Rolle des Fernsehens in der Kriegspropaganda

welche, die sich in Genua zusammengetan haben 22.09.2001 19:33 Themen: Militarismus
Redebeitrag auf der Bremer Demo am 22.9.
Zur Rolle des Fernsehens in der Kriegspropaganda
von Menschen, die sich in Genua zusammengefunden haben

11. September. Es ist kaum zu glauben, was passierte. Die meisten sind bestürzt.
Alle wollen jetzt Informationen. Wer von uns hat nicht den Fernseher angeschaltet? In unserer durchgestylten Medienwelt können wir die Katastrophe fast live verfolgen .
Egal, auf welchem Sender: unzählige Male, immer wieder, sehen wir das Flugzeug in den zweiten Turm des WorldTradeCenter stürzen und explodieren. Wir sehen dieses Bild so lange und so oft, bis, ja, bis was in unseren Köpfen passiert? Was für Bilder bekommen wir in diesen Tagen zu sehen und warum?

Dieses Bild von den jubelnden Palästinensern: Man sieht maximal 15 Menschen, im Blickfeld drei jubelnde Jungs, eine Frau, dann ein Mann mit etwas zu essen in der Hand. Diese kurze Filmaufnahme müssen für die Schlagzeile herhalten: " Die Welt trauert, die Palästinenser feiern." Wir sehen sie Dutzende von Malen, immer und immer wieder, auf allen Sendern.
Damit werden Emotionen geweckt. Denn, so erschließt es sich aus der Rhetorik von US-Präsident Bush: Die Welt wird aufgeteilt in Gut und Böse.
Bereits am ersten Tag der Berichterstattung kommt der Name Osama Bin Laden ins Spiel. Am nächsten Tag wird er bereits als der vermeintliche Attentäter bzw. Drahtzieher verhandelt - und das, obwohl keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Am übernächsten Tag fällt das kleine und entscheidende Adjektiv "vermeintlich" manchmal weg - Bin Laden wird es schon gewesen sein - man braucht nur lang genug darüber berichten!
Schließlich muss ein lebender für die Verkörperung des Oberbösen herhalten, damit es sich überhaupt bekämpfen lässt.

Es heißt: Der Angriff auf NY war ein Angriff auf die ganze, sogenannte zivilisierte Welt. Überhaupt zu sagen, dass es zivilisierte und nicht-zivilisierte Menschen gäbe, zeugt vom Macht- und Überlegenheitsdenken in den Industrienationen. Das ist ein unglaublicher, rassistischer Affront!

Als ein Angriff auf die Freiheit, auf die gesamten selbsternannten freiheitlich organisierten Gesellschaften, wird stündlich berichtet - das tut in der Seele weh!
Ist damit die Freiheit der Menschen gemeint, die auf der ganzen Welt für einen Hungerlohn schuften, oder deren Existenz von den Regierungen der Industrienationen als überflüssig angesehen wird? Ist die Freiheit derjenigen gemeint, die aus solch einer Situation noch nicht einmal dort hingehen dürfen, wo sie ein menschenwürdiges Leben führen könnten, weil die Länder, in denen dies möglich wäre ihre Grenzen dicht machen?
Und wie viel Freiheit erleben die Menschen in den Metropolen, deren Leben nur noch von Arbeit, von Leistungsdruck und Funktionieren müssen dominiert wird?

Kein Sender erinnert uns in diesen Tagen, dass die sogenannte zivilisierte Welt seit Jahrzehnten wenn nicht seit Jahrhunderten Krieg gegen die Menschen in anderen Teilen der Welt führt. Eine Geschichte, die lang ist und blutig,
die bei der Ausrottung indigener Bevölkerungen anfängt und bei Hiroshima, Vietnam, Chile und Irak noch nicht aufhört. Überall in der Welt leben Menschen in einer Situation der permanenten Demütigung und des ökonomischen Desasters! Im Namen der Freiheit werden Kriege inszeniert und Hungersnöte in Kauf genommen. Täglich sterben allein 24000 Kinder durch Hunger oder an den Folgen der Armut, die von den Industriestaaten bewusst produziert und ausgenutzt wird. Meistens sterben die Menschen jedoch stiller und nicht so spektakulär.
Darüber berichten die Medien in diesen Tagen nicht.
Dieses Weglassen von Informationen ist gewollt.

