(erfolgreicher) Anquatschversuch in Dortmund

j 19.11.2001 22:35 Themen: Repression
Schon vor ca. drei Wochen gab es in Dortmund einen Anquatschversuch vom Verfassungsschutz/ innere Sicherheit. Waraufhin einer der angequatschten Personen einen Job angenommmen hat. Er soll für dan VS(bzw. der Auftraggeber sagt er brauche die Infos für einen Job als Dozent)im Internet recherchieren.Wir beschreiben hier die genaueren Umstände und würden uns über Ratschläge freuen.
(erfolgreicher) Anquatschversuch vom VS in Dortmund

Am Montag oder Dienstag, den 22./23. Oktober 2001 gab es in Dortmund einen Anquatschversuch von der Sicherheitsbehörde, vom Innenministerium -so stellte sich der Mann vor. Als die angequatschte Person nach Hause kam, erwartete sie ein Mann in Begleitung einer weiteren Person, die er als seinen Bodyguard vorstellte. Er stellte sich als Herr Riegel vor, war ca. 50 Jahre alt, dunkles, kurzes Haar, leger gekleidet (Jeans, Hemd, darunter ein T-Shirt), kräftig gebaut. Zum Lesen benutzte er eine schwarze, schmale Lesebrille. Er gab sich sehr kumpelhaft, fast väterlich. Sein Bodyguard war noch sehr jung, ca. 25 Jahre alt, ganz kurze dunkelblonde Haare, ziemlich kräftig. Er hielt sich während des ganzen Gesprächs im Hintergrund. So nun zum Ablauf:
Als I. von der Uni nach Hause kam, wurde sie vor der Haustür von dem Mann angesprochen. Er stellte sich vor und wollte mit ihr einen Kaffee trinken, weil er sich gerne mal mit ihr unterhalten würde. Da sie nicht alleine mitgehen wollte, holte sie ihren Mitbewohner (T.). Zu viert gingen sie dann in eine Kneipe in der Nähe. Dort angekommen bestellte er allen etwas zu trinken und fragte direkt nach dem Vorfall im Wendland, bei dem I. festgenommen wurde (Kessel auf dem Weg zu den Schienen beim Camp Nahrendorf). Sie hat deswegen einen Prozess zu erwarten. Daraufhin schilderte I. den Vorfall und bekam von dem Mann völlige Zustimmung für ihre Situation und ihr Verhalten. Er sagte, dass die Anzeige fallen gelassen und er die Strafe bezahlen würde, wenn sie über 40 Mark betragen würde. Dann fragte I. warum sie eine Rechnung für den Transport in den Knast bekommen hat, darauf riet er ihr, diese einfach nicht zu zahlen. Auf Nachfrage, warum ihn das alles interessiere, antwortete er, er sei Gastdozent an der Uni Brühl und interessiere sich rein persönlich an dem politischen Geschehen. Es habe nichts mit seinem Job bei der inneren Sicherheit zu tun. Außerdem interessiere er sich für die Intentionen relativ armer Leute, Geld in so was zu investieren. Auch später kam er wieder darauf zu sprechen, dass Studenten ja wenig Geld hätten. Er versuchte, das Gespräch möglichst persönlich zu gestalten und fragte nach dem Studium der beiden, seine Tochter würde ja auch studieren. Als er hörte, dass T. Informatik studiert bot er ihm einen Job an. Er solle für ihn im Internet über verschiedene Themen recherchieren, auch dies nur wegen seines Jobs als Gastdozent. T. sagte, er werde darüber nachdenken. Daraufhin verabschiedeten sich alle und der Mann sagte, er würde sich wieder melden und schenkte beiden zehn Mark. Nach ca. einer Woche meldete sich der Mann wieder und wollte sich mit beiden ein zweites Mal treffen, um über das Jobangebot an T. zu sprechen. Diesmal blieb I. zu Hause, T. ging aber mit. Riegel hatte seine Sekretärin dabei und sagte T., dass er demnächst nur noch über seine Sekretärin mit ihm Kontakt halten würde. Um zu sehen, ob T. für den Job geeignet sei, sollte er sich ein Thema aussuchen über das er recherchieren möchte. Er suchte sich IndyMedia aus. Das tut er jetzt auch. Er soll sachlich darüber berichten, was IndyMedia ist. Dafür bekommt er dann zukünftig 630 Mark/ Monat. T. ist überzeugt davon, dass der Mann nur wegen seines Jobs als Dozent daran interessiert ist. Dass er auch für die Sicherheitsbehörde arbeitet, wie er sagte, beunruhigt T. nicht weiter.
Wenn ihr auch Erfahrung mit solchen Begegnungen habt oder uns sonst irgendwelche Tipps geben oder nur eure Meinung loswerden wollt.
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Ergänzungen

