Wie weiter
Gedanken über die Zusammenhänge Genua - New York.
Beim Abfassen dieses Artikels, war eigentlich der Gedanke, die Ereignisse von Genua als Zäsur zu begreifen, zum einen, eine seit Jahrzehnten lang ersehnte, breite antikapitalistische Massenbewegung und ihre Möglichkeiten zu beschreiben, zum anderen über die Gefahren zu reflektieren, die ihr von verschiedenen Seiten drohen und die besonders hier zu Lande von traditionell widerwärtiger Natur zu sein scheinen: Erbe der jüngsten Geschichte, das wie ein zu enger Schuh drückt und emanzipatorische, systemtranszendente Bestrebungen sogleich wieder in den geregelten Rahmen gesellschaftlicher Stagnation verweist.
Beim Abfassen dieses Artikels, war eigentlich der Gedanke, die Ereignisse von Genua als Zäsur zu begreifen, zum einen, eine seit Jahrzehnten lang ersehnte, breite antikapitalistische Massenbewegung und ihre Möglichkeiten zu beschreiben, zum anderen über die Gefahren zu reflektieren, die ihr von verschiedenen Seiten drohen und die besonders hier zu Lande von traditionell widerwärtiger Natur zu sein scheinen: Erbe der jüngsten Geschichte, das wie ein zu enger Schuh drückt und emanzipatorische, systemtranszendente Bestrebungen sogleich wieder in den geregelten Rahmen gesellschaftlicher Stagnation verweist.
Beim Abfassen dieses Artikels, war eigentlich der Gedanke, die Ereignisse von Genua als Zäsur zu begreifen, zum einen, eine seit Jahrzehnten lang ersehnte, breite antikapitalistische Massenbewegung und ihre Möglichkeiten zu beschreiben, zum anderen über die Gefahren zu reflektieren, die ihr von verschiedenen Seiten drohen und die besonders hier zu Lande von traditionell widerwärtiger Natur zu sein scheinen: Erbe der jüngsten Geschichte, das wie ein zu enger Schuh drückt und emanzipatorische, systemtranszendente Bestrebungen sogleich wieder in den geregelten Rahmen gesellschaftlicher Stagnation verweist.
Dass verschiedene Autoren, die über die neue Bewegung schreiben, sich auf die Ereignisse von 68 beziehen, scheint naheliegend und sicherlich sind Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Hat sich die Weltsituation zwischenzeitlich auch gewaltig verändert, ist es v.a. die Suche nach theoretischen Erklärungsmodellen, politischer und kultureller Orientierung, die gleich damals den ideologischen Konsens zurückweisen und das herrschende System des globalen Kapitalismus kritisieren. War damals den Studentenbewegungen durch den Ost- Westkonflikt ihr Rahmen abgesteckt, ist es heute der Nord- Südkonflikt, und nicht zuletzt die soziale und politische Krise in den Zentren des Kapitalismus selbst, die diese neue Massenbewegung in ihrer sozialen Zusammensetzung bestimmen.
In Genua zeigte sich, wie sich ein neuer Internationalismus regt, in dessen Mittelpunkt wieder eindeutig die soziale Frage gerückt wurde, wenn auch derzeit -und das ist die Schwäche der Bewegung- keine klar formulierten Alternativen zum Programm des globalen Kapitalismus auszumachen sind. Hinzu kommt die Besonderheit unserer nationalen Situation, die wie all zu oft in der neueren Geschichte wenig vom neuen Wind spüren lässt. Anders als in anderen westeuropäischen Ländern, war Genua hier in Deutschland nur Thema am Rande und wurde im nachhinein hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der entfesselten Repression einer semifaschistoiden Staatsgewalt diskutiert und gesehen und gelangte wenn, dann nur im medienverfälschten Blickwinkel von Krawallen, ins Bewußtsein der Öffentlichkeit.
Schaffte es Genua, dass sich das italienische Parlament mit den Inhalten der Bewegung zu beschäftigen hatte, dass in ganz Italien Sozialforen wachsen, dass in Gewerkschaften und bis in die Mittelinksparteien hinein über die Inhalte der neuen Bewegung diskutiert wird, blieben in Deutschland Initiativen auf parlamentarischer Ebene vereinzelt und in der Thematik begrenzt.
