Zensur von freien Medien

indyfan 09.10.2001 14:49 Themen: Medien
Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (  http://www.lpr-hessen.de/ ) hat den offenen Kanal Frankfurt (  http://www.lpr-hessen.de/ok/off-ffm/ ) anlässlich des Afghanistankrieges zensiert.

Dazu die Agenturmeldung:

"Sendung im Offenen Kanal von Medienaufsicht gestrichen

Frankfurt/Main (AP) Im Offenen Kanal Offenbach-Frankfurt ist am Montagabend eine Sendung von der Medienaufsicht gestrichen worden. Der Call-in-Sendung «Saeed direkt kleine Kriege - große Kriege» wurde vom Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) in Kassel, Wolfgang Thaenert, die Sendeberechtigung entzogen, was mit einer Einblendung auf dem Bildschirm mitgeteilt wurde.

Wie die LPR-Sprecherin Annette Schriefers am Dienstag erklärte, begründete Thaenert dies mit der «akuten Gefährdungslage». Da es sich um eine Sendung handele, in der jeder live anrufen könne, wäre es auch vom Moderator Saheed Habib Zadeh «nicht steuerbar» gewesen, rundfunkrechtlich problematische Äußerungen auszuschließen.

In Hessen gibt es vier Offene Kanäle: in Kassel, Gießen, Offenbach-Frankfurt und Fulda. Die Verantwortlichen für die Sendungen müssen die Inhalte zuvor bei der LPR anmelden und im Fall einer Aufzeichnung eine Kassette vorlegen."
(Quelle:  http://de.news.yahoo.com/011009/12/23cnd.html )

Im folgenden ein Auszug aus dem Selbstverständnis des OK-FFM:

"Der Offene Kanal Offenbach / Frankfurt ist
ein Fernsehsender, in dem jeder, der im
Sendegebiet oder im Kreis Offenbach wohnt,
Fernsehbeiträge produzieren und senden
kann. (..) Er ist ein frei zugängliches
Medium für alle Bürgerinnen und Bürger, die
sich an der Meinungsbildung im lokalen
Raum beteiligen wollen. Einzelne Personen,
Vereine, Gruppen, Verbände und
Institutionen können sich in eigenen Beiträgen
darstellen oder ihre Interessen und Meinungen
artikulieren. Dabei versteht sich der Offene
Kanal auch als besondere Begegnungstätte. (..) Der Offene Kanal leistet keine redaktionelle Arbeit, er trifft keine Auswahl der eingegangenen Sendebeiträge. Das
Programm des Offenen Kanals ist so vielfältig, wie die Menschen, die es gestalten.
Es findet keine Zensur statt. (..)"
 http://www.lpr-hessen.de/ok/off-ffm/
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Ergänzungen

Neuer Innenminister

www 09.10.2001 - 16:30
Laut Spiegel - dem Zentralorgan der Sozialdemokratischen Arschpartei der Bundesrepublik Deutschland - ist absofort Genosse Erich Mielke der Neue Innemninster der Bundesrepublik Deutschland, während Otto Schily das neugegründete Bundesamt für Gedankenhygiene übernimmt.....

übrigens

sandi 09.10.2001 - 18:49
mielke verstarb bereits vor einer geraumen zeit

Spiegel - Zentralorgan der Sozialdemokr. ...

max 09.10.2001 - 19:23
... erklär das doch bitte mal, interessiert mich!

Zweite Agenturmeldung

irgendwer 09.10.2001 - 20:22
Wegen «akuter Gefährdungslage» -
Moderator kritisierte zuvor nach eigenen
Angaben Militärschlag der USA

Frankfurt/Main (AP) Im Zusammenhang mit der Militäraktion
gegen den Terrorismus ist im Offenen Kanal
Frankfurt-Offenbach eine Sendung abgesetzt worden. Die
Hessische Landesanstalt für private Rundfunkanbieter (LPR)
entzog
am
Montagabend
der
Call-in-Sendung
«Saeed
direkt:
kleine
Kriege - große Kriege» wegen einer
«akuten Gefährdungslage» die
Sendeberechtigung. Der Moderator
der Sendung, Saeed Habib Zadeh,
erklärte, wegen seines Aufrufs zum
Gewaltverzicht werde ihm
Anti-Amerikanismus unterstellt.

