Chomsky zu WTC-Anschlag

rp 13.09.2001 01:32
Ein bei belgium.indymedia.org veröffentlichter und hiermit Übersetzter Schnellschuss von Noam Chomsky, der eine verschärfte Militarisierung der Weltpiolitik prognostiziert und auf die Doppelmoral der derzeitigen Trauer hinweist.
Die heutigen Angriffe waren ungeheure Gräueltaten.
Doch die Zahl der Opfer erreicht nicht die Höhe vieler anderer Gräueltaten, bspw. Clintons Bombardement des Sudan, bei der ohne glaubwürdigen Vorwand die Hälfte der Pharmaindustrie zerstört und wahrscheinlich zehntausende Menschen getötet wurden (Bis heute sind keine genauen Zahlen bekannt, denn die US blockierten eine Untersuchung der UN und niemand bestand auf ihre Durchführung). Von schlimmeren Fällen, die leicht vorstellbar sind, soll hier nicht gesprochen werden. Aber dass es sich hier um ein schreckliches Verbrechen handelte, steht außer Zweifel. Die hauptsächlichen Opfer waren, wie gewöhnlich, arbeitende Menschen: Reinigungskräfte, Sekretärinnen, Feuerwehrleute etc.. Wahrscheinlich wird es sich als ein vernichtender Schlag gegen die Palästinenser und gegen andere arme und unterdrückte Menschen herausstellen. Es wird ebenso wahrscheinlich zu massiven Sicherheitskontrollen führen, wobei es zu einer Untergrabung von bürgerlichen Freiheitsrechten und der Freiheit im Land kommen kann.

Auf dramatische Weise entblößen diese Ereignisse die Dummheit der Vorstellung einer "Raketenabwehr". Die ganze Zeit lag es auf der Hand und wurde von Strategieanalysten betont, dass, falls jemand einen immensen Schaden, z.B. mit Massenvernichtungswaffen in den USA anrichten will, ein Einsatz von Raketen höchst unwahrscheinlich ist, da in diesem Fall der Absender sofort zerstört würde. Es gibt unzählige einfachere Methoden, die im wesentlichen nicht zu verhindern sind. Doch die Ereignisse dieser Tage werden dennoch dazu benutzt werden, den Druck zur Entwicklung und Aufstellung dieser Systeme zu erhöhen. "Verteidigung" ist eine fadenscheinige Verpackung für Pläne der Militarisierung des Weltraums. Mit einer guten PR wird selbst das dünnste Argument bei einer verängstigten Öffentlichkeit Wirkung zeigen. Kurz gesagt ist das Verbrechen ein Geschenk an die extreme nationalistische Rechte, an diejenigen, die zur Kontrolle ihrer Einflusssphären militärische Mittel einsetzen wollen. Und das bezieht sich nicht nur auf die wahrscheinlichen Maßnahmen, die die US ergreifen werden und was diese auslösen werden -- weitere Anschläge wie dieser oder noch schlimmere. Die Aussichten sind düsterer, als sie vor den letzten Grausamkeiten erschienen.
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Ergänzungen

Wem nützt der Anschlag?

kju 13.09.2001 - 02:11
Da stellt sich die frage, wer ein Interesse an den Folgen des Anschlags gehabt hat. Diese Leute hätten ein Motiv.

Jetzt kommen die Rechten m. ihren Vorschlägen

13.09.2001 - 04:49
München (dpa) - Angesichts der Terrorwelle in den USA hat Bayerns
Ministerpräsident Edmund Stoiber vorgeschlagen, die Bundeswehr zur
Erhöhung der inneren Sicherheit in Deutschland einzusetzen. Für die
Außensicherung von Flughäfen und für den Objektschutz herausgehobener
Einrichtungen reichten die Polizeibehörden möglicherweise alleine nicht aus. Das
sagte Stoiber der «Süddeutschen Zeitung». Angesichts der völlig neuen
Qualität terroristischer Bedrohung gebe es eine Notwendigkeit für erhöhte
Sicherheit. Dafür müsse in Deutschland zudem ein Nationaler Sicherheitsrat
geschaffen werden.

we will win

don quichote 13.09.2001 - 10:56
sicher. es wird im wtc die schwarze putzfrau unter den opfern sein, die zu betrauern ist. oder ein 60-jähriger kommunist, der in der teuren immobile ein appartment besaß. auch die passagiere, die in den entführten fliegern saßen, gehörten nicht alle zu jenen „besserverdienenden“, die sich eine concorde leisten können. meine regierung nennt dies üblicherweise „kollateralschäden“, aber ich spreche nicht die sprache meiner regierung.
doch ich vergesse nicht, dass orte die sich finanzdistrikt nennen oder erst recht das pentagon keinenwegs orte der zivilisation sind, sondern orte der barbarei. ich halte solche orte für legitime militärische ziele und ich will den akteuren nicht vorwerfen, dass sie nicht über raketen verfügen konnten.
ich vergesse nicht (für dich „karl“), dass „mörder“ ein begriff für jene ist, die hinter den schreibtischen des pentagon oder einer nationalen niederlassung der deutschen bank sitzen.
ich rechne damit, dass meine meinungsäußerungen sehr schnell kriminalisiert werden. schon nach der tötung von schleier war klammheimliche freude kriminell und arbeiter, die sich nicht zu schweigeminuten erheben wollten durften fristlos entlassen werden. aber seit mehr als 30 jahren – seit den bombenteppichen über vietnam - habe ich von dem tag geträumt, an dem das pentagon in trümmern liegt.
keine konsequenz, nicht einmal die persönliche anwesenheit in einem flieger, der das wtc ansteuert, könnte den jubel trüben, den ich am 11. september empfand.