Wo Nix versteck ist auch Nix zu verraten!

Nina 19.11.2001 - 23:02

kann doch nicht wahr sein

vx 19.11.2001 - 23:19
es ist doch nun schon tausendmal überall veröffentlich worden: NIX SAGEN!!!
Selbst wenn das Gespräch vollkommen harmlos wirkt, DIE sind darauf geschult so Gespräche zu führen. IHR NICHT.
Die Story von dem Typen ist doch wirklich zu schlecht. Welcher Uni-Prof zahlt den 630 DM für Infos über Indymedia?
Guckt euch mal das Posting aus Wuppertal von letztem Freitag an. Da seht ihr wie mensch mit so Leuten umgeht. Die Aktion fand ich echt gelungen.

Hört sich irgendwie merkwürdig an?

Fake-Story? 19.11.2001 - 23:24

Wenn es wahr ist, bekommt der VS bestimmt raus, daß Indymedia Journalismus von der Strasse ist und
unabhängige Berichterstattung. Mist, dann kommt alles raus!

Sorgfältig Nachdenken

Dummer tip? 20.11.2001 - 00:26
Hi, ich würde auf jeden Fall bedenken, was der VS evtl. durch diesen ersten Recherche-Job kriegt: eine Darstellung, warum Indymedia aus der Sicht eines Dortmunders eine gute Sache ist. Da ist wohl nicht die direkte Informationsgewinnung das Ziel, sondern die langfristige Kontaktanbahnung. Wenn ihr dem Typen nicht klar machen könnt, was der Haken bei dieser Recherche ist (der Aufbau einer Beziehung zum VS, Einblick in persönliche Umstände der Person, evtl. finanzielle Abhängigkeit), dann solltet ihr wohl besser nicht zu heftig reagieren. Der eigentliche Schritt kommt wohl erst danach: Ein ernsthafter "Rechercheauftrag" über ein sensibleres Thema. Ich denke, es ist wichtig, daß ihr weiter Kontakt mit T. haltet und ihm klar macht, wohin das Ganze gerade führt. Wenn der Typ jetzt schon ausgegrenzt wird, fühlt er sich vielleicht ungerecht behandelt, weil er ja objektiv "nix wichtiges" weitergegeben hat. Wenn er erstmal draußen ist aus den Zusammenhängen ist der nächste Schritt zum echten Spitzel nicht mehr weit, denke ich. So könnt ihr vielleicht gegensteuern.

Uni Brühl

internetter 20.11.2001 - 00:34
Zur Uni Brühl siehe  http://www.fhbund.de
das ist die Fachhochschule des Bundes, unter anderem haben sie einen Fachbereich Öffentliche Sicherheit mit einer Abteilung Verfassungsschutz.

 http://www.fhbund.de/E2W-FHBund/internet.nsf/directframe/fb01?opendocument

Mag sein, daß der Typ an der FH in Brühl Gastdozent ist, zum Beispiel zum Thema "Anwerben naiver Informatikstudis"

Link-Korrektur

korrekt 20.11.2001 - 00:37
Der FB Öffentliche Sicherheit an der FH in Brühl ist zu finden unter  http://www.fhbund.de/E2W-FHBund/internet.nsf/directframe/fb07?opendocument

SOFORT!

