Unterschriften für Friedenserklärung

Julia 15.09.2001 16:23
verschiedene deutsche und europäische Friedensgruppen haben eine Erklärung veröffentlicht, die, wie ich glaube konsensfähig ist. Daher die Bitte zu unterschreiben, kopieren, weiterreichen
Brücken bauen, Gewalteskalation verhindern!
Erklärung von Friedensorganisationen
Die Welt droht nach dem 11. September 2001 kälter und kriegerischer zu werden. Mit dem Entsetzen und Mitgefühl für die Opfer und deren Angehörige verbindet sich auch die Furcht, dass die US-Administration nach dieser beispiellos brutalen Terroraktion in der Logik der Gewaltspirale zurückschlägt und neue Eskalationen folgen.
Nachzudenken ist auch über die politischen Bedingungen, die es möglich gemacht haben, dass ein Teil der Menschen in einigen Völkern "den Westen" und insbesondere die USA so hasst, dass eine Gruppe von Terroristen anscheinend meint, sich bei ihrem Massenmord auf diese Unterdrückten beziehen zu können. Wir sind mit den Menschen in den USA in ihrem Schock und Leiden uneingeschränkt solidarisch. Das kann aber nicht heißen, mit allen Entscheidungen der US-Regierung im "monumentalen Kampf", den "das Gute gegen das Böse" nach Präsident Bush jetzt zu führen hat, einverstanden zu sein und sich per NATO-Bündnisfall vielleicht an militärischen Racheaktionen zu beteiligen oder sie zu unterstützen. Militärschläge nützen weder den Opfern des Terrors noch sind sie ein geeignetes Mittel zur Verhinderung oder Eindämmung des Terrorismus.
Wir befürchten weiter: Mit den auf dem Verdacht gegen die Gruppe von Osama bin Laden oder andere islamische Fundamentalisten beruhenden Thesen von einer "Kriegserklärung gegen die zivilisierte Welt" (Bundeskanzler Schröder), könnte die bereits schon länger von christlich-abendländischen Fundamentalisten proklamierte Ansicht vom "Kampf der Kulturen" in den westlichen Gesellschaften gefährlichen Zulauf gewinnen. Die Trennung in eine "zivilisierte" und eine "unzivilisierte Welt" vertieft die Gräben.
Es gibt keine Religion, die solche Terrorakte rechtfertigen würde. Jetzt kommt es darauf an, in unseren Gesellschaften keine Feindschaft gegen "den Islam" generell zuzulassen sondern vielmehr Brücken zu bauen.
Gegenüber blankem Terror gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Eine Politik, die den Terrorismus wirksam bekämpfen und eindämmen will, muss ihm den sozialen, politischen und ideologischen Nährboden entziehen, in dem er gedeiht. Ein Klima des Hasses und der Intoleranz und eine Politik, die Gewalt mit Gegengewalt und Gegengewalt mit neuer Gewalt beantwortet, bereitet auch den Boden für neue Terrorakte. Dem Terrorismus durch zivile Maßnahmen und durch die Stärkung des Rechts und der Gerechtigkeit den Boden zu entziehen ist langfristig das bessere Mittel als der Gedanke an Rache und militärische Vergeltung.
Trotz aller Wut und Trauer appellieren wir an die US-Regierung und deren Verbündete, besonnen und nicht mit militärischer Gegengewalt zu reagieren. Dies kann unser Beitrag dafür sein, dass ein weiteres Drehen an der Gewaltspirale verhindert werden kann.
Initiiert von:
Abrüstungsinitiative Bremer Kirchengemeinden; AG Zivile Konfliktbearbeitung im Netzwerk Friedenskooperative; Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.; Attac Deutschland; BICC - Internationales Zentrum für Konversion Bonn; Bonner Friedensbüro; Bremer Friedensforum; BUKO-Kampagne "Stoppt den Rüstungsexport"; Bund für Soziale Verteidigung (BSV); Bundesausschuss Friedensratschlag; Darmstädter Friedensforum; Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen: DFG-VK Baden-Württemberg; DFG-VK Kiel; DFG-VK Freiburg; Europäisches Bürgerforum; Institut für Theologie und Politik, Münster; Internationale der Kriegsdienstgegner/innen e.V.; IPPNW-Regionalgruppe VS-Villingen; JungdemokratInnen/Junge Linke NRW; Vorstandsmitglieder des "Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIFF) e.V."; Fördergemeinschaft für Umwelt, Bildung, Arbeit e.V.: Frauennetzwerk für Frieden e.V.; Friedensausschuss der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker); Friedensinitiative Nottuln; Gesellschaft Kultur des Friedens; Gesellschaft zur Förderung der gemeinsamen Verantwortung von Müttern und Vätern (EFAV e.V.); Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen; Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär; Gruppen der Berliner Friedenskoordination; Kölner Freiwilligen Agentur e.V.; Komitee für Grundrechte und Demokratie; Kampagne gegen Rüstungsexport, Kasseler Friedensforum; Lebenshaus Schwäbische Alp - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.; Linkes Netzwerk Bochum; Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.; Ohne Rüstung Leben (ORL); Pax Christi Gruppe Gewaltverzicht München; Promondial - Organisation für emanzipatorische Zusammenarbeit e.V.; Rheingauer Friedensinitiative; Rüstungs-Informationsbüro Baden-Württemberg (RIB); PDS-NRW Landesvorstand; Service Civil International - Deutscher Zweig e.V.; Versöhnungsbund - deutscher Zweig (VB); VB - Landesgruppe Baden-Württemberg; Zentralamerikakomitee Bochum.

