Potsdam: Antikriegsdemo in Potsdam

Potsdamer Bündnis gegen den Krieg 19.09.2001 01:24
Am Sonntag, 23.09., findet in Potsdam eine Demonstration als Reaktion auf die Ankündigung eines "Vernichtungsfeldzuges" der USA/NATO statt. Treff: Platz der Einheit, Deserteurdenkmal, 14:00 Uhr.
Potsdamer Bündnis gegen den Krieg:

Aufruf zur Demonstration:

Mord bleibt Mord:
Gegen Kriege und Vergeltungsschläge

Sonntag, 23. Sept. 2001
14:00 Uhr
Deserteurdenkmal, Platz der Einheit, Potsdam

(aus Berlin: S7 Richtung Potsdam Hbf, dann weiter mit der TRAM Richtung Kirschallee, Bhf. Pirschheide, Schloß Charlottenhof, Fontanestraße oder Glienicker Brücke; Ausstieg: Haltestelle "Platz der Einheit", oder zu Fuß über die Lange Brücke und immer geradeaus, ca. 10 Min)


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Wem nützt der Anschlag auf das World Trade Center?

Der Schock sitzt tief über den Tod tausender unschuldiger Menschen. Viele haben Angst, dass sich die Spirale der Gewalt weiter dreht – bis hin zu einem neuen Krieg des Westens gegen die arabische / muslimische Welt. Die USA will Vergeltung, auch um den Preis genauso unschuldiger Opfer wie bei dem Angriff auf das WTC.

Die meisten Opfer des Anschlags waren ArbeiterInnen und Angestellte. Alles, was jetzt die PolitikerInnen an Gesetzes-änderungen, Kriegseinsatz und- ausgaben ankündigen, wird sich ebenfalls gegen ganz normale Werktätige richten. Auch jede Kritik der letzten Monate zum Beispiel an der ”Globalisierung” oder an der Situation in Palästina, wurde durch den Terroranschlag in den Hintergrund gedrängt. Paradox: Einen größeren Gefallen hätten die Attentäter dem US-Präsidenten und den Herrschenden nicht tun können.

Die USA trainierten ihre Feinde

Schuldige haben USA und NATO bereits in Bin Laden und den Taliban ausgemacht. Solange in Afghanistan der Krieg gegen die frühere Sowjetunion tobte, taten die USA mit ihrem Geheimdienst CIA alles, um die Islamisten bis an die Zähne zu bewaffnen. Die USA lieferten zum Beispiel hochmoderne Flugabwehr-Raketen.

Nach dem Abzug der Sowjettruppen ging der Bürgerkrieg weiter, 1994 tauchten die islamistischen Taliban auf und übernahmen in Grenzenprovinzen Afghanistans die Macht. Der mit dem CIA eng zusammenarbeitende pakistanische Geheimdienst ISI bildete die „Gotteskämpfer” aus, um Afghanistan zu „befrieden”. Dies geschah im Interesse und in Absprache mit den USA. Auf ihrer Seite, wenn auch für eigene Ziele, kämpfte damals ein Freiwilliger: Bin Laden.

Dass solche Entwicklungen keine Ausnahme sind, zeigt das Beispiel Saddam Hussein. Auch sein Regime wurde von den USA aus- und aufgerüstet. Hussein war für die USA ein treuer Verbündeter gegen Khomeni und die iranische Revolution. Auch hier wurde die USA nicht die Geister los, die sie gerufen hatten. Was sie jahrzehntelang unterstützten, fällt heute im Sinne des Wortes auf seine Urheber im Pentagon als Terror zurück.

Die gefährliche Rolle des Weltpolizisten Nr. 1

Woher kommt der abgrundtiefe Hass gegen die USA, der in den arabischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern so stark verbreitet ist? Die USA war nach dem 2. Weltkrieg bis heute an Hunderten von Kriegen und Konflikten direkt und indirekt beteiligt. Sie lieferten und liefern weltweit Waffen an diktatorische Regime und nahezu jeden, der dafür zahlt. In Kolumbien führt die USA ihren schmutzigen Krieg. Die Vereinigten Staaten bombardierten Libyen, den Irak und den Sudan. Das Resultat waren Zehntausende Tote unter der Zivilbevölkerung. Wo den USA eine Regierung und eine gesellschaftliche Entwicklung nicht passen, werden Putsche und Massaker organisiert.

In Chile wurden 1973 mit Hilfe der USA die linke Regierung Allende gestürzt und anschließend vom Militär 20.000 Menschen massakriert. In Vietnam führten die USA einen jahrelangen Krieg, in dem 2 Millionen Menschen bestialisch ermordet wurden. Auf dem Balkan wurde Jugoslawien mit Hilfe der NATO-Staaten angegriffen – nicht um Menschenrechte zu verteidigen, sondern um eigene Interessen durchzusetzen. Das schürt bei den Betroffenen Hass. Wir wollen und dürfen nicht Opfer gegen Opfer aufrechnen. Wer aber die Rolle der USA als Weltpolizist Nr. 1 nicht versteht, wird auch den Terror religiöser oder faschistischer Fanatiker nicht verstehen können.

Krieg des „Guten” gegen das „Böse”?

US-Präsident Bush nutzt die Katastrophe politisch aus. Die US-Streitkräfte sollen weltweit jederzeit jeden Gegner angreifen dürfen. Für dieses Ziel müssen die zivilen Terror-Opfer (von den toten Militärs im Pentagon ist kaum die Rede) in einer beispiellosen Medienkampagne herhalten. Nicht umsonst verdrängt bei den Massenmedien und den PolitikerInnen die ”Solidarität mit den USA” die Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen. Die öffentliche Meinung soll auf „Krieg” eingeschworen werden. Wenn die Poli-tikerInnen in der BRD ihr Beileid für die Opfer bekunden, ist das eine Sache. Doch auch Bundeskanzler Schröder versucht den Schock und die Trauer um die Opfer des Terroranschlags für seine eigenen politischen Zwecke zu nutzen.

Die BRD will mit den USA in den Krieg ziehen. Gegen wen? Das wissen die Kreuzzügler gegen den Terrorismus noch nicht. Die große Koalition aus SPD, CDU, FDP, Grünen, Gewerkschaftsvorständen und Kapitalverbänden, die sich „hinter die USA” stellt, kalkuliert dabei leichtfertig mit ein, dass Hauptopfer des „Gegenschlags” unschuldige ZivilistInnen sein werden. Wen auch immer die USA mit Unterstützung der NATO angreifen werden, die sozialen Wurzeln des Terrorismus werden nicht beseitigt werden. Es droht stattdessen eine neue Welle kriegerischer und terroristischer Gewalt weltweit. Es droht noch mehr rassistische Ausgrenzung, Aushebelung demokratischer Rechte und Ausdehnung der Kluft zwischen arm und reich.

Deshalb: Nein zum Terror, nein zum Krieg!

Potsdamer Bündnis gegen den Krieg
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Ergänzungen