In der Sendung «Saeed direkt»
kommen Anrufer zu Wort, außerdem
liest der Moderator Short-Messages
vor, die ihm während der Sendung
auf sein Handy geschickt werden.
LPR-Sprecherin Annette Schriefers
erklärte am Dienstag, da es sich um
eine Sendung handele, in der jeder live anrufen könne, wäre es auch vom Moderator «nicht steuerbar»
gewesen, rundfunkrechtlich problematische Äußerungen auszuschließen. Die LPR-Beauftragte für
Offene Kanäle, Angelika Jänicke, sagte dem HR, die Sendung sei zum Schutz des Moderators abgesetzt
worden. Man habe ihn vor Anrufern schützen wollen, «die irgendeinen Blödsinn ablassen».

Habib Zadeh sagte, ihm sei drei Stunden vor der geplanten Ausstrahlung mitgeteilt worden, dass seine
Sendung, deren Thema seit vergangenem Mittwoch bekannt gewesen sei, abgesetzt werde. Zur
Begründung habe es lediglich geheißen, man nehme an, dass das Thema zu brisant sei.

LPR-Mitglied Hermann Schoppe, Vorsitzender des medienpolitischen Arbeitskreises der CDU, erklärte
im Hessischen Rundfunk (HR), in einer Ausgabe der Sendung vom 17. September habe Habib Zadeh
den amerikanischen Präsidenten George W. Bush mit Hitler und Stalin verglichen. Zudem habe er «den
Eindruck erweckt, als habe Präsident Bush geradezu auf den Anschlag gewartet, beziehungsweise sich
über den Anschlag gefreut, um darauf reagieren zu können, um eigene Schläge vorbereiten zu können».
Schoppe räumte allerdings ein, dass die Äußerungen rechtlich nicht zu beanstanden gewesen seien.

Moderator spricht von massiven Bedrohungen

Habib Zadeh betonte dagegen, dass er gegen jede Art von Gewalt sei und über die Terroranschläge
«genauso entsetzt wie jeder andere» sei. Seine Äußerungen würden vollkommen aus dem
Zusammenhang gerissen und falsch wiedergegeben. Er habe lediglich gesagt, dass die amerikanische
Regierung einen fatalen Fehler begehe, wenn sie die gesamte militärische Einrichtung der USA einem
einzigen Mann zur Verfügung stelle. Gewalt rufe nur weitere Gewalt hervor, und als Mensch, der
gegen Krieg sei, müsse man das Recht haben, dies auch sagen zu dürfen, erklärte Habib Zadeh. In
diesem Zusammenhang habe er auf Hitler verwiesen, der möglicherweise keinen Krieg hätte führen
können, wenn mehr Menschen früher dagegen protestiert hätten.

Habib Zadeh, ein in Iran geborener Deutscher, erklärte, er mache seine Sendung seit vier Jahren. Er sei
kein Moslem und stehe noch nicht einmal mit Iranern in Kontakt. Seine Sendungen hätten schon öfter
Proteste hervorgerufen. Vor drei Wochen habe er eine Sendung produziert, in der er auf Grund eigener
Recherchen das Handeln von Banken und Politikern kritisiert habe. Seither erhalte er massive
Drohungen. «Ich habe das Gefühl, dass man mich loswerden will und jetzt diese Gelegenheit nutzt»,
erklärte Habib Zadeh. Allerdings habe ihm die LPR die nächste Sendung unter Auflagen genehmigt.

an den Moderator der Sendung

R 10.10.2001 - 16:31
Ich hätte gern ein präzises Protokoll der Sendung, wenn möglich mit den originalen Dialogen. Nur so kann man wirklich über die Sendung urteileilen.

Telepolis-Text zum Thema

X 11.10.2001 - 03:46

Wortprotokoll Saeed direkt v. 17.9.2001

Jochen 19.10.2001 - 16:49
Den genauen Wortlaut der Sendung kann man unter www.sue4u.de unter news abrufen

die sendung

hiuo 06.12.2001 - 13:50
"Saeed direkt – Thema: Terrorismus und Weltfrieden"

Live-Sendung im Offenen Kanal Offenbach/Frankfurt

am 17. September 2oo1 (2o.33 bis 21.33 Uhr)


...

So, dann nehme ich den nächsten Anrufer, wen darf ich begrüßen?

A: Hallo?

S.H.: Ja, ich kann dich hören.

