Globaler Aufstand gegen Kapitalismus am 10.November

worldwide 24.10.2001 01:14 Themen: Globalisierung
1994 begann der Aufstand der Zapatistas, dessen Geist bald in die ganze Welt getragen wurde...
1998 wurde der erste Global Action Day veranstaltet. 2 Jahre später kann bereits von einer globalen Bewegung gesprochen werden.2001 kommt sie sogar in Deutschland an. Viele Netzwerke wurden gegründet, die die Proteste koordinieren und tragen. Angestoßenwurde die Entwicklung unter anderen von Peoples´ Global Action (PGA). Lokale, aber international vernetzte DirectAction-Netzwerke entstanden. (In Deutschland scheiterte 2001 die Gründung).
Lokale Netzwerke, die anlässlich von Aktionstagen geründet wurden -wie etwa das GSF in Genua- umfassen mehrere hundert Gruppen und Organisationen. In Deutschland undFrankreich boomt Attac - ein Netzwerk, dem verschiedenste Gruppen -bis hin zu Gewerkschaften und NGOs- angehören.
Die Machthaber weltweit reagierten mit einer Militarisierung der politischen Auseinandersetzung. Rote Zonen, Meterhohe Zäune, Stacheldraht, Robocops und Militär, die scharf schiessen und Aktivisten/Journalisten/Unbeteiligte Misshandeln, eine gleichgeschaltete, hysterischeBerichterstattung der konservativen Presse, Bürgerkriegsatmosphäre ist das, was die Regierenden nicht erst seit den Protesten in Pragund Quebec eingeführt haben. Sie fühlen sich so sicherer, da sie auf dem Gebiet der direkten Konfrontation die besseren Waffenhaben.
Und Organisationen wie die WTO? Die verziehen sich in die Wüste von Diktaturen - nicht einmal mehr versuchend,Legitimation vorzuspielen. Dialog und Mitbestimmung werden maximal als PR für die Presse inszeniert. Die Entscheidungen über dasSchicksal der Menschen sollen hinter verschlossenen Türen stattfinden.
Vom 9.11. bis 13.11. findet das nächste Treffen der WTO statt. In Quatar, einem Staat ohne Demonstrationsrecht undMeinungsfreiheit. Die Mobilisierung zu Protesten laufen daher dezentraler als sonst. Bisher war es üblich am Ort des Treffens, gegendas - symbolisch/stellvertretend für Kapitalismus - protestiert wurde, den Hauptteil der Aktionen stattfinden zu lassen und dieseweltweit mit lokalen Aktionen zu unterstützen. An Global Action Days wird also weltweit an einem Tag für dieselbe Sacheprotestiert. Am 10. November (und die Tage drum herum) werden nun also in Ländern auf der ganzen Welt hunderttausende odervielleicht Millionen Menschen ihren Protest gegen die kapitalistische Weltordnung auf die Straße tragen. Dieser Tag könnte größereBedeutung als Genua haben. Weltweit laufen die Vorbereitungen - sogar in Deutschland!
Ein paar Tage später trifft sich dann IWF und Weltbank in Ottawa.


Hier jetzt der Internationale Mobilisierungsaufuf:

PEOPLES' GLOBAL ACTION (PGA)

Aufruf zu Aktionen gegen den WTO-Gipfel in Katar vom 9. bis 13.11.

Peoples' Global Action ruft weltweit alle sozialen Basisbewegungen, lokalen Organisationen, Frauengruppen, Flüchtlingsinitiativen, Gewerkschaften, Studierendenorganisationen, indianische Gesellschaften, BäuerInnenvereinigungen, autonome Kollektive und überhaupt alle Menschen die am Protest teilnehmen wollen, auf, vielfältige kreative Aktionen im Protest gegen die Welthandelorganisation (WTO) während der kommenden Ministerkonferenz vom 9.-13. November 2001 in Doha, Katar durchzuführen.
Das Ziel der WTO ist einfach: alles loszuwerden, das dem Profit und dem Freihandel im Wege steht, verbunden mit der uneingeschränkten Freiheit von multinationalen Konzernen, so zu handeln wie sie wollen. Die WTO, gebildet von 142 Mitgliedsländern, erstellt und überwacht die Handelsrichtlinien und fährt darin fort, eine Agenda aufzustellen, in der Profit mehr zählt als Mensch und Natur.
Konfrontiert mit einem rapide wachsenden Widerstand der Menschen gegen die kapitalistische Globalisierung, flüchtet sich die WTO für ihre kommende Sitzung in ein isoliertes diktatorisches Wüstenland. Bereits jetzt enthält die Agenda der WTO drei besonders destruktive Handelsabkommen: die Vereinbarung über Landwirtschaft (AOA - Agreement on agriculture), die allgemeine Vereinbarung über Handel und Dienstleistungen (GATS - General Agreement on Trade and Services) und die handelsbezogenen Rechte an geistigen Eigentum (TRIPS - Trade Related Intellectual Property Rights). Ihre Themen umfassen: Privatisierung von Gesundheit, Ausbildung und Wasser, Patentrechte auf DNA und Entwicklung von Gen-manipulierten Samen und Nahrungsmitteln (GMO) in Mitgliedsländern.

