Berlin: Demo

GIB, BamM 19.09.2001 14:50
Text des Aufrufs, zugleich Presseerklärung zur Demonstration am 22. 9. in Berlin
Demonstration: Keine Vergeltung – kein Krieg!

Samstag, 22. September, 14 Uhr Rotes Rathaus


Ein Bündnis unterschiedlicher Organisationen und gesellschaftlicher Gruppen wird am kommenden Samstag, 22. 9., in Berlin gegen Vergeltung und Krieg demonstrieren. Die Demonstration beginnt am Roten Rathaus und endet am Außenministerium.

Die Demonstration richtet sich gegen die Vorbereitung von Militärschlägen oder einem Krieg gegen einzelne Länder des Nahen und Mittleren Ostens, was viele weitere Opfer in der Zivilbevölkerung kosten wird.

Der Protest richtet sich ebenso gegen die Diskriminierung von ImmigrantInnen, insbesondere arabischer Herkunft, die eine neue Qualität anzunehmen droht.

Außerdem wendet sich die Demonstration dagegen, die Empörung über die Anschläge in den USA zu instrumentalisieren, um demokratische Rechte weiter einzuschränken.

Solidarität mit den Opfern weltweit!

Stopp jeder Militäraktion von USA, Nato und Bundeswehr!

Stopp der rassistischen Hetze gegen ImmigrantInnen!

Stopp dem Abbau demokratischer Rechte!



Bündnis gegen Krieg
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Ergänzungen

Stoppt alle

Bodo Franke 20.09.2001 - 23:59
Wer stoppt Euch endlich?

Diesmal übertrefft ihr euch selber, es ist noch nichts passiert, außer den tausenden von Opfern in USA, aber ihr verurteilt schon einen Vergeltungsschlag der gar nicht stattgefunden hat.
Pervers wär vielleicht zutreffend oder auch krank, zum Glück seid ihr eine kleine Minderheit die lediglich laut schreit.

Das Falsche im Falschen

1 (ein) antidetuscher kommunist 22.09.2001 - 14:52
Auch wenn es falsch ist in das Kriegsgeheul der Bürgerlichen einzustimmen bleibt doch festzuhalten daß es sich bei den Attentätern um Faschisten handelt, weil Wall Street und Pentagon genau jene Punkte sind die bei Antisemiten als Zentren der Weltverschwörung gelten müssen. Sicher ist es richtig daß die Toten von NY in der täglichen Barbarei des Kapitalismus fast untergehen, aber ein gezielter Mordanschlag auf Menschen die man irgendwie mit der bösen Weltmacht assoziiert überbietet die "unterlassene Hilfeleistung" (man möge mir die juristischen Begriffe verzeihen) der täglich Tausenende zum Opfer fallen noch an Barbarei.

Die Linke muß die Voraussetzung sowohl des Antisemitismus als auch des (blutigen) Status Quo abschaffen: die kapitalistische Ordnung. Solange ihr das nicht gelungen ist sollte man ein wenig aufpassen wo man sich im Krieg zwischen den Verfechtern des Kapitalismus und den ihm entsprungenen Faschisten vom Schlag der NY-Attentäter positioniert: Die weltweite "anti-islamistische Einheitsfront" ist nämlich hauptsächlich eine verbale. Kann man sich vorstellen daß ein ähnlicher Anschlag in FfM stattfinden würde? Kaum. Man braucht nur zu betrachten wie z.B. Arafat (der zwar kein islamistischer Terrorist ist aber bestens mit solchen zusammenarbeitet) seinen treuen Fischer Joseph ans Herz drückt um zu sehen daß die Feindschaft gegen den großen Satan USA und das seelenlose Kapital (im Gegensatz zum Tobingesegneten Volksvermögen mit Blut-und-Boden-Siegel) alle rassistischen und politischen Schranken überbrückt. (andere Beispiele auf Anfrage)

Wenn die (christlich verbrämte..?) Vergeltung der NATO auch erfahrungsgemäß über das Ziel hinausschießen, auch Unschuldige treffen und nicht gerade eine emanzipierte Gesellschaft hinterlassen wird (wobei immer noch die Chance besteht daß niemand es sich leisten kann es sich mit der gesammten arabischen Welt zu verderben und darum die Angriffe recht präzise ausgeführt werden) so würde sie in diesem Fall doch ausmahmsweise das Richtige im Falschen tun, wäre das kleinere Übel. Damit wir uns richtig verstehen: für dieses "Richtige im Falschen" zu kämpfen ist nicht Sache der Linken. Wer aber jetzt auf die Straße geht gegen einen Krieg der sich in erster Linie gegen Faschisten richtet, reiht sich, gewollt oder nicht, in die antisemitische Einheitsfront ein, der neben Ibn Ladin auch Fischer Joseph und zahllose andere grün-braun lackierte kapitalistischen Zeitgenossen angehören, der kämpft für das Falsche im Falschen.