A: Hallo, hier ist der Jochen aus Offenbach.

S.H.: Hallo, Jochen, wie geht es dir?

A: Äh, ich habe heute einen Langstreckenflug hinter mir, ich bin heute aus Mittelamerika nach Offenbach wieder zurückgekommen nach einem Zweiwochenurlaub, und ich habe ganz viele gemischte Gefühle im Moment. Ich habe dich gerade gesehen und fand das eine sehr schöne Idee von dir, weil, etwas zu machen einfach, und habe hier jetzt so gespürt, die Betroffenheit halt heute beim Ankommen, beim durch die Straßen Laufen, und ich habe viel Angst vor dem, was passieren wird, und habe in Mittelamerika die Situation, um das mal kurz zu sagen, gesehen, wo diese Explosionen waren, war ich auf einer kleinen Insel, es waren sehr viele Amerikaner da, es waren 1.500 New Yorker von einem Kreuzfahrtschiff da, die natürlich alle sehr betroffen waren, Angst hatten, geschrieen haben, aber ich habe am gleichen Abend auch noch die Amerikaner gesehen mit den amerikanischen Fahnen durch die Stadt laufen mit dem, wie will man das sagen, mit dem Patriotismus, diesem wahnsinnigen God bless America überall. Also, ich war geschockt, was für ein Fanatismus hier aufgekommen ist.

S.H.: Bei so einer Szene frage ich mich, wer ist fanatischer? Die Terroristen, wenn es sie überhaupt gab, oder die Amerikaner, die so darauf reagieren und daraus eine internationale Konfliktsituation machen.

A: Das will ich auch nicht beurteilen oder so. Ich weiß nur, daß ich für mich persönlich so auch mir tatsächlich heute überlegen muß und heute überlegt habe mit meiner Freundin zusammen, mit unseren Freunden zusammen, wollen, will ich weiter, kann ich in dieser Angst leben? Und wie gehe ich mit der Angst um, was kann ich tun, um von der Angst auch wegzukommen? Also, wir haben das auch sehr konkretisiert, wir überlegen uns wegzugehen von hier, auch woanders hinzugehen, vielleicht auf einen Kontinent, den ich für weniger gefährdet halte. Es kommt noch dazu, meine Freundin ist Flugbegleiterin, die muß fliegen, in einer Woche geht es wieder los, und ganz klar, wir sind betroffen, wir haben sehr viel Angst. Ich meine, ich bin jetzt vor sechs Stunden hier gelandet, ich sehe auch an den ganzen Sicherheitsmaßnahmen, dem ganzen blabla, was hier überall in den Zeitungen steht, ist überhaupt nichts dran. Also, ich habe erlebt in Mexiko, man konnte im Duty-Free-Shop so Messer kaufen, Schlagwaffen jeglicher Art, also, das wäre überhaupt kein Problem gewesen, so eine gleiche Aktion noch mal durchzuführen. Und ich sehe auch nicht, wie sich das irgendwie ändern kann.

S.H.: Die Republikaner müssen ja auch davon leben, wenn keine Waffen gekauft und verkauft würden, dann werden die Republikaner sehr viele Verluste haben. Und damit meine ich auch den Bush.

A: Sicher, klar, natürlich.

S.H.: Er lebt ja davon.

A: Wir haben natürlich auch diese Situation hier gesehen, also wir haben hier nicht in irgendeinem großen Hotel gelebt, ich war bei den einheimischen Leuten, ich sehe die große Armut, und ich kann auch irgendwo verstehen, daß die Menschen dort durchaus auch gegrinst haben, als sie erfahren haben von diesem Anschlag. Also, die Gringos sind da ja auch in Mittelamerika nicht so irgendwie gut angesehen.

S.H.: Es gibt vielleicht, Entschuldigung, fünf, sechs Länder, in denen man das vermeidet, aber weltweit ist es so, daß die Amerikaner sehr verhaßt sind. In Südamerika, Mittelamerika, in Asien und was weiß ich wo. Eigentlich fast überall, und das hat damit zu tun, daß sie wirklich sehr viel Mist gebaut haben. Es wird zwar davon nicht gesprochen, man kennt nur Korea und Vietnam, und das war es auch, aber es ist leider Gottes sehr viel mehr da. Alles hat eine Vorgeschichte, aber es scheint niemanden mehr zu interessieren.