Unterschriftenliste Bitte zurück an: Netzwerk Friedenskooperative, Römerstr. 88, 53111 Bonn
Weitere Informationen im Internet unter www.friedenskooperative.de
Spendenkonto: Förderverein Frieden e.V., Konto-Nr. 33 0 35 bei Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00), Stichwort: "Gewaltspirale durchbrechen!" Ich unterstütze die Erklärung von Friedensorganisationen zu den Terroranschlägen in den USA "Brücken bauen, Gewalteskalation verhindern!"
Mit der Veröffentlichung meines Namens und der Weitergabe dieses Appells an die US- und die Bundesregierung bin ich einverstanden. Vorname, Name, Adresse, Unterschrift
E-Mail:  friekoop@bonn.comlink.org
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Ergänzungen

@ Julia

is ega 15.09.2001 - 17:15
Ihr glaubt doch nicht im ernst, dass die USA wegen ein "paar" Unterschriften die millitärischen Aktionen gegen Afghanistan und den anderen "bösen" Ländern sein lässt. Wie soll denn da die Weltmacht vor den anderen Staaten dastehen? Und außerdem sind solche Aktionen ideal dafür, neue Waffen zu testen.Ich hoffe nur, dass es nicht zum 3.Weltkrieg kommt.

besser als garnix machen...

garglo 15.09.2001 - 18:17
...und bloss entmutigende kommentare von sich zu geben.
kannst ja zuhause am fersneher sitzen bleiben, saufen, kiffen, fussbal gucken und damit deinen teil beisteuern - viel spass.

Weiter So

Another Society 15.09.2001 - 23:04
Um ehrlich zu sein glaube ich auch nicht, daß sich Amerika von einer Unterschriftenaktion abhalten läßt, aber in unserer momentanen Lage sollten wir alles uns mögliche tun was man gegen einen Krieg tun kann. Denn man darf nicht vergessen, daß wir das Volk und somit mitverantwortlich sind für die Haltung unserer Politiker zu einem militärischen Einsatz. Also unterstützt diese Unterschriftenaktion, damit sich unsere Politiker nicht auf das Volk berufen können, so wie in Amerika!

MFG

USA Überzeugen - natürlich lächerlich

Hedda 15.09.2001 - 23:44
Moin.
Natürlich werden wir es nicht schaffen, die USA zu überzeugen, dass das, was sie tun verdammt gefährlich und auch falsch ist.
Was wir aber schaffen können:
A) Deutschland und Europa von unbedingtem Gehorsam (nennt man z.Zt. Solidarität) gegenüber den USA abzubringen.
B) Damit den USA die Rückendeckung zu nehmen - und hoffen, dass, wenn sie nicht mehr die halbe Welt hinter sich haben, sie etwas besonnener reagieren.

16.09.2001 - 05:51
ich frage mich was hier überhaupt los ist? gibt eine bessere lösung als keinen angriff auf unschuldige zu machen, was soll das ganze blabla. deswegen wird es auch keine gegenschlag geben! auch wenn es unwahrscheinlich klingen mag, aber so dumm kann niemand sein dass jemand gesichtlose gegner bekämpfen will, die ihr leben als monition einsetzen.

besser als gar nichts

swen 16.09.2001 - 09:14
.... momentan muessen alle wege beschritten werden, um das klima der rückendeckung/befürwortung/unterstützung eines militärschlages zu verändern...

