Vielfältiges Castor-Stopping bei Pommoissel

wh 14.11.2001 20:11 Themen: Atom
Eine Vielfalt an Aktionen brachte den Castor bei Pommoisel den Bundesgrentzschutz und den Castor zum Schleichen und kurzzeitig zum Stillstand.
Sicher, der Castor war schneller am Ziel als von vielen erwartet und erhofft. Trotzdem gab es auch diesmal eine Vielfalt von phantasievollen Aktionen.

Ein Beispiel dafür war der kurze Streckenabschnitt zwischen Pommoissel und dem Bahnhof Göhrde. Fast gleichzeitig gelang etwa 40 Menschen für eine Sitzblockade auf die Gleisen zu kommen. Die Blockade wurde sofort und massiv - auch unter Einsatz von Pfefferspray - geräumt.
Der Versuch zweier Menschen sich anzuketten wurde durch den BGS unterbunden. Etwa 200m weiter konnte nur massiver Gewalteinsatz seitens der herbeilaufenden BundesgrenzschützerInnen in letzter Sekunde verhindern, das drei Menschen sich mit Rohren dauerhaft an die Gleise ketteten. Dem massiven Zerren und Reissen an Armen und Kopf sowie der Androhung die Hunde zubeissen zu lassen gaben die Aktivisten dann schliesslich nach.
(Sie wurden daraufhin übrigens, nach dem der Einsatzleiter des BGS sie schon nach der Personalienaufnahme freilassen wollte, auf Anweisung der Polizei nach Lüneburg gebracht und für über 11 Stdunden festgehalten.)

Nicht weit entfernt versuchte ein Aktivist sich an den Gleisen festzumachen, indem er seine Hände mit Sekundenkleber unter der Schiene zusammenklebte, was leider an technischen Problemen scheiterte, die Einsatzkräfte aber reichlich in Atem hielt. Ausserdem gelang es einer Person (anfangs unbemerkt?) auf den Castor zu springen und ein Stück mitzufahren.
Auch wenn jede Aktion für sich alleine keine grosse Auswirkung auf den Transport gehabt hätte, gelang es doch gemeinsam schliesslich den Castor bei Pommoissel, ca. 100m vor den Aktionen für einige Zeit (15-20min ?) zum Stehen zu bringen.

Was vorallem beweist, dass Aktionen auch dann, wenn sie "nicht erfolgreich" sind, zusammengenommen einiges bewirken und es keinen Grund gebt sich davon entmutigen zu lassen. Auch zeigt es sich wieder, das auch 18.000 Polizisten und BGSler nicht verhindern können, das mensch auf die Gleise gelangt.
Das motiviert, seine Phantasie für neue Aktionen in Gang zu setzten.
Viel ist möglich, noch viel mehr ist drin ...
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Ergänzungen

Sekundenkleber ???

hini 14.11.2001 - 21:29
Mag mir jemand den Trick mit dem Sekundenkleber erklären? Ich meine nicht, wie man die Hände zusammenkriegt, sondern irgendwann müssen sie doch auch wieder auseinander !?!?? Kommt dann der Chirurg mit dem Messerchen? ) Ist das nicht saugefährlich? fragt sich hini

Kein Grund zur Resignation

Hermann 14.11.2001 - 21:39
Landauf, landab versuchen Polizei und eine weitgehend gleichgeschaltete Medienlandschaft, unter der Überschrift "Misslungene Mobilisierung, abbröckelnde Protestszene" vergessen zu machen, dass es nach wie vor für nötig gehalten wird, 17000 Uniformträger zusammenzuziehen, um den Wendländern den Wiederaufarbeitungsdreck fremder Leute vor die Haustür zu stellen. Paradoxe Interpretation des Begriffs ´Gefahrenabwehr´. Jeder, der bei euch und anderswo die Dreckfuhre auch nur zwei Minuten aufgehalten hat, hat einen glaubwürdigeren Beitrag zur Gefahrenabwehr geleistet als alle 17000 Polizisten zusammen.
Der Transport von Atommüll hier ins Wendland ist Lichtjahre davon entfernt, als ganz normaler Gefahrguttransport durchgezogen werden zu können. Und daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern .... Nach dem Castor ist vor dem Castor! Und Pommoissel ist überall!

iki 14.11.2001 - 21:49
ich denk mal, dass es bestimmt irgendein Lösungsmittel gibt, das den Sekundenkleber wieder weich werden lässt...
irgendwelche Chemiker hier ?

sekundenkleber

iki 14.11.2001 - 21:49
ich denk mal, dass es bestimmt irgendein Lösungsmittel gibt, das den Sekundenkleber wieder weich werden lässt...
irgendwelche Chemiker hier ?

eine kleine frage

frager 14.11.2001 - 22:22
aber da ja ihrgentwelche idioten ja mal mit der atomscheise angefangen haben muss der müll ja auch ihrgentwohin. selbst wenn wir einfach alle akw´s einfach abschalten würden denn müll haben wir immer noch und der muss ihrgentwohin. aber genau das ist das problem denn ich glaube das jede/r etwas dagegen hat das so ein endleger im seinem vorgarten wäre.
also was sind denn da die vorschläge?

fight the war
fuck the norm

antwort zu "frager"

NIXDA 14.11.2001 - 22:52
Lieber Frager,

um sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen, ist noch reichlich Zeit (das Zeug strahlt ja lange genug...)wenn das letzte AKW abgeschaltet ist! Grade weil es verständlicherweise niemand in seinem Vorgarten haben will, wäre die erste logische Maßnahme, aufzuhören, solches Gift zu produzieren. Klingt doch irgendwie logisch, oder?

