Wie weiter

Georg Feiler 13.09.2001 14:55 Themen: Weltweit
Gedanken über die Zusammenhänge Genua - New York.

Beim Abfassen dieses Artikels, war eigentlich der Gedanke, die Ereignisse von Genua als Zäsur zu begreifen, zum einen, eine seit Jahrzehnten lang ersehnte, breite antikapitalistische Massenbewegung und ihre Möglichkeiten zu beschreiben, zum anderen über die Gefahren zu reflektieren, die ihr von verschiedenen Seiten drohen und die besonders hier zu Lande von traditionell widerwärtiger Natur zu sein scheinen: Erbe der jüngsten Geschichte, das wie ein zu enger Schuh drückt und emanzipatorische, systemtranszendente Bestrebungen sogleich wieder in den geregelten Rahmen gesellschaftlicher Stagnation verweist.
Beim Abfassen dieses Artikels, war eigentlich der Gedanke, die Ereignisse von Genua als Zäsur zu begreifen, zum einen, eine seit Jahrzehnten lang ersehnte, breite antikapitalistische Massenbewegung und ihre Möglichkeiten zu beschreiben, zum anderen über die Gefahren zu reflektieren, die ihr von verschiedenen Seiten drohen und die besonders hier zu Lande von traditionell widerwärtiger Natur zu sein scheinen: Erbe der jüngsten Geschichte, das wie ein zu enger Schuh drückt und emanzipatorische, systemtranszendente Bestrebungen sogleich wieder in den geregelten Rahmen gesellschaftlicher Stagnation verweist.

Dass verschiedene Autoren, die über die neue Bewegung schreiben, sich auf die Ereignisse von 68 beziehen, scheint naheliegend und sicherlich sind Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Hat sich die Weltsituation zwischenzeitlich auch gewaltig verändert, ist es v.a. die Suche nach theoretischen Erklärungsmodellen, politischer und kultureller Orientierung, die gleich damals den ideologischen Konsens zurückweisen und das herrschende System des globalen Kapitalismus kritisieren. War damals den Studentenbewegungen durch den Ost- Westkonflikt ihr Rahmen abgesteckt, ist es heute der Nord- Südkonflikt, und nicht zuletzt die soziale und politische Krise in den Zentren des Kapitalismus selbst, die diese neue Massenbewegung in ihrer sozialen Zusammensetzung bestimmen.

In Genua zeigte sich, wie sich ein neuer Internationalismus regt, in dessen Mittelpunkt wieder eindeutig die soziale Frage gerückt wurde, wenn auch derzeit -und das ist die Schwäche der Bewegung- keine klar formulierten Alternativen zum Programm des globalen Kapitalismus auszumachen sind. Hinzu kommt die Besonderheit unserer nationalen Situation, die wie all zu oft in der neueren Geschichte wenig vom neuen Wind spüren lässt. Anders als in anderen westeuropäischen Ländern, war Genua hier in Deutschland nur Thema am Rande und wurde im nachhinein hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der entfesselten Repression einer semifaschistoiden Staatsgewalt diskutiert und gesehen und gelangte wenn, dann nur im medienverfälschten Blickwinkel von Krawallen, ins Bewußtsein der Öffentlichkeit.

Schaffte es Genua, dass sich das italienische Parlament mit den Inhalten der Bewegung zu beschäftigen hatte, dass in ganz Italien Sozialforen wachsen, dass in Gewerkschaften und bis in die Mittelinksparteien hinein über die Inhalte der neuen Bewegung diskutiert wird, blieben in Deutschland Initiativen auf parlamentarischer Ebene vereinzelt und in der Thematik begrenzt.

