Demo gg. Krieg u. Grundrechtsabbau?

Mensch 13.09.2001 02:07
Nach dem schrecklichen Anschlag in NY und Washington drohen Krieg und Grundrechtsabbau. Das sollte nicht als notwendige Massnahme durchgehen, sondern mglst. verhindert werden.
Vorab:
Tausende von Menschen sind dem Anschlag auf WTC und Pentagon zum Opfer gefallen - einer Tat, die in ihrer Inhumanität unvorstellbar erschien und weder durch ein politisches Anliegen noch durch den Verweis auf die alltäglichen Opfer des Kapitalismus zu rechtfertigen ist. Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen sollten unter Linken selbstverständlich sein.

Konsequenzen:
Es steht zu befürchten, dass dieser Anschlag Konsequenzen haben wird, die uns auf Jahre beschäftigen werden. Dazu gehören:

1. Gefahr eines Krieges der NATO-Staaten gegen oder in einem (oder mehrere) arabische Staaten. Stellungnahmen führender Politiker wie Collin Powell, der von einer lang-andauernden Auseinandersetzung sprach (von Bush` "Kampf zwischen Gut und Böse" ganz zu schweigen) deuten darauf hin. Zudem hat die NATO den kollektiven Verteidigungsfall festgestellt. Abgesehen von Gründen, die gegen Kriege grundsätzlich geltend gemacht werden können (Opfer unter der Zivilbevölkerung, Gewaltspirale...), könnte dieser Krieg zur Eskalation im Nahen Osten führen.

2. Autoritäre Formierung nach Innen: Die Ausweitung von Polizei-und Geheimdienstbefugnissen steht zu befürchten (Otto Schily betreibt seit seinem Antritt Grundrechtsabbau), aus CDU-Kreisen wurde die Forderung laut, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen. Verkauft als der Sicherheit dienlich, könnten solche Massnahmen durchaus auf Zustimmung stossen, angesichts der momentanen Stimmung nach den Anschlägen.

3. Hetze gegen Menschen aus dem arabischen Raum, bzw. islamischen Glaubens. Schon jetzt ist vom „Kampf der Kulturen“ und ähnlichem die Rede. Die möglichen Täter werden grundsätzlich im arabischen Raum vermutet (ohne, dass man das irgendwie beweisen könnte), zudem wird ihnen jegliche Menschlichkeit abgesprochen (was auf sog. Unterstützer oder Sympathisanten, was auch immer das dann heißen mag zurückschlagen könnte).

Aktion:
Angesichts dessen könnte eine möglichst große, dem Ernst des Vorfalls und der Situation angemessene Demo noch in der nächsten Woche Sinn machen, eine Demo, deren Botschaft, sowohl das Mitgefühl mit den Opfern, als auch die Absage an Krieg und Grundrechteabbau sein müsste.
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Ergänzungen

Demo?

irgendwer 13.09.2001 - 04:39
Das ist eine verdammt gefährliche Sache, legen die Medien doch eh Demonstrationen so aus, wie es ihnen passt. Ich sehe im übrigen gerade in der jetztigen Situation die Medien, die mit Demonstrationen ja meist bedient werden sollen, als Hauptproblem, die mit unreflektierter Sensationsgier gemeinsam nach dem FEIND suchen und damit womöglich Progromstimmungen lostreten könnten. Ich sehe auch keinen Sinn darin, an der Freitagsdemo aller Parteien am Brandenburger Tor teilnehmen zu wollen, wenn die Bilder später benutzt werden werden, um die Geschlossenheit der "Deutschen" gegen den Terror als Legetimation für Militäreinsätze gegen irgendwen zu nutzen.
Wichtig wäre vielleicht, wenn Menschen aus den an die Zivilgesellschaft glaubenden Zusammenhängen und Organisationen jetzt schnellstmöglich eine gemeinsame Erklärung verfassen und herausgeben, in der die politische Generalmobilmachung als das was sie ist aufs schärfste verurteilt wird, anstatt wie zB leider auch Ilka Schröder ihre ursprünglich auf mehr demokratische Freiheiten ausgerichteten Werte in Betroffenheit und vorschnellen Ausmachungen der "Schuldigen" zu ertränken.
Und zu überlegen ist auch, andere als die medialen Kommunikationsformen zu nutzen, um mit Leuten über die hysterischen Entwicklungen ins Gespräch zu kommen.
Retten wir, was noch zu retten ist, ich möchte nicht nächste Woche in einer in Reih und Glied formierten kriegführenden Notstandsgesellschaft aufwachen!

mensch, muß halt ne gute demo werden

13.09.2001 - 11:10
du hast recht, im moment dürfte es schwer sein, nicht mit den falschen bündnisse einzugehen, bzw. von den falschen benutzt zu werden. aber dennoch dürfen wir uns jetzt nicht lähmen lassen, denn gerade jetzt ist ein verdammt kritischer punkt (wieder mal) erreicht und gerade jetzt ist es wichtig zu handeln und sich vor allem gehör zu verschaffen. der text weiter oben von der war resisters league in usa scheint mir ein sehr guter text zu sein, mit dem , gerade auch weil er von freunden aus manhattan direkt kommt, eine solche demo gut vorbereitet werden könnte. vielleicht gibts ja auch noch mehr beziehungen zu amerikanischen freunden, so daß wir gemeinsam uns gehör verschaffen können.

Vergeltung ist Keine Verteidigung!

jef 13.09.2001 - 11:37
Die Nato macht Derzeit Anstalten den Dritten Weltkrieg vor zu bereiten, man sollte sie stoppen.