Schon in den ersten Tagen setzt sich in den Fernsehanstalten das Motto durch "Heute sind wir alle Amerikaner". Werden wir alle Afghanen und Afghanerinnen sein, wenn dort die Bomben niedergehen? Bildmaterial soll es zu diesem Kriegsgeschehen nicht geben, hat die US-Regierung angekündigt. Warum bloß? Wir erinnern uns: Im Jugoslawienkrieg hießen die von den Natobomben getöteten Menschen Kollateralschaden.
Am dritten Tag sehen wir im Fernsehen die Betroffenheit der Menschen. Da ist die Straßenbahnfahrerin in Leipzig, die etwas aufgeregt ihren Mitfahrern und Mitfahrerinnen die Schweige- und Fahrpause erklärt, die Feuerwehrleute in Berlin, die ihren Kumpels in New York gedenken, die Schüler und Schülerinnen, die Schule schwänzen, um in der Kirche zu beten.... Mikel Jackson nimmt einen neuen Song auf, um Spenden zu sammeln, Heino sagt einen Musikabend ab, Fußballer wollen nicht spielen... Eine Omi weint, weil sie an die Care-Pakete erinnert wird. Es wird das humanitäre Terrain besetzt

Das hat wenig mit der Geschichte des Attentats und viel mehr mit uns selbst zu tun. Das hemmungslose Durcheinander aller privaten und öffentlichen Gefühle funktionalisiert diese Katastrophe und dient dem Zweck: die Menschen in ihrer Fassungslosigkeit zu belassen und nicht nach Hintergründen zu fragen, die über die Personen der Attentäter hinausgehen.
Das belässt die Menschen in ihrer Ohnmacht - es wird suggeriert, dass es keine Alternative gibt dazu, dass der Staat nach Innen mit mehr Kontrolle und Überwachung und nach Außen mit Krieg reagiert.
Diese Emotionalisierung der Medien ist Methode.
So reichen sachlich-souverän inszenierte Nachrichten- und Sondersendungen aus - offene Kriegshetze ist dann nicht mehr nötig.
Eine einsame Wahrheit: Krieg beginnt mit Worten und mit Bildern. Wir konstatieren: Aus der Form der Berichterstattung wird deutlich: Kein einziger Fernsehsender hat eine Antikriegshaltung!
Kritische Stimmchen am Rande sind das höchste der Gefühle.
Was wir in diesen Tage in Fernsehen beobachten, dient vielfach der Kriegspropaganda!
Daher fordern wir Euch auf:
Schluckt nicht die scheinbar neutralen und objektiven Berichterstattungen! Hinterfragt das vom Fernsehen dargestellte Gut-Böse-Schema!
Lasst euch nicht Aufhetzen zum Krieg!
Bleibt aktiv gegen innere und äußere Kriegsführung!
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Ergänzungen

schoener text

rub 22.09.2001 - 20:12
Schoener Text; gibt denke ich wider, was wohl die meisten hier in den letzten Tagen vorm Fernseher dachten.
Übrigens soll beim WDR am Montag, 22:00 Uhr ein Bericht zu dem Thema kommen, bin mal gespannt, wie kritisch die da ja nicht zuletzt über sich selbst berichten werden.

Guter Ansatz

22.09.2001 - 20:20

Guter Ansatz

Pierre 22.09.2001 - 20:27
Guter Ansatz. Aber: Wenn du schon solch einen Artikel schreibst, wären die Prinzipien, die hinter den Methoden der Berichterstattung stecken, einer Erwähnung wert. So gibt es Gründe, weshalb ein jeder sich, und wenn auch nur in den ersten Schockminuten am 11.09. betroffen fühlte. Desweiteren schaden Fakten nie. Ich meine lediglich, daß hier der Zeitpunkt wäre, die Prinzipien, die in der Öffentlichkeit wirken, zu untersuchen, damit man ihnen und der mit ihr einhergehenden Manipulation der Menschen entgegentreten kann.
Und: Weniger plakative Aussagen!