Chomsky, du Schwätzer

Kriegsgegner 13.09.2001 - 10:59
Sind doch alles nur Phrasen, irgendwie sowieso bekannt. Ja, leider leider wird es jetzt wohl mehr Militärausgaben geben, leider. Ja ja, ein Raketenangriff auf den Sudan löst weniger Betroffenheit aus. Aber ein Heuchler (oder Querulant) ist, wer sich darüber wundert. Die Betroffenheit speist sich nunmal NICHT aus einer Abstrakten Menschheitsliebe, die sich gleichmäßig auf die Welt verteilt, sondern aus der eigenen Weltsicht. Das in NYC, das hätten WIR sein können, das im Sudan eben nicht. Hätte die italienische Polizei in Genua diese Schule nicht gestürmt, sondern in die Luft gesprengt oder angezündet, dann wären die Glob-Gegner daüber auch noch mehr "betroffen" als über einen Anschlag auf "böse" Kapitalisten. Ist doch so, oder nicht? Auch Chomskys peinlicher, unvermeidlicher Hinweis darauf, es "hätte ja leider die Arbeiterklasse getroffen" zeigt ja, daß er den Tod eines Mülltonnenausleerers für trauriger hält als den eines Devisenspekulanten. Aber der eine ist ja gut, der andere böse, und wir selber sind das Weltgericht. Genau solche blöden Kommentare sind jetzt eben NICHT gefragt. Indymedia-Fritzen sollten Amerikas Imperialismus kritisieren, aber das eben jeden Tag und hoffentlich mit guten Argumenten. Anstatt sich jetzt klammheimlich zu freuen: Geschieht euch recht, geschieht euch recht...

don quichote du hast zu kurz gegriffen

rosinante, alias oyonnax 13.09.2001 - 11:24
ich glaube du windmühlenkämpfer, du übersiehst da was. auch du bist teil dieser barbarei indem du dich in den staatsbereichen dieser barbarei bewegst. auch du unterstützt diese barbarei täglich, du kannst gar nicht anders, weil du in ihren zusammenhänge leben mußt. du lebst von der ausbeutung anderer staaten, du beteiligst dich an der finanzierung mit. selbst wenn du keine mwst zahlst, weil du nur vom ladendiebstahl lebst, so unterstützt du trotzdem durch deinen verbrauch, den dann eben andere zahlen, das existierende wirtschaftssystem mit. es macht natürlich einen unterschied, ob einer im pentagon an der entwicklung von waffen arbeteit oder nicht, aber m.e. ist dies bei den heutigen zusammenhängen nur ein relativ unwichtiger unterschied. du hängst in der kapitalistischen wirtschaft drin und du lebst von ihr und du unterstützt sie, egal was du machst. du kannst sie nur gleichzeitig auch bekämpfen. aber du kannst nicht unschuldig bleiben, an dem was geschieht. die zeiten, in denen das möglich war, so es sie wirklich mal gegeben hat, sind längst passé.

mal langsam

dsan1 13.09.2001 - 12:26
Vorschlag eines Minimalkonsenses:
1. Das Attentat war furchtbar
2. Ein toter Amerikaner ist aber nicht mehr zu betrauern als ein toter Mensch anderer Nation etc.
3. Die Folgen für die WELTPOLITIK, also für uns alle können gräßlich sein. Ein Bodenkrieg in Afghanistan wird wahrscheinlich "nur" am chinesischen Widerstand scheitern. das Kapital wird versuchen müssen, die Gelegenheit zu nutzen, in Räume vorzustossen, die es "dank" dem Sieg über die Sowietunion vor einem Jahrzehnt erst in 20 Jahren tatsächlich benötigt.
4. Es gilt daher: Alle Menschen, die ein Gehirn zwischen dem linken und dem rechten Ohr haben müssen am besten noch heute beginnen, intensiv gegen die Kriegsgefahr und insbesondere gegen eine deutsche Beteiligung am "Gegenschlag" zu agitieren. Auf allen argumentativen Ebenen! Aufklärung über die imperialistische Natur der Außenpolitik der "ersten Welt" muß genauso zulässig sein wie §§-Reiterei über die verfassungswidrigkeit einer dt. Beteiligung am Angriffskrieg und diverse passende Bibelzitate. ALL TOGETHER NOW! FRENTE POPULAR!

Selbstgerechtes, dummes Geschwätz

Wuslon 13.09.2001 - 13:46
Dieses selbstgerechte und unheimlich weltfremde Geschwätz einiger Schreiber (spez. don q.) erzeugt eine Übelkeit in mir. Dieses kindische linke/rechte, gut/böse und arm/reicht Weltbild ist ebenso schlimm und fanatisch wie zum Fundamentalismus reichende Religionen. Geistiges Gift das weder der Welt noch irgendwelchen Opfern weiterhilft. Ich war auf dem Balkan stationiert, ein Jahr lang. Ich sah wie Fanatiker die taten zu denen mir die Worte fehlen. und zu hause? Im sozialhilfe-gesicherten Deutschland? Da rannten "weltoffene" Mensa-Gänger mit Transparenten umher, die den Rückzug der westlichen Truppen forderten. Gleiches passiert hier auch. Andere Zeit. Andere Akteure. Gleiche Dummheit. Schön dass diejehnigen, die die Kastanien aus dem Feuer holen dürfen, nett belehrt werden, dass das Feuer an sich etwas sehr schönes sei. Hier geschah ein unsägliches Verbrechen. Und keine schöngefärbte (linke oder rechte) Propaganda hat das Recht die Schuldigen auf den Rücken der Opfer von Amerika zu suchen.