Eine gute Idee

Bertold Scharf 13.09.2001 - 11:41
Angesichts dessen, dass ein Krieg wohl in nächster Nähe ist und viele Leute ernsthaft schockiert sind, wäre es meiner meinugn nach das falscheste was wir tun können, paralysiert sitzen zu bleiben. Vielmehr sollten wir rausgehen und vor einem Krieg, vor einer falschen Solidarität mit den Amerikanern, der nur zu neuem Leid führt, warnen. Uns wird es bestimmt ncihts nützen, wenn die Grundrechte eingeschränkt werden sollten. Alos raus auf die Straße! Die Medien reagieren natürlich ziemlich grausam, aber solange wir ihnen nicht irgendwelche blöden Bilder liefern (brennende US-Flaggen oder ähnliches) kann soviel auch wieder nicht schief gehen. Die Friedensinitiative Bad Töz-Wolfratshausen hat schon gestern eine Mahnwache gegen die Eskalation der Gewalt abgehalten. Kam auch in der Lokalzeitung.

Eine gute Idee

Bertold Scharf 13.09.2001 - 11:42
Angesichts dessen, dass ein Krieg wohl in nächster Nähe ist und viele Leute ernsthaft schockiert sind, wäre es meiner Meinung nach das falscheste was wir tun können, paralysiert sitzen zu bleiben. Vielmehr sollten wir rausgehen und vor einem Krieg, vor einer falschen Solidarität mit den Amerikanern, der nur zu neuem Leid führt, warnen. Uns wird es bestimmt ncihts nützen, wenn die Grundrechte eingeschränkt werden sollten. Also raus auf die Straße! Die Medien reagieren natürlich ziemlich grausam, aber solange wir ihnen nicht irgendwelche blöden Bilder liefern (brennende US-Flaggen oder ähnliches) kann soviel auch wieder nicht schief gehen. Die Friedensinitiative Bad Töz-Wolfratshausen hat schon gestern eine Mahnwache gegen die Eskalation der Gewalt abgehalten. Kam auch in der Lokalzeitung...

Eine Frage der Perspektive?

think about 13.09.2001 - 12:02
Um Mißverständnissen vorzubeugen:
Menschen umzubringen ist immer der schlechteste Weg. Unbeteiligte umzubringen ist barbarisch, verachtenswert und nicht zu rechtfertigen.
Und pragmatisch gesehen bedeutet der Anschlag einen herben Rückschlag für den zivilen Widerstand in vielen Ländern.

ABER:

1. Niemand kann sich über Jahrzehnte hinweg auf der ganzen Welt Feinde schaffen, ohne das irgendwann eines der Opfer zurückschlägt. Dieser Anschlag ist eine logische Konsequenz der US-Außenpolitik.(Vorausgesetzt die Attentäter kommen überhaupt von außerhalb der USA.)

2. Die Anschläge sind harmlos, verglichen mit den Bombenangriffen auf Wohnviertel, Krankenhäuser und sogar Atomkraftwerke, wie sie die USA weltweit wieder und wieder praktizieren. Die Opfer dieser Angriffe sind genauso unbeteiligt wie die Opfer in NY. Die Zahlen der Toten um Zehnerpotenzen größer. - Und dabei sind die Folgen der nicht militärischen US-Politik noch garnicht erwähnt. Ein Opfer ist nicht beklagenswerter nur weil es in der westlichen Welt zerfetzt wird.

Es sind nicht die vielen Toten die diesen Anschlag beachtenswert machen.
- Hier sind Symbole gefallen, Symbole eines schlechten Systems gegen das die meisten auf diesen Seiten aktiv kämpfen.

mahnwache in stuttgart

jan rinke 13.09.2001 - 12:33
aus den usa werden schon übergriffe auf moscheen gemeldet. hoffen wir, daß es bei uns nicht auch zu dem wahn kommt... folgenden aufruf gebe ich weiter:

"Liebe Freundinnen und Freunde,

Menschen aller Völker, Religionen und Kulturen sind aufgerufen zu unserer "Gemeinsamen Mahnwache" am SONNTAG, dem 16.09.2001, ab 15 Uhr auf dem SCHLOSSPLATZ in STUTTGART (bei den Treppen am Mövenpick). Neben Christen und Muslimen werden auch Freundinnen und Freunde der hiesigen, jüdischen Gemeinde bei uns sein. Mahnwache heißt, dass wir zusammenkommen, Kerzen zur Verfügung stellen, der Opfer gedenken, Flagge zeigen gegen Extremismus, Terror und Gewalt und miteinander reden. Auf jeden kommt es gleichermaßen an, auf eine Rednerliste oder -tribüne wird bewußt verzichtet.
Gerade auch von muslimischer Seite haben wir bereits viele Zusagen, denn gerade auch sie sind bestürzt über diesen Vorfall, der mit ihrem empfundenen und gelebten Glauben hier nie in Einklang zu bringen wäre.
Würden wir alle nun unsere demokratischen und toleranten Werte aufgeben oder einschränken, würden wir so handeln, wie die Terroristen es sich wünschen. Wir aber müssen gemeinsam zeigen, dass jedes Menschenleben einzigartig und wertvoll ist, dass es keine Begründungen für Terror & Massenmord gibt und wir unsere Werte nun erst recht leben und nicht aufgeben werden.

