Das Bombardement hat begonnen
Über den Medienkrieg vor dem Krieg und die moralische Mobilmachung in der Öffentlichkeit
Nein, ich spreche noch nicht von dem "Gegenschlag", der "Vergeltung", dem "militärischen Schritt", der schon angekündigt ist. Ich spreche von dem pausenlosen medialen Trommelfeuer, das uns den kommenden Krieg
schmackhaft machen soll. Von Solidarität ist die Rede, von Bündnistreue, davon, daß wir alle Amerikaner seien (wem die Reden von Wilhelm II. vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Erinnerung sind, dem dürfte es bei diesem Gewäsch eiskalt über den Rücken laufen). Das Heucheleibarometer schießt in ungeahnte Höhen: Sondersendungen, Gottesdienste, Pressekonferenzen bis hinab auf die Ebene von Kleinstadtbürgermeistern, lachhafte Debatten um die Austragung von Fußballspielen und dergl. bleuen dem Zuschauer ein, daß "wir" angegriffen worden sind, "unsere" Freiheit, ja "unser" Leben bedroht ist, und daß dagegen mit allen nur zur Verfügung stehenden Mitteln vorgegangen werden muß. Was ist geschehen? Eine bisher nicht identifizierte Gruppe hat den größten Terroranschlag in der Geschichte verübt und Tausende von Menschen ermordet. Die Empörung ist groß, der Schock sitzt tief, und bevor noch irgend etwas klar ist, bevor sich
auch nur irgend jemand dazu bekannt hat, soll diese Stimmung benutzt werden, damit sich die die gesamte westliche Welt im Brustton kollektiver Gekränktheit die Rüstung anlegen und mit dem Säbel rasseln, ja sich darauf vorbereiten kann, Krieg zu führen gegen - ja eigentlich gegen wen? Den Islam? Afghanistan? Osama bin Laden? Den "Weltterrorismus"?
Der Verteidigungsfall ist eingetreten, aber wer hat "uns" eigentlich angegriffen? Sollte wirklich bin Laden für diese
perverse Umsetzung eines schlechten Hollywood-Skripts verantwortlich sein (oder ein Gruppe, die er kontrolliert oder finanziert), und sollten die USA wirklich zu dem Schluß kommen, deswegen ausgerechnet Afghanistan in Schutt und Asche zu legen, dann wäre das einer der grausamsten und blutigsten Witze der Weltgeschichte. Afghanistan liegt bereits in Schutt und Asche, nach einem jahrzehntelangen Krieg, der unter anderem deswegen so destruktiv und grausam war, weil der Westen und besonders die USA eine Kriegspartei offen und verdeckt unterstützt, in Teilen sogar erst geschaffen haben, die in einem kaum entwickelten Land den verhaßten Sowjets den Krieg bis auf die Grundmauern angekündigt und mit massiver westlicher Hilfe auch bereitet hat.
Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie an meiner Schule die tapfere Junge Union mit der Sammelbüchse in der Hand durch die Korridore lief, um "Spenden für Afghanistan" einzusammeln. Das war zu einer Zeit, als der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen
Todenhöfer mit einem Mudschahedin-Kaffeewärmer auf dem Kopf in Afghanistan herumstrunzte und der Welt verkündete, die Unterstützung der Gotteskrieger sei eine Pflicht aller freiheitsliebenden Menschen. Er ging sogar so weit, die Situation im damaligen Afghanistan als ein "tägliches Lidice" zu bezeichnen. (Heutzutage ist ja überall dort Auschwitz, wo die deutsche Außenpolitik es hinphantasiert). Als die Sowjets vertrieben waren, begannen die edelmütigen Gotteskrieger so lange untereinander Krieg zu führen, bis sich die Taliban als Sieger aus diesem Streit um die Kriegsbeute herausstellten.
Osama bin Laden und seine Ressourcen waren ein integrativer Bestandteil des vom Westen gestützten Kriegsbündnisses gegen die Sowjets, und Selig Harrison, seinerzeit Sicherheitsberater in Washington berichtet, er habe die CIA damals bereits vor diesen Verbündeten gewarnt. "Ich sagte ihnen damals, sie wären gerade dabei, ein Monster zu kreieren." Die Antwort darauf, laut Harrison: "Sie sagten mir, daß diese Leute Fanatiker seien, und je fanatischer sie seien, desto fanatischer würden sie die Sowjets bekämpfen." Dieselben Leute, die damals als die Leuchte der Freiheit gegen den Weltkommunismus galten, sind heute das neue Weltböse, wie Tony Blair zu verkünden sich nicht entblödete. Wenn der amerikanische Präsident sich heute ein Bild von Osama bin Laden anschaut, dann schaut er in die Fratze der verfehlten Geopolitik seiner Vorgänger aus dem kalten Krieg.