kill the white nation

hass 16.09.2001 - 18:17
Wer sind die unschuldigen Opfer des antiimperialistischen Angriffs? Banken und ihre Helfershelfer sind keine Unschuldigen im Imperlialismus! Das Pentagon ist nicht die Arbeitsstelle von Unschuldigen! Die Zielrichtung des Angriffs hat voll eingeschlagen. Kritisiert werden muss die Ausführung des antiimperialistischen Gegenschlages von der auch "Unbeteiligte" (=Passagiere der Flugzeuge) betroffen wurden. Dies hatte den Verlust der Vermittelbarkeit zur Folge. Allerdings gibt es keine Unbeteiligten im Imperialistischen Ausbeutungssystem, das System sind Alle! Ohne Sklaven keine Herren! Die einzige Berechtigung zu Trauern haben die Angehörigen und Freunde der Opfer. Die Linke kann die Herrschenden und ihren Regime nicht als Freunde definieren.
Diese Erklärung kann niemand unterschreiben, die aufrecht gegen Ausbeutung kämpft!
Kopf hoch und nicht die Hände!

RE: Antiimperialistischer Defätismus

se_plick 17.09.2001 - 14:50
Danke für den Hinweis, daß wir alle, die im reichen Westen (Norden) leben, keine "Unbeteiligten" im System des Imperialismus sind. Vermutlich gilt diese Aussage für die schwarzen Putzfrauen in WTC und Pentagon ebenso wie für hier lebende, antiimperialistisch denkende Menschen.

Wozu führt diese Erkenntnis bzw. das Beharren darauf?
Ist es nicht einfach nur eine andere Umschreibung dessen, was die herrschenden Eliten uns zu suggerieren suchen, wenn sie von dem "Angriff auf die gesamte zivilisierte Welt reden"? Dieses Gerede dient letztlich nur dazu, die Welt nach eigenem Gutdünken in Gut und Böse zu unterteilen und somit alle anderslautende Vernunft einzunebeln.

Was stattdessen in der aktuellen Sitaution gebraucht wird, ist ein breites Aufwachen und Aufstehen kritische denkender Menschen - gerade in den "imperialistischen" Staaten! Dazu muß eine Gegenöffentlichkeit geschaffen werden, für die es ein breites Bündnis aller Kräfte braucht, deren Verstand der allgegenwärtigen Gehirnwäsche und Kriegspropaganda noch widerstanden hat. Dass die in solchen Bündnissen produzierten Erklärungen in der Regel nicht die schärfsten und prägnantesten sind, sollte allgemein bekannt sein: schließlich sollen sie nicht nur von bestimmten einschlägigen Zirkeln, sondern von Menschen aus unterschiedlichsten Zusammenhängen verstanden und geteilt werden, um Wirksamkeit zu erlangen.

Das Beharren auf deren (unsere) "Beteiligung" am Imperialismus führt nur dazu, die Lähmung und Ignoranz weiter Teile der Gesellschaft gegenüber den von ihrer (unserer) Regierung geplanten Verbrechen aufrechtzuerhalten. An solchem Defätismus dürften auch sich als antiimperialisch bezeichnende Menschen kein Interesse haben.

KEINE VERGELTUNG!
KEINE SOLIDARITÄT MIT MÖRDERN!

Hallo Friedenstrottel

bomber harris 19.09.2001 - 20:12
Wenn die linke jetzt die europäischen staaten dazu aufruft, ihre solidarität mit den usa (or whatever you may call it) aufzukündigen, dann macht sie sich mit den eliten hier gemeinsam, die krodilstränen vergiessen und sich insgeheim die hände über den ´cowboy bush´ reiben. Jede rakete auf die islamistischen terrorbanden wird diese dem natürlichen konkurrenten zutreiben, der sich bald als ´konfliktbegrenzender´ Friedensstifter aufspielen wird. Wer hier den tenor der medien genau verfolgt, wird immer stärker anschwellende antiamerikanische untertöne hören können, die die geheuchelte betroffenheit langsam ablösen.
Früher oder später werden sich europa (oder deutschland, ´s ist gleich) und die usa zueinander ins konkurrenzverhältnis setzen und im darauffolgenden kampf ziehe ich den american way of life dem deutschen tausendmal vor.
Der hauptfeind heißt nicht usa, sondern deutschland!!! Anstatt bush fischer, schröder und scharping anpissen!!!
Wer jetzt gegen die usa demonstriert, demonstriert für Deutsch - Europa !!!

Bomber-"Wehrmachts"-Harris und feuchte Träume

Yo, ab jehta der peta 19.09.2001 - 20:35
Ach unser Nazi.Maskottchen. Das musst Du hier nicht mehr schreiben, das habe ich schon auf einem DVU-Plakat in Lichtenberg gelesen. Na dann mal los, meld Dich bei der Bundeswehr zum Kanacken-Töten. Das ist es doch, was Dich geil macht - oder?