250000 Metallarbeiter in Rom
Bericht von der Freitagsdemonstration des italienischen Metallarbeiterverbandes FIOM aus der Zeitschrift Carta
http://www.carta.org
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Aber welcher Wind weht?
16.11.01 - Mario Calabria/Übersetzung Günter Melle
Es war schon ein seltsamer Wind, der heute Morgen durch die halbdunklen Straßen Roms wehte. Der für gewöhnlich dichte Berufsverkehr ist noch aufgeblähter als sonst, obwohl es nicht regnet..."Aber was zum Teufel ist heute los?", fragt einer mit grimmiger Stimme und schaut zum Himmel, so als könnte er dort eine Antwort finden. Vielleicht ein vom Kurs abgekommes Flugzeug, das seine Schleifen dreht, eine gelbe Wolke aus Schwefel oder Athrax, wer weiß es schon. "Es sind die Arbeiter, es wird gestreikt!"; anwortet einer, der bestimmt Fernsehen schaut. Zu 250 000 sind sie gekommen, in 25 Sonderzügen und 2000 Autobussen - die Metallarbeiter. Schon lange hat man so etwas nicht mehr gesehen, besseer noch, so etwas hat man eigentlich noch nie gesehen, denn die Metallarbeiter heute sind ganz andere als die der 60iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, welche damals den Höhepunkt der italienischen Demokratie zur Jahrtausenwende markierten. "Für Tarifvertrag und Demokratie"; erklärt das heutige Transparent. Alte Worte für neue Menschen und neue Ideen. Ist es also richtig, dass Worte schwerer wiegen als Gesichter? Morgen wird der Tag des zivilen Ungehorsams sein. Der Protest der einstmaligen Tute-Bianche (weiße Arbeitsanzüge) hat sich heute mit dem der ehemaligen Tute-Blu (blaue Arbeitsanzüge) vermischt. Auch ziviler Ungehorsam ist ein Zeichen demokratischer Reife. Vielleicht gelingt es diesmal, dass die jungen Arbeiter, sich an die übrige protestierende Jugend wenden, was 1969 nicht geschehen ist (wie Rossana Rossanda in Il Manifesto beschreibt). Vielleicht. Denn nicht zufällig verbreitet die Nachrichtenagentur Ansa Erklärungen von Menschen aus der Bewegung, dass die Metallarbeiter sich dagegen wehrten, als No-Global bezeichnet zu werden. Dies nach der Erklärung des Sekretärs der Metallarbeiter (Fiom: Federazione italiana operai metalmeccanici), der seit einiger Zeit zum vorantreibenden Teil der Bewegung gehört. Sabattini hat in den vergangenen Tagen davon gesprochen, dass die Bewegung sich zu fragen habe, welche Entscheidungen sie zu treffen hat. Sabattini hat recht und es wäre töricht gerade ihm, den immer noch schwerwiegenden Mangel an Transparenz in der Gewerkschaft CGIL vorzuwerfen. Man marschiert also zusammen, Teile dieser Gesellschaft mit anderen Teilen der Gesellschaft. Sie sind eins und haben wenig Antworten und viele Fragen. Wichtig dabei ist ist, dass die richtigen Fragen gestellt werden, und dass dieser seltsame Wind, der heute durch Rom streicht, einen weniger nostalgischen als starken Gechmack von Demokratie mit sich führt.
16.11.01 - Mario Calabria/Übersetzung Günter Melle
Es war schon ein seltsamer Wind, der heute Morgen durch die halbdunklen Straßen Roms wehte. Der für gewöhnlich dichte Berufsverkehr ist noch aufgeblähter als sonst, obwohl es nicht regnet..."Aber was zum Teufel ist heute los?", fragt einer mit grimmiger Stimme und schaut zum Himmel, so als könnte er dort eine Antwort finden. Vielleicht ein vom Kurs abgekommes Flugzeug, das seine Schleifen dreht, eine gelbe Wolke aus Schwefel oder Athrax, wer weiß es schon. "Es sind die Arbeiter, es wird gestreikt!"; anwortet einer, der bestimmt Fernsehen schaut. Zu 250 000 sind sie gekommen, in 25 Sonderzügen und 2000 Autobussen - die Metallarbeiter. Schon lange hat man so etwas nicht mehr gesehen, besseer noch, so etwas hat man eigentlich noch nie gesehen, denn die Metallarbeiter heute sind ganz andere als die der 60iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, welche damals den Höhepunkt der italienischen Demokratie zur Jahrtausenwende markierten. "Für Tarifvertrag und Demokratie"; erklärt das heutige Transparent. Alte Worte für neue Menschen und neue Ideen. Ist es also richtig, dass Worte schwerer wiegen als Gesichter? Morgen wird der Tag des zivilen Ungehorsams sein. Der Protest der einstmaligen Tute-Bianche (weiße Arbeitsanzüge) hat sich heute mit dem der ehemaligen Tute-Blu (blaue Arbeitsanzüge) vermischt. Auch ziviler Ungehorsam ist ein Zeichen demokratischer Reife. Vielleicht gelingt es diesmal, dass die jungen Arbeiter, sich an die übrige protestierende Jugend wenden, was 1969 nicht geschehen ist (wie Rossana Rossanda in Il Manifesto beschreibt). Vielleicht. Denn nicht zufällig verbreitet die Nachrichtenagentur Ansa Erklärungen von Menschen aus der Bewegung, dass die Metallarbeiter sich dagegen wehrten, als No-Global bezeichnet zu werden. Dies nach der Erklärung des Sekretärs der Metallarbeiter (Fiom: Federazione italiana operai metalmeccanici), der seit einiger Zeit zum vorantreibenden Teil der Bewegung gehört. Sabattini hat in den vergangenen Tagen davon gesprochen, dass die Bewegung sich zu fragen habe, welche Entscheidungen sie zu treffen hat. Sabattini hat recht und es wäre töricht gerade ihm, den immer noch schwerwiegenden Mangel an Transparenz in der Gewerkschaft CGIL vorzuwerfen. Man marschiert also zusammen, Teile dieser Gesellschaft mit anderen Teilen der Gesellschaft. Sie sind eins und haben wenig Antworten und viele Fragen. Wichtig dabei ist ist, dass die richtigen Fragen gestellt werden, und dass dieser seltsame Wind, der heute durch Rom streicht, einen weniger nostalgischen als starken Gechmack von Demokratie mit sich führt.
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Ergänzungen
Schööön
eine Ausnahme ist, was Kadavergehorsam und Gleichgültigkeit ansieht. Vielleicht
werden wir ja wieder befreit.... Danke für die Übersetzung. Vielleicht bekommen wir
ja noch Bilder von den Aktionen des zivilen Ungehorsam zu sehehn. Indymedia
machts möglich! (Ach da fällt mir ein: Stellt Euch vor, alle die Indymedia lesen
(Zehntausend?) würden an einem Tag in ganz Deutschland Aktionen dieser Art
machen...... aber ich träume schon wieder.
WOW
danach in rom "anti-war" demo, um die 100.000,
und jetzt 250.000 metall-arbeiter in rom...
unglaublich!
vielleicht schaffen andere eu-staaten das auch noch, der 14. dezember ist ein anfang dafuer...
viel glueck fuer eine friedlic0Û·Ú–#o²£‹|
mouououliiinex
frankreich
re: Frankreich