gelungen

Froschkoenigin 22.09.2001 - 21:57
Der Text drückt nicht nur die Gefühle von (leider einer Minderheit) von Menschen aus, er zeigt auch, in welcher Zeit wir leben. Kommt heute nacht der Krieg? Gegen wen führen die US-Truppen den dann? Und was wird aus uns und aus der Nato-Bündnistreue? Ich geben offen zu, daß ich Angst davor habe, noch mehr Angst als ´91 während des Golfkrieges.

Dauerselbstbefriedigung

Wolf 22.09.2001 - 22:07
Ich hatte den Eindruck, in den Tagen nach dem 11.September einer Dauerselbstbefriedigung von Fernsehterroristen, ach ne Fernsehkommentatoren heissen die ja, ausgesetzt zu sein. Jedesmal wenn sie die Wörter "Rache" und "Krieg" in den Mund nehmen konnten hatten sie offensichtlich einen Orgasmus.
Haben unsere Minister für Inneres und Außenpolitik eigentlich auch mal beim Fernsehen gearbeitet?

Guten Morgen Ausgeschlafen!

Krümel 22.09.2001 - 22:27
Willkommen in Murdochs und Kirchs Schöner Neuer Medien Welt!

a tribute to heroes

Lin Wei 22.09.2001 - 22:40
America: A Tribute To Heroes. TV, N24, Samstag, 21:30 Uhr. Die beste Kriegspropaganda meines Lebens. Das muß man mal erlebt haben!

Fernsehn, die Religion von Heute !

Pedder 22.09.2001 - 23:18
Guter Artikel, wichtige Warnung ! Fernsehn das ist Heute die Religion für Leute. Der Meinungsmachmaschiene ist zu mißtrauen das ist nicht neu und durch viele Parallelen gerade in zurückliegenden Kriegen zu beweisen. Bei dem Massenmord in den USA könnte ein Amerikanischer Regieseur das Drehbuch geschrieben haben,ähnelt es doch so einer Szenerie aus einem Amerikanischen Katastrophenfilm. Zumindest Vorbild scheint diese Szenerie gewesen zu sein. Das Amerikanische Kino pflanzt schon seit Jahrzehnten folgende Schlußfolgerung in unsere Köpfe. Es ist legitim einem Bösen noch böseres anzutun und es ist als Gute Handlung anzusehen und dies mit Genugtung und dem Recht auf Rache.Das ist Amerikanisches Kino und da die meisten Menschen der sog. zivilisierten Welt ein Darsein als Pseudoschauspieler verbringen halte ich nach einer kurzen Zeit der Trauer( in der die Militärs schon die Vergeltung planen) Rache für den wahrscheinlichsten Gemütszustand der Masse. Das die Medien diese Schiene transportieren werden dessen bin ich mir sicher.Sie werden schon wissen wie sie uns die Wahrheit zu nehmen wissen; sind viele doch auf diese Welt aus zweiter Hand koditioniert. Also halten wir es besser so wie es die Hippies zu Zeit des Vietnam-Krieges gehalten haben,also Fernseher anschalten, Ton abstellen und beobachten.In diesen Bildern liegt das Optimum an Wahrheit was Fernsehn so hergeben kann.

Natürlich bin ich auch gegen Krieg, aber ...

