Göttinger Aktionen zum Castor

Göttinger AktivistIn 14.11.2001 23:07 Themen: Atom
Kurzer Bericht zu den Aktionen in und um Göttingen (Castor-Transport November 2001):

Kleingruppenkonzept, Bullen-Verwirrspiel und mehr
+++ Kleiner Rückblick auf die Castor-Aktionen in Göttingen +++

Auch dieses Mal hat sich wieder gezeigt, dass sich der Widerstand nicht nur auf die Strecke Lüneburg-Gorleben beschränkt, sondern in ganz Frankreich und Deutschland aktiv ist. Dies war ja bei diesem Transport auch ein erklärtes Ziel gewesen, so auch in Göttingen.

Hier gab es ein Kleingruppenkonzept in noch nie dagewesener Weise. Alle AktivistInnen wurden aufgefordert, sich in Kleingruppen von 6-12 Leuten zusammenzuschließen. Diese Kleingruppen fuhren dann auf Fahrrädern kreuz und quer durch Göttingen, waren aber immer telefonisch informiert, wo viel oder wenig grün war, wo Personenkontrollen stattfanden und wo die Schienen frei waren. Das Ziel dabei war, die Bullen so sehr zu verwirren, dass auch "richtige" Aktionen stattfinden können würden.

Aus sicheren Quellen ist zu erfahren, dass Göttingen ursprünglich als Transportroute gedacht war. Doch dann war den Bullen offenbar das Chaos zu groß, so dass doch die Ausweichstrecke über Kassel gewählt wurde, wo auch wiederum erfolgreiche Blockaden stattfinden konnten. Dies zeigt, dass es 250 Leute schaffen können, die Staatsmacht zu überlisten, ohne dass diese etwas dagegen tun können.

Atomfeindliche Grüße aus Göttingen!
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Ergänzungen

Wers glaubt wird seelig

Name 15.11.2001 - 12:25
Wers glaubt wird seelig.....Mit eurer Kindergartengruppe könnt ihr einen Trachtenumzug beeinflussen, aber mehr mit Sicherheit nicht.

tnt

no name 15.11.2001 - 12:58
was meinste was passiert ,wenn sich die kindergartenkinder mit militanten omis und autonomen kampfrobotern zusammen tun.
atom- und kriegsstrategen das handwerk legen!

willmersdorfer Wittwen

heinz 15.11.2001 - 13:50
ein bisschen Selbstüberschätzung kann nie schaden. Wer ewig nur hadert und nörgelt sitzt lieber vorm fernsehen und hat immer recht.

kalt und doof

ich mal so 15.11.2001 - 14:42
Ich fands ganz schön kalt und nass die nacht, eher doof. Infos waren auch nich immer sofort da, naja, bin jedenfalls mal ordentlich in dem Kaff gier rumgekommen.

noch ´n Senf dazu

JoJo 15.11.2001 - 14:50
Ich find diese Aktion(en) geil! Endlich ham paar Leute effektive Ideen, schon kommen andere und versuchens, kaputt zu quatschen! Arme Bewegung! Ich mach ne Wette, daß "Name" erst gar nicht vor Ort war! Diese Taktik hätte man auch auf der 70km Strecke ausbauen können, bzw. sich das nächste Mal (ja, das wirds geben!) dran erinnern!
Vielen Dank an diesen "Wespenschwarm", die die "Polizeihunde" verrückt gemacht haben!

Früher war alles besser

ein Göli 15.11.2001 - 15:54
Naja wer schon etwas länger in Gö ist, weiß das es früher hier weitaus mehr Widerstand gab, auf Demos nicht die Bullenmeinug zu Festnahmen durchgegeben wurde und so informiert war das Infotelefon auch nicht. Aber es sah auch vor kurzer zeit schon schlechter aus, vielleicht peppelt der Widerstand sich wieder auf.

Also ich finde ...

Lömbi 15.11.2001 - 15:55
...das auch gut, was da lief, und selbst wenn sich nur 40 Leute daran beteiligt haben. Öfters mal was neues machen und unberechenbar (und unbeherrschbar!!!) werden!!! Weiter so in Göttingen!!!

Genau

ein göttinger 15.11.2001 - 16:21
"Dies zeigt, dass es 250 Leute schaffen können, die Staatsmacht zu überlisten, ohne dass diese etwas dagegen tun können....." Ja nee is klar!!! Und wovon träumt ihr Nachts???

super konzept

platzverweis 15.11.2001 - 17:45
war ne super aktion. göttingen war zugeschissen mit zivibullen und die ganze strecke war mehr oder weniger abgeriegelt. doch an die gleise zu kommen war nie ein problem. viele lagen auf der lauer und wenn klar gewesen wäre, der castor fährt durch göttingen, hätte er hier 3-4 stunden gestanden. verhindern konnten wir ihn nicht , ist klar, aber ich weiss nicht wie die bullen verhindern wollen, dass sich 20 und mehr gruppen auf einen abschnitt von 5-6 kilometern auf die gleise stellen legen laufen buddeln? klar mit ner masse an bullen. das war auch ein ziel. niedersachsen hat ja nicht soviele übrig wenn der castor fährt. also hier waren bgs göttinger bullen hannover bullen wolfsburger bullen. und trotzdem. die stimmung war klasse die infos waren gut. die bullen paranoid und nen warmen tee gabs auch noch um 5.