bond 20.11.2001 - 20:18
Sofort (!) Kontakt abbrechen, Typ mit Foto etc. outen.
Wenn T. nicht will, dann muss T. zusätzlich geoutet werden, ebenfalls mit vollem Namen, Adresse, Foto. T. gefährdet wegen 630,- DM die Sicherheit politischer AktivistInnen. Denn dass im Gespräch über indymedia nebenbei auchmal Infos über die sonstigen Aktivitäten von T. und dessen Kontakt fliessen ist höchstwahrscheinlich. Wenn T. auf die 630,- DM angewisen ist, dann soll er/sie im Supermarkt arbeiten gehen. Es ist erschreckend wie naiv einige Leute sind, und für wie wenig sie sich kaufen lassen.

suche kontakt zum autor

Hannah Wettig 21.11.2001 - 00:18
Ich bin freie Journalistin und recherchiere zur Zeit eine ganz ähnliche Geschichte für die Berliner Zeitung. Auch in dem Fall, den ich kenne, wurde der (potentiellen) Informantin erzählt, sie würde für einen Dozenten in Brühl arbeiten. Ich denke solche Methoden gehören unbedingt augedeckt. Magst Du Dich über Email bei mir melden - möglichst bald?

frage

outing ist eine waffe 21.11.2001 - 08:45
hat der vs-depp vielleicht tel-nr. oder sonstwas hinterlassen? bitte veröffentlichen. und sagt eurem freund, dass er sich mit solchen geschichten ganz bestimmt keine freunde macht!

Paranoia?

Achduahnstesnicht 21.11.2001 - 10:31
Nun ist sie wieder angebrochen, die 5.Jahreszeit der Paranoia. Die Story klingt mir noch gut und sauber recherchiert, macht auch Sinn sie zu veröffentlichen..a aber die Kommentare darauf... ist schon fast wieder was für TV Total... :)

Rechtsanwalt nehmen!

Lupo 21.11.2001 - 13:20
Also wirklich, wie kann man so naiv sein, zu glauben man könnte eine Situation wo der Staatsschutz einen anspricht beherrschen. Diese Dinge kamen - sehr häufig - in den seibzigern und 80ern vor. Aktivisten aus der Umwelt- und Hausbesetzerbewegung wurden systematisch angebaggert, gezielt immer Leute die in Schwierigkeiten steckten, oder z.B. persönliche Defizite hatten. Aktuelle Fälle aus der Anti-Globalisierungsbwegung sind auch genügend bekannt, werden aber leider nicht veröffentlicht. Mein Rat: Rechtsanwalt nehmen, denn Anwerbeversuche sind Kriminalisierung.

Rechtsanwalt???

hannes 21.11.2001 - 13:43
danke lupo, für diesen wertvollen, juristisch fundierten tip: "anwerbeversuche sind kriminalisierung"... kriminalisierung?????????? was soll dass den für ein straftatbestand sein??? informier dich erst mal bovor du solch einen müll vom stapel laessst!!!

ja, mach das mal hannes!

Hannes 21.11.2001 - 14:05

ja, mach das mal Hannes!

hannes 21.11.2001 - 15:42

LiebeS Bond

22.11.2001 - 09:18
ja, Outen!

Juhuu!

Schlagen wir die GenossInnen mit den Waffen der Nazis! Wir sind elitär!

T.-mensch glaub es endlich und sag niX.

sonic youth 22.11.2001 - 10:53
spätestens jetzt solltest du merken, daß es ein ernstzunehmender anwerbeversuch ist. also, wenn du die kohle brauchst, krieg deinen arsch hoch und such dir einen job(telefonieren,datenbanken oder so dürfte dir doch leicht fallen), aber laß die finger vom VS-denn damit gefährdest du uns- deine Freunde.
wenn du wirklich so überzeugt vom dozentendasein des riegels bist, dann nenn`ich das enorm leichtgläubig, warum hast du nicht mal versucht ein paar nähere infos über den typen herauszukriegen-z.b. homepage der fh-brühl usw. oder mal irgendwo nachgefragt, wo mensch sich mit anwerbeversuchen auskennt.so ist es wirklich sehr NAIV und Blöde, wenn es nur um dich ginge okay-wäre auch doof aber dein ding-aber du mußt auch an andere denken.
schieb einen riegel vor!
Grüsse A:-)

frage

dr. yes 22.11.2001 - 12:17
wäre interessant, wieso der riegel genau zu I. kam und sie anquatschte.
ich meine er arbeitet für die sicherheitsbehörde, aber wenn er nicht selbst an dem thema anti-akw arbeitet bzw. involviert ist, dann dürfte er ja auch gar keinen zugriff auf infos haben (wer da wo verhaftet worden ist), d.h. er wäre nicht auf I. gekommen, oder?