An Don Quichote

Pali-Fresser 13.09.2001 - 13:49
Was wäre nun, wenn eine Terrorgruppe in einem gezielten anschlag George W. Bush getötet hatte, was würde das ändern! Charaktermasken/FunktionsträgerInnen sind AUSTAUSCHBAR, das gleiche gilt für die Erschießung des ex-SS-Mannes und Wirtschaftsfunktionärs Schleyers, nach der sich die RAF spätestens hätte auflösen sollen! Der Kampf gegen den Kapitalismus lässt sich nur gewinnen, wenn es uns gelingt, die Köpfe der lohnarbeitenden Menschen zu gewinnen! Terroranschläge und gerade solch ungezielte und verdammenswerte wie die von New York und Washington, sind dazu nicht geeignet!

jap.

tex 13.09.2001 - 14:06
Desan1 du sagst es. Von wem auch immer, das war ein großes großes Geschenk an diejenigen, die sich den nächsten Schritt einer totalen Militarisierung der Außen- und Wirtschaftspolitik wünschen. Die Art von Krieg die jetzt möglich ist, wäre ohne diese Gräueltaten nicht möglich gewesen, weil jetzt die Hardliner sich leicht auf die Seite der Opfer und uns Kriegsgegner auf die Seite der Täter stellen können. Umso wichtiger ist es jetzt, am Start zu sein und den Mainstream Medien nicht die Gestaltung der Kriegsöffentlichkeit zu überlassen.

hilfe...!

d-struct 13.09.2001 - 15:32
Worum es geht und worum nicht, was wir von den U.S.A. oder den Islamisten halten, von Kapitalismus oder von Krieg wird in absehbarer Zeit kein Schwein mehr interessieren. Egal ob die Attentäter oder die Staatschefs angefangen haben: Jetzt ist Krieg.
Die "Gemeinschaft der Guten" findet sich in diesen Tagen zusammen, und niemand darf in Zeiten des Krieges den Gehorsam verweigern. Die Medien haben sich gleichgeschaltet bevor irgendwer sie hätte bitten können, die politische Welt steht hinter Präsident Bush wie eine Eins, in den Kirchen sammelt sich das Volk und trauert, um bald nach Rache schreien zu dürfen.
Klammheimliche freude hatte ich auch als die Nachrichten vom brennenden Pentagon kamen, aber mehr als ein schönes Bild und das Gefühl von hereinbrechendem Chaos kann ein solches Ereignis niemals produzieren. Dieses Gefühl hat jetzt allerdings die ganze Welt gehabt, und damit wird in den nächsten Tagen Politik gemacht werden (Fortsetzung des Krieges...) daß uns die Ohren abfliegen.
Chaumsky weiß offensichtlich auch nicht was er sagen soll, aber die Angst die er ausdrückt dürfte berechtigt sein: Wenn die bürgerlichen Geselschaften (Zivilisationen) dieser Welt nach Rache schreien, wenn die demokratische Maske abfällt droht das, was bisher mit Faschismus beschrieben worden ist.
Es ist noch zu früh für jede gründliche Analyse, aber Ich bitte alle darum die Lage ernst zu nehmen

buchtip

medusa macula 13.09.2001 - 15:55
IST EIN BOMBENATTENTAT IN ITALIEN
DIE TAT VON LINKSEXTREMISTEN ODER EINE PROVOKATION DER EXTREMEN RECHTEN, IST ES EINE INSZENIERUNG DES ZENTRUMS, UM ALLE TERRORISTISCHEN EXTREMISTEN IN MISSKREDIT ZU BRINGEN ODER EINE WACKELIGE MACHT HERUNTERZUMACHEN, ODER HANDELT ES SICH VIELLEICHT UM EIN POLIZEISCENARIO UND DIE ERPRESSUNG ZUR ÖFFENTLICHEN SICHERHEIT?

ALL DIES IST GLEICHZEITIG WAHR UND DIE SUCHE NACH DEM BEWEIS, JA, NACH "OBJEKTIVITÄT" DER FAKTEN, SETZT DIESEM INTERPRETATIONSTAUMEL KEIN ENDE....

DAS GROSSE EREIGNIS DIESER PERIODE, DAS GROSSE TRAUMA IST JENE AGONIE FESTER BEZÜGE, AGONIE DES REALEN UND RATIONALEN, MIT DER DAS ZEITALTER DER SIMULATION ANBRICHT...

AUS AGONIE DES REALEN
JEAN BEAUDRILLARD
HRSG. 1978 BY MERVE VERLAG BERLIN, 9 DM

Das Symbol ist Zerstört, nicht die Substanz

Jan 13.09.2001 - 17:28
Klangheimliche Freude... gut, das war auch mein erster Reflex. Wer aber glaubt, das hier ein Opfer unschuldiger Menschenleben gerechtvertigt sei, der hat nichts aus der verherenden Folden der RAF-Logik gelernt. Man verhilft jenen die man anzugreifen sucht zu einer politischen Argumentationsstärke, die nur zur Verfestigung bestehender Machtverhältnisse beiträgt. Symbole lassen sich leicht - und sehr medienwirksam - zerstören, die Substanz aber bleibt. Ihr wünscht Euch eine herzlichere Welt? Dann adressiert Eure Botschaften nicht an die Nieren, an die Ängste der Menschen. Ihr wünscht Euch eine Welt ohne Todesstrafe? Wie kann man sich dann über eigenmächtige Verurteilungen, auch noch so verhasster - auch von mir - Menschen freuen?

Mich beschleicht eher eine beklämmende Angst. Wie kann man der immer weiter anschwellenden breiten neoliberalistischen Gegenbewegung einen anderen Wind entgegen wehen lassen? Man verschaft sich die passenden Argumente...

An Rosinante

Lumpi 13.09.2001 - 18:44
Jeder Mensch ist Teil des Kapitalismus, jedeR trägt seinen/ihren Teil dazu bei, jedeR der hier lebt profitiert daran. Das heisst aber nicht, dass alle Menschen die gleiche Verantwortung tragen, auserdem haben gearde EuropäerInnen viel mehr Möglichkeiten etwas zu machen und es ist eben NICHT egal, was du machst. Du kannst z.B. Banker werden oder z.B. Polizist, Du kannst aber auch einen Infoladen aufmachen, Indymedia schmeissen oder Dein Essen aus Müllkontainern holen. Da ist ein gewaltiger Unterschied. Die/Der BetreiberIn von McDonalds ist verantwortlicher für das, was McDonalds macht und ist mehr Schurke, als der, der sich den Mcdoof-Burger aus dem Mülleimer kratzt. Weltweit sterben täglich Tausende Menschen, die weniger Verantwortung für die jetztige Weltsituation tragen, als die, die im WTC gesessen haben. Der Unterschied, ob ein Mensch in Pentagon sitzt und Waffen entwickelt, oder ob ein Mensch einen Infoladen aufzieht und/oder Demos organisiert ist KEIN unwesentlicher Unterschied, sondern der Entscheidende. Die Leute, die im Pentagon sitzen und Waffen entwickeln, militärische Einsätze planen o.ä. haben und hatten die Möglichkeit etwas anderes zu tun. Haben sie aber nicht gemacht. Sie fanden es die beste Idee, beim Pentagon zu arbeiten. Und das macht sie nicht zu einem beliebigen Teil des Kapitalismus, sondern zu Arschlöchern. Und nur das noch zur Ergänzung: Durch Ladendiebstahl wird die Wahre nicht teurer.

ihr spinnt!

