Mahnwache in Münster unmöglich gemacht
In trauter Einheit haben Stadt und Polizei eine Mahnwache vor dem historischen Rathaus in Münster unmöglich gemacht, Strafanzeige erstattet und das einzige Transparent beschlagnahmt.
In trauter Zusammenarbeit haben Stadt und Polizei heute Morgen vor dem historischen Rathaus in Münster eine Mahnwache unmöglich gemacht. Nachdem sich schon gestern Nacht bis 1.00 Uhr etwa 50 Menschen vor dem historischen Rathaus versammelt hatten, um spontan gegen die Militärschläge in Afghanistan zu demonstrieren, begannen heute morgen gegen sieben Uhr zwei Menschen am selben Ort mit einer erneuten Mahnwache. Vor dem historischen Rathaus (mit dem berühmten "Friedenssaal") im Zentrum Münsters finden seit jeher die Mahnwachen der Friedenbewegung und andere Kundgebungen statt. In den letzten Wochen brannten auf den Rathaustreppen vor allem Kerzen zum Gedenken der WTC-Opfer.
Nach etwa 2 Stunden jedoch wurde den beiden Demonstranten mitgeteilt, dass das Rathaus (vertreten durch einer Art "Hausmeister") von seinem Hausrecht Gebrauch machen werde und die Entfernung eines mit Schnüren festgemachten Transparentes mit der Aufschrift "Es gibt keine gerechte Kriege! Desertieren jetzt!" fordere. Das "Rathaus" berief sich dabei auf eine nicht näher spezifizierte "Münsteraner Altstadtverordnung".
Als die Demonstranten darauf nicht eingehen wollten, rief der "Vertreter des Rathauses", sehr offensichtlich auf Anweisung handelnd, die Polizei.
Nachdem die auffahrende Polizei die Mahnwache zuerst als "spontane Versammlung" nach Nennung eines Verantwortlichen (nochmal: bei 2 Personen!) "hinnahm", verlangte sie jetzt als nächstes die Abnahme des Transparentes. Ausserdem wurde den Demonstranten untersagt, ein Pappschild an die Rathaussäulen zu lehnen!! Ein Kontakt von Gebäude und jeder Art von Transparenten und Schildern sei nicht hinnehmbar. Bei Nichtbefolgen wurde eine Ingewahrsamnahme in Ausblick gestellt. Nachdem die beiden Anwesenden - angesichts dieser Aussichten - das Transparent entfernt hatten, verkündete die Polizei nun die Beschlagnahme des Transparentes und teilte den beiden Anwesenden mit, dass gegen sie von Amts wegen wegen "Anstiftung zu einer Straftat" Anzeige erstattet sei.
Damit - ohne Transparente und Möglichkeit den Platz vor dem Rathaus in gewohnter Weise zu nutzen - hatte sich die Mahnwache erledigt. Am selben Ort soll heute nachmittag um 17 Uhr wieder eine Kundgebung stattfinden.
Das Transparentes mit der Aufschrift "Es gibt keine gerechten Kriege! Desertieren jetzt!" ist seit Wochen in Münster bei Mahnwachen und Kundgebungen benutzt worden, zuletzt war es mit Bändern den ganzen Sonntagabend über - unter den Augen der Polizei - am Rathaus aufgehängt.
Die Verhinderung der Mahnwache passt bestens zur Aussage des Innenministers von NRW Behrens, der heute morgen in einer Pressekonferenz bekannt gab, er rechne nun mit möglichen "Brandanschlägen, Mahnwachen und Kundgebungen ..." und mit dieser Aufreihung bereits klar machte, wie Aktivisten und Demonstranten zu behandeln seien.
Nach etwa 2 Stunden jedoch wurde den beiden Demonstranten mitgeteilt, dass das Rathaus (vertreten durch einer Art "Hausmeister") von seinem Hausrecht Gebrauch machen werde und die Entfernung eines mit Schnüren festgemachten Transparentes mit der Aufschrift "Es gibt keine gerechte Kriege! Desertieren jetzt!" fordere. Das "Rathaus" berief sich dabei auf eine nicht näher spezifizierte "Münsteraner Altstadtverordnung".
Als die Demonstranten darauf nicht eingehen wollten, rief der "Vertreter des Rathauses", sehr offensichtlich auf Anweisung handelnd, die Polizei.