Vorschläge, wohin damit,

Maja 14.11.2001 - 23:05
frage lieber die atommafia .Protest und blockade bleiben aber immer das beste mittel des widerstandes, was willst du sonst mit protestmails, briefen oder ruhigen demos bei den holzköpfen dort oben erreichen??

antwort an frager

kobold 14.11.2001 - 23:30
eiegtnlich ne dumme frage, aber hier die einfache antwort: der atommüll bleibt im akw --> wenn die angeblich schon so sicher sind....

Lasst Euch nicht verrückt machen

Quercus 15.11.2001 - 09:25
Das ist nunmal die Strategie der Büttel und all der servilen Schreiberlinge, die sich so wahnsinnig vernünftig und neuemittig vorkommen: den Widerstand kleinreden, als naiv hinstellen, ihm die Legitimation absprechen. Lasst Euch von dem Geschwätz nicht beirren. Der Widerstand geht weiter!

antwort an frager

kobold.. find ich gut 15.11.2001 - 16:30
eigentlich ne gute frage, aber danke für die dumme antwort von kobold! immer wieder schön,einen weiteren einblick in den beschränkten horizont dieser intelligenzbestie gewährt zu bekommen!!! "atommüll bleibt im akw "... klasse antwort! der typ hat wirklich ahnung. die welt ist doch so schön einfach, wenn der einzige lebensinhalt das abhängen auf demos ist, seitdem man die sonderschule abgebrochen hat.

Denzentral zentral militant gewaltfrei

immer wieder JO 15.11.2001 - 17:38
In Göttingen haben rund 250 Menschen bis 5 Uhr morgens dafür gesorgt, dass die polizei keine chance sah, den transport durch göttingen zu bringen. sowas ist immer möglich und es bedarf keiner massen. der widerstand mag im wendland als geringer erschienen sein, er ist es angesichts von 18000 bullen aber nicht. im gegenteil, ich habe wieder energie um mich den waa transporten in den weg zu stellen. und den näxten wendlandcastor werde ich mit grosser mobilisierung entgegentreten. man weiss nie wie es kommt. die bullen sind diesesmal aeusserst aggressiv aufgetreten doch mit mässigem erfolg. sie denken auch noch sie wären uns überlegen. lachhaft. unsere ideen sind grenzenlos und wir werden weiter dafür sorgen, dass die atomkraftnutzung mit all ihren störfällen und risiken nicht aus der oeffentlichkeit verschwindet. da keiner weiss, wohin mit dem muell ist es fahrlässig in gorleben fakten für ein endlager schaffen zu wollen. auf dieses laufen die transporte hinaus. dort ist aber kein endlager und es wird auch nie ein sicheres dort sein. deswegen ist jeder transport ins wendland ein transort zuviel, welcher einer unaufgeklärten masse suggerieren soll, es gäbe ein gelöstes entsorgungsproblem. immer wieder auf die schienen geht euer JO

la alegre rebeldia 15.11.2001 - 19:12
in pomoissel waren es nicht nur die drei personen die sich festketten wollten. eine minute länger und wir hätten es 150m weiter geschafft. dafür hätten sie hoffentlich etwas länger gebraucht.
nächstes mal x-tausendmal klick



noch mehr zu pomoissel bzw.tangsehl

la alegrissima rebeldia 15.11.2001 - 19:29
zufriedenheit nach unserer aktion, Erfolg usw.
ABER Bilanz der Bullenagression:
Freundin ist gerade nach langer Untersuchung im Krankenhaus gekommen.Folgende Verletzungen:
-Schädel- und Gesichtsprellungen,
-Nackenstauchung,
-Zerrung im rechten Arm,
-Rückenprellung,
-Prellung am rechten Oberschenkel,
- Gehirnerschütterung,
-Zerrung im rechten Knöchel,
Weitere Verletzungen anderer Personen:
- Platzwunde an der Schläfe,
-3x Nasenbluten,
-Asthmaanfall Nach Gasattacke)
-Gestauchter Zeigefinger,
-Blaues Auge,
-Prellung am linken Unterschenkel,
-usw,usw.
Sagt mal Leute was soll man noch dazu sagen?
naja, jedenfalls haben wir mit 3 Leuten den Bullenkessel gesprengt und der hauptakteur konnte fliehen.
wir sind nächstes mal wieder da

,denn Bein , Zahn und Kiefer bricht, aber unser Widerstand niemals!!!

Hab ich doch geschrieben

wh 16.11.2001 - 14:59
Liebe la allegre rebeldia. Ich hab Euch nicht vergessen, es steht doch im Text drin das es noch einen Ankett-Versuch gab. ;-)

sorry an wh

la alegre rebeldia 18.11.2001 - 14:35
tut mir leid wir haben es überlesen. wäre ja nicht schlimm gewesen wir wollten die infos vervollständigen.
nächstes mal lesen wir aufmerksamer
danke für den hinweis.