zum weiteren verhalten des umfelds würde ich folgendes sagen: ich hab keine ahnung, wie T. und I. diesbezüglich drauf sind, ob sie vielleicht was verschweigen (daß sie mehr infos weitergeben als sie erzählen...) oder falsch verstanden haben oder so. jedenfalls wäre es m.E. am besten das verhalten von riegel zu beobachten und auch in einem größeren zusammenhang als zu zweit zu besprechen, wie er sich verhält, ob die ´jobanforderungen´ an T. vielleicht genauer werden (er solle auch andere infos z.b. zu anderen menschen geben) oder ähnliches. also, ob es glaubwürdig ist, daß er die beiden nur unterstützen will in ihrer anti-akw arbeit und so nett ist ihnen nen job zu besorgen opdetr ob er tatsächlich an infos interessiert ist.

zudem könnte riegel ja auch direkt darauf angequatscht werden, was das soll und daß er sich gar nciht erhoffen braucht infos zu bekommen.

sonst weiß ich auch nicht....

agenten verjagen

sagnix 22.11.2001 - 14:50
Es gibt keine unwichtigen Informationen für den VS. In dem Gespräch hat der VS schon sehr prekäre Infos sammeln dürfen, z.B. wie schätzt T. die Proteste, die Verhaftung etc ein und wie steht T. in der Anti-Atom-Bewegung. All diese Infos sind bereits von höchstem Interesse für den VS. Sie versuchen immer wieder Leute erst mit harmlosen Sachen zu ködern, die Abhängigkeit im Verhältnis zu steigern und oft kommen sie zu Leuten, die Prozesse haben oder denen welche drohen, um ihnen mehr oder weniger offen zu drohen oder Straffreiheit gegen Infos anzubieten. Die einzige Reaktion kann und muss sein, dem VS die Mitarbeit zu verweitgern. T. muss die Situation erklärt werden (siehe obiger Kommentar), wenn er ein wenig naiv ist, lieber rücksichtsvoll, aber wenn er es dann noch nicht einsieht, muss man ihm ankündigen, dann keine vertrauenswürdige Person zu sein. Vor allem aber hat das Beispiel in Wupperal gezeigt, dass es sehr effektiv ist, die Schweine zu fotografieren, ihre Gesichter im Internet zu veröffentlichen und ihnen damit zu drohen, dies alles öffentlich zu machen. Sobald VS-Agenten eine Kamera sehen, kriegen sie die KRise und rennen weg (wie in Wuppertal, wo nur noch quietschende Autoreifen zu sehen waren) und kommen auch nicht wieder. Zerrt die Gesichter und Wagennummern aller Stasi-Schweine an die Öffentlichkeit!!! WEnn T. es nicht versteht, werdet selber aktiv!

Stasi raus

peter 22.11.2001 - 14:56
Auch wenn es den betreffenden Personen so erscheint, dass es sich nicht um den VS handeln könne, da nur über unverdächtige Dinge geschrieben wird:
1. Ist dies nur ein erster Arbeitsauftrag. Dadurch gerät T. immer mehr in die Abhängigkeit dieser Person, kann der VS exemplarisch sehen, wie gut sich T. auskennt, wie gut er über Dinge schreiben kann etc.
2. War bereits das Gespräch im Cafe möglicherweise von großem Nutzen für den VS. So wird der VS sich jetzt ein wesentlich besseres Bild von der Person machen können, einschätzen können, wo T. in der Anti-Atom-Bewegung steht, wie er über Dinge denkt etc. Außerdem - und das ist noch gefährlicher - kann der VS jetzt ziemlich genau einschätzen, wie viel Angst T. vor dem Prozess hat und ob dieser dementsprechend als politisches Druckmittel taugt. In der Vergangenheit gab es oft Anquatschversuche, wo Personen erpresst worden sind, bzw. ihnen Straffreiheit zugesichert wurde, wenn sie - zunächst natürlich nur ganz unwesentliche Infos - auspacken. Mit dem Druck eines Prozesses gelingt es den Schweinen viel eher, jemand für sich zu gewinnen.
3. Ist die GEschichte mit dem persönlichen Interesse und dem Forschen für die Uni nicht glaubwürdig und überprüfbar, indem man sich an der betreffenden Uni mal im Fachbereich umschaut und guckt, wer so verantwortlich für Forschungsaufträge etc. ist.
4. Wenn klar ist, dass es sich um den VS oder Staatsschutz handelt (wohl eher VS, Stasis ist noch plumper) kann und muss die einzige Reaktion Kontaktabbruch sein. Es gibt keine uwichtigen Informationen oder Aufträge, sonst würde der VS das doch nicht machen.

