Die Tragödie vom 14. September
Am vergangenen Freitag, mittags um zwölf, standen viele Menschen in Solidarität mit den Opfern der Attentate in den U.S.A. für 3 Minuten still. Traurig, dieser Moment der kollektiven, grenzüberschreitenden Trauer.
Viele Dinge, die im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in den Staaten geschehen und erwähnt werden, zeigen Spuren von manipulativem und propagandistischem Charakter auf. So ähnelt die Rhetorik Bushs, Powells und Cheneys verblüffend derjenigen des Kalten Krieges. Hier die Guten, da die Bösen. Hier die freie Welt, da das dunkle Regime, hier die Demokratie, da die Diktatur.
Wenn von einem Angriff auf die U.S.A. gesprochen wird, so ist das korrekt. Wenn aber kurz darauf die Attentate als Angriffe auf die Demokratie und die freie Welt gewertet werden, so zeugt dies mehr von Propaganda als von Objektivität. Die U.S.A., die Demokratie schlechthin (so jedenfalls ihre Rhetorik), gleich mit diesen Begriffen gleichzusetzen ist Betrug: Wenn in New York die Schwarzen in Slums dahinvegetieren und nebenan die Weissen in Hochhäusern wohnen, wenn Rassismus nichts anderes als ein vergangenes und verdrängtes Thema (die Anti-Rassisumskonferenz von Durban zeigte es nur zu deutlich) ist, wenn... es gibt zuviele Argumente, die die Vereinigten Staaten von der demokratischen Idee trennen. Ebenso scheinen die amerikanischen Supermenschen auf noch nie was von Demokratie in der Aussen- und Handelspolitik gehört zu haben.
Auch mit einer freien Welt ist die U.S.A. nicht vergleichbar. Zur Freiheit gehört weit mehr, als illegal und unterbezahlt arbeiten, ohne Heim und unter dem Existenzminium leben zu müssen. Wenn sich eine Mensch Freiheiten gar nicht mehr leisten kann, weil sie von materiellen Umständen abhängt, wenn die Freiheit an Diskriminierung zu Grunde geht, wenn die eigene Freiheit in ungleichem Masse auf die Kosten der Freiheit des anderen geht, dann exekutiert sich dieser Begriff von selbst.
Dieses Hochhalten der amerikanischen Werte Freiheit und Demokratie ist nichts Neues, sie tritt vor allem in politischen Extremfällen immer wieder zu Tage. Nicht zuletzt auch mit diesem rhetorischen Mittel versucht die amerikanische Regierung nun, das Volk geeint hinter sich und seine (Kriegs-)Pläne zu bringen, von innenpolitischen Schwierigkeiten und den zunehmenden aussenpolitischen Differenzen mit dem Rest der Welt abzulenken.
Und der Westen fällt darauf herein. Kein Wort gegen die Staaten, keine Bemerkungen zu deren terroristischen Machenschaften, im Gegenteil: Kopf voran in einen neuen Krieg. Nur ist der Gegner noch nicht allen klar. Hauptsache Krieg also? Hauptsache Rache und Vergeltung, Hass?
Und dann noch der globale Trauertag. Überall harrten sie zu bestimmten Zeitpunkten für Minuten aus, in der Schweiz unterbrachen viel Betriebe um 12 Uhr mittags ihre Geschäfte, liess die SBB während dreier Minuten keine Züge mehr aus den Bahnhöfen, stoppten Menschen auf ihrem Weg. Wofür? Für die Demokratie, für die freie Welt? Für Amerika? Für die Opfer? Gegen die Terroristen aus Afghanistan, gegen Terrorismus als solchen? Wofür auch immer, es geschah nicht zuletzt auf Diktat der U.S.A. Auch die bürgerlichen Medien, allen voran CNN spielten mit.
Wieviele Tote verursacht die US-amerikanische Aussen- und Handelspolitik täglich? Wer stand still, als im Balkan mal wieder Krieg tobte, wer unterbricht seinen Gang wegen den unterdrückten Palästinensern, Tschetschenen, Afrokolumbianern, Zapatisten? Wenn am letzten Freitag schon geschwiegen werden sollte, dann gab es genug andere Anlässe dafür, dann könnten wir jeden Tag stundenlang schweigen und uns besinnen. Die Feinde kommen nicht nur vom Taliban-Regime.
Tatsächlich geschieht gerade ein Angriff auf die Demokratie. Allerdings von Seiten der U.S.A. (Informations-)Manipulation und gezielte Propaganda, ein in Kürze für u.a. Kriegszwecke verabschiedetes 40 Milliardenbudget, rhetorische Angriffe auf arabische Staaten und die islamische Religion, etc. sprechen nicht gerade von demokratischen Feingefühl, viel eher von Macht. Düstere Zukunftsaussichten steigen aus dem Staub der Trümmer Manhattens auf...