Während diese Zusammenhänge am Tag 1 nach den Anschlägen noch hier und da in den Medien erwähnt werden durften, werden sie jetzt zugunsten einer allgemeinen
moralischen Mobilmachung immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Gar nicht werden die offenkundigen Parallelen dieser Vorgänge zu der Unterstützung radikal islamistischer Kräfte in Europa erwähnt, die wie die farcenhafte Wiederholung des afghanischen Dramas in verkleinertem Maßstab wirken: Um mit Milosevic und dem Restsozialismus in Restjugoslawien fertig zu werden, züchtete man in vollem Bewußtsein ihrer vergifteten Quellen eine terroristische Armee von "Freiheitskämpfern" heran, und sorgte dafür, daß sie bis heute auf dem Balkan die "albanische Frage" offenhalten kann.
Während also jetzt das Weltübel der Zukunft auf dem Balkan erst noch aufgepäppelt wird, bereitet man sich im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA auf den Krieg gegen die Verbündeten von einst vor. In dieser Situation hat der deutsche Bundeskanzler nichts besseres zu tun, als diesem geschichtsvergessenen und heuchlerischen Geschrei nach Vergeltung seine uneingeschränkte Solidarität zu versichern, und dies natürlich im Namen aller Deutschen, weil er, wie einst Wilhelm II., in der Stunde der zusammendelirierten Gefahr keine Parteien, sondern nur noch Deutsche kennt, die heutzutage alle Amerikaner sind.
Ich fühle mich angegriffen durch die bodenlose Dummheit der offiziellen Medienberichterstattung.
Ich erkläre mich solidarisch mit meinem Gedächtnis.
Ich distanziere mich ausdrücklich von der demagogischen Verblödung, die als sinnvolle Antwort auf die Terroranschläge in den USA einen NATO-Krieg gegen wen auch immer vorschlägt.
Grüße,
M. Hammerschmitt
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/high.html
Grüße,
M. Hammerschmitt
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/high.html
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/low_linkskurve.html
schmackhaft machen soll. Von Solidarität ist die Rede, von Bündnistreue, davon, daß wir alle Amerikaner seien (wem die Reden von Wilhelm II. vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Erinnerung sind, dem dürfte es bei diesem Gewäsch eiskalt über den Rücken laufen). Das Heucheleibarometer schießt in ungeahnte Höhen: Sondersendungen, Gottesdienste, Pressekonferenzen bis hinab auf die Ebene von Kleinstadtbürgermeistern, lachhafte Debatten um die Austragung von Fußballspielen und dergl. bleuen dem Zuschauer ein, daß "wir" angegriffen worden sind, "unsere" Freiheit, ja "unser" Leben bedroht ist, und daß dagegen mit allen nur zur Verfügung stehenden Mitteln vorgegangen werden muß. Was ist geschehen? Eine bisher nicht identifizierte Gruppe hat den größten Terroranschlag in der Geschichte verübt und Tausende von Menschen ermordet. Die Empörung ist groß, der Schock sitzt tief, und bevor noch irgend etwas klar ist, bevor sich
auch nur irgend jemand dazu bekannt hat, soll diese Stimmung benutzt werden, damit sich die die gesamte westliche Welt im Brustton kollektiver Gekränktheit die Rüstung anlegen und mit dem Säbel rasseln, ja sich darauf vorbereiten kann, Krieg zu führen gegen - ja eigentlich gegen wen? Den Islam? Afghanistan? Osama bin Laden? Den "Weltterrorismus"?