Michael Blume
Vorsitzender Christlich-Islamische Gesellschaft Region Stuttgart e.V. "

einfache slogans

kobold 13.09.2001 - 13:16
Kein weiterer Krieg - denkt an den Sudan !
o.ä.

demo?!?

eine etwas ratlose 13.09.2001 - 13:26
finde ich eine gute idee, am besten unter berücksichtigung der einschätzungen amerikanischer freundInnen! allerdings weiss ich nicht genau, wie dabei verhindert werden kann, dass dort den spinnern, die - leider auch hier bei indymedia - versuchen, eine solche tat zu rechtfertigen, ein forum geboten wird... und mit denen zusammen werde ich sicherlich NICHT demonstrieren, wofür/wogegen auch immer!!!

demo?!?

eine etwas ratlose 13.09.2001 - 13:28
finde ich eine gute idee, am besten unter berücksichtigung der einschätzungen amerikanischer freundInnen + genossInnen! allerdings weiss ich nicht genau, wie dabei verhindert werden kann, dass dort den spinnern, die - leider auch hier bei indymedia - versuchen, eine solche tat zu rechtfertigen, ein forum geboten wird... und mit denen zusammen werde ich sicherlich NICHT demonstrieren, wofür/wogegen auch immer!!!

sorry - ich habe oben die spinnerINNEN wie MaMuslima (oder so ähnlich) in einem anderen thread hier vergessen... :-(

gegen die zivilgesellschaft

eine kommunistin 13.09.2001 - 14:20
Ich finde eine Demonstration eine gute Idee, teile aber die Bedenken von "Irgendwer". Außerdem habe ich keine Lust, für die "Zivilgesellschaft" zu demonstrieren. Es darf auf keinen Fall so rüberkommen, als ob wir auf der Seite Schröders usw. stünden. Das würde man dann aber zu Recht annehmen, schließlich hat Schröder die Attentate einen "Angriff auf die Werte der zivilen Welt" genannt. Wie verrückt die Attentäter auch immer waren,auf keinen Fall dürfen wir darauf mit einer Verteidigung des Kapitalismus reagieren. Wer behauptet, daß die Welt gut ist, wie sie sie ist, der spinnt. Außerdem widerspricht er sich selbst, weil Islamismus und ähnliche Verrücktheiten aus genau dieser Zivilgesellschaft heraus entstehen und zu ihr dazugehören. Deshalb bin ich auch gegen Parolen wie "gegen Extremismus" oder "gegen Gewalt", weil sie als Einverständnis mit den bestehenden Zuständen aufgefaßt werden und es wohl in der regel auch sind.
Schlecht fände ich auch, die Bundesregierung dazu aufzufordern, ihr Bündnis mit den USA aufzukündigen. Politikberatung hat der Linken immer schlecht getan. Man sollte die Bundesregierung zu überhaupt nichts auffordern, immerhin erkennt man damit an, daß der Staat die richtige Adresse für Beschwerden ist. Wer glaubt, daß Deutschland und seine EU-Partner weniger kapitalistisch, imperialistisch als die USA seien, irrt sich und geht der Eigenwerbung dieser Staaten auf den Leim. Ein Austritt Deutschlands aus der NATO kann ebenso wie ein Verbleiben im Bündnis einen Weltkrieg heraufbeschwören. Wer Deutschland dazu auffordert, ein "Gegengewicht" gegen die USA zu bilden, erklärt damit implizit, daß er in einer Konfrontation mit den USA auf der Seite Deutschlands stehen und in der Opposition keine Schwierigkeiten machen würde.
Eine Demonstration wäre nur dann sinnvoll, wenn sie unmißverständlich klar machen würde, daß sie sich weder für die Zivilgesellschaft noch für einen Krieg gegen wen auch immer vereinnahmen läßt. Die Demonstranten müssen sich darüber klar werden, was sie wollen. "gegen einen weltkrieg, für die weltrevolution" fände ich eine gute Parole. natürlich ist es nicht möglich, eine Demo unter diesem Motto anzumelden.

ratlos

ingolf 13.09.2001 - 14:35
ich verstehe euch nicht, ich sehe in den usa den feind /wie auch die meisten hier/! das system hat freie staaten angegriffen und stürtzt ganze länder in den ruin durch den abzug von kapital der böresenspekulanten! die usa spielen seit jahrzehnten ihr dreckiges spiel /überall auf der welt/. sie unterstützen regierungen und manchmal die opposition, so wie sie es brauchen! jetzt haben diese leute zurückgeschlagen. so grausam wie es klingt, aber die usa befand sich schon immer im krieg mit vielen ländern dieser welt. ob nun mit waffengewalt oder der macht des geldes. letzteres kann nicht weniger grausam sein. und eines bitte ich noch zu berücksichten, laßt euch nicht von den medien einlullen. denkt daran wer die nachrichten weitergibt /fbi,cia usw./!

ich finde es auch furchtbar was geschehen ist, aber die usa und das imperialistische system wird auch aus dieser situation ihr kapital schlagen!!!!

vorsichtiges Handeln

R 13.09.2001 - 14:41
Wenn man auf die Strasse geht, dann sollte man klarmachen, dass man sich gegen JEDE Gewalt ausspricht.
Wenn man von "Antiimperialismus" und "Globalisierungskampf" in Zusammenhang mit den Anschlägen spricht, dann kann das leicht nach Hinten losgehen. (Bild & Schily hören sicher gerne zu...)
Auch Rufe wie "Deutschland nie wieder" oder solches ist da fehl am Platz.
Jegliche Aufrufe zum Vernichten von was weis ich auch immer (Nazis, Faschismus, etc.) muss man sorgfältig formuliert haben. Alles was nach Radikal oder Extrem klingt oder gar in richtung RZ / RAF einzuordnen wäre ist kontraproduktiv.
Die Innere Stimmung in Europa ist sehr gefährlich geworden.
Die Rufe nach dem "starken Mann" werden wohl lauter werden, und wenn auch nur eine kleine Straftat oder große Provokation auf der Demo verübt wird, wird die Polizei gnadenlos zuschlagen (und auf so eine Gelegenheit warten die innere Sicherheit zu demonstrieren).
Man demonstriert, um die Öffentlichkeit und die Menschen für sich zu gewinnen und nicht um selbige zu provozieren.
Ein "wir werden uns wehren" ist bei einer Demonstration fehl am Platz. Sowas kommt in einen Bekennerbrief.
Man sollte dazu aufrufen, dass die USA keinen Vergeltungsschlag ausführen, denn Vergeltung ist keine Verteidigung.
Gleichzeitig sollte man sich nicht von den Terroristen unterkriegen lassen und zeigen, dass das Leben trotzdem weitergeht. Man sollte eben zeigen, dass das was in NY passiert ist eben kein Krieg sondern ein Anschlag von Irren ist.
Selbst wenn das ein schiesswütiger, texanischer Cowboy etwas anders sieht. Europa ist nicht USA, und wir sind immerhin noch unabhängig in unserer Entscheidungskraft.
Noch gibt es keine Hinweise, dass es ein Angriffskrieg eines Staates war. Und nur dann tritt der Bündnisfall ein.