A: Ja, und es ist auch anscheinend, ist uns die Fähigkeit z.B. miteinander zu reden und Kompromisse zu suchen, die schwer sind, Konsensentscheidungen herzustellen, ist uns irgendwie abhanden gekommen. Wir brauchen anscheinend immer irgendeinen, der vorne steht, so, wie du auch vorhin gesagt hast, so einen, jetzt soll die ganze militärische Macht an einen Herrscher abgegeben werden, die ganze Weltmacht, das ist doch erschreckend. Warum sprechen wir nicht miteinander? Das ist doch das große Problem, und ich sehe natürlich schon auch die Amerikaner, man hat nicht miteinander gesprochen. Wir haben dann auch sehr reiche Amerikaner im Gegensatz dazu dort kennengelernt, die dann zu uns gesagt haben, sie können ja gar nicht verstehen, woher dieser große Haß kommt gegen uns liebe Amerikaner, wir haben doch, wo Somalia gehungert hat, so tolle Nahrungsmittel hingeschickt. Erschreckend auch, es ist wirklich erschreckend, was da ist. Aber ich möchte noch auch mal was hier sagen zu Offenbach, das ist mir auch sehr wichtig. Ich habe heute gesehen, daß auch meine arabischen Freunde, die es hier gibt, im Moment auf den Straßen stehen, und zwar nicht so, daß Deutsche und Araber im Moment hier zusammen stehen, sondern ich sehe Grüppchen hier auf den Straßen, die einen, die lachen, die anderen, die sehr betroffene Gesichter haben. Und ich kriege Angst hier, wenn ich durch Offenbach durch die Straßen laufe. Also wirklich ganz konkret, also dieser Stimmungswandel, es war jetzt natürlich auch für mich sehr extrem dieser Wechsel von einer Welt jetzt in die andere Welt. Es ist hier natürlich eine ganz andere Stimmungslage, aber ich war heute im HL einkaufen, so etwas ganz Einfaches, und ich habe echt Angst gehabt, muß ich sagen, auch auf der Straße. Ich frage mich, wann fangen wir an hier, Mann, wir leben miteinander, wir leben in einer liberalen Welt, hier zumindest, und ich versuche auch möglichst liberal mit meinen Nachbarn und so umzugehen, ich wohne in einer Straße, also, wir sind, alle Nationen leben hier zusammen. Wann gehen wir zusammen mal auf die Straße, wann verbrüdern wir uns und wann lassen wir endlich mal die Religion in den persönlichen Bereichen und versuchen es nicht in die Gesellschaft zu übertragen und immer gleich dann hier diese Argumentation, da hat man ja auch keine Argumente mehr, irgendwann kann man sich nur noch gegenseitig die Köpfe einschlagen, und das ist doch schlimm.

S.H.: Es sieht jetzt mittlerweile so aus, daß diejenigen, die schwarzhaarig sind und arabische Namen haben, so wie ich, werden irgendwie insgeheim als Terroristen bezeichnet, und ich habe ein komisches Gefühl manchmal. Es ist so, ich habe eine, ich hatte eine Dokumentation gelesen, die würde ich auch jedem wirklich empfehlen, ans Herz legen. Die Dokumentation hieß "Blauäugig, braunäugig", und in dieser Dokumentation ging es darum, daß ein, um zu wissen, was ein Schwarzer in Amerika durchmacht, muß man schwarz sein.

A: Was auch sehr auffallend war, um diesen Rassismus auch mal zu beschreiben von Amerika, wir haben sehr viele jetzt auch so Paare gesehen, es sind viele Leute, die so auf einer Kreuzfahrt Paare, es gibt das überhaupt nicht, daß es mal ein Pärchen gibt schwarz-weiß. Die sind alle schwarz-schwarz oder weiß-weiß. Also auch viel anders als hier in Europa, und ich denke, wir sind auch anders, wir müssen mal dazu stehen, und das wäre jetzt auch so wichtig, auch wirklich in unserem lokalen Bereich, um wieder auch wirklich zusammenzurücken. Und zwar Araber und wir Deutschen.