Keine Zusammenarbeit mit Bullen, Justiz, VS !

kein Gelaber! 22.11.2001 - 18:26
Es ist doch unglaublich wie naiv Menschen sein können. Es gibt nur eins was richtig ist: Auf der Stellen den VSler outen und jede Zusammenarbeit beenden, ja nicht einmal ein Gespräch über das Wetter mit ihm führen! Wenn die betroffene Person dies nicht tut, auch mit ihr jeden Kontakt abbrechen und sie öffentlich machen, da es eine riesen Gefahr für sämtliche politische Strukturen in die die Person einblick hat, darstellt.

Irgendwann werden andere Aufgaben gefunden und selbst wenn diese dann abgelehnt werden, wird auf allen Wegen Druck aufgebaut (Sachen wie: Du hast doch jetzt schon mit der Zusammenarbeit begonnen, du willst doch nicht, dass das jetzt deine FreundInnen erfahren?, Du brauchst doch das Geld, oder? Ich könnte dir auch mehr zahlen! usw.).

Dazu kommen natürlich noch die politischen Gründe, wieso in keinster Weise mit dem VS oder welchen staatlichen Schnüffelorganen auch immer zusammengearbeitet werden sollte (auch nicht wenn es eine private Hilfe wäre, was natürlich mehr als unglaubwürdig ist). Denn schließlich sind dies Organe, deren Aufgabe darin besteht dieses System zu schützen, um das weiterbestehen zu sichern. Und aufgrund unseres antagonistischen Verhältnis dem Staat gegenüber, darf es keinerlei zusammenarbeit mit seinen Überwachungsorganen geben, in keinster Weise!

Was mich an der Sache etwas verwundert ist, dass das Ganze bekannt wurde, obwohl der Anquatschversuch erfolgreich war (vielleicht können dazu die die diesen Beitrag gepostet haben noch was sagen, wenn dies bewusst nicht passiert ist, natürlich nicht). Ist halt ungewöhnlich...

Und kann vielleicht was dazu gesagt werden aus welchem "Spektrum" der oder die Angequatschte kommen?

Also: Es gibt nur eins was in solchen Situationen richtig ist, die Schnauze halten und die Tür zuhauen!

P.S. Für weitere Ratschläge würde ich Euch empfehlen die nächst gelegene Rote Hilfe aufzusuchen.