Nun mehr aber scheint Genua mit den Terroranschlägen in Amerika mit einem Schlag vom Tisch gefegt, obwohl es mit den derzeitigen Geschehnissen sehr viel zu tun hat. Eifrig bastelt das internationale Kapital an der Schaffung des globalen Bewußtseins, das selbst die bisher hartnäckigsten fundamentalistischen Regierungen zu Kreuze kriechen lässt und von Ost bis West, von Nord bis Süd des Globus, von Rechts bis Links im gleichen Kontext erklingt. Jede noch so kleine Organisation sieht sich genötigt, eine offizielle Stellungnahme, ein Dementi und ihr Credo des Entsetzens abzugeben, obwohl über Urheber und Motive des Anschlags nur spekuliert werden kann. Der Feldzug zur Verteidigung "christlicher" Werte ist in vollem Gange, eifrig hämmern die Ideologiefabriken Bilder und Schlagworte ins kollektive Bewußtsein.

Die westlich-kapitalistische Welt ist dabei die Gunst der Stunde zu nützen und ihre strategischen Positionen so auszubauen, dass auch die letzten Bastionen, die der ungehemmten Marktentwicklung im Wege stehen, sturmreif geschossen werden können. Was sich derzeit abspielt grenzt an Tragikkomödie in einem Tollhaus, dessen Insassen nunmehr über die Verbrechen ihrer eigenen Geschichte hinweg, sich anschicken, ein neues makelloses Bewußtsein zu konstruieren. Da ist, rein zufällig, ein Mann wie Kissinger in Frankfurt. Dieser Ritter der Menschenrechte, der für die Blutspur der lateinamerikanischen Diktaturen mit verantwortlich zeichnete, wobei tausende von Opfern in Argentinien, Chile, Bolivien oder Nicaragua zu beklagen waren, lobt auf ARD die deutsch-amerikanische Freundschaft. "Unsere" politische Klasse stimmt in einheitlichem Tenor in mehr oder weniger schrägen Tönen das gleiche Lied ein und hofft unbemerkt zu neuem Kriegseinsatz rüsten zu können. Putin sieht nun seine Chance, den terroristischen Tschetschenen das Rückgrat zu brechen, Sharon, an dessen Hände das Blut der palästinensischen Flüchtlinge von Sabra und Schatila klebt, kann sicherlich mit guten Ratschlägen dienen, wenn es den internationalen Terrorismus zu bekämpfen gilt.

Hat denn niemand gemerkt, dass sich der Westen schon seit Jahrzehnten im Krieg befindet, zunächst an seinen Außengrenzen, dann in Europa auf dem Balkan, und nunmehr hat es auch den nordamerikanischen Kontinent in der ganzen Irrationalität einer gewalttätigen Entwicklung erfasst, die sicherlich mit diesen Anschlägen nicht beendet sein wird.

Tagtäglich schwemmt menschliches Strandgut an den Grenzen der reichen Staaten an, zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko kündet ein fast unüberwindbarer elektrischer Zaun von den Grenzen zwischen Armut und Reichtum dieser Welt, der täglich seine Opfer fordert. Auf dem afrikanischen Kontinent Millionen Menschen, zu Skeletten abgemagert, deren Bilder über die Mattscheibe gejagt, gelegentlich eine Träne dem Augenwinkel saturierter Bürger entlockt. Wieviel Potential an Gewalt wollen die westlichen Gesellschaften noch schaffen, bevor sie zum Umdenken bereit sind?

Umdenken, das waren aber die Signale, die aus Genua kamen, die Partei der Gracchen gegen Latifundien und Großgrundbesitz in moderner Zeit. Hieran muss weiter gearbeitet werden, ob Amerikaner, Grieche, Nigerianer oder Vietnamese - denn Genua zeigte, dass gleich welcher Nationalität, die Ursachen von Gewalt und Elend durchschaut werden. In Genua fragte mich ein nordamerikanischer Freund nach dem Weg zu den Unterkünften des Sozialforums. Er war in dieser Stadt, um gegen den Gipfel der reichen Staaten Stellung zu beziehen. "Sein" Präsident, der ihn nunmehr an die Werte Amerikas erinnert und seinen Kampf gegen den Teufel und das Böse führen will, tagte gut behütet und von tausenden Carabinieri bewacht hinter Stacheldraht und Betonzaun in der roten Zone. Hüten wir uns also vor falschen Schweigeminuten des Trauerns, vor dem Einvernehmen von Kapital- und Gewerkschaftsverbänden, vor dem Hurrapatriotismus, der die Errungenschaften unserer westlichen Zivilisation preist, vor einer kollektiven Blockmentalität, die uns geradewegs in eine neue Katastrophe und zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen führt.