die sendung teil 2

iozt 06.12.2001 - 13:51
S.H.: Um das zu ergänzen, muß ich noch anmerken, daß in Amerika seit ca. 80 Jahren immer mehr und täglich Indianer verschwinden, man findet sie irgendwo erschossen, und man weiß nicht, wer das gemacht hat, und die Polizei scheint nicht so besonders interessiert zu sein, die Morde irgendwie aufzuklären. Das weiß auch die ganze Welt. Wenn so etwas in Amerika passiert, wenn die Indianer da systematisch terrorisiert werden, dann redet man nicht von Terrorismus. Wenn Schwarze nur dadurch, daß sie schwarz sind, viele Rechte nicht haben, wenn Frauen dadurch, daß sie Frauen sind, viele Rechte gar nicht haben und viele Möglichkeiten gar nicht haben, da redet man nicht von Terrorismus. Und was mich selbst sehr schockiert hat, viel mehr als die Tatsache, daß man diese Anschläge verübt hat, war die Tatsache, daß alle Politiker weltweit, alle auch Menschen, sie haben ihr Mitgefühl und Mitleid geäußert, und daß die Opfer da, also mit den Opfern, und sie haben Amerika geschrieben oder dem Präsidenten geschrieben, daß sie sehr solidarisch sind mit ihm und mit seinem Land und so. Ich habe gedacht, was ist denn jetzt los? Diejenigen, die tot sind, da kannst du nichts mehr ändern, die sind eben tot, was nicht hätte passieren dürfen, ist passiert. Man sollte eigentlich interessiert sein, diese Kettenreaktion zu stoppen.

A: Natürlich, selbst ...

S.H.: Damit das nicht weitergeht, davon habe bis jetzt nichts gehört.

A: Nein, nein, die Spirale dreht sich laufend weiter, und die Spirale beginnt natürlich da, ich meine, wir haben jetzt hier schönerweise die Möglichkeit gehabt, viel von der Welt zu sehen. Also, ich bin schon viel gereist, ich habe mir viel angeschaut, aber wenn man wirklich mal die Gegensätzlichkeit sich anschaut, in Brasilien z.B. ganz extrem, zum einen die Copa Cabana und die ganzen Reichen und dahinter die wirklich Millionen von Menschen, die hungern und nichts zum Essen haben. Und diese soziale Situation in der Welt, wo wir einfach auch versäumen, all unsere Aktivität, all unsere Möglichkeit auch wirklich zu geben, um hier einen Ausgleich zu schaffen, um den sozialen Frieden auch herzustellen, also, es ist erschreckend, es ist wirklich erschreckend. Und genauso wie ich natürlich Verständnis habe für die, was weiß ich, in Brasilien, wenn einer von den Leuten, die wirklich nichts zum Essen haben, einen anderen überfällt, einen von den Reichen, irgendwo verstehe ich das ja auch.

S.H.: Was täglich mehrfach passiert.

A: Was täglich mehrfach passiert, ja, hundertfach, tausendfach ja auch, und andererseits aber auch sehe, daß gerade unsere großglobalen Konzerne hier absahnen ohne Ende, sogar die Regime Stützen, Präsidenten bestimmen per Fingerzeig, der wird es jetzt, der Neue, nur Marionettenstaaten, die hier gehalten werden, und das ist nicht nur so in Südamerika. Das sehen wir in Afrika, wir sehen das in Asien, wir sehen es in den verschiedensten Ländern der Welt, und es ist wirklich erschreckend, und wir müßten viel stärker auch daran arbeiten, Konsens in der Welt zu erarbeiten. Und natürlich haben diese Globalisierungsgegner völlig recht, wenn sie heute sagen, wir brauchen auch globale Handlungsbedingungen, wir müssen z.B. einführen, wenn jemand Geld transferiert, heute von Deutschland nach Brasilien, zehn Prozent Steuer für die Brasilianer von vorneherein, weil sonst ziehen die innerhalb von einem Tag wieder ab das Geld, und die Menschen profitieren nicht davon. Da profitieren so wenige da davon.

S.H.: Die Regierungen profitieren davon.

A: Ja, die Regierungen und wirklich diese Großkonzerne, und das System wird immer gehalten, indem man einem kleinen Teil, vielleicht fünf Prozent privilegiert und fünfundneunzig Prozent außen vor läßt. Gott sei Dank lebe ich hier in einem pluralistischen Staat, in Deutschland, möchte ich sagen, ich fühlte mich bisher wohl, dieses Multikulturelle in unserem Staat ist mir sehr wichtig, aber ich bitte doch alle unsere ausländischen Freunde in Deutschland doch auch, könnt ihr uns was hier zurückgeben, indem ihr zu uns und wir zusammen auch stehen. Und ich habe im Moment gerade das Gefühl, in Offenbach, es geht wieder auseinander, und das ist schlimm, das gilt es zu verhindern.

