Erste Gedanken zum Nazi-Aufmarsch in Leipzig
Erste Gedanken zum 3.11. in Leipzig
Körperlich fertig, die ersten Kaffee seit langem sind vertilgt und irgendwie will dieses Scheißgefühl nicht weichen. Der Tag lässt sich noch nicht richtig beurteilen, viele Erlebnisse möchten erstmal sortiert werden. Obwohl es eigentlich ?normal? ist, dass tausend Faschos ?unbehelligt? offen faschistische Parolen skandieren dürfen, weicht die persönliche Empörung nicht, die Wut auf das Gutmenschengetue und irgendwie auch die Wut auf die eigene Lähmung, die einen Angriff auf die Faschos verhinderte. Seit Tagen baute sich eine eher abstrakte Stimmung in der Stadt auf. Die Mobilisierungsergebnisse schienen eher dürftig, der Zusammenschluss von Bürgern, Friedensbewegungen etc. wollten die Route besetzen, mensch rechnete also nicht so richtig mit Bullenstress. Mensch hoffte etwas auf das Ergebnis vom 1.9., als die Bullen beim ersten Vergehen die Faschodemo auflöste. Relativ relaxt also auch die Stimmung der ersten Blockade am Hauptbahnhof. Aufforderungen zum Routenräumen wurden mit Gelächter und Pfiffen quittiert. Und dann kam alles ganz anders. Sächsische Bullen machten ihrem Ruf alle Ehre, im Laufschritt wurde alles zur Seite geknüppelt, Wasserwerfer, Gas und Pfefferspray in alle Richtungen, viele Verletzte. Irgendwie wünscht mensch sich, der Oberbürgermeister hätte hier vorne seine Publicity-Fresse voll bekommen, als in sicherer Entfernung den anständigen Aufständigen zu spielen. Die Nazis rücken nach, fotografieren wie wild und freuen sich großkotzig über ihren schon sicher gewähnten Erfolg, endlich vorwärts zu kommen. Viele ?Pali-Tücher? zieren ihre Hälse, Schilder und Transparente mit Aufschriften wie ?Die Erde ist eine Scheibe. Hoch lebe die BRD? und ?Wir fordern die Rückgabe der deutschen Ostgebiete? werden mitgeführt. Diesbezügliche Hinweise von GegendemonstrantInnen werden von der Polizei ignoriert oder mit Achselzucken quittiert. Keiner ist zuständig, es gibt keine Kommunikation zur Einsatzzentrale(!) und überhaupt ist das doch alles erlaubt. Der Faschozug kommt zum Stehen und soll sich bis zum Abend auch nicht mehr weiterbewegen. Also hoch zur ?Bürgerblockade?. Ca. 1000 BürgerInnen (von 500.000 Einwohnern) rufen ?Keine Gewalt?. Uns gelingt es mehrmals, den Ruf in ?Keine Polizeigewalt? umschwenken zu lassen. Was das ist, werden sie später am eigenem Leib erfahren? OBM Tiefensee und sein Hofstaat (die ich ehrlich gesagt um die Zeit schon beim Tee im warmen Heim vermutete) schauten betroffen in die Kameras. ?Kehrt um!!! Jesus? verkündet ein Transpi und die BürgerInnen rufen ?Diese Stadt hat Nazis satt!??wie jetzt??satt? im Sinne von ?ausreichend vorhanden????! ?Wolfgang (Tiefensee-d.R.) halt durch? - Parolen veranlassen mich abzuhauen - Tucholsky hat mal wieder recht-fressen-kotzen. Ich seh schon wieder die Headlines der nächsten Tage vor mir: Tapferer, gewaltfreier OBM und seine couragierten Schäfchen wehren sich gegen böse Gerichtsentscheide und noch bösere Nazis. Der ?Geist von `89? wird wieder ausgegraben und die linken Chaoten haben die Commerzbank zerschmissen und überhaupt, was sollen die Investoren denken und Olympia und und und? Und parallel dazu läuft diese ganze rassistische Kommunalpolitik unbemerkt weiter. Also wieder runter zu den Antifa´s. Verbale Gefechte über eine Bullenkette hinweg, auffallend viele