Tom 13.09.2001 - 19:48
"klammheimliche freude"???? tickt ihr noch richtig? mal abgesehen davon, dass sich die logik der raf-morde längst als menschenverachtend und politisch kontraproduktiv erwiesen hat. in diesem fall - einem mordanschlag auf tausende von menschen - liegt die sache ja wohl noch ein gutes stück anders. der furchtbare terroranschlag spült mal wieder den latenten und plumpen antiamerikanismus und antisemitismus eines grossteils der linken an die oberfläche. ein teil der statements hier bei indymedia liest sich wie abgeschrieben von den äusserungen der neuen rechten. ihr habt echt ein rad ab und nichts begriffen!!!

ich glaub es nicht

enttäuschter 13.09.2001 - 20:43
ich hab mich immer als linksextremer verstanden weil ich menschenleben und würde eben als wertvoller betrachte als es die kapitalisten und die faschisten tun.
einige äußerungen von leuten die sich wohl auch als "links" verstehen sind einfach nur noch EKELHAFT!
"klammheimliche" oder offene freude ist angesichts so vieler toter verachtungswürdig.
natürlich ist das leben der vielen menschen in der dritten welt nicht weniger wert als dass eines amerikaners aber eben auch NICHT MEHR!
für kein ziel dieser welt darf auch nur ein menschenleben geopfert werden. kein mensch hat das recht, sich mit seiner sache so sicher zu sein dass er über welches menschenleben auch immer richten darf!

ich hoffe wirklich dass sich nicht herausstellt dass die mehrheit der linken in einer so zynischen weise über den anschlag denkt.

alles, was man sagt ist falsch

taar 13.09.2001 - 22:05
denn wenn man z.B. darüber schreibt, daß zum ersten mal in der geschichte die usa tatsächlich die folgen der handlungen ihrer regierungen erleben, ist man ein zyniker, der menschenverachtend die tausenden toten ignoriert.
und wenn man sich auf die schrecklichkeit der tat fixiert ist man ein zyniker, weil man eben nicht daran denkt, was zu was führt. argumentativer deadlock.
man könnte natürlich auch bedenken, daß jedes argument nur einen bestimmten geltungsbereich hat und sich bei der bewertung eines argumentes erst mal auf diesen beschränken.
das gilt dann übrigens auch für ethische gesamtaussagen.

Einfache Mittel Terrorismus zu beseitigen

edgar 13.09.2001 - 22:13
Soviele sind für das Ausräuchern des Terroristischen Umfelds ...ich auch, aber anders; und zwar so:


- Abzug israelischen Militärs

- Eigener Staat ohne Bedingungen

- Entschädigung vor Land-, Haus- Lebensraub

Geld, selbst geringste Summen, weit unter den WTC-Kosten oder Rüstungsausgaben wirken Wunder.

Auch Marokko hat massenhaft Fundamentalisten - wir kommen blendend mit ihnen aus: Wir fahren in Urlaub hin und kriegen Orangen
geliefert.
Ist doch O.k. so. Mit Arafat und seinen Leuten geht das auch.

Ich habe aber den Eindruck ein kleiner, mächtige Geld/Medienadel mit ihrer Farmer-Mafia WILL den Konflikt.

Ich finde die EU muß in diesem Sinne aktiv werden, Bush ist ein Wild-West Typ.
Und ich warne vor "Bündnisverpflichtungen". Dahinter steht doch offenbar, daß JEDER Vorfall derzeit dazu genutzt wird, Militäreinsätze zu starten oder Aufzurüsten.
Militarisierung steht auf der TAgesordnung der MAchthaber !
Ich betrachte den Umbau der NATO zum Angriffsbündnis als große Gefahr für uns.

Die Bundeswehr wollen sie auch zur Angriffsarmee umbauen, die CDU/CSU/FDP sogar mit massiver Ausgabenerhöhung und Umbau zur Privatarmee!

"Unsere neuen "verteidigungspolitischen Richtlinien" werden uns Kriege und zugehörige Anschläge bringen. Was sagte Scharping worum es geht:
Die Überwachung und Einmischung in alle Länder und Bewegungen dieser Welt um nationale Sicherheitsinteressen bereits im Vorfeld aktiv zu verteidigen. So - sinngemäß - hat Scharping an einer chinesischen
Universität vor Wehrkundespezialisten gesprochen.

... vielleicht war dies bereits ein Grund für den Anschlag?

Dabei will Scharping nicht einmal das Wehrbudget erhöhen und keine Privat-Armee (mit der sich leichter zuschlagen läßt ohne die Bevölkerung zuvor belügen/überzeugen zu müssen).

Und es scheint genügend mächtige politische Kräfte bei uns zu geben, die ihn offenbar deshalb "Mallorca-Flüge" unterschieben und wenn das nicht klappt "Frankfurtflüge" und wenn das nicht klappt "Geheimnissverrat".

Das erinnert mich sehr an die 1Jahr dauernde Hetzkampangne gegenüber Clinton, der sich weigerte das Militärbudget zuerhöhen. Als er schließlich doch das Militärbudget MASSIV erhöhte, war drei Tage später Schluß mit der "Sex-Affäre".