Nutzt das Web

pullmoll 13.09.2001 - 14:44
Nutzt das Web, schreibt einen Beitrag gegen den Krieg auf Eure Webseite. Eine Webseite haben sehr viele und _jetzt_ ist die Zeit, Eure Leser und Besucher aufmerksam darauf zu machen, welche Gefahr heranzieht, wenn die USA und die NATO in den Krieg gegen irgendein Land ziehen.

Gerechtigkeit kann ohne Krieg hergestellt werden. Und dann Kapitalismus, lerne endlich zu lieben und die Ausbeutung einzustellen, wenn es eine Zukunft in Frieden geben soll.

Krieg und Weltrevolution

Lin Wei 13.09.2001 - 15:13
Dem Kommentar "einer Kommunistin" kann ich zur zustimmen. Einerseits sind die Anschläge politisch und moralisch eindeutig zu verurteilen. Die Attentäter sind Massenmörder, die mit den Ziel des Kommunismus (nicht identisch mit staatskapitalistischen Gesellschaftssystemen a la Stalin, Mao oder Ulbricht) und der Anarchie (nicht identisch mit Chaos) nichts zu tun haben. Sie kommen aber nicht aus einer dunklen Höhle der Barbarei gekrochen, sondern sind würdige Repräsentanten der kapitalistischen Zivilisation. Daß sie sich auf Gott berufen, unterscheidet sie auch nicht von Bush und Co., die dauernd Gottes Segen für "Amerika" beschwören. Bush und Co. schwadronieren vom Kampf des Guten gegen das Böse - dieser Dreck könnte auch aus dem Mund eines Mr. Laden stammen. Bush und Laden sind sich ähnlicher, als ihre CNN-Gesichter es vermuten lassen. Schröders Annahme, daß es sich bei den Anschlägen um einen Angriff auf "die Zivilisation" handeln würde ist dümmlichste Propaganda. Diese Zivilisation hat soviel Barbarei hervorgebracht, daß es schwierig ist, zwischen kapitalistischer Zivilisation und Barbarei zu unterscheiden. Die Idee einer Demonstration gegen alle Erscheinungsformen der politischen Herschaft des Kapitals, gegen die "Zivilgesellschaft" a la USA, Europa, und nicht zuletzt Deutschland, gegen jede Form von Nationalismus, gegen Terrorismus, gegen den Islamismus oder Faschismus, gegen alle künftigen Militär- oder Paramilitärschläge (von wem und gegen wen auch immer), wäre wirklich eine Demonstration, die es bisher noch nicht gab. So etwas inhaltlich vorzubereiten und zu propagieren, wäre eine große, eine sehr große Aufgabe für Sozialrevolutionäre. Allerdings ist es klar, daß auch eine solche Manifestation relativ unbedeutend bleiben muß, solange sich nicht größere Teile der Klasse selbst mobilisieren, für den Kampf gegen die Lohnarbeit, gegen die generalisierte Warengesellschaft, gegen den Krieg. Es ist zwar in gewisser Weise deprimierend das festzustellen, aber: Einen großen Krieg könnte nur die internationale Arbeiterklasse verhindern. Und ob das Bewußsein der Klasse auf der Höhe der Zeit ist, kann (muß aber nicht) bezweifelt werden. Klasse gegen Klasse - für den Kommunismus, für die Anarchie!

an R - gegen nationale Formierung

peng 13.09.2001 - 15:23
Wenn wir alles bleiben lassen, was nach einer ernsthaften Opposition aussieht, wird jede Demonstration Deutschland nur in seiner Rolle als Verteidiger der zivilisierten Welt bestätigen, und damit auch alle Kriege, die es unter diesem Titel führt. Und du identifizierst dich offenbar mit Deutschland oder Europa, wenn du schreibst, daß "wir" ja noch unabhängig von den USA seien. Jedes "wir" ist hier fehl am Platz! Die nationale Formierung, die Schröder, Bush und andere fordern, wird sich gegen alle richten, die sich ihr widersetzen. Daraus den Schluß zu ziehen, selber für nationale Geschlossenheit zu agitieren, ist total verkehrt. Die toten Menschen werden nicht wieder lebendig. Jetzt den kapitalistischen Staaten, ob EU oder USA, die Gefolgschaft zu garantieren, ist nicht besonders schlau. Die Antwort auf den falschen Antikapitalismus kann nur der richtige sein.

Krieg und Weltrevolution II

Lin Wei 13.09.2001 - 15:24
"Dem Kommentar einer Kommunistin kann ich NUR zustimmen" muß es heissen. An ingolf: Absolut fehl am Platze ist jede Art von Antiamerikanismus (die USA sind an allem Schuld usw.).

Demo und gemeinsame Erklärung fände ich gut

ein Anarchist, um die Schubladen zu bedienen 13.09.2001 - 15:46
Sollte sich irgendwas in der Richtung bewegen, würden wir gerne die Organisierung unterstützen.