Massoud 22.09.2001 - 23:42
... nachdem ich den Themenabend über Afghanistan auf ARTE am 20.9. gesehen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob mein Wettern gegen ein militärisches Eingreifen in Afghanistan so richtig war. Die Afghanen leiden furchtbar unter den Taliban. Die Einheimischen werden nicht nur erniedrigt und aus dem Land vertrieben, sondern auch gefoltert und ermordet. Die Taliban sind eine verbrecherische Söldnertruppe, die zu einem großen Teil aus Pakistanis und Saudis besteht. Diese Söldner werden aus dem Ausland bezahlt und haben weniger etwas mit dem Islam, sondern eher etwas mit wirtschaftlichen Interessen zu tun. Die Lage in Südafghanistan ist so schlimm, daß sogar die Einheimischen sagen, daß es besser ist von einer amerikanischen Bombe getroffen zu werden, als so weiterleben zu müssen. Eine Frauenrechtsgruppe hat unter Einsatz des eigenen Lebens versteckte Aufnahmen von Hinrichtungen im Sportstadium von Kabul gemacht (Aufnahmen davon waren auch bei Telepolis zu sehen). Der Film enthält auch ein Interview, in dem ein Taliban-Führer westliche Hilfe für den Bau von Hinrichtungsstätten fordert. Der Zynismus dieser Mörder kennt keine Grenzen. Die Motive der USA mögen nicht besonders rein sein (schließlich haben sie den Taliban zur Macht verholfen), aber sämtliche Afghanen, die ich bisher gesehen habe, sagen übereinstimmend, daß ein Ende mit Schrecken besser ist als Schrecken ohne Ende. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das Recht habe, etwas anderes zu wollen als die Betroffenen. Die Amerikaner haben versprochen, diesmal die Zivilbevölkerung so weit wie möglich zu schonen. Aber so richtig traue ich dem Versprechen natürlich auch nicht. Trotzdem haben die Afghanen einen Anspruch auf Befreiung von den Taliban, schon unter dem Gesichtspunkt der Menschenrechte. Die Menschen in Afghanistan haben mehr als 20 Jahre Krieg erduldet und unter größten Opfern für ihre Freiheit gekämpft. Sie haben endlich Frieden verdient.

An Massoud !

Pedder 23.09.2001 - 00:20
Sicher hast du Recht das die Taliban das Land terrorisieren aber ist Krieg,der gleichzeitig noch vielen anderen Regionen dieser Erde in Aussicht gestellt wird,dafür das Richtige Mittel ist? Jede Gesellschaft hat das Problem des Radikalismus mehr oder weniger, die wenigsten reagieren mit Krieg viele mit dem Strafrecht was dazu besser taugt.Die Feindbilder der USA sind unter konservativer Regierung immer als Teufel und im tiefsten Kern Menschenverachtend dargestellt worden,Gadafi,Komeini,Hussein und jetzt Bin Laden alle sammt das Böse in Person? Gäbe es die Doppelmoral des Kapitalismus nicht so wahrscheinlich auch diese Feindbilder der Bösen nicht. Wieso heißt unser Feindbild nicht 24000 verhungernde täglich? Wieso ist es möglich für einen Krieg vom einen Tag auf den anderen 40 Milliarden Dollar loszueisen und nicht möglich den verhungernden zu helfen? Ein Russischer General hat den USA eine Prognose erstellt die lautet;"Sollten die USA ernsthaft eine Infasion in Afganistan erwägen so werden sie schnell merken das Vietnam dagegen ein Spaziergang war.Dies die Retorik eines russischen Generals der gegen die Taliban in Afganistan kämpfte. Krieg war noch nie ein geeignetes Mittel um Frieden zu schaffen,und wer jetzt das stoppen der Nazis ins Feld führt dem sei gesagt das dies in aller erster Linie als Notwehr zu begreífen ist und zweitens nicht dazu getaugt hat den Faschismus zu besiegen.Latent gibt es ihn bis Heute und er maschiert ungeniert über Deutschlands Straßen und sitzt etabliert im Lehnstuhl des Kapitalismus und wartet auf seine Chance. Mit dem ja zum Krieg geben wir sie ihm.

massoud,

kate 23.09.2001 - 00:26
denkst du, dass die bevölkerung in afghnistan durch einen krieg von den talibans befreit wird? ist es denn nicht so, dass solche organisationen immer genug geld und immer genug struktur haben um sich in sicherheit zu bringen? das heisst doch, ein krieg wird auf den köpfen derjeniger ausgetragen, die nix damit zu tun haben... und was ist mit den flüchtlingen? kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass die mit einem krieg einverstanden sind... und dann wären da noch die rassistischen anschläge in usa auf wahllos ausgesuchte leute die nicht "weiss" sind und da wäre dann noch die unglaubliche macht der usa, die ganze welt gegen bestimmte anhängerInnen einer Religion aufzuhetzen... alles unter dem deckmantel "sozial" statt politisch, kein wort über das, dass dieser krieg dazu dienen soll, die wirtschaft der usa wieder anzukurbeln und einmal mehr die macht zu demonstrieren... tja, und so weiter und so fort.