Nachtigal ick hör dir trapsen.

klammheimliche freude???

buback 14.09.2001 - 00:02
weder diejenigen, die hier ihre "klammheimliche freude" bekennen noch diejenigen, die dabei den humanismus den bach runtergehen sehen, äußern sich hier zu den VERURSACHERN ihrer freude resp. empörung. warum geht es in den diskussionen immer nur um die realen ereignisse und nie um die hinter den anschlägen vermutete intention (die urheber sollen ja, wie wahrscheinlich alle wissen, aus dem radikalislamischen spektrum kommen). sich einfach nur über die "zerstörung imperialistischer symbole" zu freuen, ohne auch nur zu bemerken, dass diejenigen, die diese symbole höchst real zerstörten, dies aus zutiefst reaktionären beweggründen taten? würdet ihr die gleiche klammheimliche freude empfinden, wenn z.b. schily nicht von einer antirassistischen revolutionären gruppe getötet würde, sondern von nazis, weil er ihre strukturen verbieten will? weil das "ergebnis" ja das gleiche wäre? dann wärt ihr entweder dumm oder protagonisten der neurechten querfrontstrategie.
erschreckend, wenn der deutschlinke antiamerikanismus mal wieder so weit ist, sich zur not auch mit militanten antisemitischen gottesstaat-befürwortenden reaktionären zu verbünden. "der feind meines feindes ist mein freund" ist logik für leute, die einfach strukturierte weltbilder schätzen (und das sind oft die gefährlichsten). (und auf die frage, ob antiamerikanismus an sich nicht schon tendenziell antimodern und antisemitsch ist, ist damit noch gar nicht eingegangen).///
und für die humanisten: ich wünsch mir auch eine welt, in der niemand durch gewalt sterben muss, aber kapitalismus tötet. täglich.

DieGrenze verläuft nicht zwischen den Völkern

Globus 14.09.2001 - 00:49
sondern zwischen den Befürwortern der Blutrache und ihren Gegnern. Ich fürchte, viele Indymedia-Nutzer gehören zur ersten Gruppe

Wem der Anschlag nützt??

Schlaule 14.09.2001 - 00:50
Dem Lukaschenko und dem Scharping. Von denen redet jetzt keiner mehr.

Gegen KLAMMHEIMLICHE KILLERPHRASEN

edgar 14.09.2001 - 01:07
Der Begriff "Klammheimliche Freude" stammt aus der RAF-Zeit und wird im wesentlichen dazu BENUTZT, um in einem solchen Fall bei genau dem zu bleiben worauf es den URSACHENVERSCHWEIGERN ankomt: Es SOLL NUR getrauert werden. Bloß keine Ursachenanalyse! Das ist UNETHISCH ! ICH finde aber, DASS WIR GERADE DEN TOTEN SCHULDIG SIND DEN URSACHEN KOMPROMISSLOS NACHZUGEHEN - sonst wird es weitere geben. Ursachen heißt dann durchaus AUCH die FEHLER DER USA aufzudecken, selbst in einer solch schrecklichen Situation.
Diese KLAMMHEIMLICHE KILLERPHRASE DARF uns das nicht verbieten! Allerdings und das ist vor allem UNSERE AUFGABE, wie müssen genauso kompromisslos SOLCHEN TERRORISMUS diskutieren, analsysieren und intern auch unser Leute ansprechen, die sich ggf. WEGEN DIESE KILLERPHRASE VERSTECKEN. Was die RAF-Aktivitäten gebracht haben ist wohl jedem klar, es war äußerst schädlich. Und was jetzt in den USA abgeht, geht in die gleiche Richtung. Wir müssen deshalb auch mit Moslems reden. Schön bei der Wahrheit bleiben und nicht von den Killerphrasen ablenken lassen: Wenn es gegen Bush UND die Terroristen geht, auch wenn sich das widersprüchlich anhört, dann IST es eben so und wird auch ausgesprochen.

Gegen KLAMMHEIMLICHE KILLERPHRASEN

edgar 14.09.2001 - 01:19
Warum ich gegen diese Killerphrase "Klammheimliche Freude" vorgehe muß ich ja wohl nicht groß erklären - es gibt NICHTS AUF DIESER WELT OHNE GRUND (was was anderes als Rechtfertigung heißt!) und allen Gründe - ob sie einem passen oder nicht MUSS NACHGEGANGEN werden ! Was gegenwärtig in unseren Medien abläuft ist eine Schande. NICHTS davon ! Ohne Ursachenanalyse WAS das Umfeld für solche Killer ist, was man dagegen tun kann, (nicht nur die bloße Verfolgung) macht man sich schuldig - gegenüber den alten und zukünftigen Opfern von Terorranschlägen UND dem Wild-West-Reaktionsschema von Bush. Bush:"Wir werden gewinnen", "Das ist ein Kampf zwischen Gut und Böse" - der Mann hat doch einen Vogel.

wer ist die welt?

asa 14.09.2001 - 04:41
Trauer als authentisches gefühl ist in jedem falle legitim. Es wäre dumm, das in frage zu stellen. Und sicher gibt es für etliche menschen in den usa zur zeit allen anlass zu trauern. In den medien erlebe ich gerade aber so etwas wie "animierte trauer", die so inflationär verbreitet wird, dass sie nicht mehr viel platz in den hirnen für andere regungen lässt. Die restliche aufmerksamkeit wird mit taktischen fehleranalysen gebunden.
Es wäre zynisch, ignorant und menschenverachtend zu meinen, "die" im WTC hätten nichts anderes verdient. (Frage: wie viele der gestorbenen hast du gekannt, von wem gewusst, was er tat und wem speziell den tod gewünscht?). Nicht zynisch sondern ehrlich erscheint mir zu sagen, dass ich um die dort umgekommenen leute nicht besonders trauere - einfach weil ich kaum was von den einzelnen menschen dort weiss. Wie viele lichterketten und sonderandachten gab es zum Sudan?
Dass das echo auf den anschlag ein derart lautes ist, liegt sicher weniger an irgendeiner - beim blick auf die letzten jahrzehnte - ausserordentlichen brutalität, zielgenauigkeit oder dergleichen, als vielmehr daran, dass gerade die leute hinter den lautsprechern getroffen wurden.
Vermutlich setzen diese nun darauf, duch ungewöhnlich vielfaches vorführen der traurigsten aspekte des anschlags das (selektive) mitgefühl der restlichen bevölkerung zu vervielfachen und sie dadurch aufnahmebereit für aggressiv-rassistisches denken und handeln zu machen. Ich fürchte, dem wird schwer zu entgegnen sein.