Gruß
ein Anarchist, um die Schubladen zu bedienen
(aber der Likedeeler ist kein anarchistisches Projekt, sondern ein gemeinsames Projekt mit unterschiedlichen Menschen, ganz nebenbei)

deutsche linke und die USA

jemand 13.09.2001 - 16:30
Hallo Leute, ich denke wir sind uns einig, daß die jetzige Situation ernst ist und es wichtig ist, daß linksradikale sich schnell zu Wort melden. Ich sehe momentan in Deutschland vor allem zwei Gefahren: Erstens natürlich die Beteiligung Deutschlands innerhalb der NATo an einem militärischen Schlag gegen Wen auch immer, zweitens einen gewaltigen Aufschwung für den eh schon vorhandenen Rassismus in Deutschland, nun besonders in der Form eines allegemeinen Hasses auf alles arabische und alle Moslems. Es wurde ja schon in anderen Beiträgen darauf hingewiesen, daß sich eine riesige Propagandamaschinerie in Gang gesetzt hat, der erstmal kaum etwas beizukommen scheint. Die Leuten in den Straßen spekulieren schon darüber, wann sich ein Schlag gegen Deutschland richten wird und fühlen sich ganz furchtbar bedroht, als Teil der sogenannten "zivilisierten Welt" (haha). So wie die Mobstimmung in Deutschland gerade ist, bin ich einerseits auf jeden Fall für eine Demo, gerade dann wenn es einen Angriffskrieg mit deutscher Beteiligung gibt. Auf der anderen Seite sehe ich die Gefahr, von wütenden Bürgermobs attackiert zu werden. Und damit wird vielleicht auch schon klar, welche Ausrichtung einer solchen Demo ich mir vorstelle: Bloß keine Lichterketten, bloß keine vereinnahmung, das können wir getrost den dumpfen Bürgern überlassen, die im breiten Konsens, nun gegen das "Böse" kämpfen zu wollen und eine deutsche Kriegsbeteiligung sicher unterstützen. Was wir brauchen ist eine linksradikale Demo, eine Demo gegen den Propagandawahnsinn, gegen das deutsche Großmachtbestreben, gegen die ganze heuchelei und das Gelaber von einer "zivilisierten Welt" gegenüber "barbarischen Moslems". Wir müssen deutlich machen, daß auch Deutschland nur nach einem Grund sucht, sich eine Vormachtsstellung zu erkämpfen ( ich weise nur darauf hin, daß BKA usw. sich damit brüsten, angeblich zur Aufklärung des Falles beizutragen)!!! Es kann gar nicht nur darum gehen, in einen platten Antiamerikanismus zu verfallen, auch wenn die amerikanische Politik deutlich kritisiert werden muss- gerade wenn Amerika als absolutes Unschuldslamm und Hauptopfer dargestellt wird. Dennoch, als deutsche Linke, sollten wir uns im Zweifelsfall auf die deutsche Kriegsbeteiligung und den hier vorherrschenden Konsens, in einer achso westlich zivilisierten Welt zu leben, konzentrieren!!!Nie wieder Deutschland!!!!!

123 13.09.2001 - 16:51
Dogmaten wie Lin Wei und "kommunistin" sollten nicht beachtet werden. Denen ist ein Atomkrieg lieber,
als andere Meinungen zu aktzeptieren. .... Die sind genau diejenigen, die immer alles verhindern. Lin Wei würde ich sogar faschistisches Denken unterstellen, da ich die Kommentare schon länger verfolge. Jetzt geht es um Krieg oder Frieden! Dogmaten verhindern Widerstand! .

einer 13.09.2001 - 17:21
R hat recht. Mir ist Frieden und weiterleben dürfen erst einmal wichtiger als die Reinheit der Lehre!

oben und unten

Theo 13.09.2001 - 17:46
Also, entweder 123 kann nicht lesen, oder hat üblere Probleme. In Zeiten, in denen man von oben vorgeschrieben bekommt, wie die Definitionen von Freiheit und Solidarität aussehen müssen, in denen hervorragende Vorraussetzungen für Meidengleichschaltung gegeben sind, Repressionen gegen jeden, den Vater Staat zerschlagen möchte, möglich sind und von unten auch erst mal mit Medienhysterie reagiert wird, bleibt keine andere Möglichkeit als an die internationale (weltweite!!!) Solidarität der Nicht-Regierenden zu appelieren - gegen den Krieg. Wer hierbei die Totalitarismus-Spiele mitmacht, die Zivilisation und die Zivilgesellschaft in Stellung bringen will, hat nichts kapiert und macht sich zum Werkzeug der achso "freiheitlich-demokratischen" Regierungen, die im Ernst- bzw Verteidigungsfall ganz andere - heute präsente - Gesichter zeigen.

1,2,3 - Gute Besserung!

Lin Wei 13.09.2001 - 18:17
1,2,3 glücklicherweise kann sich hier jeder/jede selbst die Kommentare "einer Kommunistin" und von mir durchlesen. Daß du sie als dogmatenhaft und einen Atomkrieg befürwortend denunzierst und daß ausgerechnet du mir "faschistisches Denken" unterstellst, ist ausgesprochen krass. Solltest du einfach an einer fortgeschrittenen Wahrnehmungsschwäche leiden und kein Bulle sein, so wünsche ich dir eine gute Besserung!

kritik ist notwendig

peng 13.09.2001 - 18:41
123 kann offenbar tatsächlich nicht lesen. Zu "einer": weiterleben geht nicht unbedingt, wenn es keine Opposition gegen einen Krieg gibt, sondern nur eine sogenannte Opposition, die dasselbe von sich gibt wie die Regierung.

Demo am Branderburger Tor ?

Snake 13.09.2001 - 20:30
Wieso nicht einfach die Demo morgen 17.00 Uhr unterwandern und gg. Krieg und Nato demonstrieren?