Es ist höchste Zeit mit den Kriegen aufzuhören und sich für einen Frieden einzusetzen, der auf der Grundlage von sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit für die gesamte Menschheit aufbaut.
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Ergänzungen

abgefuckt vom linken antisemitismus

atheistin 13.09.2001 - 15:14
dein artikel is ja im grossen und ganzen ganz zutreffend. ABER könnt ihr endlich mal aufhören mit dieser scheiss anti-israelischen/anti-semitischen hetze?? israel ist der letzte staat, der von "deutschen" angegriffen werden sollte. oder habt ihr die geschichte schon wieder vergessen?? habt ihr vergessen dass von deutschen 6 moi. jüdinnen im grössten verbeechen der menschheit industriell gekillt wurden?? habt ihr vergessen dass es auchs chon vorher und danach in fast allen ländern der welt antisemitische hetze gab, dass jüdinnen fast überall diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden/werden?? könnt ihr euch nicht vorstellen dass israel die letzte und einzige fluchtburg der jüdinnen darstellt?? alle staaten und jede staaliche gewalt ist abzulehnen, aber der letzte staat den deutsche linke (vor allem in dieser form) kritisieren sollten ist israel.

Gegen jede Unterdrückung

yo 13.09.2001 - 15:47
israel zu kritisieren ist mit nichten antisemitisch. es gibt leider gute gründe fuer die kritik und unsere vergangenheit sollte gerade dazu führen, dass wir diejenigen anprangern, die menschenrechte mit füssen treten. dieses tut israel. ich vertrete die standpunkte der UN-Resolutionen, die israel klar auffordern, dass besetzte gebiet zu verlassen. es führt kein weg an einem israelischen nationalstaat vorbei und dafür muessen auch die siedlungen erstmal raus. Ein Diskussionsverbot über verbrechen in israel und palestina, egal von welcher seite begangen kann mir nur jemand verbieten wollen, der nicht fähig ist, geschichte zu verstehen.

Antisemitismus?

A. N. Griff 13.09.2001 - 15:50
Ich glaube kaum, daß irgendjemand hier auf diesen Seiten die Greueltaten der Deutschen vor nunmehr 60 Jahren vergessen hat oder will. Es gibt aber durchaus berechtigte Kritik an der Politik Israels auf der einen und den USA auf der anderen Seite. Wenn du der Ansicht bist, daß berechtigte und durchdachte Kritik übergeht oder gleichzusetzen ist mit Antisemitismus, muß ich dir leider sagen, daß du komplett falsch liegst. Damals wie heute - Völkermord bleibt Völkermord! Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Antisemitismus zu tun! "Wenn sie Massenmord als Politik anseh´n, ist die bombige Quittung nur zu gut zu versteh´n!" (Daily Terror) Antifaschistische Grüße,

13.09.2001 - 16:44
auf daily terror würde ich mich hier echt nich beziehen, die haben auch unter dem jubel von faschos was von "der holocaust kredit ist längst verspielt, viel zu lange schon haben sie nur auf unser mitleid geschielt" gesungen, und wenn das nicht antisemitische faschokacke ist, dann weiß ich auch nich mehr....