Auch nur Kriegspropaganda!

Der Verfolgte 23.09.2001 - 01:02
Auch ich habe die Sondersendung gesehen, allerdings auf ZDF.
Das Problem ist allerdings, dass die USA nie die Taliban oder Bin Laden treffen werden, denn diese haben genug Macht und Geld sich auch vor amerikanischen Bomben zu retten.
Außerdem scheint es gar nicht die Absicht (sondern vielmehr nur ein Vorwand) zu sein, die Taliban anzugreifen. Schließlich haben die USA diese Mörder systematisch gezüchtet, um in dieser Region auf Dauer einen Krisenherd zu haben, an dem sie ihre neue Kriegsmaschinerie ausprobieren können.
Es wird also wie in allen anderen Kriegen zuvor wieder gegen die unschuldige Zivilbevölkerung vorgegangen werden.
Natürlich haben die Amerikaner versprochen die Zivilbevölkerung zu schonen. Wie sollte es auch anders sein?!?
Aber wie du, Pedder, auch selber schriebtst hieß es: "so weit wie möglich".
Und die paar 100.000 MENSCHEN, die dabei dann wieder qualvoll sterben müssen, werden wiedereinmal lieblos als "Kollateralschäden" abgetan.
Typisch Amerika!

Die USA werden sowieso Krieg führen ...

Massoud 23.09.2001 - 01:12
... ob wir nun zustimmen oder nicht. Ich versuche nur, auf der Seite der Unterdrückten zu sein. Lest einmal den Beitrag "Eine afghanische Sichtweise". Ich bin auch sehr skeptisch, was die Rolle der Amerikaner in diesem Konflikt angeht, aber sie wären in diesem Fall nur ein Werkzeug des Schicksals, um untragbare Zustände zu beenden. Ich war vor vielen Jahren in Afghanistan, als es noch nicht zerstört war und ich möchte weinen, wenn ich sehe, was aus diesem schönen Land und seinen Menschen geworden ist. Wenn die Amerikaner das Land besetzen, müssen wenigstens die Kinder nicht mehr verhungern und die Schulen können wieder geöffnet werden. Es muß Schluß sein mit dem Terror der Taliban, und das ist leider nur militärisch zu erreichen. Dabei ist es völlig egal, ob nun die Amerikaner oder die Russen oder eine dritte Macht der afghanischen Nordallianz zu Hilfe eilen. Ich fürchte auch, daß es bei den Kämpfen viele zivile Opfer gibt, aber die gibt es genauso, wenn man gar nichts macht. Glaubt mir, ich hasse Krieg, aber in diesem Fall gibt es keine Wahl, wenn man die Menschen retten will. Wir im Westen haben uns jetzt schon der jahrelangen unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht und die Amerikaner ganz besonders, weil sie die Taliban bewaffnet haben. Jetzt haben die Amerikaner eine Gelgenheit, gleichzeitig die Terroristen unschädlich zu machen und ihre Schuld am afghanischen Volk abzutragen. Ich hoffe, daß ihre Versprechungen, die Zivilisten zu schonen, nicht nur leere Worte sind.

Juhu!

MuslimMama 23.09.2001 - 05:16
>America: A Tribute To Heroes. TV, N24, Samstag, 21:30 Uhr. >Die beste Kriegspropaganda meines Lebens. Das muß man mal >erlebt haben

Hab beim Zappen kurz die magersüchtige Maria Carey dort singen gesehen die neulich in die Psychatrie eingeliefert wurde, hatte wohl Auslauf.. äh... Ausgang.