@ 13.09.2001 - 21:51
liebe leute, eure meinungsverschiedenheiten in allen ehren, aber im moment finde ich, dass es eher zeit zum handeln ist als zum reden! das kann, muss aber nicht in form einer demo geschehen. zur zeit wird doch überall über die ereignisse in amiland diskutiert, ich glaube, mit guten argumenten kann man schon z.b. am arbeitsplatz mit den menschen dort ins gespräch kommen und ihnen die eigene auffassung über die hintergründe des attentats und den allgemein traurigen zustand der welt erläutern und sie so zum nachdenken bringen.
ich fände es gut, wenn am rande der staatlichen demo morgen in berlin (motto: "keine macht dem terror, solidarität mit den vereinigten staaten von amerika") eine linke kundgebung laufen würde, vielleicht unter dem motto "keine macht für niemand, denn jede macht kann missbraucht werden" oder so ähnlich. ich lebe ziemlich weit weg von berlin, deswegen hier auch nur der vorschlag und keine konkrete aktion.
im prinzip stimme ich mit den leuten überein, die hier geäßert haben, dass man bei demos vorsichtig sein muss und keinen anlass für bullenstress geben darf. nur eine friedliche demo kann im moment überhaupt etwas bewirken, und auch vor zu altbekannten sprüchen, die alle sofort mit antikapitalistInnen in verbindung bringen, ist zu warnen, denn da hören viele leute ja doch gleich weg...

logisch

bla 13.09.2001 - 22:20
die situation ist zu ernst, als dass man sie zur profilierung benutzen duerfte. emotionen haben hier nichts verloren, sie werden schon ausreichend von den massenmedien geschuehrt. eine demonstration ist unbedingt notwendig, muss aber durchdacht sein. manche sind deswegen vielleicht enttaeuscht, aber logisch ist: frieden wird nur mit friedlichen mitteln erreicht.

hab mir nochmal die Seite durchgelesen:

ein Anarchist 14.09.2001 - 00:45
Ich finde als Ausgangspunkt für Demos, Aktionen und Erklärungen den obigen Artikel sehr gut. Die Demo sollte in jedem Fall gut vorbereitet sein, daß heißt inhaltlich klar abgesteckt, damit es für Medien umso schwerer wird, etwas zu verdrehen, und mit guter Mobilisierung, damit wir nicht wie ein Kleckerhaufen aussehen."irgendwer" befürchtet dies und sein Vorschlag, eine gemeinsame Erklärung zu verfassen, könnte dem entgegen wirken. Insofern sollte bei aller Dringlichkeit etwas Ruhe bewahrt werden.
Um der Pogromstimmung, die "irgendwer" zu Recht befürchtet, und auch im Artikel im 3. Punkt steht, müßte klar gestellt werden, daß eben nicht "der Araber" der Schuldige ist, und auch der Islam nicht zwangsläufig zum Krieg führt. Gut vermittelt wird dies zum Beispiel bei dem Beitrag von "Jan Rinke", der über die Mahnwache in Stuttgart berichtet. Eine breite Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher Religionen und unterschiedlicher Nationalitäten wäre möglich und wünschenswert.
Den Beitrag von "eine Kommunistin" finde ich gut bis auf die Sache mit der "Zivilgesellschaft". Es mag spitzfindig sein, aber die Zivilgesellschaft ist für mich nicht der Staat oder das Kapital, sondern die Menschen, nennen wir sie spaßeshalber Arbeiter und Bauern - ich will sagen unsere potentielle Basis. Von ihnen mehr und mehr zu gewinnen ist die Voraussetzung dafür, daß den sozialen Errungenschaften die emanzipatorischen nicht hinterherhinken, wie es bei den bisherigen sozialistischen Staaten gewesen ist. "R" stimme ich in diesem Sinne voll zu und lehne den Beitrag von "jemand" ab. Die Weltrevolution braucht man dann nicht einzufordern, sie kommt, wenn es an der Zeit ist. (Man, was ich heute für Phrasen zusammenschreibe...) Dabei steht außer Frage, daß es Propaganda ist, wenn von einer Kriegserklärung angeblicher Barbaren gegen eine angebliche Zivilgesellschaft gefaselt wird, wie auch "Win Ley" bemerkt. Ihren Beitrag finde ich auch gut, wenngleich mir das mit der internationalen Arbeiterklasse als ominöse Kraft zu abstrakt ist. (Ach, und ich glaube wirklich nicht, daß der Islamismus aus der Zivilgesellschaft entstanden ist)
Das Motto der morgigen (staatlichen?) Demo in Berlin, denke ich, ist für uns nicht tragbar: "Keine Macht dem Terror! Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika!" (aus dem Kommentar von "@") Ich glaube aber auch nicht, daß die Bürgers, die da hingehen alle davon überzeugt sind. Ein guter Teil ist vermutlich geschockt von dem Terror, will sich mit den Opfern solidarisieren und lehnt eine Eskalation des Konfliktes ab. Dies wäre für mich eine gemeinsame Basis für eine evtl. spontane Beteiligung von Leuten aus diesem Forum, die gerade in Berlin sind. Hier könnten soziale und emanzipatorische Alternativen zur staatlichen "law and order" - Willkür - Politik (Punkte 1 u. 2 des Artikels) vermittelt werden. Eine klare Distanzierung von den Terroristen halte ich für notwendig. Nicht aus taktischen Gründen, sondern aus vollem Ernst! Auch Gedanken, wie WIR uns den Umgang heute mit Terroristen vorstellen, halte ich evtl. für angebracht - auch wenn vermutlich dazu kein Konzept in der Schublade liegt. Eine Konfrontation mit der Demo halte ich für falsch, eine alternative Demonstration daneben für riskant, aber bei klarem Standpunkt und guter Organisation nicht für verkehrt. Brennende USA - Flaggen u.ä., die auch "Berthold Scharf" nicht haben will, können meiner Meinung nach nicht bei diesen Aktionen toleriert werden.
Die Argumentationslinien von "think about" finde ich verständlich, aber kontraproduktiv. Das viele Bürgers bei anderen Opfern nicht aufhorchen oder protestieren, legitimiert nicht, daß wir jetzt UNSEREN Protest zu den Opfern aussetzen. Vielmehr könnte jetzt die Möglichkeit bestehen, einige der jetzt bewegten Menschen dauerhafter für politische Themen zu sensibilisieren, unsere Positionen zu vermitteln oder ihnen auch nur anzudeuten, daß wir in ihrem Sinne Politik machen - mit ihnen und nicht gegen sie.