Wenn von einem Angriff auf die U.S.A. gesprochen wird, so ist das korrekt. Wenn aber kurz darauf die Attentate als Angriffe auf die Demokratie und die freie Welt gewertet werden, so zeugt dies mehr von Propaganda als von Objektivität. Die U.S.A., die Demokratie schlechthin (so jedenfalls ihre Rhetorik), gleich mit diesen Begriffen gleichzusetzen ist Betrug: Wenn in New York die Schwarzen in Slums dahinvegetieren und nebenan die Weissen in Hochhäusern wohnen, wenn Rassismus nichts anderes als ein vergangenes und verdrängtes Thema (die Anti-Rassisumskonferenz von Durban zeigte es nur zu deutlich) ist, wenn... es gibt zuviele Argumente, die die Vereinigten Staaten von der demokratischen Idee trennen. Ebenso scheinen die amerikanischen Supermenschen auf noch nie was von Demokratie in der Aussen- und Handelspolitik gehört zu haben.
Auch mit einer freien Welt ist die U.S.A. nicht vergleichbar. Zur Freiheit gehört weit mehr, als illegal und unterbezahlt arbeiten, ohne Heim und unter dem Existenzminium leben zu müssen. Wenn sich eine Mensch Freiheiten gar nicht mehr leisten kann, weil sie von materiellen Umständen abhängt, wenn die Freiheit an Diskriminierung zu Grunde geht, wenn die eigene Freiheit in ungleichem Masse auf die Kosten der Freiheit des anderen geht, dann exekutiert sich dieser Begriff von selbst.
Dieses Hochhalten der amerikanischen Werte Freiheit und Demokratie ist nichts Neues, sie tritt vor allem in politischen Extremfällen immer wieder zu Tage. Nicht zuletzt auch mit diesem rhetorischen Mittel versucht die amerikanische Regierung nun, das Volk geeint hinter sich und seine (Kriegs-)Pläne zu bringen, von innenpolitischen Schwierigkeiten und den zunehmenden aussenpolitischen Differenzen mit dem Rest der Welt abzulenken.
Und der Westen fällt darauf herein. Kein Wort gegen die Staaten, keine Bemerkungen zu deren terroristischen Machenschaften, im Gegenteil: Kopf voran in einen neuen Krieg. Nur ist der Gegner noch nicht allen klar. Hauptsache Krieg also? Hauptsache Rache und Vergeltung, Hass?
Und dann noch der globale Trauertag. Überall harrten sie zu bestimmten Zeitpunkten für Minuten aus, in der Schweiz unterbrachen viel Betriebe um 12 Uhr mittags ihre Geschäfte, liess die SBB während dreier Minuten keine Züge mehr aus den Bahnhöfen, stoppten Menschen auf ihrem Weg. Wofür? Für die Demokratie, für die freie Welt? Für Amerika? Für die Opfer? Gegen die Terroristen aus Afghanistan, gegen Terrorismus als solchen? Wofür auch immer, es geschah nicht zuletzt auf Diktat der U.S.A. Auch die bürgerlichen Medien, allen voran CNN spielten mit.
Wieviele Tote verursacht die US-amerikanische Aussen- und Handelspolitik täglich? Wer stand still, als im Balkan mal wieder Krieg tobte, wer unterbricht seinen Gang wegen den unterdrückten Palästinensern, Tschetschenen, Afrokolumbianern, Zapatisten? Wenn am letzten Freitag schon geschwiegen werden sollte, dann gab es genug andere Anlässe dafür, dann könnten wir jeden Tag stundenlang schweigen und uns besinnen. Die Feinde kommen nicht nur vom Taliban-Regime.
Tatsächlich geschieht gerade ein Angriff auf die Demokratie. Allerdings von Seiten der U.S.A. (Informations-)Manipulation und gezielte Propaganda, ein in Kürze für u.a. Kriegszwecke verabschiedetes 40 Milliardenbudget, rhetorische Angriffe auf arabische Staaten und die islamische Religion, etc. sprechen nicht gerade von demokratischen Feingefühl, viel eher von Macht. Düstere Zukunftsaussichten steigen aus dem Staub der Trümmer Manhattens auf...
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Ergänzungen
Meine Meinung
Vielen Dank für diese Analyse
Gruß
Zensur
Wie fühlt man sich eigentlich?
Eine Meinungsäußerung
Hallo Doodi
wenn du den Bush und die Ammiländer so prima findest, dann wander doch dahin aus und nimm gleich den oder die mit, die oder der für dich getippt hat. Du Armer.
Die Alternative
yes!
Das war ja sehr überzeugend!
Diese messerscharfe Logik!
Und diese überzeugende Argumentation!
Ich bin beeindruckt!
Einen schönen Flug wünsch ich Dir!
Und: Bild-Zeitung nicht vergessen!
An Indymedia
Bitte schafft die Rubrik Kommentare ab. Dieses Tastaturgemotze bringt nichts und ist es nicht wert, ins Netz gestellt zu werden. Schade ist es natürlich um die Kommentare, die wirklich inhaltlich sind. Aber derer sind es zu wenige. Also Bitte, bitte...
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Vielleicht reicht ja ein Entschuldigung
Laßt uns es doch einfach so sagen, sollten wir den Terroristen nicht die gleiche Möglichkeit geben, wie den Amerikanern beim Abschuß auf ein iranisches Passagierflugzeug"Entschuldigung, das war ein Versehen"
Klingt zwar hart aber eines Wissen alle, wer "der Böse" ist, würden jetzt gerne gezeigt bekommen wer "der Gute" ist.
dooodie nein dummie
Aber...