Streik von 5000 SchülerInnen in Berlin

Holger 08.10.2001 17:46 Themen: Militarismus
5000 Schülerinnen und Schüler haben heute vormittag in Berlin gegen den Krieg demonstriert. Demo vom Alexanderplatz zur US-Botschaft und Auswärtigen Amt.
5000 Schülerinnen und Schüler haben heute vormittag in Berlin gegen die Militärschläge gegen Afghanistan demonstriert. Sie versammelten sich ab 10 Uhr auf dem Alexanderplatz.
Ausgegangen war der Aufruf zu dem SchülerInnenstreik von "Schülerinnen und Schüler gegen den Krieg", einem Bündnis von SchülerInnen aus rund 20 Berliner Schulen. Unterstützung gab es durch "Widerstand International", "Linker SchülerInnen Aktion" und der SAV.
Die Demonstration zog erst zur Botschaft der USA und dann zum Auswärtigen Amt. Hauptslogan war: "Keine weiteren Opfer - Stoppt den Krieg". In dem Aufruf des Bündnis heisst es: "Wir lehnen den Krieg entschieden ab! Der kommende Rachefeldzug wird tausende unschuldige Opfer nach sich ziehen. Kein Terror - Kein Krieg, keinen Vergeltungsschlag und keinen Nato-Einsatz. gegen Rassismus und Nationalismus, keine Einschränkung von demokratischen Rechten."
Trotz massiver Drohungen in Schulen kamen Massen zum Alexanderplatz. In mehreren Berliner Schulen wurden SchülerInnen von LehrerInnen in Klassenräumen eingeschlossen, damit sie nicht an der Demo teilnehmen. Vielfach wurden Verweise, einzelnen SchülerInnen wurden Starfanzeigen angedroht.Am Freitag findet um 18 Uhr in der Stiftung Nord-Süd-Brücken (Greifswalder Str. 33a) ein Treffen des SchülerInnenbündnis statt, um das weitere Vorgehen zu planen.
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Ergänzungen

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Peter P. 08.10.2001 - 22:53
Mich würe noch etwas mehr interessieren, was es für Repressionen gegen Schüler gegeben hat. Die paar Sätze im Text erinnern mich an Wendezeiten, als ich noch zur Schule ging und wir die erste große Schülerdemo in Ostberin organisierten..... Ich glaube nicht, daß die ehrer legal handelten - abgesehen vom Gehorsam für den Krieg.

Zu repressionen gegen schülerinnen...

rocker 09.10.2001 - 00:03
so, ich war heut auf der demo und fans ganzschön scheiße!
mal ganz abgesehen davon das direkt in bzw. neben der demo nazis liefen, haben die bullem welche verhaftet-und als wir dann vorm auswertigen amt standen-also da wo sich unsre unzufriedenheit über den krieg amdeutlichsten hätte aüssern müssen, legen sich alle in die sonne und halten "ich will leben" transpis hoch und singen "give peace a chance..." naja so kanns halt gehn- selbst in berlin....

zu repressionen:
in den kreuzberger schulen carl von ossietzky[gesamtschule] der robert koch schule[realschule] und dem hesse gymnasium., sollte für die demo mobilisiert werden-den schülern wurde von lehrern angedroht sie würden der schule verwiesen, dürftebn nicht an klassenfahrten teilnehmen usw.
nachdem einige beherzte schülerinnen den feueralarm auslösten (in allen 3 schulen) schlossen lehrer die türen ab und verhinderten so dass diese an der demo teilnehmen konnten......
komisch zur grossen anti-terror-gala gabs für alle frei....

ich nochmal....

Peter P. 09.10.2001 - 00:45
Ist ja interessant, noch mehr Parallelen zur DDR: In Pankow gab es ebenfalls eine Ossietzky-Schule (O. war ein bekannter Pazifist und aktiver Kriegsgegner) - dort wurden 1989 (kurz vor od. während der Wende) einige Schüler wegen "plattem Pazifismus" der Schule verwiesen... Vielleicht könnten ja einige Schüler die Lehrer genau darauf Aufmerksam machen. (den Widerspruch zum Namen der Schule und die Parallelen zur DDR-Ossietzky-Schule) ... ich denke gerade in Kreuzberg kann den Lehrern etwas Druck gemacht werden. Dort gibt es ne Menge "lockerer" Eltern...

hallo mehr oder minder emsig lernende

le gris 09.10.2001 - 00:54
was ist denn eigentlich mit den lieben studenten? ist an den unis überhaupt was los deswegen? gibt´s die politisch auch noch? fragen, kinder, fragen.....

das ist ja krass

h 09.10.2001 - 01:11
mit den repressionen! das diese arschlöcher von lehrerInnen so weit gehen und schülerinnen und schüler einfach einsperren, ist ja wohl der abolute hammer!
aber klasse, das dann doch co viele auf der demo waren und sich haben nicht einschüchtern lassen!

Anzeige wegen Freiheitsberaubung

Kickifax 09.10.2001 - 11:53
Die eingeschlossenen Schüler(bzw. deren Eltern) könnten Anzeigen wegen Freiheitsberaubung gegen die Lehrer stellen. Dies erfordert allerdings sehr viel Mut, da wir alle ja die Lehrer-Schüler-Abhängigkeit in der Schule kennen. Wurden die Türen eigentlich während des Feueralarms abgeschlossen? Was wäre gewesen,wenn wirklich gebrannt hätte? Höchstwahrscheinlich die ersten Kolateralschäden in Doofland.