Als ich zunächst nur einer zeitungstitelseite das riesenbild sah, ist mir vor allem das symbolische dieses anschlags ins auge gesprungen. Ich war seltsam erleichtert, so als käme nun etwas auf schmerzhafte weise ins lot, was bisher krankhaft verbildet war. Der zweite gedanke, ich hatte noch keine genauen infos bekommen, war: (1) entweder schlägt sich hier der ignorierte teil der welt zurück ins westliche bewusstsein (hoffentlich) oder (2) das ist ein neuer reichstagsbrand ...

der krieg ist alltag

14.09.2001 - 06:38
ich verstehe da so einiges nicht.
weder dass jemand angesichts von toten freude empfinden kann noch dass sich die leute plötzlich für die toten interressieren. mir scheint der krieg seit langem alltag zu sein. hunderten von toten in unzähligen kriegen, die verhungernden, und zu tode gefolterten aber auch die erfrorenen obdachlosen vor der haustür sind alltag. diesmal waren eben reiche betroffen. das scheint mir der einzige unterschied zu sein. vor diesem hintergrund sehe ich die katastrophe eher in den konsequenzen für die zukunft und kann durchaus die angst, die ich aus dem artikel herauslese teilen.
für mich stellt sich die frage: wie kann der krieg, meinetwegen die barbarei, beendet werden. wo ist ein angriffspunkt.
... und ... unschuldig ist wohl kaum jemand nur manche sind wenigstens wütend über die zustände.
soweit kai

Gemischte Gefühle...

Martin 14.09.2001 - 10:05
Ich sehe die bloßen Gebäude samt ihrer Symbolkraft in Schutt und Asche zerfallen -
ich freue mich
Ich sehe die Menschen die gelitten haben und dabei gestorben sind -
ich weine und schäme mich
Ich sehe den Hass der Menschen, die diese Tat zu verantworten haben -
ich verstehe ihn
Ich sehe die Reaktion dieser Menschen auf ihren Hass -
ich weine
Ich sehe die Taten die diesen Hass hervorgerufen haben -
ich weine
Ich sehe die Menschen die hinter den den Hass hervorrufenden Taten stehen -
ich verstehe sie nicht
Ich sehe die Reaktion eines Amerikaners, er schreit nach Vergeltung -
und du nennst dich Christ?



Martin

Gemischte Gefühle...

Martin 14.09.2001 - 10:30
Leider hat mir indymedia.org den Artikel hoffnungslos umformatiert (Zeileneinrückung gelöscht) deswegen hier eine hoffentlich besser lesbare Variante:

Ich sehe die bloßen Gebäude samt ihrer Symbolkraft in Schutt und Asche zerfallen - ich freue mich. Ich sehe die Menschen die gelitten haben und dabei gestorben sind - ich weine und schäme mich. Ich sehe den Hass der Menschen, die diese Tat zu verantworten haben - ich verstehe ihn. Ich sehe die Reaktion dieser Menschen auf ihren Hass - ich weine. Ich sehe die Taten die diesen Hass hervorgerufen haben - ich weine. Ich sehe die Menschen die hinter den den Hass hervorrufenden Taten stehen - ich verstehe sie nicht. Ich sehe die Reaktion eines Amerikaners, er schreit nach Vergeltung - und du nennst dich Christ?

was soll das -"klammheimliche freude"?!?

jay 14.09.2001 - 13:31
diese gigantische schutthalde, dieser friedhof, der einst das so verhasste wtc war, erfüllt mich mit entsetzen. ein wichtiges nervenzentrum und symbol des systems, das es zu überwinden gilt, wird angegriffen, vernichtet. aber wie, von wem, warum? was jetzt passieren wird, ist klar. die gewalt zwischen der ach so zivilisierten welt und dem rest wird in kürze den eher strukturellen bereich verlassen und sehr akut werden. auf beiden seiten stehen ideologien, strukturen, die es zu bekämpfen gilt. hierzulande wird die opposition gegen bestehende misstände, gegen dieses menschenverachtende system, noch schwerer werden, die überwachung, die eingriffe in die individuellen freiheiten werden exorbitant zunehmen.
gegen das, was uns, den menschen dieser welt, außerdem ins haus steht, ist das noch wenig. es wird krieg geben, und damit meine ich einen ziemlich heftig großen, langen krieg. das war ein angriff auf alle, so abgedroschen dieser satz mittlerweile auch ist. und er wirkt schon auf alle, wie ich den "klammheimliche freude" -auswüchsen entnehmen kann. ihr spinner!!! ja, was da passiert ist, ist ein irgendwie verständlicher akt -aber durch nichts, absolut nichts zu rechtfertigen, selbst wenn er von jemand anderem als sexistischen, antisemitischen klerikalfaschisten verübt worden wäre. das, was da passiert ist, wirft die gesamte antikapitalistische opposition weit, weit zurück: wer jetzt die usa, die brd, die eu, das westliche system kritisiert, wird vom gros der menschen hier mit ibn ladin und co. assoziiert werden. und ihr "klammheimlichen" leistet dem vorschub!!!
und der krieg nähert sich. mit "klammheimlicher freude" wird er nicht aufzuhalten sein...

grauen-haft

lefty 14.09.2001 - 18:43
als ich am dienstag (zufaellig) das radio anschaltete, dachte ich erst an ein hoerspiel (a la krieg der welten)- sobald mir klar wurde , dass das blutiger ernst ist, ueberkam mich das grauen... - klar, ich mag weder kapitalismus noch wallstreetbusiness - doch die konsequenz aus solchem terror ist keine bessere welt, sondern krieg - und darauf habe ich keinen bock!!! - es gibt leute, die sagen, dass der krieg schon laengst im gange ist - sollte das so sein, ist es jetzt an der zeit, zu kaempfen - nicht gegen (oder fuer) usa oder islam oder .... - sondern GEGEN DEN KRIEG

Links ?