Nun mehr aber scheint Genua mit den Terroranschlägen in Amerika mit einem Schlag vom Tisch gefegt, obwohl es mit den derzeitigen Geschehnissen sehr viel zu tun hat. Eifrig bastelt das internationale Kapital an der Schaffung des globalen Bewußtseins, das selbst die bisher hartnäckigsten fundamentalistischen Regierungen zu Kreuze kriechen lässt und von Ost bis West, von Nord bis Süd des Globus, von Rechts bis Links im gleichen Kontext erklingt. Jede noch so kleine Organisation sieht sich genötigt, eine offizielle Stellungnahme, ein Dementi und ihr Credo des Entsetzens abzugeben, obwohl über Urheber und Motive des Anschlags nur spekuliert werden kann. Der Feldzug zur Verteidigung "christlicher" Werte ist in vollem Gange, eifrig hämmern die Ideologiefabriken Bilder und Schlagworte ins kollektive Bewußtsein.
Die westlich-kapitalistische Welt ist dabei die Gunst der Stunde zu nützen und ihre strategischen Positionen so auszubauen, dass auch die letzten Bastionen, die der ungehemmten Marktentwicklung im Wege stehen, sturmreif geschossen werden können. Was sich derzeit abspielt grenzt an Tragikkomödie in einem Tollhaus, dessen Insassen nunmehr über die Verbrechen ihrer eigenen Geschichte hinweg, sich anschicken, ein neues makelloses Bewußtsein zu konstruieren. Da ist, rein zufällig, ein Mann wie Kissinger in Frankfurt. Dieser Ritter der Menschenrechte, der für die Blutspur der lateinamerikanischen Diktaturen mit verantwortlich zeichnete, wobei tausende von Opfern in Argentinien, Chile, Bolivien oder Nicaragua zu beklagen waren, lobt auf ARD die deutsch-amerikanische Freundschaft. "Unsere" politische Klasse stimmt in einheitlichem Tenor in mehr oder weniger schrägen Tönen das gleiche Lied ein und hofft unbemerkt zu neuem Kriegseinsatz rüsten zu können. Putin sieht nun seine Chance, den terroristischen Tschetschenen das Rückgrat zu brechen, Sharon, an dessen Hände das Blut der palästinensischen Flüchtlinge von Sabra und Schatila klebt, kann sicherlich mit guten Ratschlägen dienen, wenn es den internationalen Terrorismus zu bekämpfen gilt.
Hat denn niemand gemerkt, dass sich der Westen schon seit Jahrzehnten im Krieg befindet, zunächst an seinen Außengrenzen, dann in Europa auf dem Balkan, und nunmehr hat es auch den nordamerikanischen Kontinent in der ganzen Irrationalität einer gewalttätigen Entwicklung erfasst, die sicherlich mit diesen Anschlägen nicht beendet sein wird.
Tagtäglich schwemmt menschliches Strandgut an den Grenzen der reichen Staaten an, zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko kündet ein fast unüberwindbarer elektrischer Zaun von den Grenzen zwischen Armut und Reichtum dieser Welt, der täglich seine Opfer fordert. Auf dem afrikanischen Kontinent Millionen Menschen, zu Skeletten abgemagert, deren Bilder über die Mattscheibe gejagt, gelegentlich eine Träne dem Augenwinkel saturierter Bürger entlockt. Wieviel Potential an Gewalt wollen die westlichen Gesellschaften noch schaffen, bevor sie zum Umdenken bereit sind?
Umdenken, das waren aber die Signale, die aus Genua kamen, die Partei der Gracchen gegen Latifundien und Großgrundbesitz in moderner Zeit. Hieran muss weiter gearbeitet werden, ob Amerikaner, Grieche, Nigerianer oder Vietnamese - denn Genua zeigte, dass gleich welcher Nationalität, die Ursachen von Gewalt und Elend durchschaut werden. In Genua fragte mich ein nordamerikanischer Freund nach dem Weg zu den Unterkünften des Sozialforums. Er war in dieser Stadt, um gegen den Gipfel der reichen Staaten Stellung zu beziehen. "Sein" Präsident, der ihn nunmehr an die Werte Amerikas erinnert und seinen Kampf gegen den Teufel und das Böse führen will, tagte gut behütet und von tausenden Carabinieri bewacht hinter Stacheldraht und Betonzaun in der roten Zone. Hüten wir uns also vor falschen Schweigeminuten des Trauerns, vor dem Einvernehmen von Kapital- und Gewerkschaftsverbänden, vor dem Hurrapatriotismus, der die Errungenschaften unserer westlichen Zivilisation preist, vor einer kollektiven Blockmentalität, die uns geradewegs in eine neue Katastrophe und zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen führt.
Es ist höchste Zeit mit den Kriegen aufzuhören und sich für einen Frieden einzusetzen, der auf der Grundlage von sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit für die gesamte Menschheit aufbaut.