PS: Nix gegen Psychatrieopfer.
 http://www.irrenoffensive.de

zur Diksussion um den arte-Themenabend

anni 23.09.2001 - 15:48
der arte-Themenabend war richtig gut, eine Erholung im allgemeinen Medieneinheitsbrei. In diesem Zusammenhang, möchte ich auf einen sehr guten Hintergrundartikel von Michel Chossudovsky "Wer ist Usama Ben Laden" hinweisen, falls er in indymedia noch nicht veröffentlicht ist... Der Artikel ist über die anti-imperialistische Korrespondenz (aik) zu erhalten. e-mail an:  raussendorf@web.de
Der Artikel skizziert sehr genau, was unter der Unerstützung der Taliban durch die USA und ihre "geheimen Operationen", die ja auch jetzt wieder angekündigt wurden, zu verstehen ist.

zum arte-Themenabend

anni 23.09.2001 - 15:56
Der arte-Themenabend war richtig gut, eine Erholung im allgemeinen Medieneinheitsbrei. In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen sehr guten Hintergrundartikel von Michel Chossudovsky "Wer ist Usama Ben Laden" hinweisen. Der Artikel macht sehr deutlich was unter der Unterstützung der Taliban durch die USA und ihre "geheimen Operationen", die sie ja jetzt aktuell wider ankündigen, zu verstehen ist. Wenn bei indymdia der Artikel noch nicht veröffentlicht oder im Archiv ist, er ist in der übersetzten Fassung zu erhalten unter anti-imperialistische Korrespondenz (aik) - e-mail an  raussendorff@web.de

zum arte-Themenabend

anni 23.09.2001 - 16:07
sorry, jetzt ist der Kommentar zweimal drin, konnte das erste abschicken nicht mehr stoppen. Die e-mail Adresse ist falsch. Also für den Artikle e-mail an  raussendorff@web.de
als dann

Nur ein paar Anmerkungen...

Meyer 11.10.2001 - 03:31
Wie gesagt, nur ein paar Anmerkungen:
- Es ist durchaus nicht sicher, dass die Taliban am Ende des
Krieges nicht mehr an der Macht sind, siehe Hussein im
Irak; Ein führender Mudschahedin (ich hoffe, richtig
geschrieben) meinte einen Tag vor dem Angriff (sinngemäß):
Es ist möglich, die Taliban innerhalb weniger Wochen zu
stürzen, aber die USA dürfen nicht angreifen, das würde die
Taliban nur stärken.
- Die Nordallianz besteht nicht aus Heiligen und wird
außerdem voraussichtlich keine Stabilität bringen, da sie
aus sehr unterschiedlichen Gruppen besteht.
- Die USA haben kein Interesse, ein humanes Regime an die
Macht zu bringen, sie wollen Stabilität und Unterstützung
für ihre Interessen in der Region (siehe andere Artikel).
Die Mittel sind ihr dabei erfahrungsgemäß egal.
Insbesondere ist nicht der Punkt, dass sie einen Testplatz
für ihre Waffen wollen,auch wenn der Krieg natürlich auch
den Rüstungsfirmen dienlich ist.
- Zu glauben, die USA würden, bzw. könnten einen
"chirurgischen" Krieg führen, sprich weitgehend frei von
zivilen Opfern, heisst der (nicht nur) amerikanischen
Propaganda aufsitzen. Erstes Beispiel in diesem Krieg ist
das Gebäude mit Leuten, die für die UN arbeiteten, dass in
die Luft gejagt wurde mit vier dieser Mitarbeiter (laut
Aussage eines Überlebenden ist übrigens kein militärisches
Ziel in der Nähe). Weitere etliche Beispiele aus dem Golf-
krieg, dem Kosovo-Krieg usw.. Außerdem gibt es nicht nur
durch die Bomben selbst Opfer, sondern sterben auch sehr
viele Menschen (vor allem Kinder) durch die Strapazen einer
Flucht.- Meiner Meinung nach ist es Aufgabe der afghanischen
Bevölkerung, die Taliban zu stürzen. Das habe ich im Bezug
auf Serbien auch gesagt, wurde ausgelacht, aber sie haben
es dann schließlich doch getan.
Nur ein paar Punkte wie gesagt - msG Meyer