Nochmal: "eine Demo, deren Botschaft, sowohl das Mitgefühl mit den Opfern, als auch die Absage an Krieg und Grundrechteabbau sein müsste" fände ich super!
Wir würden gerne die Organisierung unterstützen!

So, genug gefaselt.
Tschüß

nächste woche berlin?

Mensch 14.09.2001 - 02:11
den kommentar von anarchist halte ich für sehr baruchbar und differenziert. aktionen auf der bürger-demo könnten als provokation empfunden werden oder schlimmer noch integriert werden. deshalb scheint es mir sinnvoll, eine möglichst breite und friedliche demo (auch unter einschluss von organisationen wie pax christi, attac oder der pds; was für differenzen man mit ihnen auch immer haben mag).klar sollte nicht nur sein, dass amerikanische flaggen hier nicht verbrannt werden, vielmehr sind hier auch wie oben richtig bemekt aggressive parolen problematisch (anti-amerikanische sowie anti-semitische/anti-zionistische slogans können wir getrost den faschos am 3.10. überlassen)
wie wärs mit berlin ende nächste woche?

Mahnwachen für Frieden

MuslimMama 14.09.2001 - 07:58
Oben schrieb einer ´man muß sie stoppen´!

Und das wirst du machen. Mit der Kerze in der Hand?? Jaja.

Und dem Rest. Fickt eure Ideologien.



Wie wärs ihr die nächsten Wochen Flüchtlinge aus Nahost nach Deutschland einschleust und ihnen Unterschlupf bietet.

Zu gefährlich wie?



LOL

Krizz 14.09.2001 - 12:27
LOL - das einzige was mir zu den meisten Postings hier einfällt - soviel linke Plattheiten habe ich schon lange nicht mehr gelesen - und jetzt bitte keinen Vorwurf a là ich sei rechtsradikal oder gehöre zur konservativen Ecke.

Fakt ist, dass das ganze Friedensgelaber mich sehr stark an den katholischen Schmarrn von "wenn dir einer auf die linke Wange schlägt, halt ihm auch die rechte hin".

Natürlich sind militärische Aktionen nur als finales Instrument anzusehen - sollte sich aber herausstellen, dass die Taliban - Afghanistan - oder sonst irgend ein anderer Staat an den Vorbereitungen beteiligt war bzw. die Terrorgruppe(n) unterstützt hat, handelt es sich um einen kriegerischen Akt - dementsprechend sollten die USA und die Nato auch mit aller Härte reagieren. Und wie man Terroristen effizient ausschaltet, beweist der Mossad in Palästina - und seit mir nicht böse, aber für einen Terroristen vergieße ich keine Träne(n).

p.s. An den Admin - wäre dankbar wenn Du mein Posting nicht löscht, auch wenn es nicht meinungskonform mit diesem Forum ist. Thx.

@Jan Rinke& Anarchist: DEMO!

d-struct 14.09.2001 - 14:57
Gleich vorweg: Wer jetzt Lichterketten oder Schweigemärsche organisiert schießt sich odr der Linken in den Fuß!
Derzeit rollt eine Welle der emotionalisierung -nicht nur-über Deutschland, und das ist nichts anderes als Kriegsvorbereitung. Die Mahnwachen, das Betroffenheitsgelaber und die Kirchenhudelei sind allsamt teil davon. Das Konzept heißt trauern, um später nach Rache schreien zu dürfen. Und wenn diese Welle erst mal richtig im Rollen ist, platzt der demokratische Lack von der westlichen Zivilisation und die selbstproduzierte Barbarei kommt hervor: DAS ist Krieg.
Unsere Aufgabe jetzt kann nur sein, die Läute aus der Gefühlsduselei ins Denken zurückzuholen, und zwar mit der Aufforderung: macht die Augen auf! Wenn die Barbarei kommt, dann durch die Reaktion des Westens, nicht durch die Terroristen.
Wer jetzt in "die Stille" geht, wer auf das lautstarke Argument verzichtet, spielt dem Krieg in die Hände!

Dummes Geschwätz

föläörf 14.09.2001 - 15:53
Ich hoffe das die USA u. die Nato die radikalen Moslems und euch spät 68 und linken Steinewerfern in Grund und Boden bomben.

antw 14.09.2001 - 16:14
hey bulle (oder was auch immer) du verwechselst da was. anschläge dieser art werden in der regel von rechten begangen: die anschläge in oklahoma oder beim münchener oktoberfest waren faschos auch die vielen kriege der usa wurden von rechten amis bejubelt. li8nke machen eher sowas wie sachschäden machen und so. aber das ist für dich schlimmer.

Ewige Hölle

Lin Wei 14.09.2001 - 16:39
Die unabhängige und überparteiliche Stimme der Zivilisation in Deutschland, die "Bild", druckt auf Seite eins folgenden sich auf einen gewissen Mohamed beziehenden Wunsch: "Terror-Bestie wir wünschen dir ewige Hölle!" Wörtlich: "Ewige Hölle!" Die Wahrheit des (kapitalistischen) Systems erscheint in seinem Exzess.