Der Verteidigungsfall ist eingetreten, aber wer hat "uns" eigentlich angegriffen? Sollte wirklich bin Laden für diese
perverse Umsetzung eines schlechten Hollywood-Skripts verantwortlich sein (oder ein Gruppe, die er kontrolliert oder finanziert), und sollten die USA wirklich zu dem Schluß kommen, deswegen ausgerechnet Afghanistan in Schutt und Asche zu legen, dann wäre das einer der grausamsten und blutigsten Witze der Weltgeschichte. Afghanistan liegt bereits in Schutt und Asche, nach einem jahrzehntelangen Krieg, der unter anderem deswegen so destruktiv und grausam war, weil der Westen und besonders die USA eine Kriegspartei offen und verdeckt unterstützt, in Teilen sogar erst geschaffen haben, die in einem kaum entwickelten Land den verhaßten Sowjets den Krieg bis auf die Grundmauern angekündigt und mit massiver westlicher Hilfe auch bereitet hat.
Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie an meiner Schule die tapfere Junge Union mit der Sammelbüchse in der Hand durch die Korridore lief, um "Spenden für Afghanistan" einzusammeln. Das war zu einer Zeit, als der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen
Todenhöfer mit einem Mudschahedin-Kaffeewärmer auf dem Kopf in Afghanistan herumstrunzte und der Welt verkündete, die Unterstützung der Gotteskrieger sei eine Pflicht aller freiheitsliebenden Menschen. Er ging sogar so weit, die Situation im damaligen Afghanistan als ein "tägliches Lidice" zu bezeichnen. (Heutzutage ist ja überall dort Auschwitz, wo die deutsche Außenpolitik es hinphantasiert). Als die Sowjets vertrieben waren, begannen die edelmütigen Gotteskrieger so lange untereinander Krieg zu führen, bis sich die Taliban als Sieger aus diesem Streit um die Kriegsbeute herausstellten.
Osama bin Laden und seine Ressourcen waren ein integrativer Bestandteil des vom Westen gestützten Kriegsbündnisses gegen die Sowjets, und Selig Harrison, seinerzeit Sicherheitsberater in Washington berichtet, er habe die CIA damals bereits vor diesen Verbündeten gewarnt. "Ich sagte ihnen damals, sie wären gerade dabei, ein Monster zu kreieren." Die Antwort darauf, laut Harrison: "Sie sagten mir, daß diese Leute Fanatiker seien, und je fanatischer sie seien, desto fanatischer würden sie die Sowjets bekämpfen." Dieselben Leute, die damals als die Leuchte der Freiheit gegen den Weltkommunismus galten, sind heute das neue Weltböse, wie Tony Blair zu verkünden sich nicht entblödete. Wenn der amerikanische Präsident sich heute ein Bild von Osama bin Laden anschaut, dann schaut er in die Fratze der verfehlten Geopolitik seiner Vorgänger aus dem kalten Krieg.
Während diese Zusammenhänge am Tag 1 nach den Anschlägen noch hier und da in den Medien erwähnt werden durften, werden sie jetzt zugunsten einer allgemeinen
moralischen Mobilmachung immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Gar nicht werden die offenkundigen Parallelen dieser Vorgänge zu der Unterstützung radikal islamistischer Kräfte in Europa erwähnt, die wie die farcenhafte Wiederholung des afghanischen Dramas in verkleinertem Maßstab wirken: Um mit Milosevic und dem Restsozialismus in Restjugoslawien fertig zu werden, züchtete man in vollem Bewußtsein ihrer vergifteten Quellen eine terroristische Armee von "Freiheitskämpfern" heran, und sorgte dafür, daß sie bis heute auf dem Balkan die "albanische Frage" offenhalten kann.
Während also jetzt das Weltübel der Zukunft auf dem Balkan erst noch aufgepäppelt wird, bereitet man sich im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA auf den Krieg gegen die Verbündeten von einst vor. In dieser Situation hat der deutsche Bundeskanzler nichts besseres zu tun, als diesem geschichtsvergessenen und heuchlerischen Geschrei nach Vergeltung seine uneingeschränkte Solidarität zu versichern, und dies natürlich im Namen aller Deutschen, weil er, wie einst Wilhelm II., in der Stunde der zusammendelirierten Gefahr keine Parteien, sondern nur noch Deutsche kennt, die heutzutage alle Amerikaner sind.
Ich fühle mich angegriffen durch die bodenlose Dummheit der offiziellen Medienberichterstattung.
Ich erkläre mich solidarisch mit meinem Gedächtnis.
Ich distanziere mich ausdrücklich von der demagogischen Verblödung, die als sinnvolle Antwort auf die Terroranschläge in den USA einen NATO-Krieg gegen wen auch immer vorschlägt.