Dogamten verhiondern Widerstand

123 13.09.2001 - 16:57
Derr 1. Kommentar ist typisch für dumpfdeutsche Reflex-Linke, die sich in anderen Kommentaren sogar dagegen aussprechen gegen Krieg zu demonstrieren, wenn da "normale" Leue mitmachen. Der 1.Kommentar stammt von jemanden, der in einer Politsekt drin ist, die immer wieder bei Indymedia Leute anstänkert. Nicht beachten!

...

tunte 13.09.2001 - 16:58
genau darum gehst!! es sollten sich doch einige leute wundern und dadurch zum nachdenken angeregt werden, dass die nazis sich auch mit palästina solidarisieren. warum wohl?? weil die palis die jüdinnen angreifen. ferner sollte zu denken geben wenn immer wieder in stellungnahmen von dt. linken zum nahostkonflikt israel mit dem 3. reich gleichgesetzt wird, als faschistischer staat bezeichnet wird, aussagen über scharon kommen wie "... das hätte selbst hitler nicht besser sagen können..."(linksruck) usw. klar begeht israel massive menschenrechtsverletzungen, aber dennoch ist es noch der staat auf der welt mit der grössten legitimation, denn er ist aus den erfahrungen mit dem schlimmsten verbrechen der menschheit entstanden. und nochmal: gerade "deutsche" sollten sich mit kritik an israel zurückhalten. stellt euch doch einfach nur mal, eine auschwitzüberlebende in israel muss sich die kritik eines deutschen anhören, der israel mit dem 3. reich gleichsetzt und versetzt euch in ihre lage/ ihre gefühle, allein das sollte schon genügen.
ARBEIT NUR FÜR NAZIS___DESTROY GERMAN ARBEITSMYTHOS!

hallo atheistin

don quichotte 13.09.2001 - 17:25
du kannst den freunden palästinas bestimmt keinen antisemitismus vorwerfen: palästinenser sind semiten. ansonsten dachte ich bislang, vor allem männer würden sich zu den freunden israels zählen. dort dürfen ja frauen in einigen öffentlichen verkehrsmitteln nur auf gesonderten hinteren plätzen mitfahren (frankfurter rundschau, 11.07.97). und scharon, auf den du dich vielleicht beziehst, war schon vor schatila ein kriegsverbrecher. von erich fried – ein atheist, der sich jude nannte – weis ich, das scharon ebenso wie menachim begin jene einheiten befehligte, die nach 1949 ganze arabische dörfer abschlachteten, um die un-grenze israels zu erweitern und mehr palästinensern das land und das wasser zu klauen. es gibt zu viele gründe, weshalb die nichteuropäische welt den kolonialen siedlerstaat israel einen rassistischen apartheidsstaat nennt, um sie hier alle aufzuzählen.
im übriegen gehört der beitrag zu den intelligentesten, die ich seit dem 11.9. bei indymedia gelesen habe.

meien göttin...

tunte aka atheistin aka47 13.09.2001 - 18:41
@ don quichotte und 123: ihr habt nix verstanden. wieso geht ihr nicht auf das argument ein, dass israel aus dem holocaust entstanden ist?? wieos könnt ihr nicht verstehn dass es ein unterschied ist, ob die jüdinnen, an denen das grösste verbrechen der geschichte verübt wurde, menschen vertreiben (auch töten) oder ob es kolonialistische weisse sind, die schon die ganze welt dominieren und die in rassistischer weise ein "fremdes" land besetzen und unterdrücken??
wieso ich ausgerechnet bei einer politsekte eingestuft werde von 123 würd ich ja mal selbst gern wissen. genau aus den reihen dieser dogmatischen kommunistinnen wie linksruck und dkp kommen die antisemitischen statements, die teilweise auch ihr (in nicht ganz so krasser form) loslasst.

Lang lebe Israel !