Islamismus und Zivilisation

eine kommunistin 14.09.2001 - 17:17
Ja, wie Lin Wei schon sagte, ist der Unterschied zwischen "Bild" oder George Bush einerseits und Bin Laden andererseits nicht besonders groß. An alle, die Sympathien für den Islamismus haben: die Perspektive der islamistischen Bewegung ist nicht Emanzipation oder irdische Befriedigung für alle, sondern es geht um höhere Werte. Der Anspruch auf ein Paradies auf Erden ist aufgegeben, deshalb wird die Emanzipation ins Jenseits projiziert, in das man kommt, wenn man Heldentaten vollbringt. Entsprechend abstrus sind dann auch die Vorstellungen von Befreiung (ein Selbstmordattentäter in spe gab zum Beispiel an, daß im Himmel 77 Frauen zur freien Verfügung und 6000 Dollar auf ihn warten würden) und entsprechend grausig die Bedingungen, unter denen zu leben man sich zumutet. Dafür braucht man dann Gottesstaat, barmherzige Werke und ähnliches. Ein gutes Leben für alle ist also nicht das Ziel und wird nicht mehr für möglich gehalten. Das bedeutet konkret, daß der eigene Untergang möglichst aufsehenerregend inszeniert werden muß. Einem Selbstmordattentäter ist das eigene Leben genauso gleichgültig wie das Leben derjenigen, die er mit sich in den Tod reißt. Diese Gleichgültigkeit ist nur der Standpunkt des Kapitalismus selbst, der ihn bedroht. Nach dem Motto: wenn schon der Einzelne gleichgültig ist, dann soll wenigstens möglichst schnell alles vorbei sein. Doch selbst darin irrt jemand, der Symbole des Kapitalismus wie das World Trade Center angreift. Die Macht des Kapitals läßt sich nämlich nicht einfach durch Vernichtung einiger seiner Repräsentanten und Verwalter und durch die Zertörung von Gebäuden aus der Welt schaffen. Ihr solltet mal ein bißchen Marx lesen.

Was ist mit dem Frieden

Eridiani 16.09.2001 - 12:33
Hi,
durch die Menhge der Beiträge3 konnte ich leider nicht alle lesen, aber mir ist eines Aufgefallen, und zwar dass viele meinen, sich nicht auf irgendeine Seite zu stellen oder es schlimm wäre 100%ige Solidarität zu leisten. Gerade in dieser Situation ist es doch wichitg, dass eine Demonstration kein Aufruhr Verursacht. Ich bin auch der Meinung, das hundertprozentige Solidarität falsch ist, aber 50 % sind schon okay, meiner Meinung nach. Was nicht angesprochen wurde(ich hab leider vielleicht einiges nicht gelesen), sind unsere Grundrechte, die eventuell in Gefahr sind, durch totale Überwacheung und Kontrolle zur Sicherheit der westlichen Welt. Ich bin für eine Demo, aber nur für eine sehr friedliche, eine, die für Frieden, und Persönliche Freiheit(was das mit dem Grundgesetz beinhalten würde). Ich bin kein Linker und cih verstehe euch vielleicht nicht, aber wenn ihr friedlich bleibt, werde auch ich kommen und mit mir vielleicht noch mehr Nicht-Linke. Wenn die Linke Seite friedlich demonstriert, lenkt dass doch vielleicht viel mehr Aufmerksamkeit zur Demo.
Wenn eine Demo nur gemacht wird um Grundbedürfnisse, also Frieden und Freiheit zu sichern und wenn man auf kleinigkeiten verzichtet(das kann man immernoch mahen), dann kann man damit vieleicht mehr erreichen.

Der Umgang mit den Terroristen

Dumpfbacke 16.09.2001 - 20:38
Demo hin oder her, ich komme gerade um eine Sache nicht herum: Einer der Anarchisten hat oben schon richtig bemerkt, daß es ganz gut wäre, wenn wir uns auf einer Demo dazu äusserten, wie WIR uns denn den Umgang mit den Terroristen so vorstellen.
Ja wie denn? Mir ist noch keine gute Lösung eingefallen!
Hat da mal jemand Vorschläge?
Auch über den oben erwähnten Mossad in Palästina und warum der eine Lösung bietet, bin ich ignoranterweise herzlich wenig informiert, und wäre sehr dankbar, wenn mich jemand aufklären könnte.
Vielleicht gehts anderen auch wie mir. Ich weiß nur, daß ich keine Rachefeldzüge, Gewaltspiralen, Massen unschuldiger Opfer, ökonomische Bereicherung der westlichen Systeme und dergleichen Müll will, aber nicht wirklich wie eine gelungene Alternative aussehen soll!
- And it does my head in!!!

P.S.: Mossad

Dumpfbacke 16.09.2001 - 22:56
Mossad ist doch tot oder? Wo liegt da die Lösung, bitte?

Demonstration gegen den bevorstehenden Krieg

Bündnis gegen den Krieg 17.09.2001 - 03:31
Keine Vergeltung! - Kein Krieg!

Samstag - 22. September 2001

14 Uhr - Rotes Rathaus (Berlin)

Mossad

Krizz 17.09.2001 - 13:58
Der israelische Geheimdienst schaltet führende Figuren der palästinensischen Terrorszene mittels Gegenterror aus, d.h. er verabreicht ihnen die eigene Medizin. Scharfschützen, Bomben in Handys etc. etc.

Zugegeben, nur Gewalt ist keine Lösung, dessen bin ich mir durchaus bewußt, aber ob radikale - welcher gesinnung, welchen glaubens auch immer - mittels "einfühlsamer" Gespräche und Diskussionsrunden zur Räson zu bringen sind, wage ich sehr zu bezweifeln.

Daher glaube ich die Meinung vertreten zu können, dass es ein Ansatz ist, führende Terroristen auszuschalten, salopp gesagt, ihnen einen vorzeitigen Abgang zu verschaffen, um die Organisations- und Führungsstruktur ebenjener Organisationen zu zerschlagen.

Das sich zusätzlich auch die Politik des Westens in Hinsicht auf den Umgang mit anderen Kulturen und Nationen ändern sollte, ja, muss, sollte jedem vernünftigen Menschen schon lange klar sein.