Sicherer mit engagierten denkenden Menschen

Auch ein Göttinger 15.11.2001 - 17:52
War zwar nicht dabei, habe aber einiges mitbekommen. Es war lustig mit anzusehen, dass immer wieder Gruppen von Fahrradfahrern mal hierhin, mal dorthin unterwegs waren. Dann ständig Polizei die hin und her fuhr. Ich denke eher, dass die Taktik der Kernkraftgegner aufgegangen ist und die Polizei nur agieren konnte. Herr der Lage war sie nie. Herzliche Grüsse an alle die dabei waren. Weiter so...

Ziel erreicht.

keine Bulle 15.11.2001 - 18:06
Hatte nachts nen paar aufgedrängte gespräche mit diversen bullen. deren argumente sind denen sehr ähnlich, die hier gegen die aktion schreiben. sie sagten immer wir hätten ja doch keine chance und sie würden jeden transport durchbringen. das dieses nicht so ist zeigen ja schon die zahlen über geplante und über durchgeführte transporte (ebenso wie die zahlen über geplante AKW (120) und laufende AKW (19) ). also jeder den ich kenne der bei der aktion dabei war, fand sie gut. diese leute waren engagiert und wollten ihren protest äussern. wenn nun andere leute sagen ihr seid nicht effektiv gewesen, warum haben sie dann nicht etwas anderes gemacht? weil sie nichts anderes wollen als das herrschende system akzeptieren. also die bewertung der aktion unterliegt alleine denen die dabei waren alles andere ist propaganda.

Zivis auf Fahrrädern in Goe

nach-Zivis-Fahnder 16.11.2001 - 19:36
Noch eine Meldung: Es gibt absolut sichere Informationen, dass mindestens eine Kleingruppe mit Zivis auf Fahrrädern unterwegs war.

Bisher bekannte Details:
- Schwarze/ "unauffällige" Kleidung
- Funtkionsfahrräder
- mindestens einer war über 30

Wenn ihr selber als Kleingruppe unterwegs wart, und euch die Zivi-Gruppe aufgefallen ist, sie mit euch ins Gespräch gekommen sind, o.ä., schreibt doch bitte noch mehr Details ans AntiAtomPlenum oder sonst eine vertrauenswürdige Stelle. Auf der angegebenen Internet-Seite könnt ihr ganz anonym sagen, was ihr wisst. Ich will hier jetz auf keinen Fall wilde Verdächtigungen auslösen, aber falls genug Einzelheiten zusammenkommen, könnte man ja vielleicht ein paar Personenbeschreibungen veröffentlichen...

Bis zum nächsten Mal, ihr wart einfach genial!!!

nachtrag zum castor

felix kon 19.11.2001 - 17:14
Anscheinend sehr gelungene Aktionen, v.a. weil eine ganze Menge Aktionen an der Strecke noch in der Hinterhand liegen, falls denn der CASTOR wirklich mal durch GÖ fahren sollte. Es waren echt eine ganze Menge Leute trotz Kälte und Regen unterwegs. Die Polizei hat zwar ständig Persos kontrolliert und Platzverweise ausgesprochen, aber das hat die AktivistInnen nicht recht eingeschüchtert. Es waren viele Kleingruppen an den Gleisanlagen unterwegs, einige auch zeitweise auf den Gleisen (na, so abgeriegelt war das dort doch nicht, lieber Polizei-Chef Niehörster).
Insgesamt kam es zu drei Ingewahrsamnahmen, die aber alle nach ein paar Stunden wieder draußen waren.
Wegen der Unübersichtlichkeit durch das Kleingruppenkonzept haben die Bullen diesmal auch ihren Schlagarm nicht voll einsetzen können, so daß uns von Verletzten nichts bekannt ist.

Da AntiAtom-Proteste aber immer mal wieder zu Verfahren führen, hier noch der dezente Hinweis auf das lokale Soli-Konto der Roten Hilfe Göttingen, aus dem Betroffene von AntiAtom-Verfahren unterstützt werden:

Rote Hilfe Göttingen, Konto 350 670 309, Postbank Hannover, BLZ 250 100 30, Stichwort: CASTOR

Solidarität ist eine Waffe und so weiter, ihr wißt schon.

Grüße an die Krallen-Freunde aus Berlin!

is doch garnich so schlecht gewesen

dekan 21.11.2001 - 15:28
highdihoe erstmal...
also ich war persönlich nur im wendland bei diesem transport, komm ja auch nich aus der gegend, aber das kleingruppenkonzept hat echt seine vorteile...
habt die bullen ja ganz schön auf trab gehalten und immerhin dafür gesorgt, dass der zuch nich durch göttingen fuhr, meinen glückwunsch dazu.
wenn dieses konzept auch in anderen orten angewendet wird, dann werden die bullen beim nächsten mal wirklich ein riesiges problem haben.
wie frustrierend es sein kann, dass man nur mit wenigen agieren kann weil zu wenige da sind, hab ich beim waa-transport im oktober gemerkt, doch auch da ham wir es ja mit sage und schreibe 8 leuten geschafft, den zug für 20 min. zu stoppen.
Das nur so als motivationsgedanke, selbst eine winzige gruppe kann viele bullen auf sich lenken.
macht was draus, vielleicht unterstützt ihr uns ja auch beim nächsten waa-transport, wenn da so viele blockieren wie jetzt bei den gorleben transporten dann steht der zug... und zwar nicht nur fürn stündchen...
wir sehn uns beim nächsten transport,
grüne grüße,
dekan

Witz

None 28.11.2001 - 03:31
Das stimmt! Ihr seid absolute Witzfiguren!
Spielt weiter in Eurer Sandkastentruppe!!!