Anti-Castor-Demo Karlsruhe 10. November

micha 10.11.2001 22:53 Themen: Atom
Zur Castor-Auftaktdemo in Karlsruhe kamen rund 800 Teilnehmer. Zeitgleich demonstrierten tausende Castorgegner in Lüneburg. Nach Karlsruhe hatten die Südwest Initiativen aufgerufen um auch dort Widerstand deutlich zu machen.
Die Demo ging vom Schloßplatz zum EnBW (Energie Baden-Württenberg) Gebäude.Zahlreiche Redner betonten die Gefährlichkeit der Castortransporte.

Eine Rednerin vom Ermittlungsausschuss kritisierte heftig, dass die Sicherheitsbehörden Karteien über AtomkraftgegnerInnen anlegten. Diese würden dann der Diskriminierung der Anti-AKW-Bewegung dienen, so die Sprecherin.

Eine weitere Rednerin lobte die Ankündigung unserer französischen Nachbarn den Castortransport längere Zeit aufhalten zu wollen.

Besondere Kritik zog die AKW Betreiberin EnBW auf sich. Der Betrieb von Atommeilern unter Mißachtung der Sicherheitsvorschriften nannte ein Redner verantwortungslos. Er verglich das Fehlen von genügend geeignetem Notkühlmittel mit einer fehlenden Bremsanlage bei einem Auto, wobei der TÜV bei fehlenden KfZ-Bremsen sehr viel massiver reagieren würde.

Außerdem wies er darauf hin, dass Karlsruhe auf dem sogenannten Ölkreuz liege, aufdem tagtäglich ungeheure Mengen Kerosin und andere hochexplosive Treibstoffe befördert würden. Nicht auszudenken seien die Folgen eines Bahnunfalles mit dem Castortransport.

Applaus erntete auch das Lied "Sonne ist für umme, Atomkraft nur für Dumme" (für nicht-Pfälzer: "Sonne ist umsonst, ...), in dem nicht nur auf die Gefahren der Atomenergie, sondern auch auf die Kriminalisierung der AtomkraftgegnerInnen hingewiesen wurde.

Nach der Beendigung der Abschlusskundgebung wolten zahlreiche Teilnehmer zur Dauermahnwache nach Wörth fahren.

Fotos:





Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Weg mit der unverantwortbaren Atomkraft!

Gina Gillig 11.11.2001 - 12:04
Die allerbesten solidarischen Grüße von den BÜRGER GEGEN ATOMREAKTOR GARCHING e. V.! Wir kämpfen gegen den ersten Neubau eines deutschen Atomreaktors nach der Katastrophe von Tschernobyl, den Atomforschungsreaktor FRM 2 bei München. Vor 3 Wochen hat das SPD-geführte BMBF mit der Bayerischen Staatsregierung vereinbart, dass im Reaktor atombombentaugliches hochangereichtertes Uran (HEU) eingesetzt werden darf! Näheres auf unseren Internetseiten www.frm2.de. Die 3.Teilerrichtungsgenehmigung und damit die Betriebsgenehmigung ist vom BMU noch nicht erteilt. Der Reaktor ist noch nicht in Betrieb. Druck auf die Bundesregierung und Bayersiche Staatsregierung ist nötig.
Wir grüßen euch mit den besten atomfeindlichen Grüßen! Widerstand gegen die menschenverachtende, profitorientierte Atomlobby ist Pflicht, vor allem für die Zukunft unserer Kinder.
Servus
Gina (Vorstand)