Grüße,
M. Hammerschmitt
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/high.html Grüße,
M. Hammerschmitt
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http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/low_linkskurve.html
KEINSPAM.Marcus.Hammerschmitt@t-online.de
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Ergänzungen
Es ist wichtig jetzt etwas zu tun!
Distanzierung
gehirnwäsche
beachtet den zeitpunkt:
antiglobalisierungsbewegungg stark wie nie, märkte in der totalen krise
und die retorik:
die usa sind eine friedliebende nation, wir sind alle amerikaner,.. bis hin zu forderungen nach einschränkungen der persönlichen freiheit oder forderungen nach gesetzen die es zb. der bundeswehr erlauben im inland aktiv zu werden
ja: auch der krieg gegen die unteren sozialen schichten und ihre bewegungen wird jetzt verschärft
Täter paßt nicht ins Klischee
also wenn man "gleichschaltung" findet, dann
sicher sind milit. aktionen nicht leichtfertig angebracht, aber es gibt grenzen!
& bitte hoert auf mit diesem rumgeheule aus richtung pazifisten ("pazifismus wird zur dummheit wenn der gegner sein schwert anlegt"), sicher ist es eine noble idee - aber wie viele ist sie leider realitaetsfremd.
wie viele von diesen leuten wuerden bei ihrer meinung bleiben wenn es sie direkt betroffen haette?
hier wird nicht mehr nachgedacht, sondern nur der uebliche anti-krieg-anheitsbrei gezeigt.
diesmal ist es aber nicht angebracht, dafuer ist jemand einfach zu weit gegangen.
der terrorismus ist eine bedrohung, & mit freundlichen worten & weissen fahnen erreicht man nichts ausser eine kugel zwischen seinen augen.....
ganz meiner Meinung
@Berliner: entweder hast du schon zuviel der "corporate media" mitbekommmen oder du hast etwas falsch verstanden: Dieser Terroranschlag, so schlimm er auch ist, darf nicht mit Gewalt beantwortet werden, da Gewalt immer neue Gewalt provoziert, weil man noch gar nicht 100% die Verantwortlichen gefunden hat und somit noch mehr Unschuldige sterben müssen. ABER: Die US-Regierung viele Amerikaner und viele Deutsche, die Ihren Amerikanischen Freunden helfen müssen, meinen der einzige Weg sei Vergeltung, schreien nach Tod den Moslem, singen "God bless Amerika" und "laßt uns Beten". Ich hasse diese Heuchler!!!
eis2
Und wieviel schlecht verborgenes gift in allen analyseversuchen, die natürlich viel für sich haben, häufig stimmen. Ist wie bei lenin, da hört man auch immer die verhehlte wut durch.
ach, mir reichts
jan
In Verantwortung an mein Gedächtnis
Sehr guter Beitrag das Gleich geht mir ungefehr auch so durch den Kopf.
Aber was soll mann machen der größte Teil des sogenanten deutschen Volks läst sich halt von dieser Idiotie von Medien geschürt einlullen.
Aber zum GLÜCK gibt`s immer noch ein paar helle Köpfe.
Wer glaubt das..
schluß mit der heuchelei.
denkzettel?
Ich glaube ich les nicht richtig?!?
Du hast mit keinem Wort Dein Bedauern zum ausdruck gebracht und erweckst geradezu den Eindruck mit den Terroristen zu sympathisieren!
P.S.:Kommentare hierzu ausdrücklich erwünscht.
Super
Leider sind die kritischen Stimmen gegen die USA in deutschland extrem geschrumpft, es ist leider derzeit sehr "in" betroffen zu sein.
Die ganze Welt ist ein Terror!
Spanien: Baskenterror. Wen interessiert es.
Frankreich: Freies Korsika, Terror! Wen interessiert es?
Italien: Freies Südtirol, Terror! Wen interessiert es?
Jugos/Balkan: Freies Albanien, im Labor der Freiheit selbst gezüchteter Terror! Wen interessiert es?
Ägypten: MuslimBrüder, Gottesstaat? Terror! Wen interessiert es?
Israel/Palästina: Terror! Wen interessiert es?
USA erklärt den Krieg dem Terrorismus, auch in Europa, auf den Balkan? Nein! Warum auch, interessiert doch keinen!