Fred 13.09.2001 - 21:21
1. Ihr IdiotInnen außer Leuten vorzuwerfen das sie "Politsekten" angehören fällt euch wohl nix ein bei der Planung eurer Volksfrontstrategiemie mit Deutschland. 2. Wenn ein Staat im Kapitalismus (der ja wohl noch etwas bestehen wird) ein Existenzberechigung hat dann Israel, weil Jüdinnen und Juden aufgrund von verkürtzten Kapitalismuskritiken(auch von "Linken")sich nirgendwo anders verteidigen können. 3. Wann hat Israel den bitte einen "Völkermord" begangen. 4. Die Politsekte die meinst ist wahrscheinlich die "Bahamas" dazu laß dir gesagt sein das ich an der Bahamas auch einges kritisiere. HOCH DIE ANTINATIONALE SOLIDARITÄT !!!

das schoa-argument

don quichotte 14.09.2001 - 02:17
jetzt habe ich natürlich selbst mit beigetragen, dass sich die diskussion weit vom beitrag entfernt. und in einer zeit, in der grundschulkinder täglich auf die deutsch-amerikanische freundschaft eingeschworen werden ist es wahrscheinlich wenig hilfreich über israel zu debattieren. nur finde ich es ziemlich merkwürdig, wenn das benennen zionistischer verbrechen als linker antisemitismus gilt. deshalb doch noch etwas zu dem argument, der staat israel hätte seine legitimation in der industriell betriebenen massenvernichtung durch die deutschen faschisten. ich übersetze dieses argument in seine konsequenzen. also etwa: „weil die europäer von den katholischen königen kastiliens bis zu den deutschen nazis angehörige der jüdischen religion umgebracht haben, ist es in ordnung, wenn die zionisten palästinenser umbringen“. ich bin ja ein freund des zynismus, aber das geht mir zu weit. warum sollen die palästinenser für meine europäischen vorfahren büßen?! im übriegen hatten die nazis rumgetönt, sie wollen europa frei von menschen jüdischer religion machen. wenn ich nun diese menschen ins „sichere“ palästina abschieben wollte, wenn ich, wie die regierung kohl, osteuropäische migranten jüdischer religion nach palästina leite, damit sie blos nicht nach westeuropa wandern, dann ist dies für mich eine nazipolitik ohne vernichtungslager. dass einzig stimmige an dem schoa-argument, ist die tatsache, dass dadurch dem zionismus in den jüdischen gemeinden zum durchbruch verholfen wurde. bis dahin galt es bei der mehrheit der gemeinden als sünde den staat israel zu errichten bevor der messias erschienen ist.

Nichts verstanden !

Karl 14.09.2001 - 05:05
Der einmalige Holocauts hat lediglich die Verblendungsformen des Kapitalismus entblöst, der Antisemitismus ist eine Erscheinungsform der verkürzten Kapitalismuskritik, der Staat Israel hätte auch ohne den Holocaust eine Existenzberechtigung weil halt die Gefahr des Antisemitismus auch schon vorher (und auch noch heute) bestannt. Außerdem bringt Israel nicht wahrlos PalistinenserInnen um, die bemühen sich wenigstens die politisch Verantwortlichen persönlich zu treffen. Falls du an weiteren Infos interessiert bist empfele ich dir Texte von www.antideutsch.de, die sind zwar manchmal ein wenig polemisch aber im großen und ganzen zum einstieg ganz gut.

leute wie du...

badtaste18 14.09.2001 - 15:37
liebe atheistin
leute wie du gehen mir gewaltig auf den sack und ich finde es mal wieder super das all eure kommentare so gut wie nix mit dem artikel zu tun hatten. ich bin nicht oft hier aber wenn ich mir mal einen artikel in diesem forum durchlese dann fällt mir immer wieder auf wie sich irgendwelche leute an irgendwelchen details aufhängen, sich gegenseitig wegen den "schwachsinnigsten" dingen gegenseitig auf die mütze hauen und vergessen um was es wirklich geht... können wir nicht endlich mal zusammen für das kämpfen was wir wollen ohne uns gegenseitig zu zerfleischen nur weil wir in manchen sachen andere meinung sind, seht ihr nicht wie sich die anderen kaputtlachen weil wir es nicht gebacken bekommen solidarität zu beweisen? für jeden rechten muß es ein hochgenuß sein eure geqirlte kacke zu lesen...
zusammen sind wir stark, aber so zersplitter sind wir nur lachplatten die niemand ernst nimmt (und auch nicht ernst nehmen kann)...