S.H.: Ich hatte auch das Gefühl, daß man das auch irgendwie gewollt hat. Daß die Schwarzhaarigen wieder mal als böse Menschen dargestellt werden. Da ist mir vor ein paar Tagen etwas passiert, und zwar, ich hatte mal, ich war mal mit einem Freund unterwegs, und ich habe eine sehr große, wirklich eine übergroße Wassermelone getragen, und als seine Mutter die Tür aufgemacht hat und die Wassermelone gesehen hat, sie hat gelacht, sie gesagt, mein Gott, so eine Wassermelone habe ich noch nie gesehen, ist das überhaupt eine Wassermelone? Und ich habe gesagt, nee, das ist, das sieht aus wie eine Bombe. Und sie hat gesagt, ja, ja, du bist ja auch so einer.

A: Ja, schlimm ...

S.H.: Also, damit wollte sie sagen, so Attentäter und Bombenleger ...

A: Ja, ist klar. Einer von den Schwarzäugigen.

S.H.: Ja, sie hat natürlich sofort das gemerkt, und sie hat gesagt, das war ein schlechter Witz. Aber dieser Nachrichtendienst hat das erreicht, was er wollte. Genau das, wovor du jetzt versuchst, uns zu warnen.

A: Ich will noch einen Satz sagen, vielleicht eine Information, die jetzt hier für die Öffentlichkeit auch noch ganz wichtig ist. Ich habe auch erlebt Amerikaner, also nachdenkliche Amerikaner, die sehr genau gesagt haben, da ist auch vieles wie damals in Oklahoma, die Geheimdienste wußten schon einen Tag später, wer waren die Attentäter, wer waren die Bösen, und man weiß auch nicht, wie viele Fehlmeldungen im Moment überhaupt und wieviel Falsches auch im Moment an Meldungen, an News durch die Welt kursiert, und es ist auch nicht so, es hört sich zwar völlig abwegig an, hat einer zu mir gesagt, aber vielleicht ist manches auch gewußt gewesen vorher, vielleicht hat man manches auch, vielleicht nicht in dem Ausmaß auch gewußt, aber tatsächlich auch gedacht, laß diesen Anschlag kommen, und dann schlagen wir zurück, und dann erklären wir den Heiligen Krieg sozusagen zurück.

S.H.: Ich will wirklich nichts Falsches sagen, aber die Geschichte hat ein paar solche Beispiele gezeigt.

A: Ja, damals in Polen, ist doch ein ganz einfaches Beispiel, der Adolf stand da und hat gesagt, ja, wir sind überfallen worden, und seit zwei Uhr haben wir zurückgeschossen.

S.H.: Ja, genau.

A: Das ist nur heute natürlich sehr viel ausgebauter, ich will es aber nicht behaupten, aber es gibt Möglichkeiten.

S.H.: Ich behaupte es auch nicht, aber erstens gab es mindestens zwei, drei Wochen vorher ein paar Hinweise, auf die man nicht eingegangen ist.

A: Da sind in Frankfurt fünf Attentäter verhaftet worden, habe ich dem Spiegel am Samstag entnehmen können, die einen Riesenanschlag in Straßburg vorhatten, Mordsmengen von Sprengstoff auch gefunden wurden in Frankfurt, und es ist nur ganz leise durch die Presse, es ist so gut wie überhaupt nichts aufgetaucht, und tatsächlich ist es aber gewesen.

S.H.: Ja, Ich frage mich also, als ich den Präsidenten gesehen habe, ich habe alles live gesehen ...

A: Ja, habe ich nicht, ich war, wie gesagt, auf einer kleinen Insel.

S.H.: ... als ich den Präsidenten live gesehen habe, seine erste Rede vor den Kameras, er wirkte auf mich sehr, sehr besonnen, er lächelte sogar, und ich war sehr, wie soll ich sagen, sehr überrascht. Wenn ich, man hat normale Menschen gezeigt, und sie waren geschockt, sie waren bleich, sie waren ein bißchen verwirrt, und sie konnten gar nicht erfassen, daß überhaupt was passiert, geschweige denn, was, und das Ausmaß und alles. Und der Präsident von Amerika sah sehr, sehr locker und sehr gelassen aus.

