StudentInnen mauern Ruhr-Uni Bochum ein

jetztgehtslos! 10.12.2001 05:27 Themen: Bildung
Ein ungewöhnlicher Anblick: In der Nacht von Sonntag auf Montag haben Studentinnen und Studenten den Zugang zur Ruhr-Universität Bochum mit einer Mauer aus über 300 Kartons symbolisch versperrt.
Damit protestieren sie gegen die drohende Zugangsbeschränkung zu Universitäten durch Studiengebühren. Auf dem über 50 Meter langen und 3 Meter hohen bunt bemalten Bauwerk sind Sprüche wie "Bildung darf keine Ware sein" und "Niemand hat die Absicht, Studiengebühren zu erheben" zu lesen. Das umgewandelte Ulbricht-Zitat soll die rot-grüne Regierung an ihre Versprechen erinnern, Studiengebühren ohne wenn und aber zu verbieten.

Mit Musik, einem Infostand und kreativen Aktionen wollen die Studentinnen und Studen-ten den ganzen Montag vor der Mauer über Studiengebühren und Bildungsprivatisierung informieren.

"Heute beschränken wir den Zugang zur Universität nur mit ein paar Pappkartons", sagt die 20jährige Studentin der Sozialwissenschaft Britta S. "Wenn das Studium in Zukunft Geld kosten würde, dann würden sich die Unis für viele dauerhaft verschließen." Schon jetzt müssten viele Studierende nebenbei arbeiten, um sich ein Studium leisten zu können. Dadurch verlängere sich ihr Studium. Gerade für junge Menschen ohne reiche Eltern seien zusätzliche Gebühren nicht verkraftbar.

Die Aktion stellt den lokalen Auftakt zu der europaweiten Protestwoche "Education - not for sale" dar, die am Freitag ihren Höhepunkt mit einer internationalen Großdemonstrati-on in Brüssel findet.

Studiengebühren ab 2003?

Konkreter Anlass für die Proteste vor Ort ist die Ankündigung von NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler (SPD), bis spätestens 2004 Studiengebühren in NRW einzuführen. Nach den Vorstellungen der Ministerin soll in Zukunft nur ein bestimm-tes Stundenvolumen für das Erststudium kostenfrei bleiben. Jede Semesterwochenstun-de, die über dieses Guthaben hinausgeht, soll 25 Euro kosten. Auch Zweitstudien und Weiterbildungsangebote sollen an den Unis grundsätzlich kostenpflichtig werden. Je nach Anzahl der belegten Veranstaltungen ergäben sich so Gebühren von über 1000 Euro pro Jahr.

Die Einführung von Gebühren wollen die Studentinnen und Studenten nicht isoliert be-trachten. Dieser Plan reiht sich ein in die desaströse Bildungspolitik, die auf Privatisie-rung und rücksichtsloses Sparen setzt. In Bochum führt dies unter anderem zu der Ein-stellung von ganzen Studiengängen, wie zum Beispiel der Skandinavistik und Neugriechisch.

"Die Aktionen an der Ruhr-Uni stehen nicht alleine da", sagt Rolf van Raden, AStA-Referent für Hochschul- und Bildungspolitik. "An vielen anderen Hochschulen regt sich ebenfalls Protest. Für Dienstag haben die SchülerInnenvertretungen in Bochum eine Demonstration gegen Studiengebühren und Bildungsprivatisierung angekündigt, an der auch wir als Studierende teilnehmen werden."
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Ergänzungen

Übersicht Aktionen

EU StudentInnen 10.12.2001 - 12:09
Ein Übersicht von Aktionen die diese Woche stattfinden (Deutschland und EU-weit)findet ihr auf unsere Webseite unter Protest-termine.

!

ffmafia 10.12.2001 - 17:35
in ffm gabs heut auch mehrere aktionen, unter anderem ne vollversammlung (leider scheiss akustik), ne spontandemo mit 100 leuten, eine aktion "studierende beobachten den sicherheitsdienst" und dann sind wir noch mit 30 leuten zum präsident gegangen und ham dem unsre meinung gesagt. more action tomorrow....
p.s. es waren massig uniformierte und zivile bullen unterwex, die hatten ganz schön schisss

stein auf stein, die uni muß geschlossen sein

mörtele 10.12.2001 - 22:20
also kinder wißt ihr was, früher [vor 68!!!] haben wir die uni richtig zugemauert!!!

??

Dr.Mengele 10.12.2001 - 23:52
Jaja, 34/35, dat war geil.

süß! und die bullen hatten richtig schiß!

pgs 12.12.2001 - 03:13