NocturnalDeath 14.09.2001 - 20:58
ich finde es immer wieder interessant, wer sich alles als links bezeichnet...
heisst linksextrem/radikal zu sein nicht, sich vom kapitalismus abzuheben.... also auch von dessen menschenverachtenden einstellungen gegenüber menschenleben ? das kann ich hier teilweise nicht sehen. wenn man sich freut, dass menschen durch einen anschlag einer in meinen augen rechtsextremen grupierung ( denn wer frauen unterdrückt, antisemetismus predigt und sein eigenes Land in das mittelalter zurückbombt ist mir auf keinster weise sympatisch... auch wenn er ein symbold des kapitalismus zerstört ) verrät man einen krundkonsens, den die radikale linke über jahrzehnte im mühevollen kampf gefunden hat. man darf, da muss ich mich manch einem meiner vorredner anschliessen, kein amerikanisches menschenleben höher bewerten als irgend ein anderes... genauso wenig darf man aber andere menschenleben höher schätzen als ein amerikanisches ! auch sind mit dem wtc nicht "schuldige" getroffen worden, sondern zum grossteil menschen, die in dem kapitalismus grossgezogen wurden und nach der form des kapitalismuses geformt wurden.... das system ist schuld, und das hat man mit diesem anschlag bestimmt nicht getroffen ( ist den irgend einer der HOHEN verantwortlichen dieses systems getroffen worden ??? ich denke nicht ).

man sollte sich jetzt zum einen auf eine allgemeine kapitalismuskritik zurückbesinnen ( ich sag hier, das man dabei in keinen stumpfen anti-amerikanismus abdriften darf ! ) und analysieren sollte, was der anschlag für konkrete auswirkungen auf die zukünftige gesellschaft hat, z.b. videoüberwachung, steigende ausgrenzung von anderen menschengruppen, militarisierung der gesellschaft etc...

werder freude noch hass über den anschlag auf das wtc !!!!

Brain Storming

Lac 14.09.2001 - 23:18
*40 Milliarden US Dollar vom Senat bewilligt - nicht in erster Linie für Trauernde, nicht für den Friedensprozeß im Nahen Osten // *die Shelter Now Verurteilten sitzen immer noch in Afghanistan, die zivile Bevölkerung auch, dazu das Unwort letzter Jahre : Kollateralschäden // * 78 % an einer internet-Befragung Beteiligten sind lt. CNN für die Bombardierung Afghanistans bei Nichtauslieferung bin Ladens // * die Täter des Anschlags sind aber noch gar nicht ausfindig gemacht (wie schön wäre es, wenn sich die Amis selber ans Bein pissen würden und rechtsextreme Amis den Anschlag verübt hätten...naiv) // * wer schon jetzt von Krieg spricht, hat keine Ahnung, hat gelernt zu abstrahieren (in der Uni...unsere Intelligenz???)und weiß nicht wie Scheiße schmeckt // * ein Krieg bedeutet das Ende: Atombomben besitzen u.a. Pakistan, Indien, USA (sowieso)und einige weiter Staaten im Nahen Osten (wer sagt eigentlich das Saddam keine hat?)... // * das Dumme: man kann als einzelner so verdammt wenig tun (oder sehe ich das vollkommen falsch?Klärt mich auf!) selbst unsere Regierung würde unerhört bleiben, wenn sie gegen einen militärischen Schlag der USA sein würde - Ohnmacht pur. // Amiland wird machen, was es will und das auf alle Fälle gründlich und konsequent (um damit auch den Sowjets zu zeigen, dass man Afghanistan durchaus "kleinkriegen" kann...ganz nebenbei)// * vielleicht ist der Bündnisfall sogar ein Hoffnungsschimmer (einige gemäßigte Köpfe sind mit dabei), um den Amis in letzter Konsequenz noch Zaumzeug anzulegen (wobei da wenig Hoffnung ist) // *was wäre geschehen, wenn der Reichstag und die Mainmetropole einem ähnlichen Anschlag zum Opfer gefallen wäre? (persönlich:Freunde arbeiten in Frankfurt - im Finazherzen Deutschlands) - "Klammheimliche Freude" im Ausland? Vergeltung für zwei Weltkriege? Die immer präsentere und egoistischere Art auch wieder in Deutschland "Wer" zu sein und in militärischen Fragen mitzureden und zu bestimmen, auch pro Einsätze...??? // * Der Clash of Cultures ist dabei einzutreten (er steht nicht mehr vor der Tür), fragt euch, was man dagegen tun kann in Deutschland, in Duiburg und Göppingen, Berlin und Hamburg... // *helft, redet und versucht zu vermitteln zwischen den Nationalitäten und Kulturen, anstatt mit Winnetougeschrei den Krieg zu feiern (Kinder machen das vielleicht, aber die hören auch wieder auf, wenn einer flennt!)
FUCK THE WAR und fangt an, zu denken, v.a. ohne Gefühle, die auch nur den kleinsten Funken Lustpotential in dieser Sache beherbergen. Krieg ist kein Kinderspiel.Und wenn einer blutet hilft kein Pflaster mehr. Mit Bestürzung Lac

Zum Niwó der Diskussion

der tOi!fel 15.09.2001 - 11:01
Oi Loitz!

Also, in diesem Forum gibt es nur ein paar Diamanten in einem Haufen Scheisse. Viel akademisches Geblubber um wenig Wichtiges.
Mich kotzt die Position vieler - insbesonderer "klammheimlicher" - Beiträge an, die auf der Grundlage des Antiamerikanismus stehen. Das ist lediglich eine Spielart von Nationalismus, auf den sich z.B. auch die NPD vorzüglich versteht. Das ist, wie oben schon festgestellt, in der "Linken" ebenso häufig anzutreffen wie latenter Antisemitismus.
Viele stellen auch Moral und "Symbolik" in den Vordergrund. Besser wäre allerdings eine ganz nüchterne Analyse von Ursache und Wirkung.
Im Forum auf www.kpd.net entwickelt sich gerade eine m.E. konstruktive Diskussion zum Thema. Wer Böcke hat: schaut mal vorbei!