A: Das hat mich auch gewundert.


teil 3

uizp 06.12.2001 - 13:52
S.H.: Und da habe ich gedacht, wie geht denn das? Und am Tag darauf hat man den Ex-Präsidenten, den Clinton, gezeigt, und er zitterte, er war blaß, und seine Augen waren aufgeblasen vor lauter Weinen, und er war wirklich geschockt, so wie, das fand ich sehr merkwürdig, daß auch all diejenigen, die stolz darauf sind, Terroristen zu sein weltweit, die haben gesagt, wir waren es nicht, wir haben damit nichts zu tun.

A: Hm.

S.H.: Und das hat mich sehr überrascht und auch die Tatsache, daß diese Flugzeuge vier Stunden in der Luft hin und hergeflogen sind, ohne daß man irgend etwas tut, ohne daß man Alarm schlägt, ohne daß man versuchen ...

A: Warum man die nicht runterholt und so weiter, also

S.H.: Gar nichts.

A: Nichts.

S.H.: Überhaupt nichts ist getan worden, man hat gesehen, daß die orientierungslos überall hinfliegen, daß sie den Kontakt abbrechen, und man hat nichts getan, und das ist wirklich sehr, sehr, sehr sonderbar. Sehr sonderbar. Wenn man in die Nähe von irgendeiner amerikanischen Botschaft weltweit hingeht, da wird man beobachtet, was willst du, du darfst nicht fotografieren. Und auf einmal fliegt so ein Ding da ins World Trade Center.

A: Ja, und die schalten die Transponder ab und fliegen noch fünfundvierzig Minuten weiter. Die Flugsicherung macht anscheinend, informiert niemanden. Kein Starfighter geht hoch ...

S.H.: Und das war nicht eine einzige Flugsicherung, das sind Hunderte ...

A: Ja, klar, Hunderte, natürlich.

S.H.: ... die das Ganze da in Amerika erfaßt haben, aber es ist nichts getan worden. Ich weiß nicht, ich verstehe die Welt nicht und ...

A: Ich verstehe es nicht, und die Welt muß sich darüber im klaren werden, auch gerade hier bei uns, wieviel Ziele wir noch haben, wieviel Chemiefabriken und wieviel Atomkraftwerke, übrigens sollte man da auch mal drüber überlegen, ob das in dieser jetzigen Lage auch noch sinnvoll ist, die weiter am Netz zu lassen und die weiter heiß zu halten, weil ich habe jetzt auch in dem Spiegelbericht steht drin, also das wird kein einziges Atomkraftwerk durchhalten.

S.H.: Ja, ich muß noch eine Kleinigkeit dazu sagen, was mir in den Sinn kommt. Damals als Adolf Hitler gesagt hat, wir sind hier Drittes Reich und wir wollen all diese Länder erobern, gab es ein paar Länder, die sofort gesagt haben, wir unterstützen dich, wir beteiligen uns daran, und dasselbe hat auch der Schröder und der Präsident von Frankreich oder Indien oder was weiß ich sonst dem Bush gesagt. Und das ist etwas, das mich sehr schockiert. Statt zur Vernunft aufzurufen und zu sagen, o.k., es ist etwas ...

A: Wir setzen uns zusammen, überlegen uns eine neue Methode.

S.H.: Kein bißchen. Man sagt uneingeschränkte ...

A: Richtig.

S.H.: ... Solidarität, und das bedeutet, daß die Soldaten aus Deutschland, Frankreich, überall irgendwohin und überallhin marschieren, und ich weiß nicht, ob das was bringt. Und ich weiß nicht, ob das gut ist und wo das hinführt.

A: Ja. Wir sollten uns doch mal auch immer wieder auch an die Friedenspolitiker, an Gandhi z.B. erinnern, das wäre jetzt angebracht in der Situation. Und uns wirklich auch in unserem persönlichen Bereich versuchen zu engagieren, und deswegen finde ich es auch gut, was du machst.

S.H.: Ich versuche es einfach besser zu machen. Jochen, ich danke dir, daß du angerufen hast.

A: Alles klar, danke.

S.H.: ... und informiere die Leute einfach weiter von all dem, was du gesehen hast, du hast viel gesehen.

A: O.k.

S.H.: Bis dann.

A: Tschau.

...