Die USA wurden schwer getroffen. Ich persönlich befürworte einen Gegenschlag! Egal wie! Nur darf es nicht bei diesem Gegenschlag bleiben. Da muss mehr kommen, von den USA, von Europa, von Russland, von allen! Nicht die Muslime sind das Ärgernis, weder die Hamada´s oder MuslimBrüder dieser Welt. Sondern der Kapitalismus der auf dem Rücken der armen ausgetragen wird. Oh nein, ich befürworte keinen Kommunismus und gleiches für alle. Nur befürworte ich auch keine Hortung von Millionen und das gleichzeitige Elend. Wo ist die USA in Palästina? Warum stellt sich die USA nicht an den Grenzen und sorgt für Ruhe. Ein Vertrag wurde in den USA zwischen Arafat und Israel geschlossen, schon vor langer Zeit. Warum sagt die USA nicht STOP! Achja, da gibt es kein Öl. Der Feind der USA ist die Armut und die Ausweglosigkeit die von den USA gezüchtet worden. Nur wer das Übel an der Wurzel packt kann den Terrorismus im Nahen Osten aufhalten.
Aber wer hält den Terror hier auf?
Achja, und da wäre noch Nostradamus....AntiChrist....Weltkrieg...
M. Hammerschmidt weiß mal wieder alles besser
Dankbarkeit gegenüber den USA ist, wenn irgendwo, dann in Berlin angebracht, denn auch wenn die Berliner Luftbrücke natürlich durch ureigene amerikanische Motivation und nicht aus karitativen Gründen heraus von den USA aufrechterhalten wurde, so ist die Hilfeleistung an sich dadurch keineswegs geschmälert worden. Darauf bezog sich auch der Satz "Wir sind alle Amerikaner", in dem auf den historischen Ausspruch "Ich bin ein Berliner" hingewiesen sollte. Jedem der Anwesenden der Gedenkveranstaltung war klar, dass damit nicht gemeint war, die Deutschen sollten jetzt kollektiv amerikanische Wertvorstellungen übernehmen oder unüberlegt in amerikanischem Interesse handeln. Du solltest unterscheiden können zwischen dem, was Politiker sagen und dem, was sie tatsächlich tun.
Was die "tapfere Junge Union" betrifft (Du konntest es wohl nicht lassen, Deine parteipolitischen Ambitionen selbst in einer solch ernsten Debatte unterzubringen), mir ist da ein Ausspruch der Grünen in Erinnerung, in dem behauptet wird, die USA hätten ein "Recht auf Vergeltung, aber nicht auf Rache". Der Unterschied dürfte marginal sein, wenn er überhaupt existiert und "Vergeltung" nicht eher einen Euphemismus für "Rache" darstellt.
Wie schon jemand anders hier schrieb, findet sich in Deinem Text nicht einziges Wort des Bedauerns gegenüber den Terroropfern. Du solltest nicht den Eindruck entstehen lassen, Du sympathisiertest mit den Terroristen. Unrecht plus Unrecht ergibt nicht Recht.
Wenn Diplomaten aus Leuten wie Dir bestünden, hätten wir schon längst den Atomwaffenkrieg hinter uns und würden wahrscheinlich gar nicht mehr existieren. Aber die Wirkung der Worte Schröders oder einer anderen Person im öffentlichen Rampenlicht auf die amerikanische Öffentlichkeit scheint Dich nicht weiter zu interessieren. Das Beschwören der Einheit der Nation findet sich übrigens nicht nur bei Wilhelm II., sondern auch bei diversen kommunistischen Führern. Aber die passen wohl eher in Dein Weltbild hinein, außerdem könnte man ja sonst keine (offenbar gewollten) Parallelen zum Ausbruch des 1. Weltkrieges ziehen.
Ich fühle mich angegriffen durch die unglaubliche Dummheit, oder besser, Ignoranz und Arroganz, die sich durch Deinen gesamten Erguss zieht und auch nicht durch eine gewisse sprachliche Eloquenz kaschiert werden kann.
Ich erkläre mich solidarisch mit dem Ideal der Objektivität, die übrigens auch Dein Gedächnis nicht besitzt und nie besitzen können wird.
Ich distanziere mich ausdrücklich von der demagogischen Verblödung, die aus einem seit 1968 antrainierten Reflex heraus das Gegenteil der vorherrschenden Meinung mit eben dieser Begründung (der Tatsache des Vorherrschens) legitimiert und nicht ansatzweise die Folgen ihrer Vorschläge überdenkt, geschweige denn überblicken kann.
Grüße, Salka