GÖTTINGEN 22.11.2001 - 22:06
So was ähnliches gab es in Göttingen vor ein paar Wochen:
Eine Frau suchte einen Job und bewarb sich auf ein Inserat hin telefonisch. Sie verabredete mit einem Mitarbeiter ein Treffen in der Innenstadt Göttingens. Dort kam der Typ aber nicht an. Vielmehr wartete am Treffpunkt eine andere Person. Der (neue) Typ quatschte die Frau dann an, ob sie auch warte und versetzt worden wäre. Sie meinte, sie hätte sich für einen Job beworben und ihr Arbeitgeber käme nicht. So ein Zufall erwiderte ihr Gegenüber, er sei auch wegen eines Jobs hier - nur das die jobsuchende Studentin nicht gekommen wäre. Und welch Zufall, im weiteren Gespräch stellte sich heraus, daß es um ähnliche Jobs gehe. Deshalb könnte die Frau ja für ihn arbeiten, meinte der Typ. (Er stellte sich als Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung vor und es ging um Pressesachen und Recherche). Sie vereinbarten, daß sie eine Pressemappe machen sollte und verabredeten sich für in einer Woche am selben Ort. Zum nächsten Termin hatte sie eine Pressemappe über die letzte Scherbendemo in Göttingen gemacht. Der Typ war hellauf begeistert. Er bot ihr sofort den Job an. Weiter stellte sich heraus, daß sie auch zu politischen Veranstaltungen gehen sollte etc.. Sie bat sich Bedenkzeit auch. In der Folgezeit kam der Frau das ganze komisch vor. Deshalb sah sie im Internet auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung nach. Dort gab es keinen Typen mit dem ihr präsentierten Namen. Dann rief sie bei der Telefonnummer an, und sagte einem Mitarbeiter, sie würde den Job nicht annehmen. Ein paar Tage später rief der Typ zurück und wollte wissen, wieso sie das nicht machen wolle. Außerdem meinte er, hätte sie ja bestimmt im Internet nachgesehen, ob er als Mitarbeiter aufgeführt ist. Dies sei nicht der Fall, denn politische Arbeit wäre mit Gefahr verbunden - als Schutzmaßnahme sozusagen. Nach dem der Typ die Frau am Telefon einige Minuten belabert hatte, hängete sie einfach auf. Wieder einige Tage später klingelte erneut das Telefon. Wieder war es der Typ, der wissen wollte, warum sie den Job nicht machen wollte. Er bot ihr sogar einen Stundenlohn von 60 DM. Sie lehnte ab und das wars dann.
Zwar hat der Typ nie behauptet vom VS zu sein. Aber wer macht sowas schon, wenn nicht irgendeine geheimdienstliche Organisation oder die Bullen? Weiter ist die Sache mit dem Internet auffällig. Woher wusste der, das sie wirklich nachgesehen hatte? Telefonüberwachung, da Internet über Telefonleitung? Ein Stundenlohn von 60 DM ist in GÖ extrem hoch. Normal sind so 13 DM. Zudem gibts Studenten, die Jobs suchen wie Sand am Meer!
Als VS - fuck you!!! (Übrigens ist dieser Vorfall bis heute, so glaube ich, nicht veröffentlicht worden. Ich kenne ihn auch nur von einer Freundin der Frau.)

Biedermann und die Brandstifter

what lies beneath 22.11.2001 - 23:31
"Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch

Joseph Schmitz bittet um Obdach auf dem feuergefährlichen Speicher des Haarwasserfabrikanten Jakob Biedermann. Biedermann ist ein Jedermann unserer Tage, in seinen Geschäftspraktiken jedoch skrupellos. Er sträubt sich, erliegt aber der Schmeichelei, mit der Schmitz seine Spießermentalität, seinen Egoismus, sein Mißtrauen, sein schlechtes Gewissen und sein Sicherheitsdenken geschickt zu manipulieren weiß. Dies
gelingt ihm durch bloßes erzählen der reinen Wahrheit und seiner tatsächlichen Absichten ohne etwas zu verheimlichen. Selbst als der Mitverschworene Eisenring, ein Kellner, sich auf dem Dachboden einnistet, als Benzinfässer herangerollt, Zündschnüre angeschlossen und Zündkapseln geputzt werden, kommt Biedermann nicht zur Einsicht; zum Handeln aber ist es ohnehin zu spät.
Das Haus und die Stadt werden niedergebrannt.

Sehr nettes Buch über den Starrsinn.
Die Wahrheit ist immer noch die beste Lüge!!!

Fauler VS

MuslimMama 22.11.2001 - 23:38
Die Stasi ist so faul das sie Studenten zur Recherche öffentlicher Texte anstellt. Harharhar.

Scheiß Spitzelschmarotzer.

Nicht zu Faul! Nein Schon Wieder zu Wenig!

Nina 23.11.2001 - 15:04

Wenn die Derzeitigen Verfassungsschützer

Alcatrac 23.11.2001 - 15:15
Echte Verfassungsschützer wären, würden sie sich Morgen Sofort einen Anständigen Beruf suchen!

