 EH! angreifen lässt, diskutiert, macht sich lächerlich. Die erste Forderung muss die nach dem Rücktritt von dem Schwein sein. Verhandeln könnt ihr mit seinem Nachfolger.

VertreterInnen nicht akzeptieren

ausgleichendes element 14.12.2001 - 17:35
auf der vv wurde beschlossen, vertreterinnen von gaethgens zu akzeptieren und auch mit ihnen zu verhandeln, was meiner meinung nach voelliger quatsch ist. wir nehmen uns selber den wind aus den segeln, wenn wir mit jedem delegierten dieser welt diskutieren und er/sie uns anschliessend verspricht, unsere forderungen an gaethgens weiterzuleiten. was wir brauchen, ist genuegend druck, damit er nicht laenger vor uns weglaufen und sich vor konkreten fragen druecken kann!! sollte gaethgens nicht kommen, ist es zeit, sich neue strategien zu ueberlegen. seine privatadresse ist bekannt - warum ihn nicht auch zuhause besuchen?! wir haben doch das kvv - was macht er denn sonst fuer vorlesungen?! wir wissen, wo sein buero ist - mailterror!
ich finde, wir sollten uns nicht mit kleinigkeiten abspeisen lassen. ansonsten kann ich meinem vorredner nur zustimmen: richtige verhandlungen kann es erst geben, wenn die bullen aus der uni verschwinden und die repression rueckgaengig gemacht wird
venceremos

Gaehtgens absetzen

Sonne 14.12.2001 - 18:51
Was sich unser Präsi hier leistet, ist überhaupt nicht mehr akzeptabel. Herr Gaehtgens wird auch am Montag nicht in der VV erscheinen, wenn dann entsendet er seine Untertanen. Wir dürfen nicht aufgeben, sondern im Gegenzug auch mal ihn unter Druck setzen. Das erreichen wir aber nicht durch kooperative Gespräche oder nette Schreiben, sondern wir müssen aktiv sein. Wir wissen, wo er wohnt, also können wir ihn auch mal zu Hause besuchen. Außerdem findet nächsten Mittwoch die Sitzung des Akademischen Senats (AS) statt, 15.00 Uhr Sitzungssaal im HFB. Wir sollten dort unbedingt teilnehmen und zunächst um eine öffentliche Stellungnahme bitten. Wenn er sich verweigert, müssen wir unseren Protest eben anders äußern. Wir sollten diesen Termin auf jeden Fall wahrnehmen!!!
Außerdem findet am Dienstag die erste Sitzung des neugewählten Kuratoriums statt, die wir auch nutzen sollten!
Wenn Infobedarf besteht, dann fragt doch hier einfach nach und dann gibt es Genaueres.
Der Kampf geht weiter!

rechts liegen lassen

strike? what strike? 14.12.2001 - 19:02
"streikbrecher" hat recht. Laßt den Typen rechts liegen, das einzige was man von so einem kleinen Diktator fordern kann ist der Rücktritt!

WEITERMACHEN !!!

gaeht ganz ! 14.12.2001 - 19:19
Wenn man bedenkt, daß durch die Besetzungen an der FU ein Zeichen nach Außen gesetzt werden sollte, um auf die gesellschaftlichen Mißstände aufmerksam zu machen und:
nicht zu letzt mehr Geld für Bildung gefordert wurde, dann ist die Haltung des Präsidiums ÜBERHAUPT NICHT akzeptabel !
Eher zeigt diese Ignoranz, dass wir mit unserer Kritik VOLL INS SCHWARZE getroffen haben.Die Angst, dass durch vehementen Streik an der FU eine Lawine durch alle Unis des Landes rollen könnte, treibt die wirtschaftshörigen Verantwortlichen zum Einsatz dieser übertriebenen Polizeimaßnahmen.
Steter Tropfen höhlt den Stein, darum machen wir WEITER !!!
Einen lieben Gruß an alle Mitstreiker an den Universitäten !

Gaehtgens nimmt uns nicht ernst genug

Daniel 16.12.2001 - 12:30
Genau wie andere es in ihren Kommentaren zum Ausdruck gebracht haben denke ich auch, dass Verhandlungen mit einem Stellvertreter des Präsidenten am Montag nicht richtig sind. Die letzte VV hat da leider anders entschieden. Wenn Gaehtgens am Montag nicht erscheint, und davon gehe ich aus, so ist es erneut ein Zeichen seinerseits, wie ernst er uns und unsere Belange nimmt. Setzen wir uns mit seinem Abgesandten auseinander, so beugen wir uns erneut seiner Entscheidungskraft. Auf der letzten VV wurde das Argument eingebracht, dass wir uns beim Ignorieren des Stellvertreters bei den Studierenden lächerlich machen würden, die extra und und zum erstem mal wegen des angekündigten Besuchs Gaehtgens zu einer Streik-VV kommen würden. Das sehe ich anders: wir müssen ihnen am Montag deutlich machen, dass es Gaehtgens Fehler ist und nicht unser!