Ursachen der Klammheimlichen Freude

VKP(b) 15.09.2001 - 18:29
Die klammheimlich Freude muß ja irgendwoherkommen. Also hat sie Ursachen. Also freuen sich die Schadenfrohen zu recht. Also sind die Opfer selber schuld. Ist diese Logik jetzt "links" oder "fortschrittlich", "revolutionär" oder nur "reformistisch", rührt sie an den "Haupt-" oder nur an den "Nebenwiderspruch"? Kann mir dazu mal einer was sagen?

Massenmord ist kein Mittel gerechter Kämpfe!

Hubert 16.09.2001 - 15:35
Wer "klammheimlich Freude" an individuellen Terrorakten verspürt hat wenig Vertrauen in die Selbstbefreiungskräfte der Menschheit. Flugzeugbomben in Hochhäuser und auch ins Pentagon, das sind nicht die Methoden eines Befreiungskampf für eine gerechte Sache! Sich diese "Symbolbauten" auszusuchen schadet nicht klammheimlich sondern offen und unumwunden allen fortschrittlichen Kräften in der Welt. Die Massenhysterie die nun von imperialistischen Kräften, wie der US-Regierung geschürt wird ist beispiellos. Einen langhaltenden Krieg prophezeien sie. Genauso erfolgreich wie Milosevic oder Saddam Hussein bei den bisherigen "Befreiungskriege" der USA und NATO bekämpft wurden, wird es nun einem BinLaden oder wem auch immer der individuellen Terror für ein Mittel der Politik erachtet,gehen. Opfer werden weitere Tausende von unschuldigen Menschen sein. Im Primitivstil der Camorra-Blutrache die Weltproblem unseres Jahrtausends zu lösen, daß sollten alle menschenliebenden "Freiheitskämpfer" verurteilen. Genauso wie der blanke Terror der letzten Woche verurteilt werden muß.

Wer mit so etwas sympathisiert, hat jeden Anspruch politischer Ernsthaftigkeit verspielt. All diejenigen, die in diesem Forum Freude am Massenmord empfinden, sollten sich auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen und sich schleunigst aus allen politischen Dimensionen zurückziehen. Ich finde das eckelerregend!

zur klammheimlichen freude

16.09.2001 - 19:21
schön, schön klammheimliche freude hat geschichte. das gute ist, daß ich keine zensur ausüben will, und hier und heute auch nicht das risiko eingehe solche zu unterstützen - zumindest nicht mehr als mit jeder aussage. deswegen kann ich und will ich die freude nicht aus historischen gründen stehen lassen. sondern als aussage verstehen. und als solche kann ich sie nicht verstehen. dass ist ausdrücklich nicht in bezug auf vergangenes zu werten und schon gar nicht als aufforderung solche aussagen zu kriminalisieren o.ä.!
kai

zur hintergründe

16.09.2001 - 20:12
meines wissens gibt es keinerlei bekennerschreiben noch irgendeinen hinweis auf motive oder ähnliches. natürlich: die symbolkraft, und selbstverständlich die ergebnisse der "ermittlungen". aber bitte sagt mal, sind das wirklich, grundlagen einer diskussion um hintergründe? es bleibt meineserachtens einfach nur das attentat als solches, und die nachricht, es ist möglich auch die usa anzugreifen, es ist möglich "das sicherste gebäude der welt" zu zerstören und das am hellichten tag, und nicht feige in der nacht. diese nachricht wird übermittelt, ohne dass es jemand beabsichtigt haben muss und ohne dass es jemand formuliert. die zweite nachricht die ich finde kommt von den usa und lauted es ist möglich alles auf der welt anzugreifen, und das unter jubel der öffentlichkeit. so komme ich weg von der diskussion um hintergründe und hin zu einer diskussion um AUSWIRKUNGEN. die bereiten mir kopfschmerzen(naja, vielleicht habe ich auch einfach zu wenig geschlafen)
kai

Gott sei Dank gibt es Chomsky

PaTa 09.10.2001 - 08:48
Chomsky spricht mir mal wieder aus der Seele. Dieses Attentat kommt der USAussenpolitik sehr gelegen und dass auf ein Attentat hin sofort Krieg gefuehrt wird, zeigt wie aggressiv diese westliche moechtegern demokratische sogenannte zivilisierte Welt ist. Im Gegensatz zu ueber 10 Millionen Menschen die durch amerikanische Aussenpolitik getoetet wurden, wirkt dieser Anschlag recht mickrig. Klar, dass anstatt die Fehler bei sich zu suchen lieber ein medienwirksamer Feind erschaffen wird bzw. auf die Buehne der internationalen Politik verholfen wird. Der einzige der daran verdient ist die amerikanische Waffenlobby, die sich auch bei allen anderen Gemetzeln (z.B. Nahostkonflikt) durch Waffenlieferungen eine goldene Nase verdient.
AUG UM AUG MACHT DIE WELT BLIND. (Gandhi)

es ist nicht in ordnung aber...

wer will das wissen! 17.10.2001 - 02:38
Seit einigen Jahren hilft die USA der Israälischen Regierung dem Wiederstand der Palästinänser stand zu halten, das verbreitete Tot, Hunger, Weisen, Witwen, Leid und Elend... Ist das etwa ein Beitrag zum Frieden von unsere sogenannten Weltpolitzei??
Wann gab es je eine Schweigeminute oder eine Blutspende für einen Palästinänser, Iraker, Sudaner oder sonst einen für dessen Unglück und Leid die USA verantwortlich war.
Es war nur eine Frage der Zeit wann so etwas passiert, denn die Amerikanische Regierung hat überall ihre Nase drinn, wo es Profit gibt..
Ich bin kein Freund dieser die diesen Anschlag verübt haben, doch nach dem es zum ersten Mal so etwas auf "Amerikanischem Boden" gegeben hat, wird sich die Regierung vielleicht Gedanken machen was sie tut, und das Folk wird sich politisch etwas mehr engagieren, und sich Gedanken machen wen es wählt...

Chomsky hat immer recht

Jasager 16.11.2001 - 20:46