SIE KÖNNEN WEGLAUFEN ABER SIE KÖNNEN SICH NICHT VERSTECKEN: WIR SIND ÜBERALL - WE ARE EVERYWHERE!

BILDET WELTWEIT WIDERSTAND GEGEN DIE WTO DURCH DIREKTE AKTIONEN UND ZIVILEN UNGEHORSAM, WOIMMER FÜR FREIHANDEL GEMEINSCHAFTEN ZERSTÖRT UND ÖKOSYSTEME GEOPFERT WERDEN!

Unabhängig davon, ob die WTO-Sitzung stattfinden wird oder nicht, sind wir in den Straßen, weil die Straßen unsere sind. Basisorganisationen auf der ganzen Erde organisieren die folgenden Aktionen und rufen andere auf, dasselbe zu tun:

1) Bewußtseinerzeugende Kampagnen gegen die WTO und die Auswirkungen ihrer Politik auf globaler und lokaler Ebene: regionale Konsultationen, Gegen-Veranstaltungen, öffentliche Debatten, Veröffentlichungen.
2) Maximale Unterbrechung der Arbeit der Handelsminister, die an der Konferenz teilnehmen: Forderung nach Veröffentlichung der auf der Konferenz vertretenen Standpunkte der Regierung, das Behindern von Kommunikation zwischen Delegierten und das Blockieren der Abreise von Delegationen, etc.
3) Koordinierte Massenaktionen auf regionaler und internationaler Ebene: Arbeitsniederlegungen, Straßenblockaden, Besetzen der Börsen und anderer Geldinstitute (New York, San Francisco, Sao Paolo ...), Befreiung der Kornvorräte (Indien) am 9. und 10. November.
4) Dezentralisierte lokale Aktionen: Landbesetzungen, kreatives Demonstrieren von Alternativen auf Basisebene, etc. vom 9. bis zum 13. November.

(leicht überarbeitete Fassung gegenüber der bereits eingesandten die bei der Erklärung von Cochabamba angehängt war).

Siehe auch: http://de.indymedia.org/2001/09/7720.html und http://www.nowto.org/summit/index.html (US-Strategie für denTag)

Eine größe Aktion läuft in Frankfurt/M. Text dazu: Wir haben dieWTO in die Wüste geschickt



Links:

- Die ersten Termine und Aufrufe
- Peoples' Global Action
- Direct Action Netzwerk - ähnlich Global wie Indymedia und all die anderen
- attac
- NoWto.org
- Protest.net Der internationale Kalender
- Infoshop.org


danach:

Kurz darauf finden 2 weitere wichtige Ereignisse statt:
- Am 16.November treffen ich IWF und Weltbank in Ottawa. Proteste werden in Kanada, USA, Mexiko und Europa erwartet. Link: flora.org/gdo/

- Der EU-Gipfel in Brüssel. Dort und in mehreren europäischen Städten wird zur Zeit so einiges vorbereitet. Siehe dazuIndymedia-Belgien und die Berichte hier.

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Ergänzungen

Wenn irgendwelche Aktionen laufen...

Aufgeregter 24.10.2001 - 01:55
...bitte heir als Kommentar posten. Ich hoffe nicht, daß Frankfurt das einzige ist. Wie dem auch sei. kleineres passiert in Berlin auf jeden Fall. Aber das bleibt erst mal mein Geheimnis.

PGA: Übersichtseite zu WTO-Aktionen

agp 24.10.2001 - 02:10

Berlin wird schon was los sein

wo kämen wir denn hin? 24.10.2001 - 02:14

Leute vollquatschen!

Optimist 24.10.2001 - 19:55
Meiner Erfahrung nach lohnt es sich sehr, Infostände
- gerade zu diesem Thema - bei Konzerten, in Jugendhäusern oder sonstwo zu organisieren. Das Interesse, vor allem bei alternativen Jugendlichen oder so Skater - Punkrockkids war erstaunlich hoch, gerade deshalb weil viele was von Genua im Fernsehen gesehen hatten, sonst aber nicht viel damit anzufangen wußten. Ich finde, mensch sollte sich mehr darauf konzentrieren Leute zu überzeugen, sie sozusagen "aufwecken". Auch sehr empfehlenswert dazu: der Kanal B - Film zu Genua. Nur so als Tip. Es lohnt sich!

Aktionen wo sonst noch

Herbert 06.11.2001 - 19:11
Ich hab erst heute von dem kurz bevorstehenden Termin der WTO-konferenz mitbekommen. Werde aber am Wochenende nicht genügend Zeit haben nach Frankfurt oder Berlin zu fahren. Wollte daher mal fragen, ob jemand was von sonstigen Aktionen, Demos, Kundgebungen o.ä. speziell in Nordbayern weiß, da ich schon gerne auf die Strasse gehen würde. Falls da irgendwo noch was läuft, macht das doch denn auch publik, da ja sonst niemand kommt.