Paralelle zur Stasi-Hochschule Potsdam

radiot 23.11.2001 - 15:26
Grade kam im Deutschlandradio Berlin ein Feature über die Stasi-Hochschule in Potsdam. Das scheint ziemlich gut dokumentiert zu sein, was die da für eine Wissenschaft für den Sicherheitsdienst betrieben haben. Vielleicht läßt sich T. von seinem Glauben an die Harmlosigkeit der FH Brühl abbringen, wenn ihr ihm Material zeigt, was so eine eigene Hochschule (oder hier: eigene Hochschulabteilung) für einen Sicherheitsdienst bedeutet...

Für alle ...

bilbo 23.11.2001 - 15:43
..., die die Aufregung nicht verstehen wollen oder noch nie mit dem Thema in Berührung gekommen sind: Stellt euch vor, in euren politischen Kreisen gibt´s Leute, die nicht immer ganz legal arbeiten, zumindest aber in Grauzonen, die das Risiko einer Strafverfolgung stark erhöhen. Stellt euch vor in der politischen Szene gäbe es Menschen mit Kontakt zu illegal in der BRD lebende Menschen. Stellt euch vor, der Staat konstruiere Vorwürfe gegen eure Gruppe, sie sei eine terroristische Vereinigung. Nun stellt euch vor, in der Szene bewege sich eine Person, die viele der angesprochenen Menschen und Gruppen persönlich kennt, weiss wo sie sich wann treffen, welche Personen zu den Gruppen oder derem persönlichen Umfeld gehören, wo einzelne Personen wohnen, bei welchen Ereignissen sie mit wem gewesen sind etc., etc.. Das sind schließlich Infos, die wir alle über einige unserer Genossinnen und Genossen haben, weil sie entweder zu unseren Gruppen oder persönlichen Freundeskreisen gehören. Es sollte nachvollziehbar sein, dass viele von uns kein Interesse daran haben dürften, dass von solchen Informationen etwas an die Schnüffler des VS weitergegeben wird. Einzelne Personen oder ganze Kreise werden durch solche Lecks massiv gefährdet und ihre persönliche Freiheit bedroht. Daher muss klar sein, dass die Interessen dieser GenossInnen zu schützen sind und Lecks geoutet werden MÜSSEN, um jede Person, die mit den Spitzeln zu tun kriegen könnte, zu warnen.

entweder ,oder...

hamburg 23.11.2001 - 18:33
a.)leute zu outen hat nichts mit nazi-methoden zu tun,du scheiss spinner.
b.)"T." und "I." sollten unverzüglich vor die wahl gestellt werden:entweder sie brechen den kontakt zu ihrem großzügigen geldgeber SOFORT ab,oder sie fliegen SOFORT aus allen linken zusammenhängen/strukturen raus.
ps:sollten sie sich uneinsichtig zeigen,ist ein rausschmiss
UNBEDINGT notwendig,ebenso wie ein outing!!!

hallo,

bond 24.11.2001 - 17:35
wo bleibt das outing?

Geheimdienste

Spinner 12.02.2002 - 18:18
Ich würde eine Art Gegenspionage für Sinnvoll halten, es könnte sich z.B. rausfinden lassen, was die mit Infos über Indymedia wollen. Auch gezielte Fehlinformationen, die zwischen Lügen versteckt werden haben einen Sinn. Aber dies können wir alle NICHT LEISTEN. Die haben die Ausbildung, wir nicht. Eher finden die raus, wie sie uns fertig machen können, als wir sie fehlleiten können. Mit Chancen ist oft ein Risiko verbunden, aber hier ist das Risiko zu groß. Die merken Fehlinfos bestimmt schnell und basteln sich ordentliche Infos aus dem Muster der Fehlinfos und dem verschwiegenen Zusammen. Die hören auch aus einer Lüge die Wahrheit raus, die haben die Ausbildung. Fotografiert die Heinis, macht VSler bekannt, brennt ihm das Auto nieder. Sonstwas, aber arbeitet in keiner Form mit denen zusammen.