sexistische Sprüche Richtung Faschos - total Scheiße. Genauso wie unsere lieben Theoretiker, die sich mal aufgerafft haben und ihre Israel-Fahnen mit ?Viva la USA? - Rufen untermauerten. Hierzu wird es sicherlich noch einige Diskussionen geben. Eine Faschoband beginnt vom LKW runter zu spielen, die Bullen fangen sehr rüde an, die Antifas abzudrängen. Irgendwie kommt mensch später wieder ran, die Band spielt was mit ?Friedensmärtyrer Rudolf Hess?, die Faschos haben endlich wieder was zum mitbrüllen. Auch hier bleiben Hinweise an die Bullen ergebnislos. Wie immer ist keiner zuständig und natürlich der Einsatzleiter nicht zu erreichen. Redebeiträge folgen. Relativ dumpf, ein 72jähriger erzählt von seiner glorreichen Zeit bei der Waffen-SS. Immer noch kein Handlungsbedarf bei den Bullen. Die restlichen Beiträge nehmen die ?Kameraden? gar nicht wahr, auf der Straße gegenüber gibt es verbalen ?Austausch? mit Antifas. Die Faschos sind müde, es ist kalt und irgendwie ningeln sie alle rum, obwohl irgendein NPD-Dorfsverbandvorsitzender vom tollen Erfolg des Tages schwafelt. Gegen 19 Uhr Rückmarsch der Nazis, wie immer ?kriegen sie uns alle?, ?kommen wieder? und bringen uns lecker ?Hass? mit. Sollnse mal!! Ihre angeblichen erkämpften 2 km werden in 5 Minuten zurückgelegt und die ?national befreite Zone? beschworen, die in Leipzig bald wieder herrschen wird. Persönliches Fazit: Nazis sind weitergekommen als erwartet, aber sie haben ihr Ziel nicht erreicht; Starke Konzentration auf einen Fleck ließ Aktionen kaum zu; die Bürgers haben mal gemerkt, dass prügelnde Bullen weh tun - und: NÄCHSTES MAL SIND SIE FÄLLIG !!! gute nacht.
Körperlich fertig, die ersten Kaffee seit langem sind vertilgt und irgendwie will dieses Scheißgefühl nicht weichen. Der Tag lässt sich noch nicht richtig beurteilen, viele Erlebnisse möchten erstmal sortiert werden. Obwohl es eigentlich ?normal? ist, dass tausend Faschos ?unbehelligt? offen faschistische Parolen skandieren dürfen, weicht die persönliche Empörung nicht, die Wut auf das Gutmenschengetue und irgendwie auch die Wut auf die eigene Lähmung, die einen Angriff auf die Faschos verhinderte. Seit Tagen baute sich eine eher abstrakte Stimmung in der Stadt auf. Die Mobilisierungsergebnisse schienen eher dürftig, der Zusammenschluss von Bürgern, Friedensbewegungen etc. wollten die Route besetzen, mensch rechnete also nicht so richtig mit Bullenstress. Mensch hoffte etwas auf das Ergebnis vom 1.9., als die Bullen beim ersten Vergehen die Faschodemo auflöste. Relativ relaxt also auch die Stimmung der ersten Blockade am Hauptbahnhof. Aufforderungen zum Routenräumen wurden mit Gelächter und Pfiffen quittiert. Und dann kam alles ganz anders. Sächsische Bullen machten ihrem Ruf alle Ehre, im Laufschritt wurde alles zur Seite geknüppelt, Wasserwerfer, Gas und Pfefferspray in alle Richtungen, viele Verletzte. Irgendwie wünscht mensch sich, der Oberbürgermeister hätte hier vorne seine Publicity-Fresse voll bekommen, als in sicherer Entfernung den anständigen Aufständigen zu spielen. Die Nazis rücken nach, fotografieren wie wild und freuen sich großkotzig über ihren schon sicher gewähnten Erfolg, endlich vorwärts zu kommen. Viele ?Pali-Tücher? zieren ihre Hälse, Schilder und Transparente mit Aufschriften wie ?Die Erde ist eine Scheibe. Hoch lebe die BRD? und ?Wir fordern die Rückgabe der