und ich kann don quichotte nur beistimmen das alle verbrechen die an den jüdinnen in der vergangenheit begangen wurden es nicht rechtfertigen was im moment dort unten abgeht...

so long

An den Genossen unter mir (weiter oben)

A. N. Griff 14.09.2001 - 15:51
Ich will hier nicht über Musik/Texte diskutieren und auch keine Diskussion über den "Antisemitismus" in der von dir zitierten Textstelle vom Zaun brechen, aber ich gebe "Daily Terror" Recht. Ich glaube nicht, das es etwas mit Antisemitismus zu tun hat, wenn ich sage, daß mir die immer und immer wiederkehrende Holocaust-Diskussion, die von Spiegel, Friedmann und wie sie alle heißen (und sich oft genug als nahezu einzige Opfer darstellen), ständig neu aufgerollt wird, langsam anfängt auf die Nerven zu gehen. Was meinst du was so viele Leute in die Arme von Rechten treibt? Sich immer wieder die gleichen Vorwürfe anhören zu müssen, die natürlich berechtigt sind, aber doch heute nicht mehr geändert werden können. Und ich glaube auch nicht, daß ich jetzt immernoch Rücksicht auf ein Land nehmen muß, daß längst mit ähnlichen Mitteln gegen die Bevölkerung in den eigenen Grenzen vorgeht. Ich sehe darin absolut keinen Antisemitismus. Seine Meinung zu einem Problem zu sagen und Kritik zu üben hat nichts mit Judenfeindlichkeit zu tun und sollte auch innerhalb der Linken legitim sein. Scheiß auf PC! Nichts wird vergeben und nichts wird vergessen, was damals geschehen ist. Aber ich will mich nicht ständig dafür rechtfertigen müssen obwohl ich antifaschistische Arbeit leiste, was eigentlich deutlich genug zeigen sollte, daß ich (und viele andere) aus diesen Fehlern gelernt habe.

@ Don Quichote

A. N. Griff 14.09.2001 - 15:54
Hab noch was vergessen. Ich gebe dir völlig Recht. Auch ich halte diesen Text für einen der besten seit langem.

@ Badtaste und A.N. Griff

Karl 15.09.2001 - 07:23
Leute werdet doch mal wach und hört auf mit diesem bemeinsam sind wir stark gelaber. Wir haben einfach nicht die gleiche Ziele und Analysen so ist es nun mal, und ich habe kein bock es irgendwelchen Sozialdemokraten oder MLern Recht zu machen, die labern Scheiße haben offentsichlich vom Kapitalismus und von Heerschaft in allgemeinen wenig verstanden ( ich will nicht behaupten das alles verstanden hätte) und sind somit auch einfach gefährlich für die Objekte ihrer verkürzten und personalisierenden Projektionen (siehe USA und Israel). Und an A.N. Griff Friedmann,Spiegel und co. drücken also dauernd auf die Tränendrüse und gehen damit allen auf den Sack ? Sie gehen den völkischen Mob noch viel zu wenig auf den Sack, sonst würde dieser sich nähmlich vieleicht selbst überwinden und auflösen, und verstehen was er getan hat und eventuel auch wieder tun würde. So einen bürgerlichen Scheiß hab ich ja in der "linken" noch nie gehört, geh zu Martin Walser der denkt genauso.