Dass verschiedene Autoren, die über die neue Bewegung schreiben, sich auf die Ereignisse von 68 beziehen, scheint naheliegend und sicherlich sind Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Hat sich die Weltsituation zwischenzeitlich auch gewaltig verändert, ist es v.a. die Suche nach theoretischen Erklärungsmodellen, politischer und kultureller Orientierung, die gleich damals den ideologischen Konsens zurückweisen und das herrschende System des globalen Kapitalismus kritisieren. War damals den Studentenbewegungen durch den Ost- Westkonflikt ihr Rahmen abgesteckt, ist es heute der Nord- Südkonflikt, und nicht zuletzt die soziale und politische Krise in den Zentren des Kapitalismus selbst, die diese neue Massenbewegung in ihrer sozialen Zusammensetzung bestimmen.
In Genua zeigte sich, wie sich ein neuer Internationalismus regt, in dessen Mittelpunkt wieder eindeutig die soziale Frage gerückt wurde, wenn auch derzeit -und das ist die Schwäche der Bewegung- keine klar formulierten Alternativen zum Programm des globalen Kapitalismus auszumachen sind. Hinzu kommt die Besonderheit unserer nationalen Situation, die wie all zu oft in der neueren Geschichte wenig vom neuen Wind spüren lässt. Anders als in anderen westeuropäischen Ländern, war Genua hier in Deutschland nur Thema am Rande und wurde im nachhinein hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der entfesselten Repression einer semifaschistoiden Staatsgewalt diskutiert und gesehen und gelangte wenn, dann nur im medienverfälschten Blickwinkel von Krawallen, ins Bewußtsein der Öffentlichkeit.
Schaffte es Genua, dass sich das italienische Parlament mit den Inhalten der Bewegung zu beschäftigen hatte, dass in ganz Italien Sozialforen wachsen, dass in Gewerkschaften und bis in die Mittelinksparteien hinein über die Inhalte der neuen Bewegung diskutiert wird, blieben in Deutschland Initiativen auf parlamentarischer Ebene vereinzelt und in der Thematik begrenzt.
Nun mehr aber scheint Genua mit den Terroranschlägen in Amerika mit einem Schlag vom Tisch gefegt, obwohl es mit den derzeitigen Geschehnissen sehr viel zu tun hat. Eifrig bastelt das internationale Kapital an der Schaffung des globalen Bewußtseins, das selbst die bisher hartnäckigsten fundamentalistischen Regierungen zu Kreuze kriechen lässt und von Ost bis West, von Nord bis Süd des Globus, von Rechts bis Links im gleichen Kontext erklingt. Jede noch so kleine Organisation sieht sich genötigt, eine offizielle Stellungnahme, ein Dementi und ihr Credo des Entsetzens abzugeben, obwohl über Urheber und Motive des Anschlags nur spekuliert werden kann. Der Feldzug zur Verteidigung "christlicher" Werte ist in vollem Gange, eifrig hämmern die Ideologiefabriken Bilder und Schlagworte ins kollektive Bewußtsein.
Die westlich-kapitalistische Welt ist dabei die Gunst der Stunde zu nützen und ihre strategischen Positionen so auszubauen, dass auch die letzten Bastionen, die der ungehemmten Marktentwicklung im Wege stehen, sturmreif geschossen werden können. Was sich derzeit abspielt grenzt an Tragikkomödie in einem Tollhaus, dessen Insassen nunmehr über die Verbrechen ihrer eigenen Geschichte hinweg, sich anschicken, ein neues makelloses Bewußtsein zu konstruieren. Da ist, rein zufällig, ein Mann wie Kissinger in Frankfurt. Dieser Ritter der Menschenrechte, der für die Blutspur der lateinamerikanischen Diktaturen mit verantwortlich zeichnete, wobei tausende von Opfern in Argentinien, Chile, Bolivien oder Nicaragua zu beklagen waren, lobt auf ARD die deutsch-amerikanische Freundschaft. "Unsere" politische Klasse stimmt in einheitlichem Tenor in mehr oder weniger schrägen Tönen das gleiche Lied ein und hofft unbemerkt zu neuem Kriegseinsatz rüsten zu können. Putin sieht nun seine Chance, den terroristischen Tschetschenen das Rückgrat zu brechen, Sharon, an dessen Hände das Blut der palästinensischen Flüchtlinge von Sabra und Schatila klebt, kann sicherlich mit guten Ratschlägen dienen, wenn es den internationalen Terrorismus zu bekämpfen gilt.
