Lauschangriffe und Rasterfahndungen

hl (harry lime) 21.09.2001 04:57
schöne neue welten öffnen sich dem auge des grossen bruders, seid wachsam, denn ihr werdet überwacht.
1. die geheimdienste haben gewusst, dass etwas passieren wird, waren nur vom ausmass überrascht.

es kann nicht sein, dass die besten und grössten geheimdienste der welt nichts von einem terroristischen anschlag gewusst haben, gleich danach aber innert stunden die ersten verhaftungen vornehmen und alle schuldigen bestimmt haben. ich bezweifle jedoch keineswegs, dass auch die geheimdienste überrascht waren von ausmass, präzision und medialer ästhetik der attentate. grund für das nichtverhindern wollen könnte sein, dass

2. amerika, und nicht der terror hat am "schwarzen dienstag" gesiegt hat.

raketenabwehrschild ist bewilligt, "echelon", das weltweite abhörsystem wird ausgebaut, grosse provider wie aol installieren bereits "carnivore", die rüstungsindustrie erlebt einen ungeahnten aufschwung, die kriegsgeilen republikaner dürfen sich auf "jahrelange konflikte" freuen, in den augen der weltöffentlichkeit legitimiert durch die flugzeuge, die etwas unerwartete destinationen angeflogen haben.
cia, fbi, us-army etc. erhalten plötzlich riesenbudgets.
verlierer sind palästinenser, die jetzt wieder grossflächig massakriert werden, araber, denen ein weltweiter rassismus droht, die täter, denn sie werden ausgerottet werden (so man denn die richtigen eruiert), nicht zu vergessen, die unschuldigen afghanen und sonstigen araber, die bald von amerikanischen panzern ausradiert werden.

3. es etabliert sich ein gefährlicher überwachungsstaat in amerika und leider auch in europa

big brother wird uns bald überall zuschauen, unter dem vorwand der terrorismusbekämpfung, überwachungssysteme werden im namen der sicherheit florieren, mit unschätzbaren folgen. jeder, der orwell gelesen hat und mehr als drei hirnzellen hat, kann sich ausmalen, wohin das führt. leider geht dies unter in all den bildern aus ny und washington, ich bedaure uns mehr als die toten amerikaner und hoffe ehrlich, diese zukunft nicht mehr erleben zu müssen.

4. kein republikaner ist ein "unschuldiges" opfer

denn er hat einen kriegstreiber gewählt, also krieg gewollt und nun seine rechnung erhalten. (wobei das wort "unschuldig" in der politischen rhetorik alleine schon eine dissertation verdiente)

4a. amerika braucht sich nicht zu wundern.

man kann nicht jahrzehntelang die ganze welt terrorisieren und glauben, man sei immun. kuba hat keine palästinenser vernichtet, schweden hat vietnam nicht in agent orange gebadet, die schweiz ist immerhin noch ein rechtsstaat, der diesen namen auch verdient etc.

5. pervers sind wir zuschauer, nicht nur die terroristen

es ist pervers, wenn die welt um 5000 tote amis sich die augen aus dem leib weint und gleichzeitig sekündlich kinder verenden, seit jahrzehnten palästinenser, chilenen, nicuaraguaner, iraker, kubaner und andere menschen in zigfacher höhe opfer des amerikanischen terrorismus waren, denen keine schweigeminuten gewidmet wurden, für die keine kerzen entzündet wurden.
es ist pervers, wenn die welt sich gleichzeitig an den bildern aufgeilt und in beileidskundgebungen ertrinkt wegen ein paar amis und darüber vergisst, dass gleichzeitig israel in die besetzten gebiete marschiert, in amerika, china, der türkei uva ländern täglich unschuldige (in china zur zeit hunderte pro tag!!!) durch folter und todesstrafe verenden.
wie welt entpuppt sich angesichts dieser tragödie (wie sie kein autor besser hätte entwerfen können) als eine heuchlerisch, sentimentale (=gefühllose) gemeinschaft von hirn- und herzkranken. allenfalls als auto-psycho-hygiene können brennende kerzen und ähnliche lächerlichkeiten noch akzeptiert werden.

5b. pervers ist auch jeder, der angesichts dieser kriegshetzerischen schweinsköpfe mit generalsabzeichen oder gar präsidentenamt keinen brechreiz kriegt.

6. osama bin laden hat bis heute kein einziges attentat gestanden.

und das fbi hat uns bereits die tode marylin monroes und john f. kennedys aufs wunderbarste erklärt, auch der oklahomabomber war ja anfangs bin laden, bis sie den rechtsextremen verhaften mussten.
ausserdem ist afghanistan ein strategisch wertvolles land im östlichen erdölgeschäft.

7. solidarität ja, aber mit den opfern des krieges.

und der "schwarze dienstag" war kein krieg, keine kriegserklärung, es fehlt der sichtbare feind, krieg gibt es zwischen mind. zwei staaten (völkerrechtlich so definiert), aber kein staat hat sich bis jetzt dazu bekannt. solidarisieren wir uns also (wenn überhaupt) mit den zivilien afghanen, die seit 1979 nichts als krieg erlebt haben und nun wieder (immer noch) an der reihe sind.
das völkerrecht wird bereits heute mit füssen getreten, wenn auch erst rhetorisch, aber so beginnt die indoktrination des pöbels, powell, rumsfeld und bush haben nicht nur ihren macchiavelli, sondern auch ihren goebbels sehr gut studiert.

8. der anschlag hat auch seine guten seiten.

er war nämlich auch ein anschlag auf den ausbeuterischen kapitalismus des westens, auf die zunehmend faschistoide globalisierung, die spätestens seit davos und genua mit aller macht zu bekämpfen sind.

9. deshalb: nein zum krieg, nein zu echelon, nein zu noch mehr blut!

hl
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Ergänzungen

AOL ist besonders Fleissig!

Krümel 21.09.2001 - 18:12
Die sind so Perfekt, die killen dir Softmässig Vertragwidrig den Zugang Ohne Begründung, auch nach Mehrmaliger Aufforderung, die manipulieren den Zugang das du nur noch auf die Startseite von indy, auch den Internationen, und nicht Weiter kommst, und das Letzte mal hatte die AOL Suchmaschine indy auch nicht im Programm, das Einzige indy das Erreichbar und Funktionstüchtig über AOL war, war so ne Südsee Insel.

AOL?

Nie wieder AOL 22.09.2001 - 03:40
Keine Ahnung, was AOL sperrt ... Und die AOL-Suche, naja ... Versuch doch anonym über www.safeweb.com o.ä. zur Adresse zu gehen. Da sieht AOL den von Dir eingegebenen Domainnamen erst gar nicht, glaube ich ... Oder ist bei denen totaler Verfolgungswahn angesagt und sperren die gleich alle Anonymizer und anonymen Freemailer? Aber IMHO: Wer mit AOL surft, hat selber Schuld. Das einzig Positive: Man bekommt mehrere E-Mail-Adressen, die im Gegensatz zu T-Online auch nicht direkt auf den Teilnehmer zurückzuführen sind. Ansonsten nach meinen Erfahrungen mit AOL: Katastrophaler Datenschutz (Datensammelwut, Adressen- und Datenverkauf), unglaublich miserabler Service etc.pp. AOL NEIN DANKE !