@ Karl

A. N. Griff 15.09.2001 - 12:55
So eine Reaktion hatte ich erwartet. Du kapierst einfach nicht worum es mir dabei geht. Ich kann die Statements einfach nicht mehr hören, weil sie sich als beinahe einziges Opfer präsentieren. Verdammt. Die Juden sind doch nicht die einzigen die damals ermordet wurden! Es waren die meisten Opfer. Ja. Aber nicht die einzigen. Nur daran verschwenden Spiegel, Friedmann und Co. kaum einen Gedanken. Das Mahnmal in Berlin sollte eigentlich für alle Opfer sein. Und für wen ist es jetzt? Das nervt mich einfach so. Das hat nichts damit zu tun, daß der völkische Mob, wie du ihn nanntest, noch immer nichts gelernt hat. Jetzt kapiert? Oder war dir das immer noch zu "hoch"? Spiegel hat gestern oder heute eine der vernünftigsten Erklärungen abgegeben, die ich seit langem von ihm gehört habe (unabhängig davon, was man über Religionen denkt), nämlich das es nicht in Hetze ausarten sollte, was jetzt läuft, sondern daß alle Religionen gleichberechtigt nebeneinander leben sollten. (Sinngemäß) Antifaschistische Grüße,

Griff ins klo

Karl 15.09.2001 - 16:40
Niemand hat behauptet das die Jüdinnen und Juden die einzigen Opfer waren oder sind, und Friedmann, Spiegel und co. würden das auch nicht behaupten, aber sie sind nun mal Vertretter der Juden in Deutschland, und nicht irgendeiner anderen Opfergruppe, die Vertretter der Sinti und Roma sprechen schließlich auch in erster Linie von Sintis und Romas, was willst du mit deinen Aussagen bezwecken, das ist wirklich Walser und co. style.

@ Karl

A. N. Griff 15.09.2001 - 17:08
Okay. Dann belassen wir´s einfach dabei, daß wir zwei keinen gemeinsamen Nenner finden. Ich wollte hier nix verunglimpfen und bestimmt auch nix verherrlichen. Ich bin aber der Ansicht, daß es auch innerhalb der radikalen Linken eine Auseinandersetzung mit diesem Thema geben muß, daß immernoch mit ´ner Kneifzange angefaßt wird. Ich kann nicht damit leben, daß diese Art der Politik geduldet/kaum thematisiert wird, nur weil die Linke in dieser Beziehung zu dogmatisch ist und jedem der eine abweichende Meinung hat, und diese auch äußert, gleich Antisemitismus vorwirft und teilweise sogar unterstellt. Mich deshalb mit Walser gleichzusetzen, halte ich für ziemlich weit hergeholt, denn 1. wird es nochmehr Menschen geben, die nicht alle die gleiche (vordiktierte) Ansicht haben, und 2. lasse ich mich nicht mit einem Antisemiten gleichsetzen, nur weil mein Statement vielleicht ähnlich klang, aber mit Sicherheit nicht denselben Hintergrund hat oder der gleichen rassistischen Argumentation folgt. Ich denke, davon habe ich mich schon ausführlich genug distanziert.

@ karl

badtaste18 17.09.2001 - 15:59
klar logisch, was habe ich auch erwartet, verständniss vielleicht? sorry tut mir leid... tut mir echt leid das ich meine zeit hier verschwende, ihr linken seit keinen tick besser als die rechten, ihr seit genau so verbohrt in euren ansichten und jeder der was anderes sagt ist ein penner und hat sowieso keine ahnung. ihr seid genauso intolerant wie das gegen das ihr kämpft und euer feindbilder schaffendes gerede nervt.
und spart euch eure kommentare das nicht alle so sind, klar sind nicht alle so, der rest aber schon...

xxx 17.09.2001 - 16:34
hey badtaste, es ist halb so schlimm: es gibt auf diesen seiten etwa 10 bis 12 (von mehreren 1000), die entweder einfache anhänger oder kader des dogmatischen parteikommunismus sind. karl ist sogar zur hälfte faschist. diese paar männer sorgen für die ekelhafte stimmung hier. einfach ignorieren. die kann sowiso keiner leiden.....