Hat denn niemand gemerkt, dass sich der Westen schon seit Jahrzehnten im Krieg befindet, zunächst an seinen Außengrenzen, dann in Europa auf dem Balkan, und nunmehr hat es auch den nordamerikanischen Kontinent in der ganzen Irrationalität einer gewalttätigen Entwicklung erfasst, die sicherlich mit diesen Anschlägen nicht beendet sein wird.
Tagtäglich schwemmt menschliches Strandgut an den Grenzen der reichen Staaten an, zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko kündet ein fast unüberwindbarer elektrischer Zaun von den Grenzen zwischen Armut und Reichtum dieser Welt, der täglich seine Opfer fordert. Auf dem afrikanischen Kontinent Millionen Menschen, zu Skeletten abgemagert, deren Bilder über die Mattscheibe gejagt, gelegentlich eine Träne dem Augenwinkel saturierter Bürger entlockt. Wieviel Potential an Gewalt wollen die westlichen Gesellschaften noch schaffen, bevor sie zum Umdenken bereit sind?
Umdenken, das waren aber die Signale, die aus Genua kamen, die Partei der Gracchen gegen Latifundien und Großgrundbesitz in moderner Zeit. Hieran muss weiter gearbeitet werden, ob Amerikaner, Grieche, Nigerianer oder Vietnamese - denn Genua zeigte, dass gleich welcher Nationalität, die Ursachen von Gewalt und Elend durchschaut werden. In Genua fragte mich ein nordamerikanischer Freund nach dem Weg zu den Unterkünften des Sozialforums. Er war in dieser Stadt, um gegen den Gipfel der reichen Staaten Stellung zu beziehen. "Sein" Präsident, der ihn nunmehr an die Werte Amerikas erinnert und seinen Kampf gegen den Teufel und das Böse führen will, tagte gut behütet und von tausenden Carabinieri bewacht hinter Stacheldraht und Betonzaun in der roten Zone. Hüten wir uns also vor falschen Schweigeminuten des Trauerns, vor dem Einvernehmen von Kapital- und Gewerkschaftsverbänden, vor dem Hurrapatriotismus, der die Errungenschaften unserer westlichen Zivilisation preist, vor einer kollektiven Blockmentalität, die uns geradewegs in eine neue Katastrophe und zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen führt.
Es ist höchste Zeit mit den Kriegen aufzuhören und sich für einen Frieden einzusetzen, der auf der Grundlage von sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit für die gesamte Menschheit aufbaut.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
abgefuckt vom linken antisemitismus
Gegen jede Unterdrückung
Antisemitismus?
Dogamten verhiondern Widerstand
...
ARBEIT NUR FÜR NAZIS___DESTROY GERMAN ARBEITSMYTHOS!
hallo atheistin
im übriegen gehört der beitrag zu den intelligentesten, die ich seit dem 11.9. bei indymedia gelesen habe.
meien göttin...
wieso ich ausgerechnet bei einer politsekte eingestuft werde von 123 würd ich ja mal selbst gern wissen. genau aus den reihen dieser dogmatischen kommunistinnen wie linksruck und dkp kommen die antisemitischen statements, die teilweise auch ihr (in nicht ganz so krasser form) loslasst.
Lang lebe Israel !
das schoa-argument
Nichts verstanden !
leute wie du...
leute wie du gehen mir gewaltig auf den sack und ich finde es mal wieder super das all eure kommentare so gut wie nix mit dem artikel zu tun hatten. ich bin nicht oft hier aber wenn ich mir mal einen artikel in diesem forum durchlese dann fällt mir immer wieder auf wie sich irgendwelche leute an irgendwelchen details aufhängen, sich gegenseitig wegen den "schwachsinnigsten" dingen gegenseitig auf die mütze hauen und vergessen um was es wirklich geht... können wir nicht endlich mal zusammen für das kämpfen was wir wollen ohne uns gegenseitig zu zerfleischen nur weil wir in manchen sachen andere meinung sind, seht ihr nicht wie sich die anderen kaputtlachen weil wir es nicht gebacken bekommen solidarität zu beweisen? für jeden rechten muß es ein hochgenuß sein eure geqirlte kacke zu lesen...
zusammen sind wir stark, aber so zersplitter sind wir nur lachplatten die niemand ernst nimmt (und auch nicht ernst nehmen kann)...
und ich kann don quichotte nur beistimmen das alle verbrechen die an den jüdinnen in der vergangenheit begangen wurden es nicht rechtfertigen was im moment dort unten abgeht...
so long
An den Genossen unter mir (weiter oben)
@ Don Quichote
@ Badtaste und A.N. Griff
@ Karl
Griff ins klo
@ Karl
@ karl
und spart euch eure kommentare das nicht alle so sind, klar sind nicht alle so, der rest aber schon...