deutschen Ostgebiete? werden mitgeführt. Diesbezügliche Hinweise von GegendemonstrantInnen werden von der Polizei ignoriert oder mit Achselzucken quittiert. Keiner ist zuständig, es gibt keine Kommunikation zur Einsatzzentrale(!) und überhaupt ist das doch alles erlaubt. Der Faschozug kommt zum Stehen und soll sich bis zum Abend auch nicht mehr weiterbewegen. Also hoch zur ?Bürgerblockade?. Ca. 1000 BürgerInnen (von 500.000 Einwohnern) rufen ?Keine Gewalt?. Uns gelingt es mehrmals, den Ruf in ?Keine Polizeigewalt? umschwenken zu lassen. Was das ist, werden sie später am eigenem Leib erfahren? OBM Tiefensee und sein Hofstaat (die ich ehrlich gesagt um die Zeit schon beim Tee im warmen Heim vermutete) schauten betroffen in die Kameras. ?Kehrt um!!! Jesus? verkündet ein Transpi und die BürgerInnen rufen ?Diese Stadt hat Nazis satt!??wie jetzt??satt? im Sinne von ?ausreichend vorhanden????! ?Wolfgang (Tiefensee-d.R.) halt durch? - Parolen veranlassen mich abzuhauen - Tucholsky hat mal wieder recht-fressen-kotzen. Ich seh schon wieder die Headlines der nächsten Tage vor mir: Tapferer, gewaltfreier OBM und seine couragierten Schäfchen wehren sich gegen böse Gerichtsentscheide und noch bösere Nazis. Der ?Geist von `89? wird wieder ausgegraben und die linken Chaoten haben die Commerzbank zerschmissen und überhaupt, was sollen die Investoren denken und Olympia und und und? Und parallel dazu läuft diese ganze rassistische Kommunalpolitik unbemerkt weiter. Also wieder runter zu den Antifa´s. Verbale Gefechte über eine Bullenkette hinweg, auffallend viele sexistische Sprüche Richtung Faschos - total Scheiße. Genauso wie unsere lieben Theoretiker, die sich mal aufgerafft haben und ihre Israel-Fahnen mit ?Viva la USA? - Rufen untermauerten. Hierzu wird es sicherlich noch einige Diskussionen geben. Eine Faschoband beginnt vom LKW runter zu spielen, die Bullen fangen sehr rüde an, die Antifas abzudrängen. Irgendwie kommt mensch später wieder ran, die Band spielt was mit ?Friedensmärtyrer Rudolf Hess?, die Faschos haben endlich wieder was zum mitbrüllen. Auch hier bleiben Hinweise an die Bullen ergebnislos. Wie immer ist keiner zuständig und natürlich der Einsatzleiter nicht zu erreichen. Redebeiträge folgen. Relativ dumpf, ein 72jähriger erzählt von seiner glorreichen Zeit bei der Waffen-SS. Immer noch kein Handlungsbedarf bei den Bullen. Die restlichen Beiträge nehmen die ?Kameraden? gar nicht wahr, auf der Straße gegenüber gibt es verbalen ?Austausch? mit Antifas. Die Faschos sind müde, es ist kalt und irgendwie ningeln sie alle rum, obwohl irgendein NPD-Dorfsverbandvorsitzender vom tollen Erfolg des Tages schwafelt. Gegen 19 Uhr Rückmarsch der Nazis, wie immer ?kriegen sie uns alle?, ?kommen wieder? und bringen uns lecker ?Hass? mit. Sollnse mal!! Ihre angeblichen erkämpften 2 km werden in 5 Minuten zurückgelegt und die ?national befreite Zone? beschworen, die in Leipzig bald wieder herrschen wird. Persönliches Fazit: Nazis sind weitergekommen als erwartet, aber sie haben ihr Ziel nicht erreicht; Starke Konzentration auf einen Fleck ließ Aktionen kaum zu; die Bürgers haben mal gemerkt, dass prügelnde Bullen weh tun - und: NÄCHSTES MAL SIND SIE FÄLLIG !!! gute nacht.
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Ergänzungen
Isolation als Ziel
wie bitte?
siehe auch
menschen die "viva usa", "lang lebe israel"..