Nachdem die auffahrende Polizei die Mahnwache zuerst als "spontane Versammlung" nach Nennung eines Verantwortlichen (nochmal: bei 2 Personen!) "hinnahm", verlangte sie jetzt als nächstes die Abnahme des Transparentes. Ausserdem wurde den Demonstranten untersagt, ein Pappschild an die Rathaussäulen zu lehnen!! Ein Kontakt von Gebäude und jeder Art von Transparenten und Schildern sei nicht hinnehmbar. Bei Nichtbefolgen wurde eine Ingewahrsamnahme in Ausblick gestellt. Nachdem die beiden Anwesenden - angesichts dieser Aussichten - das Transparent entfernt hatten, verkündete die Polizei nun die Beschlagnahme des Transparentes und teilte den beiden Anwesenden mit, dass gegen sie von Amts wegen wegen "Anstiftung zu einer Straftat" Anzeige erstattet sei.
Damit - ohne Transparente und Möglichkeit den Platz vor dem Rathaus in gewohnter Weise zu nutzen - hatte sich die Mahnwache erledigt. Am selben Ort soll heute nachmittag um 17 Uhr wieder eine Kundgebung stattfinden.
Das Transparentes mit der Aufschrift "Es gibt keine gerechten Kriege! Desertieren jetzt!" ist seit Wochen in Münster bei Mahnwachen und Kundgebungen benutzt worden, zuletzt war es mit Bändern den ganzen Sonntagabend über - unter den Augen der Polizei - am Rathaus aufgehängt.
Die Verhinderung der Mahnwache passt bestens zur Aussage des Innenministers von NRW Behrens, der heute morgen in einer Pressekonferenz bekannt gab, er rechne nun mit möglichen "Brandanschlägen, Mahnwachen und Kundgebungen ..." und mit dieser Aufreihung bereits klar machte, wie Aktivisten und Demonstranten zu behandeln seien.
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Ergänzungen
desertieren jetzt
Brandanschläge & Mahnwachen
Hoffentlich kommen heute nachmittag wieder viele Menschen vors Rathaus: jedeR Einzelne ist wichtig und fördert die Motivation! Nachdem die Flugblätter heute weniger rasant weggingen als in den letzten Tagen, scheint es wichtig zu ein, weiterhin eine differenziertere, alternative Meinung deutlich zu äußern. Hat sich das Thema für viele mit den Bombenangriffen gelöst oder was ist diese Gleichgültigkeit?
Viele werden sich einwickeln lassen von dem Abwerfen einiger care-Pakete (eins reicht laut amerikanischer Militärangaben für die Tagesration eines Menschen), die eben diese Funktion haben, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Solange es Bombenangriffe gibt, solange Menschen fliehen, darf es kein Schweigen geben. Auch wenn die Diskussionen nicht immer einfach sind. Die Argumente bleiben, eines von vielen ist: Gewalt schürt Gegengewalt, die wieder neue Gegengewalt hervorruft. Das kann unmöglich die Antwort sein,..wenn die Trauer mit den New Yorker Opfern der Gewalt ehrlich war.
Offiziell hat es bei den Angriffen schon Opfer gegeben, die immernoch unhinterfragt vom amerikanischen Militär zynisch als Kollateralschäden abgetan werden. Das ist eine unerträgliche Sprache!
Informiert Euch selbst und Andere weiter!
diktierter Meinungsumschwung
Sieh an, die Stadt des westfälischen Friedens
Der Terror trägt seine ersten Früchte
Hier hat mans (fraus) mal wieder schwarz auf weiß. Oder wie kann man sonst Menschen auf so billige, niederträchtige und verlogene Art den Mund verbieten.
Wir werden alle noch viel "zivilisierter" gemacht werden.
Denkt doch mal an die Schote mit dem Nachrichtenonkel Wickert...
armes Doitschland
Neues Transparent
... und demnächst diskutieren
Naja, Eure Komentare, Mahnwachen und Anhaltungen zum "Desertieren" sind ja wirklich schön und gut... nettes Bild machts jedenfalls... aber spätestens an dem Tag, wenn Eure Mutter, Eure Kinder oder Eure Freunde ermordet werden, verlangt auch Ihr nach Vergeltung und (vor allem) nach einer Gebietung von Einhalt, welches die Völkergemeinschaft, vertreten durch die USA, GB und die NATO nun tut !
Reine Polemik und Pressegeilheit, das ist Eure anscheinende Intention.
Schade auch !
In diesem Sinne... bewerft Euch noch fein mit Watte und haltet Eure Wange mehrfach hin "
Req: Inhaltliches
Gibt´s von einer münsteraner Gruppe eine Erklärung zu den Ereignissen vom 11. September und den darauffolgenden Geschehnissen, die als inhaltliche Fundierung zu diesen Mahnwache-Aktionen zu verstehen sein könnten? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn jemand hier - insofern es dies überhaupt gibt - mal einen Text dazu ´reinstellen könnte.
DiV,