"Viva la USA" -Rufe
Die hier vor einiger Zeit geposteten Beiträge der ANTIFA Aachen (als auseinandersetzung mit diesen Theorien) oder auch der "Antideutschen"-Gruppen bieten da einen grausigen einblick in das aufgebaute theoretische Konstrukt mit dem versucht wird dieses Verhalten zu untermauern. Ausserdem ist in diesem Zusammenhang auch die Auseinandersetzung zwischen "Antideutschen"-Gruppen und der RED COMUNITY NRW im Zusammenhang mit der letzten Kölner Demo interessant.
Leipzig kommt!
Israel-Fahnen... naja, naja, "Viva la USA" - das ist ja wohl gnadenlos peinlich. Also: Noch etwas Bildungsoffensive leisten! Viel Erfolg!
meckerkopp
..ausserdem treten sie offen für rassismus ei
ob ost ob west, nieder mit antisemitenpest
die scheinen das anliegen ihrer großeltern, die welt judenfrei zu machen, doch etwas ehrlicher zu vertreten als ihr antizionistischen judenhasser.
ich habe den feind zumindest nicht gerne in den eigenen reihen stehen.
um das einzusehen, muß man sich auch nicht in das schema "antideutscher" pressen lassen.
was mich eher stört
zu köln es ist schon eher peinlich für die antideutschen informationen über eine Antikriegsdemo vorzuenthalten. so das nicht ein einziger kölner auf der demo war, und dann noch nicht mal öffentlich dazu zu stehen...
Zuspruch
Aufklärung zu den "Viva la USA" - Rufen
Jajaaaa, die Faschos...
@Jan
Die sächsische Polizei
Schon mal an Ironie gedacht???
Am Anfang kam ich mir auch ziemlich angepisst vor, aber als die Faschos dann mit lauten Anti-USA Sprechchören antworten, haben sich die Flaggenhalter fast am Boden gekringelt und ich hab was mit "Ironie" gehört.
Allerdings war sowas fehl am Platz, da Faschos und andere diese Ironie nich checken...
Trotzdem - wenn man ne Israel Flagge hält, is man ja eigentlich auch für die USA...
Grenzfälle
immer diese Radikalen...
Ansonsten die Kritik, an dem Artikel insgesamt kann ich nicht teilen. Der Verfasser(in) hat den Artikel wohl so ziemlich danach geschrieben, stand also emotional noch ziemlich in dem Bann der Ereignisse, und mir wärn wahrscheinlich ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen. Rational kann mensch wahrscheinlich erst mit einem gewissen Abstand darüber urteilen, was natürlich auch eine geistige Verarbeitung vorraussetzt.
Fakt ist erstmal jedenfalls, daß die Demo ohne den bürgerlichen Friedenswiderstand wesentlich weiter gekommen wäre. Die Idee eines Betroffenentreffens finde ich ziemlich gut.
Vielleicht läßt sich auch in Berlin konkreter bürgerlicher Widerstand mitorganisiern (das hat auch in München schon geholfen). An solchen stark frequentierten Plätzen, wei dem Alexanderplatz sollte das eigentlich möglich sein.
Nur Antideutsche sind echt gegen Nazis.
nicht hin zu nehmen,wer so Juden feindlich ist, ist kein
Linker sondern auch ein Nazi.Die Deutschen und die NSDAP
haben von 1933 bis 1945 die Juden ermordet,das schlimmste
überhaut.Und Nazis waren es die den Anschlag auf die
Hochhäuser in New York gemacht haben,alles andere ist
gelogen.Auch wenn die USA auch mal schlechte Politik macht,
sollte man aber nicht ganz gegen die USA sein.Auch Horst
Mahler ist gegen Israel und der USA,deshalb haben nur
die klugen Antideutschen Gruppen auch auf der Antinazi
Demo in Leipzig recht.Wir brauchen nur kluge Linke und
auch Jutta Ditfurth von der auch der gute Satz kommt,
Nie wieder Deutschland.In Göttingen bei Antifa Demos
höre ich den guten Satz Nie wieder Deutschland oft,so
sollte es sein.Die Polizei- einsätze waren schlimm, aber
die sind ja auch gegen Antideutsche Gruppen.
Ergänzung
Antideutsche
Jan K., sei froh,
Hups, Schreibfehler
Ansonsten hört auf hier so rumzuspinnen, wie wärs mal mit ner konstruktiven Diskussion?